
ist naturgemäss ein heikles Eisen. Bei Jürgen Kaube wie bei einigen anderen, die sich mit dem Littell-Roman auseinandergesetzt haben, scheint mir aber doch ein Motiv erkennbar zu sein: Littell begeht die - zumindest für deutsche Verhältnisse -Ungeheuerlichkeit seinen Protagonisten als Juristen zu skizzieren. Als ganz normalen Juristen, wie es sie damals und heute zu hunderttausenden gab und gibt. Damit befleckt der Autor einen Berufsstand, der sich selbst für sakrosankt hält. Nicht mehr der tumbe deutsche Prolet als KZ-Wächter oder geifernder Gauleiter, sondern intellektuell gebildete Menschen mit verbrecherischer Gesinnung. Das wird in Deutschland nicht toleriert, auch nicht von Frau Heidenreich oder Herrn Peymann.