Ausblick

Die letzte Hürde in der Finanzkrise

Erst nach einer Korrektur des Ölpreises können die Märkte die Turbulenzen hinter sich lassen. Der Bericht vom internationalen Finanzmarkt. Von Bettina Schulz

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Mai 2008 08:57

Keynes und Öl?

Sepp Ludwig Gramann (S.L.Gramann)

Sehr geehrte Frau Schulz, auch wenn ich Ihrem Beitrag insgesamt zustimme, empfinde ich Ihre Argumentation beim Ölpreis als etwas... locker. Es ist eine Tatsache, dass die Förderung von klassischem Rohöl seit nunmehr drei Jahren bei ca. 74,5 Millionen Barrel pro Tag stagniert und die steigende Nachfrage, die mittlerweile bei etwa 87 Millionen Barrel liegt, zunehmend durch Flüssiggas usw. befriedigt werden muss. Das wird aber zunehmend schwieriger. Öl ist heute knapp und wenn ein Gut knapp ist, dann konkurrieren die Nachfrager eben härter um die zur Verfügung stehenden Rationen. Das kann bei Gütern mit geringer Preiselastizität sehr dynamische preisliche Anpassungsprozesse auslösen. Die Ölnachfrage ist jedenfalls relativ unelastisch. Und das hat alles nichts(!) mit Grenzkosten zu tun, wenn ich die Produktion aus geologischen(!) Gründen zumindest kurzfristig nicht ausweiten kann. Sollten tatsächlich in den nächsten Jahren einige Millionen Barrel zusätzlich auf den Markt kommen, dann mag es auch wieder eine ebenfalls dynamische Abwärtsentwicklung des Preises geben. Indes ist das nicht sehr wahrscheinlich. Mit Russland scheint 2007 jedenfalls ein weiteres großes Ölgebiet das Fördermaximum erreicht zu haben.

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