Was bringt es mir, auf den ersten Blick
Kommentare zu politischen Themen an der
Farbe ins jeweilige Lager einzuordnen ?
Da Leute, die in Stammtischparolen schwelgen,
naturgemäß meistens über viel Tagesfreizeit
verfügen, stellen sie immer die Mehrheit.
Sinnentstellende "Korrektur" meiner Leser-
beiträge ist mir im FAZ.NET früher öfters
passiert. Einzelne Moderatoren haben ihre
Aufgabe schon sehr großzügig ausgelegt.
Die ritualmäßig vorgetragene Klage,
man werde unfairerweise daran gehindert,
zu Straftaten und Rassenhass aufzurufen,
kann ich dagegen nicht nachvollziehen.
Wer derart "die Sau rauslassen" möchte,
kann sich dafür jederzeit eine private
Homepage basteln - dann aber bitte auch
mit persönlicher Verantwortung für ggf.
verbrecherische Inhalte.
werden nicht dadurch harmloser,
dass sie über Bits und Bytes
anstatt im traditionellen Flugblatt
daherkommen.
Internetforen für Kinderschänder,
Terroristen oder Rassisten werden
darum von Polizei oder Verfassungs-
schutz genauso beobachtet und ggf.
verfolgt wie Aufrufe zu Straftaten
in der realen Welt.
Die regelmäßig vorgetragene Ausrede,
man werde doch wohl noch seine Meinung
haben können, trifft für Verbrechen
eben nicht zu.
Es reicht auch nicht, dass Betreiber
z.B. des Faschistenforums "politically
incorrect" sich selbst betont verfassungs-
treu geben, aber ihren Internetauftritt
dem Mob für anonyme Pöbeleien zur Verfügung
stellen: entweder haften die Autoren oder
die Betreiber für Straftaten im Forum.
Moderation ist immer subjektiv, im FAZ.NET
wie in jedem anderen Forum. Die Grenze ist
aber bei eindeutigen Aufrufen zu Straftaten
(siehe Beispiele oben) überschritten, die ja
auch ausserhalb des Internets ein Fall fürs
Strafrecht wären.
Der Artikel ist wesentlich besser als sein Titel und gibt einen guten Überblick über die angebotene Foren-Landschaft der Presse und wäre um heise-online und politik.de zu ergänzen.
Knackpunkt der Chose ist doch, die Foren vor Attacken zu schützen - ohne dafür alle Benutzer in Sippenhaft zu nehmen! Mir fehlt jedwedes Verständnis für Zensur oder Veränderung von Beiträgen, wenn der Autor nicht darüber informiert wird.
Wer ein Forum mit eigenem Nutzen bereitstellt, hat auch für eine adäquate Infrastruktür einer anwenderfreundlichen Moderation zu sorgen - wir leben doch nicht im Mittelalter!
Und vor dieser Konsequenz oder der Diskussion darüber abzutauchen, geziemt sich für keinen Anbieter, insbesondere für jene, die wie z.B. der "Spiegel" Demokratie und Meinungsfreiheit auf ihre Fahne geschrieben haben und dann im „Spiegel Online“-Forum der Wirklichkeit gegenüber dem Anspruch erlegen sind.
Zum Artikel habe ich bereits kommentiert. Daher nur kurz zu nachfolgenden Kommentaren:
- Die Idee, in belanglos/lesenswert und keine Zustimmung/Zustimmung zu unterteilen finde ich großartig.
- Ich vermute, die Ergänzung um eine Funktion zur Kommentierung von Kommentaren würde zu Lasten der Übersichtlichkeit gehen. Da können sich endlose Ketten bilden. Zum Schluß geht keiner mehr auf den Artikel ein.Der Bezug zum Artikel scheint mir wichtig, um einen thematischen Leitfaden vorzugeben. Er hilft, sich zu besinnen und auf polemisches Geistesrührei gar nicht einzugehen. Belanglos bewerten und Ende! Gut fände ich es, wenn ein Nutzer den anderen zum gegenseitigen Austausch ohne Veröffentlichung einladen könnte.
