Aus Versehen konservativ geworden: Journalist und Autor Jan Fleischhauer

Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Er nimmt sogar in Kauf, ein paar Freunde zu verlieren: Mit Witz wollte der Spiegel-Redakteur Jan Fleischhauer gegen die kulturelle Dominanz der Linken schreiberisch ankämpfen. Er landete im „juste milieu“ und seinen Lebenslangweiligkeiten. Von Julia Encke

Lesermeinungen zum Beitrag

14. Mai 2009 18:27
Humor ist wenn man trotzdem lacht.  
heinz Kaiserbubu (Kaiserbubu)

Das zeigt mal wieder, wie verklärt sich der "Konservative" in seiner heilen "Heuchelwelt" sieht. Wenn man die "Welt" liest, hat man zwar eher das Gefühl, dass es sich bei den "konservativ -Bürgerlichen" um einen Haufen "ideologisierter nationaler Prekarianer" handelt, die demnächst die "Feldherrenhalle" zurückerobern wollen und in der FAZ bekommt das Ganze eine wirtschaftsliberale Note durch die "klugen Köpfe" der elitären Leistungsträger.
Zum konservativen Kabarett möchte aber wohl niemand eingeladen werden. Es sei denn an Karneval wo der bürgerliche Mob mal so richtig zeigt, was es bedeutet wenn die "deutsche Leitkultur" sich in "froher Sinnlichkeit" präsentiert. In so fern kann man von Linken halten was man will. Aber intelligenter sind sie allemal.
"Nun lacht doch mal!", Ihr arroganten Ärsche. Das war ein Witz!

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14. Mai 2009 18:04
"konservativer" und "linker" witz  
uwe wirrwitz (wirrwitz)

wenn das gerede von links und rechts oder auch konservativ und links überhaupt sinn machen soll, dann müßte man wohl mal sagen, was man damit meint. der herr fleischhauer baut ja einen popanz auf, den es so gar nicht gibt. (wie denn dann eigentlich, fragt man sich?) immerhin wirft man sich hier gegenseitig humorlosigkeit vor. ernsthaft?
mir scheint, wir beobachten sowas wie konservativen und linken witz. man könnte auch sagen, die einen lachen andere aus, oder versuchen es wenigstens (wie der fleischhauer hier - der name, in anspielung ans draufhauen, scheint ja ganz passend). die anderen lachen über die verhältnisse (bzw. die eigene prekäre lage bzw. diejenigen, die "ernsthaft" die herrschenden verhältnisse verteidigen). deshalb können "echte" konservative, auch niemals "echt" lustig sein; sie nehmen sich selbst einfach zu ernst - die anderen allerdings nicht, dann wäre sie ja plötzlich "gutmenschen". und fühlen sich angegriffen, wenn die linken ihnen den spiegel vorhalten. ich sage nur: cdu-wähler aufgepaßt - ole von beust ist schwul! "echter" humor braucht wohl das wissen um die eigene lächerlichkeit (und damit die der anderen), diese (selbst)reflexivität fehlt dem fleischhauer vielleicht - da bleibt er "echter" konservativer.

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14. Mai 2009 16:21
Mittlerweile habe ich das Buch gelesen...  
Marco Vogt (VogtNuernberg)

Interessant, dass Encke inhaltlich überhaupt nicht auf dieses Werk eingeht.

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13. Mai 2009 12:32
Antwort auf Herrn Glock  
Björn Opitz (hrbjoern)

"Millionenfacher Massenmörder"? Lenin? Da haben Sie wohl was falsch mitbekommen. Gegenfrage: Wie viele "leitende Angestellte" haben wohl ein Porträt des Antidemokraten und Kriegstreibers (insofern: auch Massenmörders!) Bismarck in ihrem Büro hängen? Herr Renner hatte ja so recht! Gegen die Opfergefühle der in diesem Forum tonangebenden Rechten (Herr Lutzmann z.B. "sieht sich nicht als Opfer", wird aber "allzu oft diffamiert". Super!) ist einfach kein Kraut gewachsen. Fragt sich bloß, wer sie verfolgt, wo doch laut Eigenwerbung quasi alle Entscheidungsträger die F.A.Z. lesen ... und NEIN, ich bin kein linker Gutmensch, aber eben auch kein selbsternannter Konservativer, der seinen Verfolgungswahn an der ach-so-allmächtigen Political Correctness auslebt.

