
schon gar nicht, wenn die Wahrnehmung durch eine linksdogmatische Perspektive verzerrt wird. Eine zurückgenommene einstweilige Verfügung kostet Heilmann auch Geld. Wenn es der Gegenseite gelingt, den Wert für die Gebührenberechnung im Millionen- oder Milliardenbereich anzusiedeln, kann Heilmann neben dem durch seine Parteizugehörigkeit bereits geleisteten politischen Offenbarungseid auch den persönlichen - eidesstattliche Versicherung genannt - ablegen.

Im Internet gibt es inzwischen auch eine eigens dafür eingerichtete Website, um gegen das Vorgehen des Abgeordneten Heilmann zu protestieren.

Wenn die Informationen richtig sind, hat ein ehemaliger STASI-Mann, der Bundestagsabgeordneter der Linken geworden ist, die Freiheit der Information im Internet durch einen Beschluß eines unabhängigen Gerichts der Bundesrepublik Deutschland unterdrückt. Das erinnert sehr an die Unterdrückungsmethoden der "DDR". Soweit darf es nie wieder kommen und ich hoffe, dass solchen Methoden und Leuten schnellstens rechtstaatlich das Handwerk gelegt wird. Diese Leute haben auch in der Politik nichts verloren, wir haben lange genug unter den Willkürrepressalien der STASI-Leute und ihrer Netzwerke gelitten. Wenn dieser Herr Lutz Heilmann der Meinung ist, dass falsche Dinge in Wikipedia über seine Vergangenheit geschrieben sind, hat er das Recht und die Möglichkeit gegen seinen Eintrag auch gerichtlich vorzugehen. Er hat aber kein Recht, die für alle frei zugängliche Wissenssammlung für alle zu blockieren. Ich hoffe, dass er dafür zur Verantwortung gezogen wird. Wenn das die Zukunft der "Linken" ist, sollten sich alle fragen, ob diese Partei für uns wählbar ist. Die nächsten Wahlen werden es zeigen... Übrigens selbst eine Falschaussage in dem Internet zu blockiern, bleibt selbst für alle Gerichte ein hoffnungsloser Versuch. Leider...

wenn jetzt jeder Hinz und Kunz ein freies Internetportal, das von Millionen von Menschen benutzt wird, einfach abschalten kann? Egal weshalb Hr. Heilmann meinte, vor dem LG Lübeck diese Einstweilige Verfügung beantragen zu müssen. Es hätte ja wahrscheinlich gereicht, wenn er nur gegen die seiner Meinung nach gegen ihn gerichteten Behauptungen auf Unterlassung geklagt hätte. Aber gleich ein ganzes Portal lahmlegen lassen? Und, was ist das für eine Gerichtsbarkeit? In welchem Jahrhundert lebt denn das LG Lübeck? Ich denke, die dortigen Richter waren sich weder der Sache noch der Folgen bewusst. Es ist einfach unglaublich, was sich einzelne Richter in unserem Land herausnehmen. In anderen freien, demokratischen Ländern gab es bislang jedenfalls sowas noch nicht.

Ich lese hier nur Stasi, MfS, DDR. Meine Fresse, das ist jetzt fast 20 Jahre her! Habt Ihr keine anderen Sorgen!?

Ich finde es hammerhart, mit welcher Selbstverständlichkeit offen hingenommen wird, das ein offensichtlich als solcher erkannter und belegter, ehem. Stasi-Mitarbeiter als Volksvertreter (!) im Bundestag sitzt. Was im höchsten Hause Deutschlands anscheinend kein Thema ist, erlaubt sich noch nicht mal eine kleine Dorfverwaltung. Aus dem öffentlichen Dienst der Kommunen ist (im Osten) in den Jahren nach der Wende jede/r sofort rausgeflogen bei dem/der rauskam, dass sie/er was mit der Stasi zu tun hatte. Da gabs keine Debatten - vom Fax der Gauck-(heute Birtler)behörde bis zur fristl. Kündigung vergingen oft nur Stunden. ÖD-Mitarbeiter mussten sich ausnahmslos dem Ritual der s.g. "Stasi-Überprüfung" bei Ihrer zuständigen Gauck-(heute Birtler)behörde unterziehen. Die mussten eine Erklärung unterschreiben, dass sie niemals eine systemstützende Position bei staatstragenden Organisationen oder dem MfS innehatten. Für den Fall das sich aus der Aktenklage der Gauck-(heute Birtler)behörde ein -dieser Erklärung- widersprechendes Bild ergäbe, hatte der/die Betreffende (in der selben Erklärung !) vorsorglich seiner eigenen fristlosen Kündigung zuzustimmen. Und so wurde es auch gemacht - außer im deutschen Bundestag. Ein Hohn für die MfS-Opfer.

