Das Verhältnis zwischen Lesern und Journalisten ist höchst fragil

Online-Kommentare

Wie sag ich's meinem Randalierer?

Wo alle reden und keiner zuhört: Die Online-Medien kämpfen mit der Flut der Nutzerkommentare. Denn die Illusion, sich tatenlos an klugen Leserdiskussionen zu erfreuen, ist dahin: Zu viele Störer sind im Netz unterwegs. Es gilt zu kontrollieren - doch wo endet die Moderation und beginnt die Zensur? Von Stefan Niggemeier

Lesermeinungen zum Beitrag

27. März 2008 16:42

fragwürdige Kommentarfunktion

Richard Herden (richardherdenqwert)

Was bringt es mir, auf den ersten Blick
Kommentare zu politischen Themen an der
Farbe ins jeweilige Lager einzuordnen ?

Da Leute, die in Stammtischparolen schwelgen,
naturgemäß meistens über viel Tagesfreizeit
verfügen, stellen sie immer die Mehrheit.

Sinnentstellende "Korrektur" meiner Leser-
beiträge ist mir im FAZ.NET früher öfters
passiert. Einzelne Moderatoren haben ihre
Aufgabe schon sehr großzügig ausgelegt.

Die ritualmäßig vorgetragene Klage,
man werde unfairerweise daran gehindert,
zu Straftaten und Rassenhass aufzurufen,
kann ich dagegen nicht nachvollziehen.

Wer derart "die Sau rauslassen" möchte,
kann sich dafür jederzeit eine private
Homepage basteln - dann aber bitte auch
mit persönlicher Verantwortung für ggf.
verbrecherische Inhalte.

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27. März 2008 14:43

Aufrufe zu Straftaten

Christian Braun (christianbraun)

werden nicht dadurch harmloser,
dass sie über Bits und Bytes
anstatt im traditionellen Flugblatt
daherkommen.

Internetforen für Kinderschänder,
Terroristen oder Rassisten werden
darum von Polizei oder Verfassungs-
schutz genauso beobachtet und ggf.
verfolgt wie Aufrufe zu Straftaten
in der realen Welt.

Die regelmäßig vorgetragene Ausrede,
man werde doch wohl noch seine Meinung
haben können, trifft für Verbrechen
eben nicht zu.

Es reicht auch nicht, dass Betreiber
z.B. des Faschistenforums "politically
incorrect" sich selbst betont verfassungs-
treu geben, aber ihren Internetauftritt
dem Mob für anonyme Pöbeleien zur Verfügung
stellen: entweder haften die Autoren oder
die Betreiber für Straftaten im Forum.

Moderation ist immer subjektiv, im FAZ.NET
wie in jedem anderen Forum. Die Grenze ist
aber bei eindeutigen Aufrufen zu Straftaten
(siehe Beispiele oben) überschritten, die ja
auch ausserhalb des Internets ein Fall fürs
Strafrecht wären.

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19. März 2008 12:51

Meinungsfreiheit wider Moderation

Wolfgang Hoffmann (who1305)

Der Artikel ist wesentlich besser als sein Titel und gibt einen guten Überblick über die angebotene Foren-Landschaft der Presse und wäre um heise-online und politik.de zu ergänzen.

Knackpunkt der Chose ist doch, die Foren vor Attacken zu schützen - ohne dafür alle Benutzer in Sippenhaft zu nehmen! Mir fehlt jedwedes Verständnis für Zensur oder Veränderung von Beiträgen, wenn der Autor nicht darüber informiert wird.

Wer ein Forum mit eigenem Nutzen bereitstellt, hat auch für eine adäquate Infrastruktür einer anwenderfreundlichen Moderation zu sorgen - wir leben doch nicht im Mittelalter!

Und vor dieser Konsequenz oder der Diskussion darüber abzutauchen, geziemt sich für keinen Anbieter, insbesondere für jene, die wie z.B. der "Spiegel" Demokratie und Meinungsfreiheit auf ihre Fahne geschrieben haben und dann im „Spiegel Online“-Forum der Wirklichkeit gegenüber dem Anspruch erlegen sind.





