New-York-Times-Parodie

George W. Bush jagt Usama Bin Ladin persönlich

“Ich werde Usama Bin Ladin jagen“ - im Interview der New-York-Times-Parodie hat George W. Bush große Pläne

"Ich werde Usama Bin Ladin jagen" - im Interview der New-York-Times-Parodie hat George W. Bush große Pläne

Die ausgesprochen professionell gestaltete falsche „New Yok Times“ führt auch ein Interview mit George W. Bush. Der ehemalige Präsident sitzt im Gefängnis, er ist wegen seiner Amtsführung angeklagt. Doch er hat etwas vor. Ein Auszug.

Seit Ihrem Abschied aus dem Weißen Haus sind einige Monate vergangen, und obwohl Sie den Irak-Krieg verurteilt haben und Ihre eigene Rolle dabei, haben Sie erklärt, dass Sie noch ein paar Sachen zu Ende bringen wollen. Was haben Sie für das nächste Jahr vor?

Seit dem Ausscheiden aus dem Amt hatte ich Zeit, die ganze Sache einmal gründlich anzusehen. Abu Ghraib war ein Fehler. Die Verwendung von angeberischen Begriffen wie „Mission erfüllt“ war ein Fehler. Die Truppenstärke war möglicherweise ein Fehler. Dass wir überhaupt dort einmarschiert sind, war natürlich ein großer Fehler. Ich glaube, im Rückblick wird die Geschichte sagen, dass man vieles hätte besser machen können, gar keine Frage, vom ersten Tag bis heute.

Ich sage das alles, weil ich nicht möchte, dass die Armee für das verantwortlich gemacht wird, was im Irak passiert ist. Wenn der Mann auf der Straße einen Sündenbock braucht, nun ja, dann braucht er nicht lange zu suchen. Ich bin der Sündenbock, maßgeschneidert, ich bin der Sündenbock. Natürlich hält mich das nicht davon ab, Holz für den Kamin zu sammeln! (lacht)

Mr. President, wie sehen Ihre aktuellen Pläne aus, abgesehen davon, dass Sie Sündenbock sein wollen?

Also, nur weil ich nicht mehr im Oval Office bin, muss ich ja nicht untätig bleiben. Ich habe mit einem Plan angefangen, und meine Pflicht gegenüber der Nation ist es, diesen Plan zu erfüllen.

Sie werden also …

Ich werde Usama Bin Ladin jagen.

Pardon?

Ich werde mich selbst auf die Suche nach Usama Bin Ladin machen, um ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen. Für Hinweise habe ich eine Belohnung von 500.000 Dollar ausgesetzt, von meinem eigenen Geld. Laura hat mir geholfen, für diese Hinweise eine kostenlose Hotline einzurichten . . . Ich werde den Job zu Ende bringen. Es ist gut und richtig, es muss sein. Und genau das werde ich tun . .

Verzeihen Sie, aber viele Leute werden sagen, dass Sie dafür nicht geeignet sind. Ihre Gesundheit - das ist doch kein Ein-Mann-Job.

Viele Leute dachten auch, ich sei als Präsident nicht geeignet. (Lacht) Aber im Ernst, wenn ich mich entschieden habe, muss ich die Sache durchziehen und mein Bestes geben . . .

Verzeihen Sie, Sir, aber ich finde es einfach unglaublich, dass Sie persönlich Usama Bin Ladin jagen wollen. Ich meine, im Gefängnis …

„Persönlich“ ist ein großes Wort. Eine Geschäftsorganisation hat viele Mitglieder, wir haben viele Ressourcen. In den letzten acht Jahren sind auf ganz erstaunliche Weise private Kampforganisationen entstanden.

Also, natürlich mache ich das nicht allein . . . Als Oberkommandierender muss man sich an die Gesetze halten, es gibt Beschränkungen und Diplomatie. Jetzt bin ich freier, selbst im Gefängnis, offen gestanden . . . Wie lange es auch dauern mag, um diesen Killer zur Strecke zu bringen, ich werde ihn finden und ihn seiner gerechten Strafe zuführen.

Aus dem Englischen von Matthias Fienbork.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AFP

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