09. Juli 2006 Mit frenetischem Jubel haben Fußballfans im ganzen Land den Sieg der deutschen Elf bei ihrem letzten WM-Spiel am Samstagabend gefeiert. In Stuttgart, dem Austragungsort der Partie Deutschland gegen Portugal (3:1), zählte die Polizei 100.000 begeisterte Anhänger, auf der Berliner Fanmeile tummelten sich wieder eine Million Menschen.
Ein weiteres Mal beherrschten lautstarke Hubkonzerte und die Farben Schwarz-Rot-Gold das Bild in den Städten. Wie in vielen Städten herrschte auch in der gesamten Stuttgarter Innenstadt nach dem Sieg ausgelassene Partystimmung; unmittelbar zu Spielende schallte ein lang gezogenes, erleichtertes Ja! durch die Straßen. Danach zogen Fans mit Deutschland-Fahnen umher, viele hatten schwarz-rot-goldene Perücken auf dem Kopf und waren in den Landesfarben geschminkt. Die Polizei meldete einen friedlichen Verlauf der Großveranstaltung. Auch vor das Mannschaftshotel zogen Tausende, wo bereits tagsüber bis zu 15.000 Fans das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit Fangesängen wie Klinsmann muß bleiben und Stuttgart ist viel schöner als Berlin bejubelt hatten.
Stuttgart ist viel schöner als Berlin
Rund eine Million Fußballanhänger zählten die Behörden auf der Berliner Fanmeile, ebenso viele wie bei den Halbfinal-Begegnungen. Seit Beginn der WM vor vier Wochen feierten auf der Fanmeile laut Veranstalter bereits über sieben Millionen Menschen. Schon Stunden vor dem Spiel um den dritten Platz hatten sich am Samstag Tausende Fußball-Fans auf der Fanmeile versammelt. Das Fest war am Vormittag wieder um den Verkehrsknotenpunkt Großer Stern erweitert worden.
In Hamburg zählte die Polizei rund 65.000 Fußballanhänger beim Fanfest, fast so viele wie bei den letzten Deutschland-Spielen, als bis zu 70.000 gezählt worden waren. Die Veranstalter berichteten von einer lockeren Feieratmosphäre, die der bisherigen Anspannung vor Deutschland-Spielen gewichen sei. Ein ähnliches Bild bot das Fanfest in Frankfurt mit 25.000 Besuchern in der Mainarena. Auch auf dem angrenzenden Museumsuferfest tummelten sich Zehntausende.
Fußballfest auf der Leopoldstraße
In München verwandelten Tausende Fans die Leopoldstraße in ein Fußballfest. Auf dem Altstadtring hupten begeisterte Fans für ihre Mannschaft. Beim Fanfest in Olympia-Park und -Stadion zählten die Behörden 38.000 Menschen, etwa halb so viele wie bei der Halbfinalbegegnung gegen Argentinien. Einziges Vorkommnis, das die Polizei in der bayerischen Landeshauptstadt zu berichten wußte, war eine Anzeige gegen drei Fans, die vor Begeisterung auf eine Schranke gesprungen waren und sie damit kaputt machten. In Düsseldorf feierten laut Polizei 34.000 Fans.
Die deutsche Nationalmannschaft will sich am Sonntag in Berlin vor dem Brandenburger Tor um 12.15 Uhr von ihren Fans verabschieden. Auf Wunsch der Mannschaft soll die Band Sportfreunde Stiller auftreten. ARD und ZDF übertragen die Show gemeinsam von 12 Uhr an. Auf der Bühne werden auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit erwartet.
Der Reiseplan der Nationalspieler am Sonntag
ca. 9.00 Uhr: Rückflug von Stuttgart nach Berlin
10.15 Uhr: Landung in Berlin-Tempelhof
10.45 Uhr: Ankunft im Schloßhotel Grunewald, anschließend Fahrt mit dem Mannschaftsbus zum Brandenburger Tor
12.15 Uhr: Feier mit den Fans auf der Bühne der Fanmeile am Brandenburger Tor
ca. 14.00 Uhr: Spieler und Trainer fliegen von Berlin aus in ihre Heimatorte zurück
Text: FAZ.NET mit Material von AP, dpa, sid
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, REUTERS