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18. März 2008 11:50

Meinungsfunktion ist kein Freibrief

Daniel Weber (DanielWeber)

Da ist er also, der Nazi-Vergleich - und es hat nur 30 Leserkommentare gedauert. Die Redakteure der FAZ sind also Gauleiter...
Ich jedenfalls bin froh, dass viele Kommentare erst gar nicht aufgenommen, werden, weil eine Kommentarfunktion keinen Freibrief für menschenverachtende oder diskriminierende Meinungsäußerungen darstellen sollte. Da immer die richtige Grenze zu finden ist sicherlich schwer und es gebührt den Redakteuren von FAZ.net großer Resprekt dafür, dass sie das tagtäglich gut machen, obwohl sie die Energie und Arbeitszeit wohl oft lieber in eigene Inhalte stecken würden.
Ich bin froh, dass man durch das Medium Internet die Möglichkeit hat einen "Empörungsrülpser" (!) oder ergänzende Informationen direkt loszuwerden. Das ist aber kein Freibrief für oben beschriebene Statements. Es gibt genug Orte, an denen man diese "Meinungen" loswerden kann, ohne dass sich Menschen die Ohren zuhalten und man viel Beifall oder Widerspruch entet. Das bedeutet freie Meinungsäußerung - die FAZ sollte für diese "Meinungen" aber kein Forum sein. Dafür gibt es genügend andere Anbieter.

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18. März 2008 11:47

Wichtige Möglichkeit zur Meinungsäußerung

Dirk Walbrühl (Kelen)

Die Möglichkeit Artikel mit Kommentaren zu versehen halte ich für eine wichtige Chance auf Meinungsäußerung. Allerdings sollte man sich schon fragen, ob die 'Bewertungsfunktion' und einige Eingriffe ausreichen um wirklich unschöne Diskussionen zu unterbinden. Es geht ja dabei nicht nur um Redefreiheit, sondern auch um das Image der Zeitung. Ein effektiver Kompromiss, wäre sicher der Wegfall der anonymen 'Nicknames'. Wer seinen 'wirklichen Namen' anzugeben hat, wird sich dreimal überlegen, was er schreibt...

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17. März 2008 21:36

Anonymität im internet

Karsten-Hinrich Festge (Festge)

Ich bin seit dem Jahr 2000 sozusagen "online", angeleitet von einem Sohn, der ein studierter Informatiker ist. Der hat mir damals schon eingebleut, Anonymität im internet sei völlig sinnlos, weil technisch unschwer zu enttarnen.Ich habe mich von vornherein an diesen Rat gehalten und immer unter meinem "Klarnamen" geschrieben, der jederzeit überprüfbar war.-Das führte natürlich zu einer gewissen "Zurückhaltung" bei Teilnahme an politischen Diskussionen. Die tobten geradezu in der Wiener PRESSE nach dem Coup Schüssel/Haider in Österreich und der darauf folgenden Regierungsbildung ÖVP/FPÖ. Das eskalierte, nachdem der inzwischen verstorbene österr.Bundespräsident Klestil seine eigene Regierung bei der EU "angeschwärzt" hatte, was zur sog.Sanktionierung Österreichs führte.-
Da fielen alle-scheinbar anonym- in der Wiener PRESSE über ihren Staatspräsidenten in unflätigster Weise her. Dabei war noch harmlos die Bezeichnung LANDESVERRÄTER.- Anschließend bekam der österr.Staatsschutz am Rechner allerhand zu tun, die Anonymi aufzuklären-die schlimmsten Fälle-und anzuklagen.-
Es war mir schon damals unbegreiflich, wie Menschen derart einfältig sein können, zu glauben, das Medium internet verleihe ihnen gleichsam eine Tarnkappe!

