“Es ist wichtig, überhaupt zu versuchen, Grenzen zu formulieren“ - Hubert Burda

Gespräch mit dem Verleger Hubert Burda

Wie ARD und ZDF den Wettbewerb verzerren

Welche Richtlinien sollen für öffentlich-rechtliche Angebote im Internet gelten? Der Verleger Hubert Burda über Presseimitate, Online-Archive und die Idee, Gebühren nicht mehr Sendern, sondern Sendungen zugute kommen zu lassen.

Lesermeinungen zum Beitrag

22. Mai 2008 13:10

@ Herrn H.Gebhardt

Bertram von Steuben (Elim_Garak)

Das Fernsehen haben wir alle bezahlt? Im Vergleich - auch qualitätsbereinigt (da spielen auch Einschaltquoten mit 'rein)- habe ich bei der Höhe der Zwangsgebühren nicht nur das Fernsehen bezahlt sondern auch eine ganze Flotte von Luxusautos und Urlaubshäuser für die unglaubliche Zahl von "Führungsposten" dieser Anstalten. Und dass die RTL-Nachrichten anerkannte Preise gewonnen haben und damit auch qualitativ MINDESTENS auf gleicher Höhe spielen, wird gerne verschwiegen. Geldpreisbehaftete Gewinnspiele, bei denen die Gelder ja aus den Zwangsgebühren genommen werden, mag ich in den ÖRR-Anstalten nicht gutheißen. Ebenso lehne ich die im Bildungsauftrag gesendete Lindenstraße von meinen Gebühren ab. Als Norddeutscher Anfang 40er ist Blas- und Schunkelmusik á la Musikantenstadel auch nicht gerade eine von mir bevorzugte Unterhaltung. Populärwissenschaftliche Sendungen wurden mit H.v.Ditfurth, Volker Arzt, Grzimek e.t.c. auch im ÖRR eingestellt und jetzt nur noch erfolgreich von den Privatsendern gezeigt. Und wenn mir Sendungen der Privaten nicht gefallen, schalte ich ab und sie kosten mich KEINEN PFENNIG !! - Im Gegensatz zum ÖRR! Also: warum soll ich noch eine Ausweitung der staatlichen Zwangspresse noch zusätzlich finanzieren?

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22. Mai 2008 12:45

Gutes Fernsehen ist mit einem 1000stel der Summe zu machen

Michael Menzel (Galenos)

Hat eigentlich irgend jemand eine Vorstellung, wieviel 8 Milliarden Euro sind? Offensichtlich geht es den meinsten Leuten ab, sich so eine Summe vorzustellen. Das sind 8000 Millionen Euro. Es übersteigt jegliches menschliches Vermögen nach gutem und hervorragendem Fernsehen noch besseres zu machen. Ab einer bestimmten Menge Geldes läßt sich die Güte eines Produktes, eines Erlebnisses, einer Lebensqualität nicht mehr steigern. Das ist der "selbstlimitierende menschliche Faktor", der Glück dann nicht mehr steigerbar macht. Man kann eben nicht alles kaufen. Und wenn das Deutsche Öffentlich, rechtliche Fernsehen so gut wäre, wieviel es kostet, dann wäre es als Droge längst verboten. Die Menschen würden nur noch Tag und Nacht ÖRR "genießen" und die gesamte Volkswirtschaft käme zum Erliegen. Eigentlich ist es aber eher umgekehrt bzw. paradox. Fast keinem Menschen würde es als Verlust auffallen, wenn die plumpen Plagiateure von jetzt auf gleich ihre gesamten Sendungen einstellen würden. Warum verschlüsseln die ihr Programm nicht, wie die Österreicher oder "Premiere"? Weil kein Mensch freiwillig für den Mist Geld geben würde. Die wären Pleite im gleichen Monat in dem die Verschlüsselung eingeführt würde!

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22. Mai 2008 10:31

Gutes Fernsehen kostet.

