Nouriel Roubini, New York University

Starökonom Nouriel Roubini

„Amerika muss seine Banken verstaatlichen“

Der Verkauf der Investmentbank Bear Stearns in Verbindung mit staatlichen Garantien macht die Dramatik der Kreditkrise deutlich. Starökonom Nouriel Roubini hat die Entwicklung lange kommen sehen. Jetzt schlägt er vor, einige Banken zu verstaatlichen.

Lesermeinungen zum Beitrag

18. März 2008 14:05

Wer hat gewonnen, wer verloren, wer ist Schuld?

Robert Dillansky (RobDill)

Gerecht wäre, etwas von dem zu fordern oder in die Verantwortung zu nehmen, der etwas verschuldet hat. Doch wer hat "Schuld" an der Misere?

Sind die Hauskäufer schuld, die sich Kredite geben liessen, von denen abzusehen war, dass sie diese kaum zurückzahlen können? Ich denke nicht. Wenn solche Kredite legal angeboten und von Banken akzeptiert werden, sind die Banken verantwortlich.

Wer hat damit angefangen? Ich nehme an Sub-Prime-Kredite gab es schon immer, nur: warum wurde dies solch ein Super-Boom? Anscheinend konnte man sich damit plötzlich goldene Nasen verdienen. Doch wer kassierte ab? Investmentbanker? Wenn einer oder viele verlieren, muss es auch Gewinner geben.

Im Nachhinein wird man keine privaten Personen in Banken in die Pficht nehmen können, und ich denke da ist der Wurm drin: Investmentbanke verdienen unanständige Gehälter oder Boni, und je mehr man gut zockt, desto mehr verdienen diese. Hat einer seine Tücher im Trockenen, dann gilt: Nach mir die Sintflut. Bricht eine Blase zusammen, ist das nunmal Pech.

Sekulanten und Banken spielen gefährliche Spiele, und nehmen dabei die Zivilbevölkerung als Geiseln. Wie Kriegsverbrecher. Dies sollte gestoppt werden.

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18. März 2008 11:19

Verstaatlichung der Banken

Robert Schrey (etiterum)

Diesen Hinweis darf man nicht in dem Sinne verstehen wie der Arzt einem Patienten ein Medikament gibt, sondern eher in dem Sinne wie der Folterknecht dem Delinquenten die Werkzeuge zeigt. Da gibt es ein ganzes Arsenal von Instrumenten.

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18. März 2008 10:14

Noch nicht ganz ein Ruf nach Marx

Josef Bujtor (Mramorak)

Auch Berühmte Professoren sind nicht frei vom Irrtum! Es gibt bestimmte Intelligentsia-Gruppen in den USA, die jede Gelegenheit Wahrnehmen, uns zu sagen wir brauchen die Verstaatlichung. Ganz gleich wieviel der Mann darumherum redet, es ist zu erkennen wo er hin will. Und in Deutschland wird das ja jedem Kindergarten-Kind eingehämmert!

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17. März 2008 18:15

„Amerika muss seine Banken verstaatlichen“

Marcus Rech (marcusrafael)

Ich sehe nur eine Hausgemachte Konsolidierung des Bankwesens. Mich verwundert auch wie schnell FED un JP reagiert haben und nach ein paar Tagen BearStearns eingewickelt wurde. Vergessen wir nicht die teils sehr hohen Barreserven einiger Länder oder "Unternehmen" die zukünftig "Schwache" Banken übernehmen könnten. Ich sehe eine Globale Konsolidierung im Bank und Finanzwesen es geht wieder ganz klar um die Positionierung. Welche Auswirkung könnte dies auf Europa haben. Wenn jetzt keine Übernahmen stattfinden wann sonst. Europa ist den USA bzw. Nordamerika gegenüber im Nachteil denn in schlechten Zeiten standen die USA immer zusammen. Der Vorteil liegt in der schnelleren Reaktionsfähigkeit und dem klaren Patriotischen Auftrag. Ferner sollte man sich in Europa fragen wann selbst das Lenkrad in die Hand genommen wird und Führung stattfindet und zwar Politisch und Wirtschaftlich.

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17. März 2008 17:36

Risiko = Chance

Reinhold Eysel (Eysel)

Es ist wohl ganz generell so, dass Gier Übertreibungen ( Blasen) schafft; etwas milder ausgedrückt, dass der Zwang die Benchmark zu schlagen die "Kreativität" dermassen überhitzt, dass das "Gebäude" unsolide wird und irgendwann einstürzt. Das fing wohl beim Turmbau von Babel an und ist bei Kindern, die Bauklätzchen aufschichten ebenso zu beobachten, wie bei Investmentbankern. Es gehört zum Menschen. Ebenso wie DIEJENIGEN, die es immer schon vorher gewusst haben.
Solange das "örtliche" Ereignisse sind, ist der Schaden des Einsturzes für die unter dem Müll begrabenen fatal. In einer in jeder Hinsicht vernetzeten Welt besteht die Möglichkeit einer Kettenreaktion, aber AUCH die Chance, dass das "Netz" die lokalen Erschütterungen wegsteckt, selbst WENN der "Turm" nahe des Zentrums einstürzt. Denn NOCH ist die Bonität von US-Bonds unangetastet. Selbst eine - selbstverständlich nur temporäre - Übernahme mehrerer Banken staatlicherseits wäre verkraftbar. Manchmal sind "Wellen" eben niedriger, mal höher. Schlechte Schwimmer werden verschluckt. Ist das etwa "ungesund"? Ist das nicht in jedem Bereich so, ist das "unnormal"? Wenn die Masse Panik zeigt, ist das nicht AUCH eine Chance für gute Schwimmer???