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17. März 2008 19:52

Also, ich muss FAZ.NET doch einmal loben, denn ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... im Vergleich zu den Foren anderer - auch renommierter - Publikationsmedien kann man hier noch relativ frei seine Meinung äußern und auch schon mal etwas zugespitzter formulieren. Denn das gehört zum Politischen einfach dazu! Die Moderationspraxis auf FAZ.NET war in der Vergangenheit aber nicht immer so. Ich habe den Eindruck, seit schätzungsweise zwei Jahren hat sich hier Vieles zum Besseren gewandelt, davor wurde auch auf FAZ.NET deutlich stärker gefiltert. Andere Foren - sogar als 'liberal' geltende wie heise.de , von focus.de oder - in Österreich - derstandard.at etc gar nicht zu sprechen - sind aktuell mit der Praxis auf FAZ.NET überhaupt nicht zu vergleichen. Dort werden nur allerbravste Kommentare geduldet (aber auf 'at' auch 'Unflätiges', wenn es nur 'gegen Rechts' geht) , wirklich Staatskritisches oder 'Politisch Inkorrektes' (selbst wenn die Wortwahl keinesfalls aus dem Rahmen fällt) und erst recht Ansätze von Polemik werden fast überall restriktiv rauszensiert, auch, wenn die Beiträge rechtlich in keiner Weise zu beanstanden sind. Vielfach herrscht eine sog. 'Troll'-Hysterie , und die Reflexe schnappen da schon bei Kleinigkeiten zu. Das macht viele andere Foren ziemlich langweilig.
Daher: danke, FAZ.NET !!

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17. März 2008 18:39

Wer - wie die FAZ - modern sein will, muss auch mit dem Pöbel klarkommen! Teil 2

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Das kostet sehr viel Geld. Aber das schafft nicht nur FAZ-Arbeitsplätze, sondern auch einen Freiraum, den man ansonsten in dieser republikanischen Mediengesellschaft mit der Lupe suchen muss. Ich habe es immer als sehr, sehr wohltuend empfunden, dass man hier in der FAZ offen seine Meinung sagen konnte. Viele Beiträge, die hier von mir veröffentlicht wurden, sind z.B. vorher ohne jeden Grund bei "Hart aber fair" zensiert (ohne Anführungszeichen) worden, weil sie nicht in die politische Landschaft des WDR und zur Meinung des Moderators Plasberg passten.

Jeder, der wie Sie Internet-Diskussionen über seine Presse-Artikel anbietet, muss sich darüber im klaren sein, dass er zum überrwiegenden Teil das normale Volk anspricht, das aus seinem Glauben keine Mördergrube macht. Er darf sich dann aber auch nicht darüber wundern, dass das angesprochene Volk - von Ihnen als Randalierer bezeichnet? - sich so äußerst, wie ihm das Maul gewachsen ist.

Wasch mir den liberalen FAZ-Kommentatoren-Pelz, aber mach diesen möglichst Pöbel-frei, das wird freilich nicht so einfach klappen, werter Stefan Niggemeier.

Wer ein Angebot anbietet, muss zu ihm ohne wenn und aber stehen oder es ohne wenn und aber streichen!

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17. März 2008 18:06

Wer - wie die FAZ - modern sein will, muss auch mit dem Pöbel klarkommen! Teil 1

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Danke für den Artikel! Er war m.E. längst überfällig - kann aber nicht das letzte Wort gewesen sein.

Wer sich meine Kommentare anschaut, wird feststellen, dass ich schon vor einigen Tagen bemängelt habe, dass die FAZ heimlich, still und leise bei brisanten Themen einfach die Kommentierfunktion ausschaltet wie z.B. bei SÄMTLICHEN Beiträgen zur Islamkonferenz, zu der es aus meiner Sicht sehr viel Kritisches beizutragen gäbe. Ich würde mich bei Kommentaren zu dieser "Konferenz" trotz massiver Kritik nicht als Randalierer fühlen, sondern sehe mich statt dessen in guter Gesellschaft - ausnahmsweise - mit SPD-Abgeordneten, die z.B. kritisieren, dass sich Schäuble mit Vertretern verfassungsfeindlicher islamistischer Organisationen an einen Tisch setzt und (mit welcher demokratischen Legitimation?) Vereinbarungen schließt, die jeden demokratisch gesinnten Menschen in dieser Republik nur noch zum Kopfschütteln bringen können..

