Ist der Ball drin? Wer Zweifel hat, frage die “Ingoal“-Kamera

Die EM in den Medien

Schwächen im Bildaufbau

„Tactical Cam“, „Ingoal Cam“, Hubschrauber über den Arenen: Mit einem beispiellosen technischen Aufwand versucht das Fernsehen, jeden Zentimeter der Europameisterschaft abzubilden. Trotz Bildersturms aus allen Lagen kommt es jedoch oft den entscheidenden Schritt zu spät. Von Peter Körte

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Juni 2008 20:35

Schneller informiert mit Radio

Thomas Amtmann (Astor23)

Die Fernsehübertragungen bringen nicht nur die im Artikel beschriebenen Unzulänglichkeiten. Sie sind auch schlicht und einfach zu langsam. Zum einen differiert die "Live-schaltung" um etliche Sekunden je nach Empfangsart. Satellitenempfang kommt später als Antenne oder Kabel. Und als Rundfunkhörer fiel mir schon bei der WM wie auch jetzt bei der EM auf, dass ich über Tore und andere Geschehnisse früher informiert bin. Jubel und Schreie aus den Nachbarfenstern ertönen eine gefühlte halbe Minute später, nach dem ich schon Bescheid weiß. Und: Als Liebhaber von Sprache ist es mir ein Vergnügen, wie die Radiomoderatoren sich wirklich um eine gute (und meist erfolgreiche) Berichterstattung bemühen und dabei nicht auf unzulängliche Bildinszenierungen ausweichen müssen. Es gibt also Alternativen zum Fernsehen. Seien wir froh!

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15. Juni 2008 19:12

Was will der durchschnittliche Fernsehzuschauer?

Kim Norman Thiebus (Teuton1c)

Mir kam gerade der Gedanke, dass es sich bei dieser Art der Inszenierung um eine konsequente Anpassung an die Zielgruppe (sprich der durchschnittliche Fernsehzuschauer) handeln muss. Es ist klar erkennbar, dass hier kein zur eigenen Analyse aufbereitetes Fußballspiel gezeigt wird, sondern eine Unterhaltungsshow "abgezogen" wird. Ich sehe hier auch einen Zusammenhang zwischen der Bildfolge, der Dauer einer Szene und der Konzentrationsfähig sowie dem allgemeinen "Sachverstand" der Zuschauer. Ich glaube, die Regie versucht den Blick der Kamera durch das Stadion schweifen zu lassen, wie sie es sich von einem nicht 100% fußballaffinen Familienbesucher bei der EM vorstellen. Hier mal gucken, da mal gucken und bisweilen dem Spielverlauf folgen. Dazu passt auch die Auswahl und Ausrichtung der Kommentatoren, die ein breites Publikum unterhalten sollen. Da reicht es dann auch, Spielernamen immer wieder runterzurattern und allg.bekannte Phrasen zu plazieren. Es geht um seichte Unterhaltung- nicht um Action. Stellen Sie sich einmal vor, die Fußballübertragung wäre durch Schulterkameras und dynamischen Schnitt wie der aktuelle Nike-Werbespot. Viel zu spannend und viel zu nervenaufreibend - für den Normalo! Aber ein Traum wäre es schon...!

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15. Juni 2008 15:31

Rätselhafte Dramaturgie

Wolfgang Bössenroth (cantalupo)

Ihr Beitrag spricht mir aus der Seele. Aber nicht nur bei der EM (hier ist es verstärkt) sondern auch bei vielen Life-Übertragungen vor allem vom ZDF. Wie oft habe ich mich schon darüber geärgert, wenn während des laufenden Spieles Prommis oder Trainer gezeigt werden und erst im letzten Moment auf den laufenden Spielbetrieb umgeschaltet wird. Am allerschlimmsten ist es, wenn die Bildgestalter beweisen wollen wie gut sie den Kommentator begleiten können und dann vom Spielgeschehen weg gehen und uns den Rücken, Hinterkopf oder das Nasenloch eines Spielers oder Trainers 8-10 Sec lang zeigen. Und das Spiel geht weiter. Ich habe schon oft an das ZDF geschrieben - bisher ohne Erfolg. Vielleicht trägt Ihr Beitrag dazu bei, dass den Herren klar wird: wir sitzen am Fernseher! Nicht im Stadion!

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