Hallo Herr Appel,
mit Ihrer kleinen Änderung was die Franzosen betrifft, warum nicht? Strophe 2 finde ich witzig: Ist's Bayernland? Ist's Bayernland... Nein... ;).
J. T.
"...dabei lese ich die Presse in 6 Sprachen..."
So wie Sie möchte ich auch mal sein. Aber da habe ich ja noch 32 Jahre.
J. T.
Liebe GEW,
Falsches wird durch ständige Wiederholung nicht richtig. Das "Lied der Deutschen" war und ist frei von jeglichem Ressentiment gegen "Nichtdeutsches". Auch und gerade die erste Strophe. Wer zu ungebildet ist, dieses Lied zu verstehen, sollte einfach den Mund halten, auch wenn er zufällig GEW-Vorsitzender ist.
Ist die erste Strophe ein Lied der Liebe zu einem damals nur erträumten "Vaterland", so ist die zweite Strophe, neudeutsch gesprochen, "Pazifismus pur":
"Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang -
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!"
Was soll die Welt also mit Deutschland verbinden? Frauen, Treue, Wein und Gesang! Friedlicher geht es wohl nicht.
Die dritte Strophe gibt uns die Anleitung dazu, wie wir dieses Ziel erreichen können: Durch Einigkeit und Recht und Freiheit! Nie war dieses Lied wahrer als heute.
Ein Gutes hat der Vorstoß der GEW dann doch: Wir wissen mal wieder, wo die Feinde eines friedlichen, geschichts- und selbstbewußten Deutschlands sitzen.
P.S.: Selbstbewußt kann nur jemand sein, der auch selbstkritisch ist, alles andere ist Überheblichkeit. Nur für den Fall, daß die GEW-Führung auch mit dem Wort "Selbstbewußtsein" wieder "furchtbares" verbindet.
GE. , wer?
Die üblichen Anti-Deutschen Alt-68er. Die ewiggestirgen Spießer a la Günther Grass oder Claudia Roth. Die will doch keiner mehr hören, geschweige denn sehen. Die Aufgeregtheit dieser Hinterwäldler ist aber auch nicht zu unterschätzen. Denn nach der WM darf diesen Leuten die Bühne nicht wieder überlassen werden. Jeder kann etwas tun. Im Freundeskreis, überall.
Denn merke: "Wenn sich die Anständigen nicht um Politik kümmern, muß man sich nicht wundern, daß die Politik unanständig wird"
Man muss schon zugeben, es berührt einen seltsam, die deutsche Hymne öffentlich gesungen zu hören. Dies weniger wegen des Inhalts des Deutschlandliedes, sondern wegen der öffentlichen und geteilten Emotionalität, andern Landes als Patriotismus bekannt, die unweigerlich mit diesem Akt verbunden ist. Der historische Entstehungskontext des Liedes ist eine Sache. Die mehr als 150 Jahre Geschichte, die uns von diesem Kontext trennen, eine andere. Am Ende muss jede Generation aufs Eigene lernen, mit dieser Geschichte umzugehen. Das Anliegen der GEW, die Hymne historisch zu sterilisieren, scheint von dem Wunsch getrieben endlich vergessen zu dürfen, was nicht in das moralische Selbstbild passt. Eine Organisation, die in Anspruch nimmt Erzieher und Akademiker zu vertreten, sollte wissen, dass moralische Überlegenheit in einem aufgeklärten Weltbild wesentlich auf der Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion beruht. Die, die das Richtige ohne größere Seelenqualen aus Tradition oder Ideologie ableiten, sind Konservative oder Radikale, und wir Deutschen hatten von beider Sorte mehr als uns gut getan hat.
Will man den Weltmeistertitel feiern oder den Stolz Deutscher zu sein?
Das ist hier die Frage.
Wem genuegt es nicht zu sagen:ich bin hoch erfreut - meinetwegen auch stolz - ueber die Leistung der Deutschen Fussballnationamanschaft?
Wie kommt man statt dessen darauf stolz zu sein,dass man Deutscher ist?
Was hat das Fussballspiel mit dem Deutschtum,mit dem Deutschsein zu tun?
Die Antwort ist klar.
Aber der Stolz macht blind und dumm.
