Harte Zeiten für die Händler an der Wall Street: Sie müssen unvorstellbar hohe Wertverluste verkraften

Finanzmärkte

Eine gigantische Geldvernichtung

Spezial Knapp 26 Billionen Dollar haben sich in den vergangenen zwölf Monaten an den Börsen in Luft aufgelöst - das Achtfache des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Dagegen sehen die Liquiditätsspritzen der Zentralbanken beinahe harmlos aus.

Lesermeinungen zum Beitrag

11. Oktober 2008 14:51

Formel zur Bestimmung des Aktienpreises:

Christian Bartke (DerBartke)

Der Preis einer Fima wird folgenderweise bestimmt: "Es ist der heutige(also zukünftige Zahlungen mit dem zinssatz entwerten) Wert aller!! zukünfitgen Dividendenzahlungen." Da aber niemand in die Zukunft blicken kann, ist die Höhe und Entwicklung dieser Dividendenzahlung ein Schätzwert, den jeder Spekulant selbst bestimmt. Durch den Markt bekommt man dann den gewichteten Mittelwert. Diese Schätzungen sind natürlich, mangels Informationen über die Zukunft, immer eng an die jetzige Lage des Unternehmens geknüpft. Z.B. jetzige Dividendenhöhe mit 4% Wachstum pro Jahr. Das heißt in Boomjahren werden die Werte immer hoffnungslos überschätzt und Blasen entstehen. Diese werden dadurch genährt, dass viele Anleger denken: "Wow die Aktie entwickelt sich aber gut, die kaufe ich." Im Abschwung passieren dann die gleichen Übertreibungen nur andersrum. Ergo es sind keine 28 Billionen an realen Werten vernichtet worden, sondern Schätzungen über die Zukunft wurden nach unten korrigiert. Wer an der Börse ohne zu viel Risiko eine gute Rendite verdienen will, sollte keine einzelnen Aktien kaufen, sondern auf die indizes setzen (S&P 500,Dax, FTSE) und langfristig investieren. Die Werte des letzen zeigen, dass das trotz WWkrise besser als sparen ist.

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11. Oktober 2008 09:45

Schade,...

Reinhold Eysel (Eysel)

... dass auch die FAZ das "Lied der Strasse" fleissig mitsingt. GERADE in solchen Zeiten ist ein wenig mehr an Sachkenntnisund und ganz besonders Distanziertheit gefragt. Mit Artikeln dieser Tonlage wurde die Eskalation - auch - herbei geschrieben. Mit einem Tenor wie diesem werden auch politische Konsequenzen dieser Krise die wohl NICHT ins Weltbild dieser Zeitung passen begünstigt. Etwas weiter zu denken als nur auf Armeslänge, auch das ist die Verantwortung eines Journalisten.

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09. Oktober 2008 21:56

Liebe FAZ!

Harry Hain (zx10)

Woher nur der Drang im Konzert der Medien-Mehrheit mit das "Hohe Lied" der "Geldvernichtung" mit zu singen? Quote? Auflage? Lust an der Krisenstimmung? Findet hier ein Wettbewerb " Wer kann am besten Dramatisieren und Übertreiben?" statt? An sich bin ein treuer FAZ-Leser und Abonnent - aus Überzeugung, mit purer Absicht. Erstmals neige ich jedoch dazu die FAZ nicht oder kaum zu lesen. Schont die Nerven und schärft diesmal den Blick für das Wichtige. Denn: So danke ich u. a. den Gesundheitsreformern für das Einfrieren und Absenken der Honorare in den letzten 20 Jahren. Auf Sparflamme zu leben - ja daran kann man sich gewöhnen. Sowohl privat als auch betrieblich. Ganz ehrlich, so gelassen und entspannt war ich in den letzten 15 Jahren meiner Selbständigkeit noch nie. Und das meine ich keinesfalls zynisch. Es hat ja was, ich lehne mich nun zurück und schaue interessiert zu wie alles um mich herum hektisch gestikulierend dem(/den) (virtuellen) Geld(verlusten) hinterherläuft. Mein Rezept aus den letzten 15 Jahren: weiter arbeiten (und mehr) und sparen. Es wird schon - irgendwann. Man wird sehen.

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09. Oktober 2008 17:25

die Börse ist ein Nullsummenspiel

Uwe Paulsen (Wohlmeinender)

an der Börse wird durch Handeln von Wertpapieren in Summe weder Wert geschaffen noch vernichtet. Vorhandene Werte werden lediglich umverteilt. Wertzuwachs findet ebenso wie die Vernichtung von Werten nur in der Realwirtschaft statt: http://geld-arbeitet-nicht.jimdo.com/ergaenzungen.php

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09. Oktober 2008 17:07

In Luft aufgelöst?

Jan Pflugradt (janpfl)

Was heißt hier Geldvernichtung. Bekanntlich ist das Geld nicht weg, sondern nur woanders. Diejenigen, die die Finanzmärkte kontrollieren, haben uns mal wieder ausgetrickst und auf Kosten einer breiten Masse von Anlegern und Steuerzahlern groß Kasse gemacht. Wir dürfen gespannt sein, wo dieses Geld als nächstes "angelegt" wird.

