20. Juni 2007 Der Dax befindet sich auf Tuchfühlung zum Allzeithoch. Schon in den vergangenen Wochen legten die Aktien der deutschen Großunternehmen eine besondere Dynamik nach oben an den Tag. Denn mit einem Plus von etwas mehr als 23 Prozent schlägt der Dax seit Jahresbeginn beinahe jeden anderen europäischen Index, auch wenn man berücksichtigen muss, dass er im Unterschied zu anderen die Dividenden beinhaltet.
Sollte der Index tatsächlich ein neues Rekordhoch markieren, so wäre das zumindest aus technischer Sicht ein positives Zeichen. Denn Allzeithochs werden in der Regel dann erreicht, wenn ein Unternehmen operativ gut läuft oder wenn ein Markt besonders attraktiv ist. In solchen Fällen spricht vieles für einen Fortsetzung der Aufwärtsbewegung.
Konjunktur laufe gut, die Papiere seien noch günstig, die Trends zeigen nach oben - heißt es
Genau so betrachten im Moment auch viele Anleger die deutschen Papiere. Die Konjunktur laufe gut, die Papiere seien noch günstig, die Trends zeigen nach oben - was sollte den Dax im gegenwärtigen Umfeld davon abhalten, sogar bis auf 10.000 Punkte zu steigen, fragen manche der Optimisten mutig. Vor allem die ausländischen Anleger scheinen von der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft begeistert zu sein.
Sollten sie recht behalten, so dürfte weiteren Kursgewinnen nicht viel im Wege stehen. In diesen Sinne dürfte die Neigung der Anleger groß sein, investiert zu bleiben. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch bedenkliche Signale. So deuten jüngste Umfrage auf die Entstehung einer gewissen Euphorie hin. Genau solche Stimmungen treten nicht selten vor einer deutlicheren Korrektur oder gar einer Trendwende auf.
Auch aus fundamentaler Sicht muss man nicht alles so positiv sehen, wie es so gerne dargestellt wird. Denn bei näherer Betrachtung sind die Bewertungen vielfach nicht so attraktiv, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Oft sehen die Gewinnsteigerungen optisch so beeindruckend aus, weil buchtechnische Effekte - zum Beispiel werden Good Wills nicht mehr abgeschrieben - eine Rolle spielen oder weil Unternehmen massiv eigene Aktien zurückkaufen.
Aktienrückkäufe können zu steigenden Gewinnen je Aktie führen, obwohl die absoluten Erträge fallen. Allerdings stellt sich die Frage, wieso Unternehmen das tun, statt in das weitere Wachstum zu investieren. Sind sie etwa nicht wachstumsoptimistisch? Auf der anderen Seite befinden sich die Gewinnmargen der Unternehmen auf Rekordniveau und können bei steigenden Zinsen, bei zunehmender Konkurrenz, bei steigenden Kosten - vor allem Energie und Rohstoffe - und bei abnehmender konjunktureller Dynamik eigentlich nur noch zurückgehen. Bei normalisierten Gewinnen jedoch sind Aktien deutlich weniger attraktiv als sie es zu sein scheinen.
Insgesamt dürfte der Reiz groß sein, weiterhin auf steigende Kurse zu setzen. Immerhin laufen solche Kursbewegungen erfahrungsgemäß weiter, als man das zunächst vermuten möchte. Auf der anderen Seite könnte auch die Neigung aufkommen, sich absichern zu wollen. Schnell kann der Gedanke aufkommen, sich ein Garantiezertifikate oder eine ähnliche Konstruktion ins Depot zu legen. Das Problem beim Kauf von Zertifikaten ist jedoch, dass der Anleger nie genau weiß, wie das Produkt konstruiert ist, welche Kosten der Anbieter in der Struktur verbirgt und wie es auf Veränderungen an den Märkten reagiert.
Zu schön, um wahr zu sein?
Manche Produkte kann sich der Anleger jedoch selbst zusammenstellen. Zum Beispiel kann er einen Teil seines Kapitals als Festgeld platzieren und den Rest in Kaufoptionen auf den Dax investieren - und schon hat er ein Garantiezertifikat. Das Risiko läßt sich einfach einstellen, indem er die Beträge variiert, die er in den Festgeld- oder den Optionsteil investiert (siehe Tabelle + Graphik).
Die Simulation zeigt, dass der Kauf von knapp 66 Kaufoptionen mit einer Laufzeit von einem Jahr den Erhalt des Anfangskapitals von 10.000 Euro auf Sicht eines Jahres garantieren kann, wenn er den Rest als Festgeld anlegt. Allerdings nimmt er in diesem Fall nicht voll an der Kursbewegung des Dax nach oben teil. Wollte er das erreichen, müsste er sich mehr Optionen ins Depot legen. Allerdings wären in diesem Falle mögliche Verluste in Kauf zu nehmen, falls der Dax nach unten und nicht nach oben laufen sollte. Je mehr Optionen er sich ins Depot legt, desto größer ist die Partizipation an eventuellen Kursgewinnen. Desto höher wird jedoch auch der Verlust, sollte der Dax nach einem Jahr unter dem Strike oder dem Wandlungspreis von 8.400 Punkten liegen.
Auf diese Weise kann der Anleger nicht nur individuell über seine Risikoneigung bestimmen, sondern er kennt auch seine Kosten und vor allem kann er auch den Kursverlauf der einzelnen Komponenten verfolgen. Im Falle eines Falles läßt sich der Optionsteil auch vorzeitig verkaufen oder gar von Kauf- auf Verkaufsoptionen umschwenken.
Die Grafik zeigt den Vergleich zwischen einer Aktienanlage, bei der das Depot dem Dax 30 entspicht, und einem Depot, das zu 90 Prozent aus Anleihen und zu zehn Prozent aus einem Kauf-Optionsschein besteht. Steuern und Transaktionskosten sind nicht berücksichtigt.
Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET
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| Top CDax Branchen | 1 Jahr |
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| Top Kategorien | 1 Jahr |
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