
daß das logische Denkvermögen im allgemeinen nachgelassen hat. Es geht nicht darum, ob das Programm, daß zur Zeit von ARD/ZDF etc. auf traditionellem Wege ausgestrahlt wird, 1:1 im Internet zur Verfügung stehen soll, sondern vielmehr darum, ob sie sich in einen öffentlich-rechtlichen "Murdoch Konzern" verwandeln dürfen. Aufrund finanzieller Unabhängigkeit durch Zwangsgebühren, die sie auch noch selber festsetzen, brauchen sie sich über Qualität und Akzeptanz nicht zu kümmern. An den hohen Standard von KECT und BBC sind sie nicht einmal in ihren goldenen Jahren herangekommen, erstere wird sogar ausschließlich aus Spenden finanziert. Sie sollten mit ihren Kommentaren in Internetmedien wie FAZ, Spiegel, Süddeutscher Zeitung, Die Zeit etc vorsichtiger sein und Argumente auf ihre Schlüssigkeit überprüfen. Die Leser dieser Portale sind im allgemeinen hellwach und gut informiert. Es freut mich, daß die Zeitungsverleger, die im Internet vertreten sind, erkannt haben, wie nützlich Brüssel im Kampf gegen den national übermächtigen Konkurenten öffentlich/rechtlichen Rundfunk sein kann. Die Nichtraucherlobby hat es vorgemacht, wie es geht.

Es ist absurd überhaupt einen Unterschied zwischen Radio und Fernsehen und online Angeboten machen zu wollen. Die Tage von eigenen Radio- und Fernsehempfangsgeräten sind gezählt, schon in ein paar Jahren wird alles über highspeed internet Verbindungen im stream gesendet. Es ist verständlich, dass in einer solchen Marktverschiebung jedes Medienunternehmen die Konkurrenz ausstechen will, und der FAZ ist ARD Konkurrenz natürlich ein Dorn im Auge. Anstattzu jammern sollte sich die FAZ lieber fragen ob sie nicht mit den online Versionen endlich ein ernshaftes Angebot (siehe spiegel) einführen sollte anstatt längst abgedruckte Artikel zu reproduzieren (besonders an Sonntagen: man kauft sich die FAS und fragt warum nicht ein paar Tage später online lese; man liest online und fragt sich warum nicht FAS kaufen; am Ende lässt man beides bleiben). Die Frage um öffentlich-rechtliche Präsenz ist daher die Frage ob man überhaupt eine ARD in der Zukunft haben will. Wenn ja, dann muss diese auch unlimitiert online senden. Wenn private Angebote besser sind werden die Leute per Mausklick abstimmen. Das ist freier Markt und freie Presse, nicht der Dirigismus aus Brüssel.