Dass bei dieser Diskussion natürlich auch Leute ihren Senf dazu geben müssen, die verbal über die Stränge schlagen, ist klar. Aber dafür gibt es ein FAZ-Kontrollsystem, das Geld kostet, aber m.E. sehr gut funktioniert. Die FAZ muss das investieren, um glaubwürdig zu bleiben.

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17. März 2008 17:07

Warum gibt esTabuthemen

Günther Jacobs (gjacobs)

auch wenn ich unter Klarnamen hier kommentiere und sachlich zu einen
lesenswerten Artikel der FAZ Stellung nehmen will.
Ein Begriff reicht aus ,einen Kommentar verschwinden zu lassen -
kein Schimpfwort oder Muell . Elektronische Zensur?

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17. März 2008 15:30

Änderungsvorschlag: Redaktion soll marken wenn sie ändert

rene dustmann (reduma)

Wenn die Redaktion schon eingreift, durch Verändern oder Kürzen, sollte dies kenntlich gemacht werden.

Darüber hinaus wäre ein Archiv mit kommentierten Beiträgen hilfreich, denn beispielsweise der Spaß mit Ibsilandi hat zum Teil stündlich neue Beiträge gebracht, welche, in chronologischer Ordnung, auch viele Kommentare lesbarer + verständlicher machen würde.

Im Übrigen schließe ich mich der Forderung nach einem differenzierteren Bewertungssystem an: die Anzahl der Bewertungen ist wichtig und gut vs. schlecht sowie belanglos vs. lesenswert sollte getrennt bzw. eingeführt werden.

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17. März 2008 15:12

Verheissung - Ernüchterung - Bedrohung

Gregor Keuschnig (GregorKeuschnig)

Die allgemeine Enttäuschung hat ihre Ursache nicht zuletzt in den oftmals überzogenen Erwartungen, die viele in das neue Medium gesetzt hatten. Die hehren Entwürfe von einer Demokratisierung der Gesellschaft, die sich im Internet (post-achtundsechzig) zu vollziehen schien, wirken heute nur noch komisch. Jeder, der eine gewisse Lebenserfahrung und schon mal in Kneipen an der Theke gelauscht hatte, konnte sich ob dieses Enthusiasmus nur wundern. Aus der Verheissung wurde Ernüchterung und inzwischen Bedrohung.

Aber warum sollen die Reaktionen auf Themen aus Politik, Gesellschaft oder Yellowpress im Internet anders ausfallen als im "richtigen Leben"? Vor zwanzig Jahren galt der notorische Leserbriefschreiber als Querulant, kauzig, gelegentlich possierlich, aber auch manchmal lästig - heute ist das der "User".

Moderation und Leitung sind unumgänglich. Sie dürfen aber nicht abweichende Meinungen blockieren. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass das funktionieren kann. Auch auf Blogs und in Foren. Es bedarf aber Anstrengungen hierzu. Pseudonyme sind nicht pe se schlecht; niemand will "ergooglebar" sein für eine exotische Meinung. Es obliegt den Administratoren für eine Authentizität zu sorgen und diese zu pflegen.

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17. März 2008 12:24

Warum ich kommentiere

Detlef Stark (wool-web)

Nach meiner Rente fesselt mich eine schwere Erkrankung nun meist an meinen Arbeitsraum, wohingegen ich mich in meiner 40-jährigen Berufsausübung meist in der ganzen Welt aufhielt.
Nun kann ich erstmals das Zeitgeschehen regelmässig verfolgen und bin dankbar, dass mir die FAZ.net die Möglichkeit der Artikel-Kommentierung gibt.
Viele andere Kommentare haben mir schon viel Interessantes, Wissenswertes und Bedenkenswertes gegeben.
Damit das ganze nicht ausufert wie in Foren und Chats, wo meist Dummes Gelabere vorherrscht und das Lesen reine Zeitverschwendung ist, begrüsse ich, dass es bei FAZ.net eine Anmeldung mit Identifikation im Klartext gibt, was m.E. das Ausufern eindämmt.
Auch scheint mir das Niveau der Beiträge dadurch zu steigen.
Das Bewertungssystem begrüsse ich, gibt es mir doch oft die Möglichkeit, den eigenen Standpunkt zu überdenken und einzuordnen.
Bitte weiter so.
Detlef Stark

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17. März 2008 12:12

das Wort des Jahres:

Horst Dettweiler (dettw)

Empörungsrülpser

Einfach Klasse!

