
Der Blog ist nur der erste Schritt in eine Richtung, die weg vom Einbahnstraßen-Journalismus führt. Es gibt schon heute viele Blogs, die von mehreren Leuten betrieben werden. Ich möchte nicht vorhersagen, wo die Reise hingeht, bin aber sicher, dass wir zukünftig eine stärkere Durchdringung von Redakteuren, Autoren, aktiven und passiven Lesern haben werden. Die starre Rollenverteilung wird aufgelöst, in der gleichen Person vereinigen sich verschieden große Anteile der genannten vier Rollen.
Aus dem Redakteur wird ein Portal-Bereitsteller, der durch Netzwerkaufbau, verschiedene Vorgaben und Eingriffe die Richtung, das Format bestimmt.
Die Grenze zwischen Autor und aktivem Leser wird fließend. Aber hier wird sich eine neue Strukturierung ergeben. Autoren, die gut zum Profil der Seite passen, werden sich hier stärker engagieren, werden natürliche Autoritäten. Dann vereinigen sich Blog und Forum zu einem neuen Format.
Natürlich werden die meisten Menschen passive Leser bleiben. Das ist aber kein Problem, wenn die Menge und Vielfalt der aktiven ausreicht und der Betreiber den Machern genug Freiheit gibt.

Der Artikel ist wirklich klasse Satire.
Nun bin ich mal neugierig, wie die Chefetage ihren Lesern verklickern will, dass ein satirischer Artikel bei der FAS erschienen ist, ohne dass das jemand in der FAS bemerkt hat.
Gruß
Marcel vom Blog Mein Parteibuch

...man muss halt nur intensiv suchen. Aber ich gebe Ihnen unumwunden recht, die deutsche Blogserszene ist - mit Ausnahme einiger großer Blogs - noch ganz am Anfang, vergleicht man z.B. mit den USA. Dort haben Blogs inzwischen mehr Einfluss, als ganze Zeitschriftenredaktionen.
Ich selbst betreibe einen themenspezifischen Blog und pflichte Ihnen auch bei, dass insbesondere diese themenspezifischen Blogs in Deutschland sehr unterentwickelt sind. Es bedarf schon eines langen Atems und viel Euphorie des Schreibers, da die Besucherzahlen hierzulande nur sehr langsam ansteigen und es recht schwierig ist - gerade in der Anfangsphase - Besucher auf die eigenen Seiten zu holen.
Ich hoffe und wünsche mir, dass Blogs irgendwann einen ähnlichen Status wie in Amerika erreichen und werde meinerseits einfach weiterhin tun, was mir extrem viel Spaß macht: einfach bloggen
VG

"Es wäre an der Zeit, dass sich im langen Schwanz der deutschen Blogs auch Partikularinteressen jenseits von Alltag und Technik einnisten; dass sich ein paar Blogger finden, die sich nicht nur an Kochrezepten und Youtube abarbeiten, sondern an abseitigen Themen wie dem Klimawandel, dem Theater, der SPD oder der deutschen Außenpolitik."
Macht man sich die Mühe, die Blogosphäre zu durchforsten, so entdeckt man durchaus Blogs, die sich mit ähnlichen wie den genannten Themen beschäftigen.
Ich schreibe auf meiner persönlichen Website über die öffentliche Verwaltung. Gemeinsam mit dem Projekt Verwaltung.modern@Kehl und einigen Politik-Blogs, die ab und an über Verwaltungsthemen schreiben, sind das jedoch die Marktführer im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Glücklicherweise gibt es einige engagierte Bürger, die über lokale Gegebenheiten schreiben, so genannte Lokalblogs (engl.: Placeblogs), die meines Erachtens die Lokalberichterstattung um ein vielfaches ergänzen.

Unterstellen wir einmal, dass auch in Zukunft eine gewisse Qualität verlangt werden wird und 90 Prozent der Menschen nichts wirklich Interessantes mit zu teilen haben. Sollte das zutreffen, ist das, was wir heute als Blogosphäre verstehen, wahrscheinlich nichts anderes als eine gigantische weltweite Probierwelle.
Irgendwo in ihrem Inneren spielt sich aller Voraussicht nach aber der interessante Prozess ab: Kommunikationsprofessionals (Journalisten, Musiker, Theaterleute, Filmer, usw.) loten aus, inwieweit und unter welchen Bedingungen sich mit Blogs Geld verdienen lässt. Als Geldmaschinen fungieren hierbei Google und Yahoo und MSN mit ihren Werbeverteilrobotern.
Wer Traffic produziert, bekommt demnach Werbung und kann davon leben. Mir leuchtet nicht ein, warum das eines nicht so fernen Tages nicht so sein sollte.
"Bloggen für Jedermann" scheitert daran, dass Jedermann nichts mit zu teilen hat. Professionelles Bloggen bedeutet hingegen die Lösung der Kommunikation von den traditionellen Produktionsmitteln, um es mal in Marxscher Terminologie zu sagen.
Und dann wird es spannend.