H. Gebhardt (hgebhardt)

Hier fragt jemand: ' "Was geschieht eigentlich mit den 8 Milliarden an Gebühren?" Kann das bitte jemand beantworten? Die öffentlich unrechtlichen Monster stellen den teuersten Rundfunk der Welt dar. ' Der vergleich von den Privaten mit den öffentlich-rechtlichen zeigt meiner Meinung überzeugend, dass mit wenig Geld kein gutes Programm zu machen ist. Bei Burdas Zeitungen ist es genauso. Wuerden die alle verschwinden, ich wuerde nicht weinen, ich wuerde es nicht einmal merken. Ich denke auch: oeffentlich-rechtliches Fernsehen ist letztendlich meins, es gehört mir und da sollte ich jedwede technische Zugriffsmöglichkeit haben, schliesslich habe ich es bezahlt. Und Herr Burda darf mitgucken.

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21. Mai 2008 14:08

Aus Sicht des Gebührenzahlers...

Thomas Wingenfeld (thomas.wingenfeld)

... gibt es aus meiner Sicht folgenden Standpunkt: Wir Gebührenzahler haben die Produktion der Inhalte bereits finanziert, nun geht es darum, wer denn und in welcher Weise diese Inhalte verteilen darf. Es ist verständlich, dass Verlage ihre Investitionen gegen unliebsame Konkurrenz schützen wollen, sonst drohen Sonderabschreibungen, die wenig Spaß bereiten. Allerdings hatten sie ja auch seit 1994 ausreichend Zeit, sich auf dieses Szenario vorzubereiten. Den Sendern bleibt keine Wahl, wollen sie relevant bleiben. Ohne Relevanz wird es auf Dauer keine Mehrheit für Rundfunkgebühren geben, damit steht also der gesamte Apparat auf dem Spiel. Die Verlage sind fast komplett in der Hand einiger reicher Familien des Landes und müssen sich nun - selbst wenn sie jetzt einmal wieder bremsend einwirken können - auf wesentlich härtere Zeiten einstellen. 1995 hat Dr. Burda einmal die weise Frage gestellt, wie man denn im Internet mit Inhalten Geld verdienen könne. Die Antwort ist bis heute die gleiche: durch Werbung, aber die Reichweiten sind Online wesentlich schwerer zu gewinnen als im oligopolistischen Bereich der Presse. Damit sind die Margen, die für Verwaltungsapparate verschwendet werden können, geringer. Die Lösung: Effizienz

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21. Mai 2008 13:07

Zensor Burda

H. Gebhardt (hgebhardt)

Die Informationsfreiheit ist wohl ein höheres gut als Burdas Geldboerse. Was burda vorschlägt hat mindestens das Geschmaeckle der Zensur und die findet lt. Grundgesetz nicht statt. Und was die aufgeführten 'gemeinsamen soziale und gesellschaftliche Engagements, denken Sie an „Ein Herz für Kinder“, die „Goldene Kamera“, „Bambi“', mal ehrlich: Wer braucht die? Im Zweifel: einjeder, Rundfunkwie Presse, soll sehen, wie er mit dem Internet klar kommt. Es ist noch ein langer Weg bis zur Privatinsolvenz des Herrn Burda.

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21. Mai 2008 11:33

Recht hat der Mann!

Gabriele Nolte (gano)

intellligent, maßvoll, klar und fundiert - Hut ab vor Herrn Burda!

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21. Mai 2008 11:08

Das ist die Kernfrage!

Michael Menzel (Galenos)

"Was geschieht eigentlich mit den 8 Milliarden an Gebühren?" Kann das bitte jemand beantworten? Die öffentlich unrechtlichen Monster stellen den teuersten Rundfunk der Welt dar. Es ist nach menschlichem Ermessen unmöglich, für soviel Geld (so wenig) "Programm" zu machen, eine Leistung erbringen, für das Geld zu arbeiten. Es ist, als würde man für die Herstellung eines Streichhölzchens 10.000.000 EUR fordern. Das Streichholz müßte aus Marsstaub gesintert mit Schwefel vom Uranus bedeckt und mit Diamantensplittern von der Venus bestäubt sein. Klingt total verrückt - zugegeben - aber was sich die Öffentlich Rechtlichen leisten kann man nur mit solchen Verrücktheiten ins zutreffende Verhältnis rücken ;-)

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21. Mai 2008 10:58

Sendungsbezogene Inhalte

Jörg Walter (harrismc)

Filmarchive sind doch wohl "sendungsbezogene Inhalte". Also warum genau sollen diese nur 7 Tage im Netz gezeigt werden dürfen. Da widerspricht man sich selbst

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