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17. März 2008 11:55

heise-online wird nicht erwähnt

Pattrick Schlumpf (p.schlumpf)

http://www.heise.de/newsticker/ und auch die übrigen Foren sind sehr stark frequentierte Foren, an denen sich die Problematik gut studieren läßt. Weil der Heise-Verlag sich anders als viele andere Verlage auch auf seinen Newsseiten ernsthaft und nachhaltig mit Themen wie Forenkultur und Onlinezensur beschäftigt und selber schon Gegenstand respektive Opfer der entsprechenden Rechtsprechung geworden ist, sind die Leser von heise online auch für diese Themen sensibilisiert. Heise versucht sich gegen Auflagen zu wehren, die einer Zensur in den Foren hinsichtlich kommerzieller oder politischer Interessen gleichkommen. Heise verfolgt deshalb eine sehr zurückhaltende Form des Eingriffs in die Foren, obwohl das Phänomen der Trolle ja gerade bei heise online sehr verbreitet ist. Der entscheidene Punkt ist, ob der Betreiber eines Forums routinemäßig im Sinne vorauseilenden Gehorsams Kommentare sperrt (dazu gehört auch der Einsatz von Filtern) oder ob er es gegebenfalls drauf ankommen lässt, verklagt zu werden. Heise gehört zu den Letzteren.

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17. März 2008 11:52

Veränderungsideen für die Bewertungsfunktion

Robert Klemme (rklemme)

Wie wäre es denn mit einer zweidimensionale Bewertung "belanglos" <-> "lesenswert", "Ablehnung" <-> "Zustimmung"? Das würde die Gefahr reduzieren, dass Kommentare als "belanglos" bewertet werden, weil sie keine Zustimmung finden. Ich persönlich habe "belanglos" jedenfalls immer so verstanden, dass es nicht um meine Zustimmung sondern um meine Einschätzung geht, wie weit der Artikel einen guten Beitrag zur Debatte leistet und einen Standpunkt verständlich und schlüssig darstellt - unabhängig davon, ob ich die Meinung teile.

Manchmal fände ich auch interessant zu sehen, wie viele Bewertungen ein Kommentar bekommen hat. Es hat schon eine andere Qualität, wenn zwei Leser einen Kommentar "belanglos" einstufen oder das gleich 20 gemacht haben.

Insgesamt aber bin ich recht zufrieden - das muss auch einmal gesagt werden (siehe vorheriger Kommentar).

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17. März 2008 11:32

Umgang mit Kommentaren

Stefan Sieber (schoener-laufen)

Ich halte das Kommentarmodul der faz für gut und noch weiter optimierbar.
1. Nicht anonyme Kommentare verbessern die Qualität der Einträge. 2. Das Zensieren steigert ebenfalls die Qualität der Einträge.
Warum lese ich die Kommentare? In der Hoffnung weitere neue, über den Artikel hinausgehende Informationen oder Blickwinkel zu erhalten.
Ein Diskussionsforum ist das Kommentarmodul der faz m. E. nicht. I. d. R. findet man fast nie Einträge, die sich auf vorherige Kommentare beziehen, sondern ausschließlich auf den Artikel.
Das Bewertungssystem erleichtet mir das Lesen der Kommentare besonders, wenn bereits 10 oder mehr Einträge vorhanden sind. Es reicht dann die zwei bis drei gut bewerteten zu lesen. Der Rest ist i. d. R. tatsächlich extrem belanglos.
Ich wünsche mir mehr geistreiche Kommentare. Vielleicht könnte man hier noch weiter aussortieren. Da das hier kein Diskussionsforum ist interessieren mich Kommentare, die sich auf reine Meinungsabgabe beschränken und nichts zum Thema beitragen, äußerst wenig.

