Noch finanziert die FED die Finanzlücken der amerikanischen Banken durch virtuelles Geld und der deutsche Steuerzahler die Ausfälle der Landesbanken und der KfW. Bald wird es Auffangfonds in Billionenhöhe geben für "faule Junk-Bonds" welche ebenfalls durch virtuelles Geld finanziert werden. Die reale Entwertung der nicht mehr vorhandenen Werte läßt sich so vorerst in die Zukunft verschieben. Damit sind die Banken von ihrer Last befreit und das Feuerwerk kann weiter gehen. So denken alle Insider. Leider wird es so einfach nicht gehen. Die Krise frißt sich weiter und geht dieses Jahr auf die Realwirtschaft über. Die Profitrate fällt, die Gewinne fallen und die Steuereinnahmen. Die Kreditzinsbelastungen steigen. Firmen werden schließen, weil sie überschuldet sind. Heute schließt die Weserbank wegen Überschuldung. Wir sind erst am Anfang der Überproduktionskrise.
Der IWF spricht vom "kollektiven Versagen" der Finanzbranche, d.h. den Banken und Versicherungsgesellschaften. Leider spricht er nicht vom kollektiven Versagen der Politik und der Gesetzgeber, da er dessen internationaler Kassenwart ist.
Denn die Krise hätte durch entsprechend scharfe gesetzliche Massnahmen wirksam umgangen werden können; dieses Vorgehen hätte aber auch vermutlich in den letzten Jahren in der globalisierten Wirtschaft einige Wachtumsprozentpunkte gekostet. Nun ist der internationale und nationale Verteilungskampf um das Verbliebene wieder scharf gestartet.