Am Freitag morgen kannte ihn praktisch noch niemand. Heute kennt ihn ganz Deutschland. Das nenne ich mal einen kommunikativen Erfolg! :->

Dass Herr Heilmann sich mit dieser einstweiligen Verfügung keinen Gefallen getan hat, scheint klar. Auch, dass er sich nicht als sympathischer David, der gegen den "Goliath" - Wikipedia Antritt eignet, steckt in seiner Biographie. Es wirft sich aber eine andere Frage auf, die tatsächlich einen "würdigen" David oder am Ende eine "Katharina Blum" trifft. Wie weit darf Wikipedia gehen. Das sich auf den Seiten viele falsche Behauptungen und Theorien tummeln ist unbestritten. So mag es für manche wissenschaftliche Artikel nicht so "schlimm" sein. Was ist aber, wenn es Menschen betrifft? Der Artikel gibt leider keine Auskunft, warum das Gericht eine einstweilige Verfügung anordnete. Es fehlen Fakten - wie auch gerne bei dem ein oder anderen Wikiartikel. Wer ist letztlich für die Einhaltung aufgestellter Regeln (Wikikette) verantwortlich? Und wie passt es zusammen, dass ein Politiker ohne herausragende Leistung bzw. öffentliches Interesse in einer Enzyklopädie, dem erklärten Ziel von Wikipedia, auftaucht. So wie Wikipedia Ausdruck der Freiheit sein kann, kann sie auch sehr schnell zum Albtraum dieser werden und ist, wie sich zeigt, durch deutsche Urteile nicht zu "bremsen". Hoffentlich trifft es nicht demnächst Sie....

Jemand verwendete schon den Begriff. Wer google bedienen kann, wird feststellen, dass Lutz Heilmann seine Stasitätigkeit in seinem Lebenslauf auf seiner Homepage aufführt. Liest man die Wikipediaversionshistorie durch, merkt man sofort, es geht nicht um die Stasivergangenheit, sondern um einen anderen Sachverhalt. Lutz Heilmann wird über diesen vermutlich sprechen müssen, um diesen Verdacht, er hätte seine MfS-Tätigkeit vertuschen wollen, auszuräumen.

Heilmann beanstandete im Wikipediaartikel u.a. das er Teilhaber eines Online-Sexversands sei.

Zitat: "Ich verstehe bis heute nicht warum ein Herr Schily oder Herr Schäuble als Innenminister sich nicht dagegen gewehrt haben?" Ihre Aussage zeigt, dass Sie scheinbar noch nicht ganz verstanden haben, wie das "Internet" funktioniert. Die Server von Wikipedia stehen in den USA, auch die mit den deutschen Inhalten. Der Einfluss eines deutschen Innenministers auf Inhalte die zwar weltweit (auch von Deutschland aus) abgerufen werden können, aber eben "physikalisch" in den USA vorgehalten werden, ist eben doch sehr gering. Wenn z.B. ein Herr Ahmadinedschad auf einer in Deutschland vorgehaltenen Homepage scharf kritisiert wird und sein Innenminister deren Abschaltung fordert, gäbe es hier sicher auch nur ein dezentes Lachen seitens der Verantwortlichen. Höchstwahrscheinlich mit Ihrer (berechtigten!) Zustimmung

Über dieses Spektakel kann man sich eigentlich nur totlachen. Ein MdB der "Linken", der auf seiner offiziellen Homepage selbst seine Tätigkeit für das ehem. Ministerium für Staatssicherheit (vulgo: Stasi) offenlegt, schlägt nun mit der juristischen Keule um sich und erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen die deutsche Seite von "Wikipedia", weil dort Schlimmes über seine DDR-Vergangenheit (s.o.) enthalten sei. Die Entscheidung darüber, ob sich nun der Genosse H. oder das Landgericht Lübeck, das diese einstweilige Verfügung erließ, mehr blamiert haben, bleibt dem geneigten Publikum überlassen. Denn erstens war der Versuch, Wikipedia komplett lahmzulegen, von vornherein untauglich (u.a. die Meldungen von FAZ.NET enthielten den Link zur deutschsprachigen Originalseite, wodurch Wikipedia zu keinem Zeitpunkt unerreichbar blieb; im Zweifelsfall hilft noch immer Google), und zweitens kennt jetzt nun wirklich jedermann Herrn H. (wer möchte so jemanden überhaupt noch wählen?) - und leider auch das Landgericht Lübeck. Dass sich Herr H. ob dieses peinlichen Vorfalls unsterblich blamiert hat, dürfte unstreitig sein. Weitaus bedenklicher erscheint mir jedoch die dadurch entstandene Diskussion um die Justiz.