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17. März 2008 11:25

Warum ich hier kommentiere

Robert Klemme (rklemme)

Die Anzahl der Kommentare ist überschaubar und hat in der Mehrzahl Hand und Fuß. Ich persönlich finde die redaktionelle Kontrolle gut, sie entspricht ja auch dem üblichen Vorgehen in Zeitungen. Ich bin im Gegenteil sogar erstaunt darüber, wie gut das funktioniert, d.h., dass Kommentare immer noch recht zügig online erscheinen. Wer lieber unzensiert kommentieren möchte, kann das ja auf einer anderen Plattform machen (davon sind reichlich vorhanden) oder gleich ein Blog schreiben.

Vielleicht könnte man die Bewertungsfunktion noch etwas verbessern, indem klarer wird, was die beiden Pole bedeuten. Dazu könnte man z.B. ein Tooltip-Text per Mouse-Over einblenden, der den Begriff ein wenig erläutert.

An Tobias Rüger: m.E. stellen Sie Leserkommentare im Vergleich mit Zeitungsartikeln zu positiv dar: auch Leserkommentare sind ja weit entfernt von Objektivität und tragen eben nicht immer nur zur Wahrheitsfindung bei. Im Zweifel ist mein Vertrauen in eine seriöse Redaktion wie die der FAZ immer noch höher als in die Community, da letztere viel extremere Ausreißer produziert.

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17. März 2008 11:04

Großartiger Artikel

Björn Uhde (mac7)

Ich bin selbst in einem Redaktionsteam Mitglied und nebenbei Chefredakteur eines eigenen Magazins. Ich kann die Erfahrungen, die Herr Niggemeier schildert, nur unterstreichen.
Löscht man als Moderator hämische oder beleidigende Kommentare, wird sofort nach Zensur gebrüllt. Oder so lange auf einer Formulierung herumgeritten, bis jegliche Diskussion abgewürgt ist. Meist hilft dann nur noch die Sperrung der Kommentare, damit nicht noch mehr Unsinn reingeschwemmt wird. Hinweise an die Leser, sie mögen sich doch bitte per Mail an die Redaktion wenden, werden zu 99% ignoriert - gibt man doch bei der eigenen Mailadresse teilweise private Daten preis, die einen dann identifizieren könnten. Anonym schimpft es sich halt so viel leichter.
Teilweise wird dabei dann aus Rechtschreibfehlern gleich auf mangelnde Recherche und/oder auf kein Verständnis der Materie, über die man eigentlich schreibt, geschlossen.

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17. März 2008 10:58

Die Masse macht das Problem

gisbert heimes (gisbert4)

Als Redakteur wäre ich grundsätzlich dankbar für das Feedback durch Leserkommentare. Den Anteil der reinen Störer kann ich nicht abschätzen.

Bei FAZ.NET kommen allem Anschein nach auch die Kommentare durch, die nicht unbedingt der Redaktionslinie entsprechen (Müll wohl richtigerweise ausgenommen). Sie sind das eigentlich Interessante an diesem Forum, man kann sie in der Regel an ihrer Abwertung leicht erkennen. Das Bewertungsergebnis stellt eine gute Vorauswahl dessen dar, was sich zu lesen lohnt oder eher nicht ;-). Auch kennt man mit der Zeit seine Pappenheimer...

Leider ist die direkte Antwortmöglichkeit auf andere Leserkommentare nicht möglich (Zitat-Funktion). Die Gründe dafür sind nachvollziehbar, es geht aber an Lebendigkeit verloren. Und obwohl sich sicherlich kaum jemand in einer Online-Diskussion 'überzeugen' läßt, könnte manches Gegenargument zur eigenen Meinung doch bedenkenswert sein.

Warum das FAZ-Forum nicht nach Themen strukturiert ist, erschließt sich mir dagegen nicht. Ein weiterer Nachteil ist die ausschließliche Möglichkeit, Redaktionsbeiträge zu kommentieren, auch wenn sich zu fast jedem Anliegen ein 'passender' Artikel finden läßt.

So, jetzt wieder die Zyniker...