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09. Oktober 2008 17:06

@fazredaktion

Raik Rudinger (raikrudinger)

Ich verstehe nicht, wie immer wieder behauptet wird, dass sich Geld in Luft aufgelöst hätte oder vernichtet worden wäre. Das ist definitiv falsch! Kein einziger Cent ist verloren gegangen, denn an den Börsen gibt es immer Gewinner und Verlierer. Die 26 Billionen Dollar besitzen jetzt einfach nur andere Leute. Und wahrscheinlich sind es nicht die Armen, die dieses Geld jetzt besitzen.

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09. Oktober 2008 17:03

Wieso Geldvernichtung?

Andi Schmitz (Andischmitz)

Mittlerweile kennt wohl jeder den Spruch: Das Geld ist nicht weg, es ist nur woanders. Und das ist ruhig wörtlich zu nehmen.

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09. Oktober 2008 16:59

Mein Gott

Steve Lutzmann (TomderAffe)

Diese 26 Billionen sind in den letzten 4 Jahren auch aus dem "nichts" entstanden. Der Börsenwert eines Unternehmen misst sich immer am Preis der letzten gehandelten Aktie. Wenn 99 Aktionäre zu einem Euro gekauft haben und 1 Aktionär zu 100, dann ist der Papierwert 10.000. Effektiv geflossen sind aber nur 199. Liebe Journalisten, ich erwarte -gerade von der FAZ- tiefgründige Informationen. Nicht so ein Sensationsgeschrei.

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09. Oktober 2008 16:55

Das ist nicht die eigentlich schlechte Nachricht

Detlef Apel (Paolo44)

Das Desaster ist doch,dass seit 2002 mehr als 50 Billionen als "gigantische Geldvermehrung" dagegenstehen. Bliebe also immer noch ein "Nettogewinn" gegenüber 2002 von über 25 Billionen. Nur diese 50 Billionen -der Wert der Gesamtwirtschaftsleistung der Erde- sind inzwischen schon für viele schöne private und öffentliche Zwecke "verbraten" worden - also weg und diese große Vermögen ist dann auch noch beliehen worden, weil es ja absehbar unaufhörlich wächst... Somit ist das Weltwährungssystem am Ende und keiner läßt sich was anmerken.

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09. Oktober 2008 16:28

Geldvernichtung?!

Sophia Orti (rum)

"Knapp 26 Billionen Dollar haben sich in den vergangenen 12 Monaten an den internationalen Börsen in Luft aufgelöst" --- So einfach ist es nicht!

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09. Oktober 2008 16:16

Geld ist der

kristian kroflin (kroflin)

Mittler zwischen zwei Leistungen. Fällt eine Gegenleistung im Verhältnis zur anderen gering aus, so verschieben sich die Verhältnisse. Geld hat dann nicht nur einen Wert sondern ist mindestens zweiwertig. Die Mehrdeutigkeit des Geldsystems steigt somit, die Bedeutung des Geldes wird immer mehrdeutiger. Dieser Mehrdeutigkeit steigert sich bis zu einem bestimmten Grad und "implodiert" wendet sich wieder in Richtung Eindeutigekeit. Atmen sie immer nur ein oder aus? Geld an sich ist recht unabhängig von dem Verhältnis von Leistung und Gegenleistung, da dieses selten kontrolliert wird.

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09. Oktober 2008 16:08

aufgeblähtes Nichts

lothar kempf (wilkem)

Dass einzig reale Geld aus diesem aufgeblähten Nichts sind die an Vorstände, Investmentbanker und Anlagenberater gezahlten Boni.

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09. Oktober 2008 16:07

Relation zu den Baukrediten?

Jens Decker (dej05093)

Wie hoch ist eigentlich die Summe der SubPrime und etwas besseren Kredite, die nicht realistisch zurückgezahlt werden können? D.h. wie groß ist die Übertreibung an der Börse?

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09. Oktober 2008 15:31

Es wurde nichts Reales vernichtet, nur ein paar Bits in Bankcomputern geändert

Paul Rabe (heidelpaul)

"Geldvernichtung" klingt viel dramatischer als es in Wirklichkeit ist. Erstmal ist nicht vielmehr passiert als das in Bankcomputern ein paar Zahlen geändert wurden. Mehr nicht. Die Häuser welche die Krise ausgelöst haben stehen nach wie vor, man kann darin wohnen, es sind schöne, neue Häuser an denen sich Millionen von Amerikanern noch viele, viele Jahre erfreuen werden. Keines der Häuser, die eigntlich nie hätten erbaut werden sollen, wird wegen den geänderten Computerkonten wieder abgerissen. Das reale Vermögen der Welt wurde also (erstmal) nicht tangiert, nur seine Eigentums und Besitzverhältnisse haben sich überraschend schnell geändert, weil die Menschheit die eigenen Regeln nach denen diese Verhältnisse sortiert waren nicht mehr verstanden hat. Die Zahlen in den Computern hatten nie den Gegenwert den wir uns eingebildet haben. Jetzt haben wir (als Menschheit) unsere Einbildung der Realität angepasst, dabei wurde nichts 'vernichtet' außer ein paar Lügen in unseren Köpfen mit denen wir uns selber betrogen haben.

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