nämlich leute wie herr aßmann... aber gut, hier soll ja nur zum thema geschrieben werden:
die fürchterlichste wahrheit über hitler ist vermutlich, daß er eben genau so eine witzfigur gewesen ist, die eigentliche schwäche der darstellung im untergang durch bruno ganz ist ja meiner meinung nach, daß er der absurden gestalt hitlers mehr tiefe verleiht, als ihr zusteht, als sie tatsächlich hatte. im engen, privaten umgang soll er ja ein charismatiker gewesen sein, heißt es. tatsächlich war er vermutlich aber nur eine projektionsfläche für gleichgesinnt oder -gestörte zeitgenossen, insbesondere wk I teilnehmer. das "ich kapituliere nicht. niemals. nein! keine angst, blondie!" enthüllt doch nichts anderes, als daß der böseste mensch den vor mao die welt gesehen hat, auch nur ein kleines arschloch gewesen ist.
rühl
Ich bezweifle, daß es nur einen Weg gibt, den Nationalsozismus aufzuarbeiten. Ich bezweifle, daß Hitler dadurch sympathisch wird, daß ihn eine Satire lächerlich macht. Ich bezweifle, daß die Opfer des Holocausts das allesamt als Beleidigung ansehen.
Ich glaube vielmehr, daß der bleiernernste Umgang damit und die biedere Betroffenheit verhindern, daß ein gesellschaftliches Klima entsteht, in dem der Nationalsozialismus keine Chance hat. Es ist nicht richtig, in Hitler den Dämon, den Leibhaftigen zu sehen. Er war ein Mensch mitten aus der Gesellschaft.
Das wirklich Beklemmende ist die Einsicht, daß ganz normale Leute es geschafft haben, eine solche Diktatur aufzubauen und einen Völkermord zu verüben, und daß ebenso normale Leute das zugelassen haben.
Die Überlebenden des Holocausts leben seit mehr als sechzig Jahren vor, wie individuell und vielschichtig das Erlebte verarbeitet wird. Humor, auch rabenschwarzer, hilft dabei.
Und diejenigen, die glauben, Nationalsozialisten erhielten Zulauf, wenn Hitler satirisch lächerlich gemacht wird, möchte ich fragen, ob sie gerne eine Satire über sich sehen wollten, in der sie so abschneiden wie Hitler im "Bonker". Würde eine solche ihnen wirklich schmeicheln, oder würden sie sich schämen?
Eine solche Art der Vergangenheitsbewältigung erscheint uns ungewohnt. Witze über eine Person zu machen, die derartig verbrecherisch gewirkt hat, ist auf den ersten Blick ungewohnt und vor allem unangemessen.
Warum aber andererseits sollte gerade eine solche Person vor Geschmacklosigkeiten geschützt werden? Natürllich besteht die Gefahr der Verharmlosung, die vor allem die Opfer befremdet. Andererseits zeigt sich, daß trotz intensiver Bewältigungsversuche immer noch Irregeleitete nach den vermeintlichen Werten von damals suchen.
Laßt uns diese "Werte" doch mal mit der Sichtweise von Moers untersuchen! Vielleicht bekommt dann der eine oder andere Ewiggestrige mal eine andere Wahrnehmung über sich selbst.
Wer J. Fest gelesen hat, weiß, daß Adolf Hitler ein kleiner Mann war, der sich auf ein großes Podest gestellt hat. Vielleicht ist eine solche Geschmacklosigkeit ein weiteres geeignetes Mittel, ihn auch für den letzten unter uns endlich und nachhaltig davon herunterziehen.
"Es ist vor allem sehr witzig."
"Man mag es nicht glauben, aber das ist in der Tristesse von Pigors Hitler-Stimmimitation, den absurden Musicalelementen und Gönnerts bewußt niedlicher dreidimensionaler Animation von grandioser Komik."
Ich kann diese Begeisterung von Herrn Platthaus überhaupt nicht nachvollziehen. Ich finde das Stück schlecht und nicht besonders witzig. Aber das trifft auch auf das Keine Arschloch und erste Adolf-Buch zu. Dann schon lieber die tolle Phantasiewelt Zamonien mit Käpt'n Blaubär mittendrin.
Natürlich !
Bereits Charlie Chaplin hat das gemacht - mit seinem Film
"Der große Diktator".
Und das zu einer Zeit,als es viel gefährlicher war,über Hitler zu lachen.
Dieses Zeug ist eindeutig der falsche Weg, die deutsche Vergangenheit aufzuarbeiten. Hilter war einer der größten Verbrecher, die die Menschheit jemals hervorgebracht hat. Da gibt es absolut nichts zu lachen! Der einzige Weg diese Hölle nie wieder zu ermöglichen, ist eine demokratische Erziehung und die realistische Darstellung (in Wort und Bild) der Verbrechen der Nazis. Eine Witzfigur zum Mitsingen erleichtert nur die Sympathie. Ablachen und Nazisau-brüllen, reicht eben nicht. Auwch wenn das viele Linke heute glauben. Diese Art von Satire ist eine bodenlose Frechheit, weil sie jedes einzelne Holocaustopfer beleidigt, für die Hitler keine tanzende Badewannenpuppe war.
Ja, das ist anstößig und ja, das ist geschmacklos. Ich sehe jetzt schon Oliver Geissen, Axel Schulz, Jens Riewa und Jenny Elvers-Elbertzhagen im adretten SS-Hemdchen bei einer "30er Jahre Show" auf dem RTL-Sofa sitzen.
Ich habe Walter Moers Videoclip sowie das dazugehörige Buch längst erworben und kann dabei herzlich lachen. Auf derart geniale Ideen, Hitler mit Gandhi, Michael Jackson und anderen ein letztes Mal im "Bonker" zusammenkommen zu lassen, noch dazu zeichnerisch so witzig umgesetzt - das kann nur Walter Moers.