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17. März 2008 17:10

... so, wie die deutschen Landesbanken sein sollten...

Björn Michaelis (havenborn)

Roubins Ansatz, dass vor allem gewährleistet sein muss, dass die US Wirtschaft
Ihr Wachstum finanzieren kann, ist nachvollziehbar. Ich denke aber, dass der
Vorschlag die bestehenden Banken zu verstaatlichen nicht praktikabel ist,
da der Staat nicht in der Lage wäre sie zu bewerten und deren Aktionäre
angemessen zu entschädigen. Auch würde es innerhalb der großen internationalen
US Banken wohl zu etlichen Verwerfungen führen, wenn sie im Sinne des
Finanzministers agieren sollten, was wiederrum deren zu zahlenden Unternehmenswert zerstören könnte.
Einen alternativen staatlichen Eingriff sehe ich nur darin, dass "langweilige"
Mittelstandsbanken gegründet (oder vom Staat als "langweilig" zertifiziert) werden, die sich dann auf o.g. Ziel ausrichten und sich nicht mit Währungs/Öl/weltweite Aktien Geschäften ("Spekulationen") beschäftigen: quasi deutsche Landesbanken, so, wie sie sein sollten... Die Sinnhaftigkeit aller solcher staatlichen Eingriffe ins Bankensystem steht und fällt jedoch mit der Beantwortung der Frage, in wie fern der Staat effektiv kontrollieren kann, welche Risiken Banken eingehen. Ich denke dies ist hinreichend möglich, immerhin sind manche Sparkassen schon über 300 Jahre alt.

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17. März 2008 17:00

Unglaublich...

Hans Jensen (gent1)

Ob nun der Staat die Banken mit Schulden kauft, oder den Banken die "schlechten" Schulden abkauft: Beides ist das Selbe - das sozialisieren von Schulden anderer Leute ...denn beides muss einer zahlen: Der Steuerzahler!

Auch andere Leute haben das schon lange kommen sehen: Peter Schiff, Marc Faber, Jim Rogers oder Jim Puplava z.B. - sie sind zwar eher "Starinvestoren", haben aber weit mehr Ahnung von Ökonomie, als so manch hochgejubelter "Starökonom". Wo sind ihre Stimmen zu der Krise?

Das monetarisieren von Schulden hatte stets eine Konsequenz: Inflation. Und das verstaatlichen von in Not geratenen Banken wird auch eine Konsequenz haben: Depression!

Die Lösung kann nur sein, das die Leute, die Fehler machen, für diese auch einstehen müssen...

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17. März 2008 16:20

Der Staat koennte Aktien der Banken kaufen...

Theodor W. Husistein (nurschweizerli)

aber das Grundproblem ist damit nicht geloest. Interessant ist, dass in unserer sogenannt freien Marktwirtschaft, im Falle eines groesseren Misserfolgs oder bei Misswirtschaft und Betrug, DER STAAT einspringen soll. Wie gehabt in Deutschland, wenn Bauunternehmer oder Ostbank pleite gehen!

Meiner Meinung nach ist es grundsaetzlich falsch, wenn der Staat sich einmischt und ganze Banken uebernimmt, vorallem wenn die UMVERTEILUNGS SOZIS an der Regierung sind. Marktbereinigungen sind, auch wenns schmerzt, zu akzeptieren. Es ist das kleinere Uebel, der Marktwirtschaft Freiraum zu gebe IN BESTIMMTEM RAHMEN, der politisch zu definieren ist, wenn noetig.
Es gibt KEINE ALTERNATIVE! Andere Wirtschaftsmodelle konnten wir selber erfahren unter deren Untergan miterleben. Also haben wir etwas gelernt! Nichtwahr?
Der Staat, vorallem der zentralistisch gefuehrte, mischt sich genug in alle moeglichen Belange der Menschen ein. Die Menschen, die Unternehmer sollten eigentlich vom Staat zu mehr Leistung angespornt werden, mit attraktiven ANREIZEN und nicht mit aufgeblaehter Buerokratie und zu hohen Abgaben das Volk zu VERGRAEMEN, sodass immer mehr AUSWANDERN! .. GRUEZI!

