Neue Zeiten in der ARD

Harald Schmidt weicht auf langen Donnerstag

Konzentration am Donnerstag

Konzentration am Donnerstag

04. April 2007 Harald Schmidt wird vom 18. Oktober an in der ARD nach den „Tagesthemen“ nur noch am Donnerstag seinen Sendeplatz haben. Der Entertainer wird den Mittwoch aufgeben und damit am Donnerstag seine Sendezeit auf eine Stunde verdoppeln.

Seinen Platz am Mittwoch wird Schmidt zu Gunsten von Frank Plasberg mit dem Polittalk „Hart aber fair“ opfern, der am 17. Oktober um 21.45 Uhr beginnt. Danach folgen um 23 Uhr die „Tagesthemen“ - für Schmidt bliebe da keine Zeit mehr. Das teilte ARD-Programmdirektor Günter Struve am Mittwoch in Stuttgart nach der Hauptversammlung mit.

Je später der Abend, desto besser der Schmidt

Der Vorsitzende der ARD und Intendant des Saarländischen Rundfunks, Fritz Raff, sagte: „Wir haben mit der Entscheidung für Plasberg im Ersten Programm deutlich gemacht, dass der ARD viel an guter politischer Diskussion gelegen ist.“ Die ARD wolle die politische Diskussion stärken. Raff sagte: „Die politischen Magazine der ARD haben in jüngster Zeit Zuschauer gewonnen“. Struve erklärte, mit der Platzierung von „Hart aber fair“, bislang im WDR-Fernsehen zu Hause, sei im ARD-Gemeinschaftsprogramm das Profil im Bereich politische Information gestärkt worden.

Struve sagte zur Verdoppelung der Sendezeit für Harald Schmidt, Schmidt selbst verspreche sich viel von der Konzentration seines Auftritts auf einen Abend. Struve fügte hinzu: „Je später der Abend wird, je besser wird Harald Schmidt. Er hat das Vertrauen der ARD“. Caren Miosga, die als neue Moderatorin der „Tagesthemen“ Nachfolgerin von Anne Will wird, soll am 1. Juni starten, sagte Struve. Anne Will, die Sabine Christiansen am Sonntagabend ablöst, werde ihrerseits am 16. September mit ihrer Talkshow beginnen.

Neue Weichenstellungen

Die Sportkoordination wird neu organisiert. Struve werde nach der Trennung von Hagen Boßdorf nebenamtlicher Sportkoordinator bleiben. Vom 16. April an werde Klaus-Werner Schulz als Sportrechte- Beauftragter in der Sportkoordination tätig sein. Sein Vertrag sei auf zwei Jahre befristet. Neben ihm führe Karl-Günther Wollscheid weiterhin die Geschäfte der ARD-Sportkoordination. Struve sagte, die Erfahrungen und die Fähigkeiten von Schulz stärkten die Position der ARD auf dem Sportrechtemarkt.

Der Vorsitzende der Konferenz der Gremienvorsitzenden (GVK), Volker Giersch, bezeichnete es als große Herausforderung der ARD, jüngere Mediennutzer stärker als bisher für die öffentlich- rechtlichen Programme zu interessieren und zu gewinnen. Er fügte hinzu, nachhaltiges Ziel müsse es sein, bei den 14- bis 29-Jährigen die bislang erzielten Reichweiten zu steigern. Dazu biete auch die Digitalisierung große Chancen.

Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa

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