Schiffe haben einen Kompass um auf der See auch in der Dunkelheit und im Sturm
den Kurs halten zu koennen.
Der Mensch hat keinen Kompass um in der Dunkelheit der Emotionen auch Kurs halten zu koennen.
Nicht wahr,Herr Berthold Kohler?
Mit meinen uber 60 Jahren habe ich einen solchen Unsinn noch nicht gelesen,wie ihr Kommentar ist.Dabei lese ich die Presse in 6 Sprachen.
Das Hambacher Fest war eine Demonstration der Bürger für ein einiges und freies(!) Deutschland. Damals wurde weder für einen kleptokratischen Wohlfahrtsstaat, noch für umfassende Bespitzelung zur angeblichen Terrorabwehr demonstriert.
Könnte es nicht auch sein, dass Menschen, die sich lange nicht trauten, sich zu diesen Farben zu bekennen, mit ihren Feiern und ihrem Jubel endlich zeigen wollen: "Wir können auch anders!", nämlich fröhlich.
Die skandalösen Schauspiele in den längst von der Bevölkerung abgehobenen Parlamenten, bei denen regelmäßig neue die Freiheit und das Eigentum der Bürger beschränkende Anordnungen beschlossen werden, kann und will wohl kaum jemand mehr mit Fahne und Hymne in Verbindung bringen.
Herr Manier, nur leider stimmt die Geographie nicht mehr so recht. Es müßte daher heute heißen:
"Von dem Rhein bis an die Oder,
von der Zugspitz' bis zum Belt....."
Was bitte sonst ist an dem Text des "Liedes der Deutschen" so befremdlich? Etwa, daß die Deutschen ihr Vaterland über alles (andere) lieben?
Man lese sich die blutdrünstigen Texte (in deutscher Übersetzung) anderer Hymnen einmal durch. Was ist die deutsche Hymne doch so friedlich!
Die These der Unbefangenheit der Flaggeschwenkenden und Hymnesingenden wird durch die Kommentare widerlegt, welche das ‚endlich wieder’ eines deutschen Patriotismus zelebrieren und GEW, 68ern und Kritikern vor die Nase halten. Abgesehen von der nach wie vor notwendigen Diskussion über Faschismus übertüncht die nationale Jubelei in Deutschland wie anderswo tiefe soziale Missverhältnisse: als solch ein Mittel der Herrschaft (wenn auch weniger mechanisch als die letztjährige Werbekampagne) ist sie abzulehnen.
Berthold Kohlers Zweifel, ob das flaggenschwenkende Jubelpublikum Beleg für einen „neuen deutschen Bekenntnispatriotismus“ sind und seine Einschätzung, dass dieses alles kein Grund sei, in „nationalen Selbstzweifel zurückzufallen“, offenbart in typischer Weise das verbreitete Missverständnis über das Phänomen Patriotismus. Eine Geisteshaltung, die sich den guten Traditionen unseres Landes verpflichtet weiß, insbesondere der aufgeklärten Vernunft, der Toleranz, der Rechtsstaatlichkeit und dem Streben nach Freiheit und Solidarität, die sich mit dem aus dieser Tradition entstandenen Grundgesetz identifiziert und dieses auch emotional begründet, ist sehr wohl Patriotismus, keineswegs aber Grund zu historisch begründeten Befürchtungen. Im Gegenteil: Die Frauen und Männer, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus ihr Leben riskierten, beriefen sich fast ausnahmslos auf ihre patriotische Gesinnung. Und es gab auch seitdem in diesem Land keinen Grund, Kritik an denen zu üben, die in diesem Sinne patriotisch handelten, sei es durch ihren Protest gegen unsere Verstrickung in den Rüstungswahn der achtziger Jahre oder durch ihren Beistand, den sie von Fremdenfeindlichkeit bedrängten Immigranten gewähren. Ganz anders verhält es sich mit dem Nationalismus, dieser Spottgeburt aus Geltungsdrang, Überheblichkeit und Hass, die sich schon immer lautstark und an die niedrigsten Instinkte appellierend in Szene gesetzt hat. Die Frage ist: Womit haben wir es zu tun?