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17. März 2008 10:39

Dahinter steckt immer ein kluger Kopf

Jürgen Becker (juergen.becker)

Wenn der Slogan der FAZ zutrifft, dann sollten zumindest hier im FAZ.NET Kommentare von höherer Qualität abgegeben werden als oftmals andernorts.

Aus meiner Sicht ist das auch so und ich fühle mich mitunter hier im kommunikativen Garten Eden.

Wer vergleichen möchte, sollte sich zum Beispiel mal in den Foren von XING umschauen - vor allem am Wochenende.

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17. März 2008 10:29

Ursache und Lösung

Annette Lotz (Anlo)

Die meisten "Randalierer" (eigentlich Spammer) treten in Gruppen zu bestimmten Themen auf. Sie sind in anderen online-Communities organisiert und sprechen sich in deren Foren ab nach dem Motto "hier und da schreibt jemand eine Meinung, die uns hier nicht paßt, geht dahin und bombardiert die". Plattformen von Zeitungen, Foren von Sendungen sind davon besonders betroffen, weil ein bestimmtes Renomée und größere Leserschaft haben als das eigene Heimforum. Das erst erklärt, weshalb die unterschiedlichsten Spammer zu bestimmten Themen massenhaft auftreten. Es ist eine konzertierte Aktion, die von anderen Stellen im Internet ausgeht, jedoch kein "privates" Posten von Einzelmeinungen. Mit dem Internet als hemmungslose Projektionsfläche hat dies weniger zu tun. Mittlerweile entwickeln diverse Hersteller, die das Problem erkannt haben, Semantik-Software, die es ermöglicht, quer durchs Netz und alle Nicknames, Spammer zu identifizieren. Insofern werden in Zukunft für Moderatoren die Möglichkeiten besser sein, konsequent zu sperren, auch bei Neuanmeldungsversuchen nach einer bereits erfolgten Sperrung. Das ist dann auch für diejennigen User ein Vorteil, die einfach nur sachlich und unorganisiert mit ihrer Einzelmeinung auftreten.

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17. März 2008 10:24

Mir gefällt

Patricia Jung (jungpf)

das Vorgehen der FAZ. Ich finde, die vorherige Überprüfung ist ein gutes Mittel, dass die Kommentare nicht ausufern. Ich empfinde es nicht als negative auf die Freischaltung zuwarten. Eigentlich beruhigt es den Verlauf. Ich muss ja nicht zu Allem und möglichst in Real Time meinen Senf dazu geben. Jeder hat seine Meinung, die ändert sich nur schwer. Eine gute Diskussion muss konstant moderiert werden, dass kann man von keinem Verlag verlangen.

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17. März 2008 10:14

Klar ist mein Klarname echt

Dirk Donau (Ddonau)

"dass man sich bei faz.net zum Kommentieren mit seinem Klarnamen anmelden muss: Bei einem Gegenüber mit Pseudonym fällt die Beleidigung leichter."

Der "Klarname" wird auch so streng überprüft.
Viele Grüße von "Dirk Donau" - haha. Jetzt werde ich wahrscheinlich gelöscht.

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17. März 2008 09:37

Anonymität

J.-R. Müller-Wachtendonk (perello)

Wie gut sich doch hinter der Hecke zielen und schießen lässt wird erst durch die Anonymität im Internet deutlich, wie ein Vorredner schon angemerkt hatte. Ähnlich wie in Chats, wo pickelige Teens plötzlich den Macho machen, gilt das auch für "seriöse" politische Diskussionen, die im Grunde ja auch nur gleichbedeutend sind mit dem Herausschreien der eigenen Meinung.

Ernstzunehmende Diskussionen sind im Internet nur ganz selten (und nur bei harmlosen Themen) möglich, grundlegende Verhaltensnormen, die im Kontakt von Auge zu Auge gelten, werden hier schlicht ignoriert. Vielleicht muss man aber den bekannten Spruch auch ergänzen: Besoffene, Kinder und anonyme Foristen sprechen die Wahrheit. Bitter.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist auch Godwins Gesetz, demzufolge die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Online-Diskussion ein Nazi- oder Hitler-Vergleich fälltt, mit zunehmender Dauer gegen 1 konvergiert.

