30. März 2006 Die Bundesregierung stellt an diesem Donnerstag Sicherheitsfachleuten aus aller Welt die Konzeption und den Stand der Vorbereitungen zur Fußball-Weltmeisterschaft vor.
Für die Spiele, die vom 9. Juni an in Deutschland ausgetragen werden, werden die umfangreichsten Sicherheitsvorkehrungen in der Geschichte der Bundesrepublik geplant. Neben den Polizeien der Länder werden zu diesem Anlaß etwa 30.000 Angehörige der Bundespolizei im Einsatz sein, unter ihnen 25 speziell ausgebildete Hundertschaften. Die Bundeswehr hält für Katastrophenfälle etwa 7000 Soldaten in Bereitschaft.
Manche Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen
Bei mehreren Großübungen der Rettungskräfte waren während der vergangene Wochen Schwachstellen offenbar geworden. In Berlin wurde die Übung Triangel abgebrochen, in München, Kaiserslautern und Düsseldorf behinderten veraltete Funknetze und Ausbildungsmängel bei der Nutzung der Kommunikationstechnik den Erfolg der Übungen.
An der Berliner Sicherheitskonferenz nehmen auf Einladung des Innenministeriums Vertreter aller 32 WM-Teilnehmerstaaten teil. Präsentiert und erörtert werden soll neben den polizeilichen Plänen und den Vorbereitungen des Katastrophenschutzes auch das Sicherheitskonzept der Fifa, die in den Stadien die Verantwortung trägt.
Manche Vorbereitungen sind noch nicht abgeschlossen. So reist der Staatssekretär im Bundesinnenministerium Hanning noch in Staaten wie Saudi-Arabien und Iran, um Schutzvorkehrungen für deren Mannschaften zu erörtern. Besonders intensiv ist auf europäischer Ebene die Kooperation der Polizisten, die gegen gewalttätige Fußballfans (Hooligans) vorgehen sollen.
Funksystem bereitet Sorgen
In Berlin werden deshalb auch die Verantwortlichen der nationalen Stabsstellen erwartet, unter ihnen Vertreter aus den Niederlanden und Großbritannien. Unter anderen diese Länder werden eigene, bewaffnete Polizeikontingente zur WM schicken, um ihre Fans fachkundig zu begleiten.
In den Bereichen Katastrophenschutz und Terrorabwehr haben Bund und Länder zuletzt erheblich in Ausstattungsverbesserungen investiert. Im Bereich technischer Ausrüstung bereitet den Sicherheitskräften allerdings das überlastungsbedrohte analoge Funksystem BOS Sorgen.
In jahrelangem Kompetenz- und Finanzgerangel war es dem früheren Innenminister Schily (SPD) und den Landesinnenministern nicht gelungen, rechtzeitig ein bundeseinheitliches digitales Sprech- und Datenfunknetz einzuführen. Schily hatte im Juni 2003 gesagt, das Digitalnetz sei ein wichtiger Beitrag zur Verstärkung der inneren Sicherheit, auch im Hinblick auf die WM 2006. Inzwischen wird die Einführung für 2010 geplant.
Einen weiteren Text lesen Sie in der Donnerstagausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Text: pca, F.A.Z., 30. März 2006
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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