
Eigentlich können wir alles selbst machen: den Fahrschein ausdrucken auf unserem Computer, Überweisungen betätigen. Dazu brauchen wir keine Beamten am Fahrkartenschalter und Bankangestellten. Dass wir das selbst tun, was früher jemand anderes machte, wird nun "Service" genannt.
Wenn "BILD" nun seine "Leser" dazu aufruft BILD-Paparazzi zu werden, dann ist das nur die logische Konsequenz einer Entwicklung, die in vielen Bereichen stattfindet. Und das Ganze ist für die Zeitung sicher auch preisgünstig. Bei dem grandiosen Dilettantismus der festangestellten BILD-Schreiber (ein Blick in www.BILDblog.de beweist es täglich) ist es eigentlich auch egal, ob "Profis" für BILD arbeiten oder "Laien". Die politische Zielrichtung wird eh von ein paar Hanseln wie BILD-Chef Diekmann festgelegt.

Ich finde es im Prinzip gut, wenn sich auch Normalbürger an Informationsverarbeitung beteiligen. Es ist aber beunruhigend, dass immer häufiger versucht wird, sei es durch Praktika, freiwillige Betätigung oder, wie in diesem Fall, Berichterstattung, mit der Arbeit anderer Geld zu verdienen. Oder Kosten zu sparen, was dasselbe ist.
Immer weniger wird der Grundsatz bedacht, dass Leistung auch honoriert werden sollte.
Gerade in einer von der hohen Arbeitslosigkeit geplagten Gesellschaft sollte es wieder selbstverständlich werden, dass man für Arbeit auch bezahlt wird.
All die Freizeit-Reporter von denen der Autor des Artikels schwärmt sind bestimmt nicht selbstlos: machen wir uns nichts vor, wenn jemand häufiger Gratis-Beiträge schreibt, der hofft insgeheim, bekannt zu werden und eines Tages für seine Beiträge auch zu einem wohlverdienten Honorar zu kommen.