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12. Mai 2009 16:05
Lenin als Trophäe zu Herrn Björn Opitz  
Markus Glock (ramagl)

@ Björn Opitz (hrbjoern)
Im Gegensatz zu Ihnen hat mein Vorposter John Doe das Problem erkannt.
Nichtschäbige Menschen hängen sich nunmal kein Portrait eines millionenfachen Massenmörder an die Wand. Egal, ob als Ikone oder Trophäe. Und vor allem nicht in der Funktion eines Feuilletonchef einer ehemals seriösen und angesehenen Wochenzeitung. Oder ist eine Zeitung seriös, wenn sie duldet, daß leitende Angestellte Massenmörderposter in Arbeitgeberräumen aufhängen? Kann man dort auch ein Hitlerposter aufhängen? Als Trophäe?

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12. Mai 2009 14:07
...typische Reaktion @Gisbert  
Andreas Weis (TST2003)

Soso, "konservative Gegenstücke". Ihre Reaktion unterstreicht einmal mehr die Richtigkeit meiner Aussage.
Oder finden Sie es "konservativ", die 3 Abweichler der Ypsilanti-Wahl öffentlich zu diffamieren und mit einem Parteiausschlussverfahren zu konfrontieren?
Ich finde, das ist freie Meinungsäußerung und der Mut verdient in Zeiten der politischen Korrektheit Respekt.

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12. Mai 2009 13:37
seltsame Ikonen  
Sven Michaelsen (Der_kleine_Amrumer)

soso, als Ikone.... na was würden wir wohl von einem Redakteur halten, der ein Hitler Konterfei hinter sich hängen haben würde, welches von Studenten Anfang Mai 1945 auf der Suche nach GESTAPO Unterlagen aus dem BÜRO der NSDAP der Münchener UNI entwendet wurde und letzterem dann überreicht wurde (vielleicht ein Redakteur bei der Nationalen Zeitung :-) )... Allein an dem Kommentar eines Vorposters sieht man das Fleischhauer recht hat mit seiner Kritik und Selbsterkenntnis. Wie kann man sich das Konteifei eines Massenmörders an die Wand hängen? Egal ob als Beutegut bzw. Geschenk erworben oder nicht.

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12. Mai 2009 12:50
@gisbert  
Marco Vogt (VogtNuernberg)

Warum sollte man sein Mütchen nicht an Frau Encke kühlen, die ihr Mütchen an Herrn Fleischhauer gekühlt hat.
Gleiches Recht für alle!
Aber die Linke konnte Kritik ja noch nie vertragen, wie sie hier wunderbar beweisst. Selber die größten Kritiker, aber ohne die Fähigkeit selber Kritik zu ertragen.

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12. Mai 2009 12:36
Links/Nichtlinks  
Josef Bujtor (Mramorak)

Mir scheint die Schreibernin des Beitrags sehr grosse Schwierigkeiten zuhaben, auf freie Kritik an den Linken angebracht zu reagieren. Aber in dieser Sache steht sie ja nicht alleine in unserem Lande. Denn die meisten Linken haben schwere Bankkonten und leben in teuren Gebieten der Welt. Die Linken, zum Beispiel in den USA, haben viel Geld an das Wahlkonto des Herrn Obama geschickt. Und zur gleichen Zeit fasten einige von denen gegen das Treiben der sudanesischen Gewaltherrschaf. Und merken garnicht, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt haben. Denn der Herr Obama wird keine amerikanischwen Soldaten dort hinschicken, um dem Leiden der Menschen in Darfur ein Ende zu machen. Genau wie seine deutschen kriecher. Der und die setzen sich auf ihren Armsessel, legen die Hände auf den dicken Bauch, und lesen Marx und Obama. Denn sie wollen sich ja keine schmutzigen Hände machen. Man stelle sich doch mal schmuzflecken auf einem roten Hemd über dem fetten, sozialistischen, Firedens-Bauch. Damit könnte natürlich die Schreiberin Encke nichts anfangen.

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11. Mai 2009 19:39
Na, dann kühlt euer Mütchen mal weiter an Frau Encke  
gisbert heimes (gisbert4)

Leidet ja schwer genug an der Insuffizienz des röchelnden Kapitalismus. Anders ist die hornissenwütige Reaktion auf Frau E. ja kaum zu begreifen ;-)

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11. Mai 2009 18:03
Danke Frau Encke!  
Hans-Werner Bender (DRHWB)

Ich werde das Buch kaufen und auch weiterverschenken. Ich bin neugierig geworden. War das die Absicht der FAZ?

