27. Mai 2003 Optionsscheine und neuerdings die so genannten Hebelzertifikate. Sie haben alle dieselbe Eigenschaft: Bei der richtigen Wahl des richtigen Produktes im richtigen Augenblick lassen sich mit relativ geringem Kapitaleinsatz hohe Erträge erzielen.
Allerdings immer verbunden mit einem entsprechenden Risiko. Bei Hebelzertifikaten besteht es nicht nur darin, eventuell auf die falsche Seite zu setzen. Sondern bei einer schnellen starken Kursbewegung kann eine bestimmte Schwelle überschritten werden, die das Produkt ins Aus katapultiert. Optionen sind deswegen problematisch, weil die Wertentwicklung nicht nur vom Basiswert abhängt, sondern auch von anderen Faktoren. In erster Linie der Volatilität. Aus diesem Grund erzielten unerfahrene Anleger mit dem Kauf von Optionen nicht selten satte Verluste.
Mit dem Verkauf von Optionen läßt sich eine Zusatzrendite erzielen ...
Profis dagegen setzen auf den gezielten Verkauf von Optionen. Rechnen sie mit steigenden Kursen, so verkaufen sie Verkaufsoptionen und kassieren die Prämie. Rechnen sie mit fallenden Kursen, so spielen sie dasselbe Spiel mit Kaufoptionen. Dabei setzen sie meistens auf Kontrakte mit kurzer Restlaufzeit, da bei diesen der Zeitwertverlust - da sie die Optionen verkauft haben, ist es für sie ein Gewinn - überproportional ist. Allerdings ist diese Strategie nicht für jedermann geeignet, da die Anleger auf Grund der Komplexität und Preisreagibilität der Optionskontrakte erst einmal eine Bank oder einen Broker davon überzeugen müssen, erstens genug Kapital zu haben und zweitens das notwendige Know-how. Denn hat ein Anleger die Entwicklung nicht im Griff, können massive Verluste sein Kapital schnell aufzehren.
Aus diesem Grund haben die Banken in den vergangenen Jahren die Aktienanleihen, Discountzertifikate und ähnliche Konstruktionen auf den Markt gebracht. Sie sind im Prinzip nichts anderes, als der verbriefte Verkauf von Optionen. Ihr Nachteil ist allerdings die relativ lange Laufzeit und die geringe Flexibilität. Läuft der Markt oder eine Aktie in einem starken Trend nach unten, können Anleger auch hier massive Verluste einfahren.
UBS Warburg setzt die Strategie in einem Zertifikat um
Als Ausweg hat UBS Warburg eine elegante Alternative entwickelt, nämlich die so genannten Rolling Discount Zertifikate. Dabei macht die Bank nichts anderes, als einmal monatlich eine am Geld liegende Option zu verkaufen (ISIN: EU9658145, auf den Dow Jones Euro Stoxx 50) und die kassierte Prämie zum Index hinzuzuaddieren. Dadurch wird die Performance verbessert.
Diese Strategie hat mehrere Vorteile. Erstens wird der Wandlungspreis jeden Monat neu angepaßt und liegt damit immer relativ nahe am aktuellen Marktgeschehen. Das beschränkt das Risiko größerer Verluste. Zweitens bringt der zwölfmalige Verkauf von Optionen mit kurzer Restlaufzeit auf Grund der Volatilitätsstruktur mehr ein, als der Verkauf einer einzelnen Option mit einer langen Laufzeit. So ist die erzielbare Zusatzrendite höher. Drittens ist die Laufzeit des Kontraktes - im Gegensatz zu Aktienanleihen - nicht begrenzt. Viertens ist der Kauf und Verkauf der Kontrakte zu den normalen Börsenhandelszeiten jederzeit möglich, da die Bank kontinuierliche Preise stellt.
Mit diese Konstruktion dürften sich nicht nur Indexzertifikate deutlich schlagen lassen, sonder auch Aktienanleihen auf Indizes. Das zeigt auch die anliegende Graphik. Denn das Rolling Discount Zertifikat schneidet deutlich besser ab, als der Index.
Text: @cri
| Top Indizes | 1 Jahr |
|---|---|
| +11,72 | |
| +1,82 | |
| -2,99 | |
| -3,11 | |
| -5,58 | |
| Proz. Veränderung nach 1 Jahr | |
| Top CDax Branchen | 1 Jahr |
|---|---|
| -0,53 | |
| -1,67 | |
| -3,40 | |
| -4,89 | |
| -14,44 | |
| Proz. Veränderung nach 1 Jahr | |
| Top Kategorien | 1 Jahr |
|---|---|
| +17,56 | |
| +16,97 | |
| +14,90 | |
| +13,32 | |
| +10,16 | |
| Proz. Veränderung nach 1 Jahr | |