-"Entrüstungsrülpser" möchte ich als Wort des Jahres 2008 vorschlagen.
Da ist er also, der Nazi-Vergleich - und es hat nur 30 Leserkommentare gedauert. Die Redakteure der FAZ sind also Gauleiter...
Ich jedenfalls bin froh, dass viele Kommentare erst gar nicht aufgenommen, werden, weil eine Kommentarfunktion keinen Freibrief für menschenverachtende oder diskriminierende Meinungsäußerungen darstellen sollte. Da immer die richtige Grenze zu finden ist sicherlich schwer und es gebührt den Redakteuren von FAZ.net großer Resprekt dafür, dass sie das tagtäglich gut machen, obwohl sie die Energie und Arbeitszeit wohl oft lieber in eigene Inhalte stecken würden.
Ich bin froh, dass man durch das Medium Internet die Möglichkeit hat einen "Empörungsrülpser" (!) oder ergänzende Informationen direkt loszuwerden. Das ist aber kein Freibrief für oben beschriebene Statements. Es gibt genug Orte, an denen man diese "Meinungen" loswerden kann, ohne dass sich Menschen die Ohren zuhalten und man viel Beifall oder Widerspruch entet. Das bedeutet freie Meinungsäußerung - die FAZ sollte für diese "Meinungen" aber kein Forum sein. Dafür gibt es genügend andere Anbieter.
Die Möglichkeit Artikel mit Kommentaren zu versehen halte ich für eine wichtige Chance auf Meinungsäußerung. Allerdings sollte man sich schon fragen, ob die 'Bewertungsfunktion' und einige Eingriffe ausreichen um wirklich unschöne Diskussionen zu unterbinden. Es geht ja dabei nicht nur um Redefreiheit, sondern auch um das Image der Zeitung. Ein effektiver Kompromiss, wäre sicher der Wegfall der anonymen 'Nicknames'. Wer seinen 'wirklichen Namen' anzugeben hat, wird sich dreimal überlegen, was er schreibt...
Ich bin seit dem Jahr 2000 sozusagen "online", angeleitet von einem Sohn, der ein studierter Informatiker ist. Der hat mir damals schon eingebleut, Anonymität im internet sei völlig sinnlos, weil technisch unschwer zu enttarnen.Ich habe mich von vornherein an diesen Rat gehalten und immer unter meinem "Klarnamen" geschrieben, der jederzeit überprüfbar war.-Das führte natürlich zu einer gewissen "Zurückhaltung" bei Teilnahme an politischen Diskussionen. Die tobten geradezu in der Wiener PRESSE nach dem Coup Schüssel/Haider in Österreich und der darauf folgenden Regierungsbildung ÖVP/FPÖ. Das eskalierte, nachdem der inzwischen verstorbene österr.Bundespräsident Klestil seine eigene Regierung bei der EU "angeschwärzt" hatte, was zur sog.Sanktionierung Österreichs führte.-
Da fielen alle-scheinbar anonym- in der Wiener PRESSE über ihren Staatspräsidenten in unflätigster Weise her. Dabei war noch harmlos die Bezeichnung LANDESVERRÄTER.- Anschließend bekam der österr.Staatsschutz am Rechner allerhand zu tun, die Anonymi aufzuklären-die schlimmsten Fälle-und anzuklagen.-
Es war mir schon damals unbegreiflich, wie Menschen derart einfältig sein können, zu glauben, das Medium internet verleihe ihnen gleichsam eine Tarnkappe!
