Zeitungslandschaft

DuMont Schauberg erwirbt Mehrheit der „Frankfurter Rundschau“

18. Juli 2006 Das Kölner Verlaghaus M. DuMont Schauberg (MDS) übernimmt die Mehrheit an der „Frankfurter Rundschau“. Am Montag habe die MDS-Gruppe von der SPD-Medienholding DDVG (Hamburg) 50 Prozent der Anteile plus eine Stimme an der Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH erworben, teilte MDS am Dienstag nach wochenlangen Spekulationen mit.

MDS sei damit neue Mehrheitseignerin und Stimmführerin der „FR“. Die DDVG halte künftig 40 Prozent, die Frankfurter Karl-Gerold-Stiftung zehn Prozent der Anteile. Zu dem Kölner Verlagshaus gehören auch der „Express“, die „Kölnische Rundschau“, der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Mitteldeutsche Zeitung“.

Weitere Maßnahmen zur Kostensenkung

Die Übertragung der Anteile kann laut MDS vorbehaltlich einer Genehmigung durch das Bundeskartellamt voraussichtlich im September erfolgen. DDVG und MDS seien sich einig, „daß weitere Maßnahmen zur Kostensenkung in Frankfurt ergriffen werden müssen, um die Grundlage für den weiteren Bestand und künftigen publizistischen Erfolg des angesehenen Traditionsblattes zu sichern.“ Es sei verankert worden, daß die „FR“ dem Gedanken einer „unabhängig politisch engagierten links-liberalen Tageszeitung“ verpflichtet bleibe.

Die Medienholding DDVG hatte im Frühjahr 2004 die angeschlagene Tageszeitung für einen Euro samt Schulden übernommen, um das Fortbestehen des überregionalen Blattes zu sichern. Dem Druck- und Verlagshaus wurde ein Sanierungskurs verordnet. Die Beschäftigtenzahl sank von 1.100 auf rund 700.

Solide Vertrauensbasis

Die DDVG wollte ihren Anteil an der „FR“ auf rund 40 Prozent reduzieren und suchte nach Interessenten. DDVG und MDS erklärten, in den Verkaufsgesprächen sei eine solide Vertrauensbasis für die Zukunft entstanden. Zeitungen seien keine kurzfristigen Renditeobjekte.

Zu der Kölner Gruppe MDS gehören auch der DuMont Buchverlag und zahlreiche weitere Beteiligungen. Die Gruppe erwirtschaftete nach den jüngsten Zahlen für 2004 einen Umsatz von 511,8 Millionen Euro und beschäftigte 3.064 Mitarbeiter.



Text: FAZ.NET mit dpa und AP
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

 
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