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11. Mai 2009 17:45
Oh yes he is ... oder: Prof. Boerne lebt doch  
Eckhard Freise (kampfstrampler)

... und die Rezensentin gibt den knurrigen Hauptkommissar Thiel, dem das Renegaten-Getue des selbsternannten Protagonisten der soziokriminalistischen Konversion mächtig auf das St.Pauli-Trikot geht, - oder vielleicht eher Boernes kurz- und urwüchsigen Lebensweisheiten-Sancha-Pansa Alberich?! Nirgendwo findet man freilich die schädlichen Auswirkungen der mütterlichen Übermacht auf den Kehrtwende-Narzissmus arrivierter Bildungsbürger so lustig karikiert wie im Münster-Tatort. Oh yes he is, a dedicated follower of fashion (The Kinks, 1966) - Eitelkeit ist immer nur unfreiwillig komisch: He thinks he is a flower to be looked at. Die Blume grimmiger Selbstironie sollte sich ein Autor der Bekennenden Fakultät sofort hinters Ohr stecken (oder quer zwischen die Zähne), auf keinen Fall aber ins Revers: Sie könnte (wie hier geschehen) als Signet neuer Confessiones mißverstanden werden- They seek him here, they seek him there. Boernes Egotripper-Geblöke wirkt ja deshalb so erheiternd, weil dahinter der Cantus firmus "Semper idem" zu hören ist, in der Götterdämmerung des "Juste milieu". Deshalb: Weiche, Wotan, weiche! Jan Fleischhauer ist noch derselbe - er trägt nur gerade ein anderes Gewand: Cause he is a dedicated follower of fashion.

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11. Mai 2009 17:32
Der Renner'sche Opferdiskurs  
Steve Lutzmann (TomderAffe)

Nun, Herr Renner. Sie fragen nach dem "konservativen Opferdiskurs". Die Frage ist berechtigt, geht aber an den meisten Kommentaren schlicht vorbei. Man sieht sich nicht als Opfer, wird vielmehr zum Täter gemacht. Wer heute für den liberalen, bürgerlichen Staat eintritt, der wird nur allzu oft diffamiert. Ein liberaler Staat, eine Bürgergesellschaft lebt vom freien Austausch der Meinungen und von der offenen Benennung von Misständen/Problemen. Ja, es gibt Bürger, bei dem Wort "Staat" nicht zuerst an einen Anspruch denken; nein, sie denken vielmehr an Gestaltunsgmöglichkeiten. Diese Bürgerlichkeit wird von der vollkommen Durchdringung des Privaten verunmöglicht. Wer sich dagegen wehrt, der gilt als reaktionär, als Staatsfeind, hat womöglich etwas zu verstecken. Die vollkommene Durchdringung des Privaten verunmöglicht schlicht, das eigene Streben (freiwillig!) auf den Staat (greifen Sie zum Thukydides) zu richten. Insofern darf ich Ihnen mit Tocqueville und Berlin versichern: political correctness ist der Tod jeder Demokratie. Aber, geht und ging es der Linken jemals um Demokratie? Die Opferrolle, und darauf will F. wohl hinaus, wird schlicht ausgenutzt, nicht für das Opfer, sondern zur Sicherung/Stärkung der eigenen Machtbasis; oder frei nach Proudhon: "Wer Menschheit (lies: Opfer) sagt, der will Betrügen."

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11. Mai 2009 17:19
Aufschlußreich  
Marvin Parsons (mapar)

Ohn das Buch gelesen zu haben ist anhand der verbissenen Rezension und einiger unterstützenden Polemik der Linken unter den Kommentatoren klar, daß der Autor dem Linksspießertum offenbar recht schonungslos den Spiegel vorhält.

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11. Mai 2009 17:19
Spiegelbild  
Markus Teuber (arathorn)

Als Linke(r) sieht man eben nicht gern ins eigene Spiegelbild.Denn man oder Frau könnte dann so manche Schramme oder gar ein ganzes Zerrbild entgegenschauen.
Unter diesem Licht betrachtet erklärt sich auch die Rezension oder deren Autorin !

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