Rohstoffe

Hohe Preise bei Rohstoffen locken Anbieter aus der Reserve

28. April 2004 Wurde in den vergangenen Wochen viel berichtet über den zum Teil massiven Preisanstieg bei Rohstoffen beinahe aller Art, so ist das nicht selten der Zeitpunkt, an dem es zumindest vorübergehend zu einer Korrektur kommen kann.

Denn auf dem Höhepunkt der Euphorie neigen zumindest die spekulativen Marktteilnehmer gerne zu Gewinnmitnahmen. Das zeigte sich in den vergangenen Tagen beispielsweise an den Edelmetallen, die unter anderen auf Grund eines sich ein Stück weit erholenden Dollars zum Teil deutlich nachgaben. Vor allem das Silber. Niemand wird bestreiten, daß Hedge Fonds - vor allem die systematischen Futures-Händler - mit von der Partie sind und die möglicherweise von der fundamentalen Nachfrage angeregten Trends „mitreiten“.

Rohstofftrends können von mehreren Faktorem beeinflußt werden

Nicht nur sie könnten immer wieder einmal zu Gewinnmitnahmen neigen. Sondern auch die fundamentale Nachfrage, die vor allem auf Grund des enormen Wirtschaftswachstums in China ausgelöst wurde, dürfte dann zumindest vorübergehend stocken, wenn sich das Wachstum auch nur leicht abschwächt, wenn die Lagerbestände bei den „Verbrauchern“ oder wenn gar das Angebot überraschend stark zunimmt. Oder, wenn diese Faktoren möglicherweise zusammenkommen.

Fakt ist einerseits, daß sich die chinesische Regierung bemüht, die wirtschaftliche Entwicklung zu bremsen, um die negativen Folgen einer Überhitzung zu vermeiden. Die bestünden vor allem in Überinvestitionen, die zu Überkapazitäten und damit fallenden Preisen, Firmenpleiten, faulen Krediten und so weiter führen würden. In diesem Szenario hätten nicht nur die sowieso nicht sonderlich soliden Banken massive Probleme, sondern zunehmende Arbeitslosigkeit könnte zu sozialen Unruhen und damit möglicherweise zu politischer Instabilität führen.

Fakt ist andererseits, daß das Angebot an Rohstoffen zum Teil unerwartet deutlich zunimmt. Und das, obwohl es an sich als relativ unelastisch gilt. Denn Erzminen lassen sich normalerweise nicht von heute auf morgen erschließen und an den Markt bringen. Ganz abgesehen von den Kosten, die dabei entstehen. Betrachtet man allerdings beispielsweise die chinesischen Importe von Eisenerz, so gibt es erstaunliche Phänomene.

Hohe Preise locken Anbieter aus der Reserve

Erstens hat die importierte Menge vom ersten Quartal des Jahres 2003 auf das Jahr 2004 um satte 43,3 Prozent auf satte 50,73 Millionen Tonnen zugenommen. Mengenmäßig an Nummer eins liegt ganz klar Australien, das seine Exporte nach China im ersten Quartal im Vergleich mit dem Vorjahr um 34,6 Prozent auf 18,12 Millionen Tonnen gesteigert hat. An zweiter Stelle kommt - man höre und staune - Indien. Das Land hat seine Eisenerzexporte nach China im gleichen Zeitraum um satte 61,6 Prozent auf 13,44 Millionen Tonnen gesteigert. An dritter Stelle folgt Brasilien mit einem Plus von 29,7 Prozent auf 10,41 Millionen Tonnen. Südafrika hat seinen Export nach China kaum verändert. Dafür haben Länder wie Peru, Kanada, Venezuela, Chile und andere ihre Exporte massiv ausgedehnt.

Auch wenn diese Lieferanten absolut betrachtet noch nicht sonderlich stark ins Gewicht fallen, so zeigt die Entwicklung nach einer Einschätzung der Macquarie-Analysten Jim Lennon und Adam Rowley, wie stark hohe Preise zu zusätzlichem Angebot aus den beinahe „unmöglichsten“ Quellen führen können. Sie halten es für möglich, daß es auf diese Weise bei der Preisentwicklung früher zu Trendbrüchen kommen kann, als vielfach erwartet wird. Dabei weisen sie unter anderem auf die massiv zugenommenen Koksexporte der Amerikaner hin. Auch beim Nickel hat ein erhöhtes Angebot den Preisauftrieb zumindest unterbrochen.

In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, bei Rohstoffen zumindest kurzfristig die Trends im Auge zu behalten. Denn oft ist das Angebot unerwartet flexibel. Längerfristig ist es das - abgesehen von der Endlichkeit mancher Stoffe - sowieso. Auch der technische Fortschritt spielt eine Rolle. Er führt in der Regel zu einer sparsameren Verwendung von teueren Produktionsfaktoren oder gar zu Substitutionseffekten.




Text: @cri

 
IndexPunkteProzent
Europa
Dax 6.340,70 -19,25
STOXX 50 3.324,25 -24,78
FTSE 100 5.440,20 -16,43
CAC 40 4.397,68 -24,41
Welt
DowJones 11.220,96 -15,67
Nasdaq 2.255,88 -13,43
Nikkei 225 12.624,46 -24,42
Hang Seng 20.794,27 -17,18
Proz. Veränderung nach 1 Jahr
Länder Performance
Top Indizes1 Jahr
BOVESPA (IBOVESPA) INDEX -4,59
BSE SENSEX INDEX -6,23
I.G.P.A. INDEX -9,51
TEL AVIV TA - 100 INDEX -14,59
MEXICO IPC INDEX -15,46
Proz. Veränderung nach 1 Jahr
Branchen Performance
Top CDax Branchen1 Jahr
DAXSECTOR UTILITIES -6,06
DAXSECTOR SOFTWARE -6,29
DAXXSECTOR PHARMA & HEALTHCARE -6,63
DAXSECTOR CHEMICALS -6,69
DAXSECTOR TELECOMMUNICATION -13,56
Proz. Veränderung nach 1 Jahr
Fonds Performance
Top Kategorien1 Jahr
Renten CZK +14,45
Renten TRL +11,23
Renten Europa Emerging Market +8,66
Renten USD Hypotheken +6,15
Aktien Mittlerer Osten +4,72
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