
nicht nur in dem Quantenphysik genannten Bereich: ist der Beobachter vom Beobachteten beobachtbar, so verändert das Beobachtete sein Verhalten. Der Versicherungsvertreter befindet sich in seiner öffentlichen Position, nicht im Privatleben und somit ist eine versteckte Beobachtung rechtens. Es ist klar, daß in der Gesellschaft viele Beobachtete, die mitbekommen, daß sie beobachtet werden, ihr Verhalten ändern - ein nichtinvestigativer Journalismus im öffentlichen Bereich führt also zu einem verfälschten Bild der Realität.

Es gibt skandalöse Zustände, die in die Öffentlichkeit gehören in der Hoffnung, dass dies Konsequenzen haben wird. Die Zustände in einem Altenheim zu dokumentieren ohne dass den Verantwortlichen eine Falle gestellt wurde rechtfertigen das Mittel der versteckten Kamera. Skandalös finde ich wenn Journalisten einem vermeintlichen Schurken eine Falle stellen. So geschehen vor wenigen Wochen in Brüssel. Journalisten der britischen Zeitung Times haben sich als chinesische Lobbyisten ausgegeben um einen deutschen EU Beamten Bestechlichkeit zu unterstellen. Der Beamte mag anfällig sein oder auch nur unangenehm. Immer wieder fallen Journalisten auf sogenannte Informanten herein, erst recht wenn der Informant ein hohes Amt in eben dieser Behörde begleitet. Auf die Idee, dass sich die Journalisten zum Mobbingwerkzeug machen kommen sie erst gar nicht. Schlimmer noch : Sie haben eine Geschichte inszeniert, wurden zum Handlanger des Gegenspielers. Sehe ich heute Aufnahmen mit einer versteckten Kamera fage ich mich zuerst : Wer hat an diesen Aufnahmen ein Interesse . Weche Lobby steckt hinter diesem Auftrag.

Wenn man den Fall betrachtet, sollte man meinen, es sei der Vericherungsvertreter, der zu weit gegangen ist. Was ist das für ein Land, in dem die Presse verurteilt wird, weil sie dieses dann öffentlich macht. Und die Panik bezüglich der Videoaufnahme soll mir mal einer erklären. Wenn es nach dem Willen unseres Bundeninnenministers geht, wird demnächst ganz Deutschland Videoüberwacht. Dazu kommen dann noch andere Maßnahmen der letzen Zeit: Fingerabdruck in Reisepässen, Maut (incl. KFZ-Scannung?), Wahlmaschinen, Bundestrojaner, ganz nebenbei wird in Bayern Skype abegehört.