... im Vergleich zu den Foren anderer - auch renommierter - Publikationsmedien kann man hier noch relativ frei seine Meinung äußern und auch schon mal etwas zugespitzter formulieren. Denn das gehört zum Politischen einfach dazu! Die Moderationspraxis auf FAZ.NET war in der Vergangenheit aber nicht immer so. Ich habe den Eindruck, seit schätzungsweise zwei Jahren hat sich hier Vieles zum Besseren gewandelt, davor wurde auch auf FAZ.NET deutlich stärker gefiltert. Andere Foren - sogar als 'liberal' geltende wie heise.de , von focus.de oder - in Österreich - derstandard.at etc gar nicht zu sprechen - sind aktuell mit der Praxis auf FAZ.NET überhaupt nicht zu vergleichen. Dort werden nur allerbravste Kommentare geduldet (aber auf 'at' auch 'Unflätiges', wenn es nur 'gegen Rechts' geht) , wirklich Staatskritisches oder 'Politisch Inkorrektes' (selbst wenn die Wortwahl keinesfalls aus dem Rahmen fällt) und erst recht Ansätze von Polemik werden fast überall restriktiv rauszensiert, auch, wenn die Beiträge rechtlich in keiner Weise zu beanstanden sind. Vielfach herrscht eine sog. 'Troll'-Hysterie , und die Reflexe schnappen da schon bei Kleinigkeiten zu. Das macht viele andere Foren ziemlich langweilig.
Daher: danke, FAZ.NET !!
Das kostet sehr viel Geld. Aber das schafft nicht nur FAZ-Arbeitsplätze, sondern auch einen Freiraum, den man ansonsten in dieser republikanischen Mediengesellschaft mit der Lupe suchen muss. Ich habe es immer als sehr, sehr wohltuend empfunden, dass man hier in der FAZ offen seine Meinung sagen konnte. Viele Beiträge, die hier von mir veröffentlicht wurden, sind z.B. vorher ohne jeden Grund bei "Hart aber fair" zensiert (ohne Anführungszeichen) worden, weil sie nicht in die politische Landschaft des WDR und zur Meinung des Moderators Plasberg passten.
Jeder, der wie Sie Internet-Diskussionen über seine Presse-Artikel anbietet, muss sich darüber im klaren sein, dass er zum überrwiegenden Teil das normale Volk anspricht, das aus seinem Glauben keine Mördergrube macht. Er darf sich dann aber auch nicht darüber wundern, dass das angesprochene Volk - von Ihnen als Randalierer bezeichnet? - sich so äußerst, wie ihm das Maul gewachsen ist.
Wasch mir den liberalen FAZ-Kommentatoren-Pelz, aber mach diesen möglichst Pöbel-frei, das wird freilich nicht so einfach klappen, werter Stefan Niggemeier.
Wer ein Angebot anbietet, muss zu ihm ohne wenn und aber stehen oder es ohne wenn und aber streichen!
Danke für den Artikel! Er war m.E. längst überfällig - kann aber nicht das letzte Wort gewesen sein.
Wer sich meine Kommentare anschaut, wird feststellen, dass ich schon vor einigen Tagen bemängelt habe, dass die FAZ heimlich, still und leise bei brisanten Themen einfach die Kommentierfunktion ausschaltet wie z.B. bei SÄMTLICHEN Beiträgen zur Islamkonferenz, zu der es aus meiner Sicht sehr viel Kritisches beizutragen gäbe. Ich würde mich bei Kommentaren zu dieser "Konferenz" trotz massiver Kritik nicht als Randalierer fühlen, sondern sehe mich statt dessen in guter Gesellschaft - ausnahmsweise - mit SPD-Abgeordneten, die z.B. kritisieren, dass sich Schäuble mit Vertretern verfassungsfeindlicher islamistischer Organisationen an einen Tisch setzt und (mit welcher demokratischen Legitimation?) Vereinbarungen schließt, die jeden demokratisch gesinnten Menschen in dieser Republik nur noch zum Kopfschütteln bringen können..
