Katharina Hacker: Alix, Anton und die anderen

Schicksal ist der Schuldzusammenhang von Lebendigem

Wahlverwandtschaften in einem Berliner Winter fast ohne Sonne: Mit dem philosophischen Roman „Alix, Anton und die anderen“ über eine kinderlose Freundesgesellschaft beginnt Katharina Hacker einen epischen Zyklus. Von Patrick Bahners

William S. Burroughs: Naked Lunch

Der Kassenarzt der Vorhölle

Die Offenbarung der Beat-Generation in der ursprünglichen Fassung: William Burroughs' Kult-Roman „Naked Lunch“. Erst die neue Übersetzung macht für deutsche Leser nachvollziehbar, warum Burroughs als größter Satiriker seit Swift gefeiert wurde. Von Wolfgang Schneider

David Grossman: Eine Frau flieht vor einer Nachricht

Wenn die Söhne in den Krieg ziehen

Die Angst mit tausend Erinnerungen überschreiben: In einer bewegenden Symphonie der Stimmen erzählt der israelische Autor David Grossman von den inneren Konflikten jenseits des großen politischen Konflikts. Von Anja Hirsch

Erdmut Wizisla (Hg.): Begegnungen mit Brecht

Priester und Offizier

Es gibt offenbar immer noch einen unbekannten Brecht: Erdmut Wizisla, der das Berliner Brecht-Archiv leitet, hat mit kundiger Hand aus den Erinnerungen an Brecht die schönsten und charakteristischsten ausgewählt. Von Lorenz Jäger

Atiq Rahimi: Stein der Geduld

Vom Zuhören der Steine

In äußerst verknappter und zugleich poetischer Prosa erzählt Atiq Rahimi die fesselnde Geschichte eines Befreiungsakts, der nicht auf Abwendung von alten Banden, sondern auf Zuwendung setzt. Von Joseph Hanimann

Hoefs / Führmann: Auf Hundepfoten durch die Jahrhunderte

Der Leitwolf mit der Mopsbrille

Hunde schauen uns an, ihre Augen sprechen von den Höhen und Tiefen unserer zivilisatorischen Entwicklung. Nüchtern und ab und zu auch ironisch-belustigt zeichnen Nicole Hoefs und Petra Führmann die Kulturgeschichte des Hundes nach. Von Ernst Horst

Til Galrev (Hg.): Der Papst im Kreuzfeuer

Die Sirenen der Tradition

Zwischenbilanz einer päpstlichen Panne: Kardinal Lehmann, Martin Mosebach und andere streiten über die Konsequenzen aus dem Eklat um die Pius-Bruderschaft. Noch sind die sich stellenden Sach- und Personalfragen keineswegs geklärt. Von Hermut Löhr

Hans Blumenberg: Geistesgeschichte der Technik

Die Technisierung als Wille und Vorstellung

Warum eigentlich hat die Natur immer noch einen so guten Ruf? Hans Blumenbergs Überlegungen zu einer Geistesgeschichte der Technik zeigen seine Interpretationskunst und verbinden große Fragen mit bescheidenen Maximen. Von Helmut Mayer

Wolfgang Will: Caesar

Gerissener Geduldsfaden

Es dürfte unmöglich sein, Caesar gerecht zu werden, aber wir können eine begründete Meinung über ihn haben: Wolfgang Will rollt die Akte Caesar auf - und scheint im Laufe der Jahre mit dem Ungeliebten die Geduld verloren zu haben. Von Uwe Walter

Ivan Nagel: Gemälde und Drama

Die Päderastie war das Signum der Künstler

Ist die Malerei der Florentiner Frührenaissance eher Erzählung oder Drama? Der Kunsthistoriker Ivan Nagel schlägt aus dieser Frage Funken, die Giotto, Masaccio und Leonardo zum Leuchten bringen. Von Henning Ritter

Mahmoud Darwish: „Der Würfelspieler“

Poetisches Testament im Würfelbecher

Die Macht des Zufalls anerkennen macht frei von Ideologie. Darum kreist das letzte Werk von Mahmoud Darwish, der Stimme Palästinas. Das jetzt in einer deutsch-arabischen Ausgabe erschienene Gedicht „Der Würfelspieler“ ist sein literarisches Testament. Von Stefan Weidner

Heinrich Detering: Wrist

Chuck Berry rockt zu Rilke

Kurzweilige Andacht: Heinrich Detering, Dichter, Kritiker und Literaturwissenschaftler, weiß um die sentimentalen Schlagseiten der Andachtsästhetik. Wiederverzauberung der Welt durch poetische Askese lautet deshalb sein poetologisches Programm. Von Sandra Richter

Botho Strauß: Vom Aufenthalt

Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke

Im Sternschnuppenfangkorb des Gehirns: Botho Strauß erweist sich in seinem neuen Buch als spätmoderner Krisensehnsüchtler - und schiebt abermals die alten Themen zwischen die Mahlsteine seiner Reflexion. Von Hubert Spiegel

Buchwald / Wagenbach (Hg.): 100 Gedichte aus der DDR

Vom ständigen Hühnerei

„Was bleibt“ lautete - nach dem Titel einer kurz nach der Wende publizierten Erzählung vor Christa Wolf - die nach 1989 an die gesamte DDR-Literatur gerichtete Leitfrage: Der Band „100 Gedichte aus der DDR“ stellt das breite Spektrum von „offizieller“ Parteilyrik über um Autonomie ringende Ansätze bis zu offen oder verdeckt kritischem Schreiben dar. Von Richard Kämmerlings

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