Es ist schon ein starkes Stück, dass selbst die konservative FAZ deutliche Kommentare gegen den ehemaligen Stasi-Schergen Heilmann zensiert. Hat diese Zeitung, die sich seit jeher - wie ich meine zu Recht - als DIE Hüterin bürgerlicher Freiheitsrechte in der BRD gerierte, etwa Angst, von einem solchen "Herrn" verklagt zu werden? Das wäre schade und würde ein bezeichnendes Licht auf den Anspruch werfen, den die FAZ im Verhältnis zur DDR und zu ehemaligen Stasi-Schergen verfolgt. Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Welt. Dort zensiert man nicht die berechtigten Unmutsbekundungen von Bürgern, die jahrzehntelang unter der DDR-Diktatur leiden mussten - auch nicht gegenüber einem klagefreudigen Herrn Heilmann.

... selbige scheint erstmal offline gegangen zu sein. Stattdessen steht an ihrer Stelle jetzt ein einfach gehaltener Text, indem Herr Heilmann meint er wolle Wikipedia nicht zensieren, er wolle nur wahrheitsgetreue Texte dort sehen. Was Wortklauberei. -- Wenn das Gericht - was gut sein kann - die Folgen seines Beschlusses nicht fassen kann, ist das, was Internetproblematiken angeht keineswegs selten, und spricht nicht sehr für die Richter. -- Es ist schön dass Herr Heilmann seine Tat offiziell bedauert... bis es eine entsprechende Entscheidung vom Gericht gibt, bleibt die Weiterleitung gesperrt. Mich zumindest würde es etwas gnädiger stimmen wenn er dem wikimedia e.V. die Gerichtskosten erstattet und - wie es in den letzten Tagen außergewöhnlich Viele getan haben - dem jährlichen Spendenaufruf Wikipedias folgt - mit einer Summe, die nicht nur ein Alibi ist... wie wärs mit 10.000 Euro, Herr Heilmann?-- Am Ende: das auf Heilmanns website verwendete Wort "Userinnen" gibt es nicht. "User" kommt aus dem Englischen und enthält die Benutzerinnen schon.

Schaden für Wikipedia? Wohl kaum! Schon eher sollte sich Hr. Heilmann warm anziehen für seinen künftigen politischen Werdegang. Eine einstweilige Verfügung gegen eine populäre Webseite wie Wikipedia will vorher wahrlich gut überlegt sein! Sowas macht man nicht ungestraft mal schnell als "Schuss aus der Hüfte". Und was war so schlimm daran was da geschrieben stand? Er war "anno Tobak" mal bei der Stasi- das ist ebenso Geschichte wie die Mauer und der eiserne Vorhang. Man sollte einfach zu seiner Vergangenheit stehen- man muss ja nicht stolz darauf sein!

So wie ich das verstehe ist das für mich ein Angriff auf die Freiheit gewesen. Es zeigt außerdem dass die Linke nicht so demokratisch ist wie sie den Anschein erweckt. Ich glaube Herr Heilmann hätte noch andere Möglichkeiten gehabt als direkt Wikipedia zu verklagen. Leider ist es in Mode, der Linke Gregor Gysi macht es ja ähnlich, aber auch Politiker anderer Parteien klagen sehr schnell. Am Ende war es wohl für Herrn Heilmann die klügste Entscheidung doch nicht juristisch vorzugehen, denn wer weiß was das zu Tage gebracht hätte.

so ein Eigentor: ich vermute mal, das hunderttausende von Wiki-Nutzern das erstemal von der Stasi-vergangenheit des "Herrn" Heilmann erfahren haben. Es ist aber ein Problem, das es Gerichte in Deutschland gibt, die über etwas urteilen, was sie nicht begreifen können. Information im Internet zu unterdrücken ist so gut wie unmöglich. Heilmann steht jetzt zu Recht als Depp da.