Dass bei dieser Diskussion natürlich auch Leute ihren Senf dazu geben müssen, die verbal über die Stränge schlagen, ist klar. Aber dafür gibt es ein FAZ-Kontrollsystem, das Geld kostet, aber m.E. sehr gut funktioniert. Die FAZ muss das investieren, um glaubwürdig zu bleiben.
auch wenn ich unter Klarnamen hier kommentiere und sachlich zu einen
lesenswerten Artikel der FAZ Stellung nehmen will.
Ein Begriff reicht aus ,einen Kommentar verschwinden zu lassen -
kein Schimpfwort oder Muell . Elektronische Zensur?
Wenn die Redaktion schon eingreift, durch Verändern oder Kürzen, sollte dies kenntlich gemacht werden.
Darüber hinaus wäre ein Archiv mit kommentierten Beiträgen hilfreich, denn beispielsweise der Spaß mit Ibsilandi hat zum Teil stündlich neue Beiträge gebracht, welche, in chronologischer Ordnung, auch viele Kommentare lesbarer + verständlicher machen würde.
Im Übrigen schließe ich mich der Forderung nach einem differenzierteren Bewertungssystem an: die Anzahl der Bewertungen ist wichtig und gut vs. schlecht sowie belanglos vs. lesenswert sollte getrennt bzw. eingeführt werden.
Die allgemeine Enttäuschung hat ihre Ursache nicht zuletzt in den oftmals überzogenen Erwartungen, die viele in das neue Medium gesetzt hatten. Die hehren Entwürfe von einer Demokratisierung der Gesellschaft, die sich im Internet (post-achtundsechzig) zu vollziehen schien, wirken heute nur noch komisch. Jeder, der eine gewisse Lebenserfahrung und schon mal in Kneipen an der Theke gelauscht hatte, konnte sich ob dieses Enthusiasmus nur wundern. Aus der Verheissung wurde Ernüchterung und inzwischen Bedrohung.
Aber warum sollen die Reaktionen auf Themen aus Politik, Gesellschaft oder Yellowpress im Internet anders ausfallen als im "richtigen Leben"? Vor zwanzig Jahren galt der notorische Leserbriefschreiber als Querulant, kauzig, gelegentlich possierlich, aber auch manchmal lästig - heute ist das der "User".
Moderation und Leitung sind unumgänglich. Sie dürfen aber nicht abweichende Meinungen blockieren. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass das funktionieren kann. Auch auf Blogs und in Foren. Es bedarf aber Anstrengungen hierzu. Pseudonyme sind nicht pe se schlecht; niemand will "ergooglebar" sein für eine exotische Meinung. Es obliegt den Administratoren für eine Authentizität zu sorgen und diese zu pflegen.
..(Narcissus pseudonarcissus) diesmal sind die pünktlich da. Was will man eigentlich ?
Nach meiner Rente fesselt mich eine schwere Erkrankung nun meist an meinen Arbeitsraum, wohingegen ich mich in meiner 40-jährigen Berufsausübung meist in der ganzen Welt aufhielt.
Nun kann ich erstmals das Zeitgeschehen regelmässig verfolgen und bin dankbar, dass mir die FAZ.net die Möglichkeit der Artikel-Kommentierung gibt.
Viele andere Kommentare haben mir schon viel Interessantes, Wissenswertes und Bedenkenswertes gegeben.
Damit das ganze nicht ausufert wie in Foren und Chats, wo meist Dummes Gelabere vorherrscht und das Lesen reine Zeitverschwendung ist, begrüsse ich, dass es bei FAZ.net eine Anmeldung mit Identifikation im Klartext gibt, was m.E. das Ausufern eindämmt.
Auch scheint mir das Niveau der Beiträge dadurch zu steigen.
Das Bewertungssystem begrüsse ich, gibt es mir doch oft die Möglichkeit, den eigenen Standpunkt zu überdenken und einzuordnen.
Bitte weiter so.
Detlef Stark
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