Der Staat kann sich mit Aktien beteiligen, was ja auch in Europa passiert

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17. März 2008 15:36

Blinder Eifer sxhadet nur

Andreas Noreikat (derherold)

... gilt auch für Kommentare.
Mein Vorredner hat (im ersten Schritt) wohl Privatisierung und Verstaatlichung verwechselt ... wobei ich nicht weiß, wann US-Investmentbanken oder bspw. die großen deutschen jemals "staatlich" gewesen sein sollen ... oder wie geringe Zinsen KreditNehmer ausplündern sollen ... oder daß beste Siemens- oder BMW-Mitarbeiter HartzIV hätten beantragen müssen.

Es gibt eine Kreditkrise und Roubini verweist - hier ist die Überschrift ein wenig mißverständlich - auf die staatl. Übernahme trudelnder Kreditinstitute ... warum nicht: ein späterer (Wieder-)Verkauf ist ja nicht ausgeschlossen.

Bei aller Kritik sollte man nicht vergessen, daß es auch in D. zahlreiche Experten gab, die ab 2001 "leichtes Geld" empfahlen. ;-)

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17. März 2008 15:08

Amerika braucht die Krise wie einen erloesenden Sommerregen

Rolf Joachim Siegen (rolfS2)

Die amerikanische Gesellschaft insgesamt befindet sich auf dem Weg in den Abgrund. Ein Prozess der radikalen, grundsaetzlichen Neubestimmung ist laengst ueberfaellig. So gesehen brauchen wir diese Periode einer drastischen Ernuechterung und Leuterung. Denn der 'American Dream' steht auf dem Spiel.

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17. März 2008 15:02

Verstaatlichung?

Jens Matuschek (miyuki2)

Ein amerikanischer "Starökonom" ruft nach Verstaatlichung!!! Das wir das noch erleben dürfen. Erst werden die Banken im Namen der Marktwirtschaft verstaatlicht, plündern mit billigem Geld (Leitzins!!!) die Kreditnehmer aus, und wenn sie mit Unfähigkeit und massloser Gier die Karre in den Sand gesetzt haben werden sie verstaatlicht und das Spiel beginnt von vorn. Dazu fehlen mir die Worte.

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17. März 2008 14:35

Der freie Markt der Lemminge

Paul Rabe (heidelpaul)

Wie die Lemminge haben selbst die größten Banken ihr Geld Anfang des Jahrtausends Milliarden in zweifelhafte Internetaktivitäten versenkt und wie die Lemminge ein paar Jahre später das Geld in zweifelhafte Immobiliengeschäfte gesteckt.
Und wie die Lemminge werden sie auch bei der nächsten Zockerrunde wieder alle mitspielen und wie bei den beliebten Gier-Ketten-Spielchen voller Tatendrang beweisen wollen, daß sie natürlich viel cleverer sind als die Konkurrenz.

Den Schaden von dem Welt-Monopoly haben nicht die Manager oder Groß-Kapitaleigner. Deren Vermögen reicht auch in schlechten Zeiten noch für den Rotwein auf der Veranda, sondern die einfachen, fleissigen Leute die bei BMW, Siemens oder der Telekom trotz bester persönlicher Leistung entlassen werden und sich dann anhören müssen sie seien "Hartz IV Schmarotzer".

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17. März 2008 13:31

Unverständliche Staatsgläubigkeit

Stefan Laß (Lass77)

Wie kann ein angeblicher "Welt-Ökonom" zu dem Ergebnis kommen, dass der Staat besser in der Lage sein sollte, eine Bank zu führen als private Eigentümer? Dies ist abstrus und gegen jede ökonomische Theorie und gegn jede historische Erfahrung.
Es ist doch ganz anders: Der Markt korrigiert gerade seine eigenen Fehler. Übertreibungen bei der Kreditvergabe werden nun entsprechend sanktioniert mit allen Konsequenzen. Wenn man Marktwirtschaft will, muss man dies so akzeptieren.
Wenn man aber solche Übertreibungen nicht haben will und die Kosten für die Gesellschaft vermeiden will, muss man über geeignete Regulierungen nachdenken (aber nicht Verstaatlichung!). Wenn aber keine derartigen Regulierungen erfolgen und wenn die Zentralbank Eingriffe tätigt, die die Krise verstärken, dann liegt kein Marktversagen, sondern Staatsversagen vor!
Dazu passt, dass in Deutschland Banken mit Staatsbeteiligung besonders hohe Risiken eingegangen sind.
Man darf nicht alles immer auf das Versagen der Märkte schieben, sondern muss ganz klar das staatliche Versagen in den Vordergrund stellen.

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17. März 2008 12:21

Der Markt wird es richten

Karsten Krug (kkrug)

jetzt wo die Zeiten der fetten und leichten Profite abgelaufen ist, wäre es fatal wenn der Staat die Banken rettet. Die Banker und die Aktionäre müssen für ihren frevlerischen Leichtsinn bitteschön selber geradestehen. Die wollten doch immer freie Märkte und keine staatliche Regulierung.

Oder ist es das Ende des "amerikanischen Systems" und wir neigen uns eher chinesischen Zuständen entgegen.

Dies ist nicht zuletzt eine politische -ja sogar ein kulturelle- Weichenstellung. So what?

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