Jawohl liebe Lehrergewerkschaft, Berufsbetroffene, Grüne und der Rest der geistig heimatlosen Alt-68er Generation es kehrt nun endlich wieder Normalität in Deutschland ein, nachdem das Rot-Grüne Projekt gescheitert und ein Großteil der durch die Instanzen Marschierten den Marsch in Pensionen angetreten haben.
Nationalbewußtein mit dem Aufziehen der Landesflagge offen zu bekunden ist seit dem Beginn der Fußball-WM auch für den gemeinen Bürger von nebenan wieder in.
Selbst unsere Nationalhymne wird von den Fans in den Stadien endlich so laut gesungen, wie die Marseilles der Franzosen.
Jedes moderne Unternehmen weiß um die enorme Wichtigkeit von corporate identity, d.h. der Identifikation eines jeden Mitarbeiters mit der Firma und deren Produkten.
Eine national identity ist uns von Seiten der linken Lehrerschaft stets ausgeredet worden. Dies ist jetzt gottlob vorbei.
Es ist nur zu hoffen, dass nach der Fußball-WM mit ihrer Renaissance der Nationalhymne und einem deutschen Gemeinschaftgefühl nicht wieder Herren wie Friedmann und dergleichen auf den Plan treten und uns mit ewigen Betroffenheitsformeln moralisch knechten wollen.
Eine ähnliche Taktik gab es nämlich im Jahre 2002, nachdem die verherende Flutkatastrophe weite Teile Ostdeutschlands zerstört hatte und ein bis dato unbekanntes Gemeinschaftsgefühl erzeugt, welches sich nicht nur durch Spenden äußerte, sondern vor allem durch uneigennützige, praktische Hilfe von Privatpersonen auch aus Westdeutschland.
Eigentlich hielt ich die GEW-Kritik ja für unnötig (Siehe mein erster Kommentar zum Thema). Aber falls die hier zu lesenden Kommentare irgendwie repräsentativ sein sollten (was zum Glück nicht unbedingt der Fall ist), hätte ich mich wohl leider getäuscht, denn es gäbe hierzulande immer noch zuviele Nationalneurotiker. Ein "gesundes" und produktives Verhältnis zur Nation hat viel mit Identifikation und Reflektion und nur vergleichsweise wenig mit Stolz und Abgrenzung zu tun.
Da schrieb doch ein Kommentator von tumben Chaoten, die wohl im sonstigen Leben wahrscheinlich ganz normale Spießbürger sind. DAS ist das wirklich Bedenkliche an dem ganzen Theater. Wenn die sich nun so sehr nach einer Identifikation sehnen ist die Gefahr einer Irreleitung durch entsprechende Kreise leider nicht von der Hand zu weisen. Die allgemeine Volksverblödung spielt hier eine ganz entscheidende Rolle. Aber meine Damen und Herren von der GEW: Was sagen denn SIE zum Thema Volksverblödung? Sind SIE dafür nicht eigentlich zuständig? Und nun kommen Sie mir bitte nicht mit mehr Geld vom Staat usw.
Herr Hecht,
sie haben recht, Problem war eine Hymne zu finden für besondere Anlässe (Staatsempfänge, Olympia, Länderspiele, etc.). Die von Heuss in Auftrag gegebene Komposition kam dann nicht zum Zuge, man einigte sich auf die dritte Strophe 'Einigkeit und Recht und Freiheit'. Genau dieses scheint manchen nicht zu passen.
wenn ich während des Spieles von neben mir Sitzenden Zuschauern Kommentare zu den "Scheiß Polen" die "sich ficken sollen" höre. Genauso wie bei den nachfolgenden "Freudenfeiern" auf der Straße, wo lautstark kundgetan wird, dass "wir die Polen gefickt haben" und an das obligatorische "Sieg!" ein ebenso obligatorisches "Heil!" gefügt wird. Von wem? Von ganzen normalen deutschen Fußballfans, mit den typischen Landesfarben bemalt und in Flaggen gewandet, welche die größte Spontandemo in Dresden seit der so genannten Wiedervereinigung durchführten.
Danke Deutschland.
Aber mit dem gemeinen, deutschen Michel hat der typische FAZ Patriot ja nichts gemein, oder?