Sarkozy und eine SMS

Der französische Präsident klagt beim Strafgericht

08. Februar 2008 Noch eine Premiere des französischen Staatspräsidenten: Nicolas Sarkozy reicht Strafklage gegen ein Medium ein. Das hat es unter de Gaulle, Pompidou, Giscard, Mitterrand und Chirac nicht gegeben. Chirac tat es nicht, als „Le Monde“ schrieb, er besitze in Japan ein Geheimkonto mit fünfzig Millionen Euro Schwarzgeld. Über Mitterrand, der die Journalisten schon mal als Spur- und Bluthunde beschimpfte, standen noch fürchterlichere Dinge in den Zeitungen. Sarkozy wurde als Innenminister mit üblen Skandalen in Verbindung gebracht. Reaktionen: keine, jedenfalls keine juristischen.

Allerdings war Sarkozy im Nehmen schon immer empfindlich. Aber so weit wie jetzt ist er bisher in keiner politisch sensiblen Affäre gegangen. Auf seiner Internetseite hat das Magazin „Le Nouvel Observateur“ eine SMS an Cécilia veröffentlicht. Eine Woche vor der Heirat mit Carla Bruni soll Sarkozy ihr geschrieben haben: „Falls du zurückkommst, sage ich alles ab.“ Echt oder falsch? Sarkozy klagt wegen „Fälschung“ und „Hehlerei mit Fälschungen“. Die Klage wird zu langen Untersuchungen und Verhandlungen führen.

Ganz ohne Absicherung gehandelt hat offenbar der „Nouvel Observateur“, der die Affäre noch nicht kommentieren will. SMS-Botschaften sind auch für Staatspräsidenten eine unsichere Form der Kommunikation. Den Ministern ist der Gebrauch der Blackberries verboten worden. Dass Sarkozy SMS-Botschaften verschickt, haben alle im Fernsehen sehen können: Er tat es in Gegenwart des Papstes ebenso wie während einer Audienz bei der saudischen Regierung.



Text: J.A./F.A.Z., 09.02.2008, Nr. 34 / Seite 39
Bildmaterial: REUTERS

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