Kein Einzelfall: Plagiate bei der deutschen Ausgabe der “Hürriyet“

Plagiatsfall bei „Hürriyet“

Die Gedanken der Anderen

Der Kolumnistin der deutschen Jugendausgabe der türkischen Zeitung „Hürriyet“ war kaum ein Thema zu weit, um dazu nicht persönlich Stellung zu beziehen. Oder abzuschreiben: Aus Zeitungen und Blogs hat sich Gülsah Koç freizügig bedient. Von Thomas Thiel

Lesermeinungen zum Beitrag

09. Mai 2008 13:14

"Reue nach der Tat"

Robert Schrey (etiterum)

"Reue nach der Tat" - habe gerade nach diesen Worten gegooglet: 218 treffer (also 217, ohne den FAZ-text). Darunter H.L. Wagner "Die Reue nach der Tat". Heißt das jetzt, daß die Zwischenüberschrift ein Plagiat ist ?

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09. Mai 2008 11:37

Nichts Neues!

Mehmet Eksi (meksi)

Hürriyet verkörpert nur den Arm promilitaristischer Machenschaften aus einem angeblich prowestlich orientierten Land. Längst ist die Zeit reif, Eine wirklich den hier lebenden türkischstämmigen Bevölkerung entsprechendes Medium zu schaffen. Viele haben es versucht oder versuchen es immer noch. Leider sind sie nur zum Teil erfolgreich. Eine Zeitung auf Bundesebene zu schaffen, die die Sorgen und Nöte der oben genannten Bevölkerung aufzugreifen, ohne dass das Mutterland sich einmischt ist leider fehl am Platz. Hürriyet ist ungefähr die Spiegelung, wenn man von der Sprache absieht, die türkische Version von BILD. Möglichst knappe Sprache und viele bunte Bilder. Vieles haben sie von Bild und The Sun abgeguckt. Obwohl es eines der ältesten Zeitungen ist, die in der Türkei gedruckt ist, hat sie fomell wenig für die Demokratisierung des Landes beigetragen. Ganz im Gegenteil: Sie lieferte indirekt die Beweise?! für den Herrn Generalstaatsanwalt für die Anklage der Schliessung von AKP (Herr Erdogan). Notiz: Ich bin kein Erdogan Fan. Obwohl die deutsche Ausgabe softer ist, als die der in der Türkei. Hat sie leider diesen Beigeschmack von intrigen Machenschaften.

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09. Mai 2008 10:52

Weitere Verweise

Robert Klemme (rklemme)

Dieser Fall verweist nicht nur auf mangelndes Bewusstsein für das Urheberrecht - was gerade bei einer Journalistin besonders schwer wiegt. Darüber hinaus zeigt sich auch hier einmal mehr, dass unsere Fähigkeiten "Content" zu verbreiten (sprich, die technischen Möglichkeiten und Bandbreiten) sehr viel schneller wachsen, als die Fähigkeit originären - und erst recht qualifizierten - "Content" zu produzieren. Meiner Meinung nach ist das eines der größten Probleme, die wir uns mit der Vernetzung eingehandelt haben. Weil die "Kanäle" gefüllt werden müssen, führt diese Situation zu einer erheblichen Zunahme der Kopien (Wiederholungen, z.B. im Fernsehen) und des Rauschens (uninteressanter, um nicht zu sagen: schlechter, Inhalt).

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09. Mai 2008 09:57

Unbewusst?

Robert Klemme (rklemme)

"Es ist mir nicht bewusst, was ich da gemacht habe" ist eine sehr seltsame Aussage. Mindestens hätte man da die Vergangenheitsform erwartet ("Mir war nicht bewusst..."). Denn es hätte kaum zu der anderen Aussage "Das ist katastrophal, ein fataler Fehler." kommen können, wenn sich nicht mittlerweile ein Bewusstsein Die Autorin wirkt hier doch deutlich überfordert - sowohl was ihre eigentliche Arbeit angeht als auch die Bewältigung ihres Fehlverhaltens. Der Verlag muss sich allerdings auch fragen lassen, wieso eine so junge und unerfahrene Frau Chefredakteurin werden konnte - wenn auch "nur" der Jugendausgabe. Auch die journalistische Kontrolle scheint zumindest in dieser Redaktion verbesserungsfähig.

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