Erst die Andersdenkenden kaum (bei der FAZ geht´s ja noch) zu Wort kommen lassen und dann höhnen:
Ihr habt ja gar nichts zu sagen.
Nein, so einfach ist die Welt nicht. Die Aufsätze von Volker Zastrow (schön dass wenigstens die FAZ ihn publiziert) enthalten mehr Wahrheit als alles von Sandra Kegel, Alice Schwarzer & Co. geschriebene. Es ist allein die Auswahl der Redaktionen, nicht der Schreiber!
Und was die Blogs betrifft, neben den schon genannten erlaube ich mir auf LizasWelt, outcut, Volkmar-Weiss oder die Achse des Guten zu zeigen.
Es wäre die Aufgabe der FAZ, nicht die angebliche Inhaltslosigkeit der Anderen zu verhöhnen, sondern mal dazulegen, warum die Redaktion sich partout weigert, die in den genannten Seiten aufgeführten (nachprüfbar richtigen) Aussagen zu publizieren.
Gelegenheiten gibt´s zuhauf. Allein beim Thema Kinderkrippen geben die Blogs mindestens genauso viel her wie die Beiträge der FAZ, und mehr als die v.d. Leyens allemal.

Lieber Herr Harald Staun,
Genau so, ganz genau so wie sie, fragte ich mich: “Wo seid Ihr?”. Damit meinte ich, wo seid ihr meine Freunde? Ich bin eine Griechin. Ich sitze jetzt in Toronto. Ich “traeume” aber auch “von Deutschland in der Nacht” und dann “werde ich um den Schlaf gebracht”. Ich schreibe in einer Sprache, die anscheinend aufgrund der eigenwilligen Syntax und der unsicheren Orthographie, die Inhalte und den eigentlichen Sinn so verfremdet, so dass kein Mensch mehr darauf irgendeine Antwort geben kann. Irgendeine Antwort oder Kommentar. Ich habe zum 1. Mai einigen Bekannten einen Gruss versandt und damit wahrscheinlich alle “erschossen”. Das Gute ist. Je beharrlicher das Schweigen bleibt, desto besser komme ich in Fahrt. Der zweite Gruss ist bereits verfasst. Ich habe Ihren Beitrag sehr gemocht. Ich wuenschte mir, ich koennte alles so auf den Punkt bringen wie Sie. Ich wuenschte mir aber auch, dass Sie mir eine email Adresse mitteilen, damit ich Ihnen den laengeren Text verschicken kann. Ich braeuchte auch Resonanz.
Besten Dank!

Sie vermissen Stil, Ästhetik und Qualität? Vielleicht haben Sie Ihren Blick zu sehr verengt auf die ominösen Top 100. Dabei gibt es wirklich staunenswerte Blogs im Web wie den von Poodle oder „Die Rückseite der Reeperbahn“, wo Ihr Hunger nach Textqualität mit Sicherheit gestillt werden wird. Manchmal geht es dort sogar um den Klimawandel, aber trickreich ummantelt …

Da wird der Herr Staun aber staunen, wenn er sich einmal die Mühe macht, in die polirisch relevanten Themen einzutauchen. In Themen, die in der Presse von Journalisten politisch korrekt so weichgespült werden, daß aus Informationen fluchs und unversehens Desinformationen werden. Denn die halbe Wahrheit zu vermelden, ist fast so schlimm wie die Lüge. Redaktionskollegen von Herrn Staun können sich womöglich noch an ihren ehemaligen Kollegen und vielfachen Buchautor Ulfkotte erinnern. Einfach mal unter "Akte Islam" oder "Pax Europa" nachsehen. Und sich dann nicht mokieren, sondern zu beweisen suchen, daß Herr Ulfkotte lügt. Wird kaum gelingen.
Für einen Einstieg empfiehlt sich "Politically Incorrect" , "Personal Impressions", "Gegenstimme" usw., usw. Überall dort wird per link auf weitere Blogs verwiesen. So mancher Journalist fühlt sich dort ertappt, weil dort Informationen gegeben werden, die in seiner Zeitung - aus welchen Gründen auch immer - nicht stehen sollen; die er aber oft genug gleichwohl kennt.
Die Blogger-Szene hat z.B. entscheidenden Anteil daran gehabt, daß im Libanonkrieg ganze Propagandaorgien von Reuters-Palästinensern aufgeflogen sind.
Jenseits der Presse wird das Volk sensibilisiert; nicht von ihr.