Zum Abschluss noch ein englisches, zweifellos politisch inkorrektes Statement, dass die ganze Argumentiererei im Netz auf den Punkt bringt: Arguing on the internet is like running in the Special Olympics. Even if you win, you're still retarded.

Wenn man wirklich was Wichtiges zu sagen hat, sollte man das besser offline tun.

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17. März 2008 09:13

Ich find´s gut

B. Lehmann (lemdax1)

Die Nutzerkommentierung ist sicherlich nicht ohne Tücken. Andererseits lernt man auf diese Weise mal "das Volk", zumindest aber seine Leser kennen. Es dürfte doch auch für die Journalisten interssant sein zu erspüren, wie die Leute ticken und wie die eigenen Arbeit ankommt. Im übrigen ist dieser Umgang mit "leichtfertigen Meinungen", der sie herausfordert, Alltag in der Politik und in vielen Unternehmen mit direktem Kundenbezug. Die wirkliche Herausforderung sehe ich in einer anderen Dimension. Wenn man Zeitungsartikel direkt kommentieren kann und es irgendwie schafft, letztendlich eine Mehrheitsmeinung festzustellen, ist dieser neue Weg der Zeitungen auch ein lohnender Weg für die Parteien. Es ist schon beachtlich, wieviele Menschen bereit sind, Beiträge zu politisch relevanten Themen zu schreiben. Aber sie tun es hier und in erheblich geringerem Maße bei den Parteien, wo es ja eigentlich hingehörte. Mglw. fehlt dort die inspirierende Vielfalt der Meinungen und der zündende Artikel, an dem man sich "reiben" kann. Es lohnt sich daher an dieser neuen Entwicklung zu arbeiten. Bleiben Sie dran!

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17. März 2008 08:32

Bewertung von Userkommentaren

Anton Stroh (Kain333)

Leider nicht erwähnt wird im Artikel, dass User z.B. bei Faz.net die Möglichkeit haben, Kommentare von anderen Usern nach ihrer Qualität zu bewerten und dieses Bewertungssystem immer wieder dazu missbraucht wird, Kommentare, die nicht der allgemeinen konservativen Meinung entsprechen, möglichst schlecht zu bewerten und somit zu diskreditieren - sehr deutlich wird dies immer wieder bei wirtschaftlichen Diskussionen, wo sich meist zwei Meinungen gegenüber stehen.
Meiner Ansicht nach sollte dieses Bewertungssystem daher wieder entfernt werden.

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17. März 2008 00:46

Leserkommentare sind ein notwendiges Korrektiv zum erzieherischen Journalismus

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

Leserkommentare im Internet sind nichts anderes als Leserbriefe, die durch das neue Medium Internet bedingt, teilweise in ungenügender Form abgesandt werden. Sie sind als Teil des Phänomen Internet im Ganzen zu sehen, einem Medium, das mit seinem stetigen Wachstum das Gestaltungsmonopol der Redakteure hinsichtlich der öffentlichen Meinung beschneidet. Vermutlich deshalb liegt dem Mainstream-Journalismus der Fall Eva Herman so schwer im Magen. Der Versuch, Frau Herman z.B. mit manipulierten Zitaten zu diskreditieren ist nach dem von der dpa verlorenen Prozess wohl endgültig gescheitert. In einer offenen Gesellschaft sind Leserkommentare naturgemäß Teil derartiger Wahrheitsfindungsprozesse und das hat für einen erzieherischen Journalismus wie ihn Autor Niggermeier betreibt unangenehme Folgen. Insbesondere natürlich bei brisanten Themen wie Ausländerkriminalität und Islamisierung die kartellartig von den führenden deutschen Medien mit System verharmlost werden. So etwas verunsichert. Deshalb wohl die scharfen Geschütze, das Gefasel von 'Hetze' usw. gegen das Korrektiv der Lesern-Kommentare, die naturgemäß da, wo Pressedarstellungen von erlebter Wirklichkeit offensichtlich abweichen besonders heftig ausfallen.

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