Oliver Kalkofe sucht sich die leichtesten Opfer

Kalkofes Mattscheibe

Oliver und die Zauberer

Gehirn aus, Augen auf: „Kalkofes Mattscheibe“ ist wieder da. Drei Jahre wähnte sich das Fernsehen vor der Mediensatire sicher. Dabei muss sich vor Oliver Kalkofe kaum jemand fürchten, denn der sucht sich nur leichte Gegner. Von Andrea Hünniger

Lesermeinungen zum Beitrag

25. Juni 2008 15:58

nur leichte Gegner...

Marvin Parsons (mapar)

Ein typischer Fall, wie eine falsche Behauptung aufgestellt wird und anhand derer dann kritisiert. Wie hier schon einige schrieben, hat Kalkofe schon viele Größen auch des "seriösen" Fernsehens persifliert. Und für die Dummen unter den Zuschauern ist seine Sendung nicht gedacht, denn denen würde ein Großteil seines Humors entgehen, ähnlich wie Redakteurinnen, die das Niveau einer Comedysendung nach ihrem volkspädagogischen Wert beurteilen.

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25. Juni 2008 13:54

Selber !

Andreas Noreikat (derherold)

Man muß "Mattscheibe" nicht unbedingt als Nonplusultra der TV-Kritik sehen. "Ich bin im Wald gestolpert" und einiges mehr gehört sicherlich zum Besseren im deutschen Unterhaltungsfernsehen jenseits von 3sat&arte. Mich stört eher, daß es doch ein ziemlich ausgelutschtes Konzept ist, das seit nunmehr fast 15 Jahren auftritt. ... und auf der Stelle tritt. Zudem: So intellektuell-komödiantische Überflieger-Dialoge und -Szenen haben die "Edgar Wallace reloaded"-Macher ja nun auch nicht gerade vorzuweisen... ich meine mich sogar an einen DVD-Inhalt zu erinnern, der mit "My Way" so ziemlich die fehlgezündetste Hitler-Parodie der letzten zehn Jahre hingelegt hat. Kalkofes "Alle doof, außer der kleine, dicke Oliver und seine Freunde" ist auf Dauer ein bißchen nervend.

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25. Juni 2008 12:28

Kein Aushängeschild

Jan Philipp Kampmann (jpkampmann)

Oliver Kalkofes "Mattscheibe" wurde und wird schon seit längerem als ein Vorzeigeformat von Pro7 und als Aushängeschild der deutschen Fernsehkritik gepriesen. Das war für mich noch nie nachvollziehbar, denn Kalkofe beschränkt sich in seiner Sendung fast ausschließlich auf die Perversierung von Szenen, die meistens gar keiner Kommentierung bedürfen, weil sie selbst pervers genug sind. Die Auswahl und Recherche seiner Opfer ist zu loben, allerdings nicht das, was er daraus macht. Er scheitert, wie bereits im Artikel angedeutet, an seinem eigenen Format, dass, wunderbar sämtliche Vorurteile gegenüber Privatsendern erfüllend, tatsächlich eher auf den anspruchslosen Fernsehkonsumenten zugeschnitten ist. Diese Sendung bräuchte, um dauerhaft überleben zu können, einen Sender- oder zumindest Formatwechsel, denn Albernheit an sich erzielt zwar bei den Privaten ganz gute Quoten, überlebt aber meist nicht lange, weil der Zuschauer immer dieselben (auch bei Kalkofe platten) Witze irgendwann leid ist. Hinzuweisen wäre allerdings auf eine weitere Pro7-Sendung, die ebenfalls die Parodierung des Fernsehwahnsinns zum Ziel hat, dies aber wesentlich tiefgründiger und interessanter schafft: Die Sendung "Switch reloaded".

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25. Juni 2008 12:22

Er hat...

Dominic Ressel (Smartinatore)

.. Kerner und Beckmann schon aufs Korn genommen!! Und auch viele andere "Größen" des Showbiz.

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25. Juni 2008 12:06

Gegenfrage, Frau Hünniger...

Tilo Sperlich (Linuzz)

Warum muss denn immer über Sendungen der "geistigen Elite" debattiert werden wenn das TV voller debilem Schwachsinn steckt? Meiner Meinung nach wird von den den wenigen angesehenen Fernsehkritikern das sogenannte TrashTV viel zu selten kritisiert. Dabei sollte man dies öfters tun weil es eben TrashTV ist daß auf uns alle jeden Tag einrieselt. Kalkofe macht das ganz richtig: Er führt seinem Zuschauer den täglichen Wahnsinn des Fernsehens vor. Und zwar auf die gleiche überzogene Weise wie sich das TrashTV dem Zuschauer präsentiert und auch selbst ernst nimmt.

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25. Juni 2008 11:22

@ Hünninger

Philipp Degenhardt (phildegenhardt)

Der Humor von Oliver Kalkofe ist sicher sehr speziell und insofern mag man ihn oder eben nicht. Für durchaus einige meiner Generation (Student, 25 J.) ist er aber Kult und kommt damit sehr gut an. Was ich aber eigentlich anmerken wollte: Frau Hünninger hat anscheinend keine alten Folgen von Kalkofe gesehen, in denen er u.a. die Sendung von Kerner mehrmals, die legendäre Berliner Runde nach der Wahl 2005 oder eine politische Talkshow wie Friedmann parodierte. Insofern hat er sich schon um diese Formate z.T. gekümmert und wird daher sicher nicht zum wiederholten Male diese Sendungen durch den Kakao ziehen - so viel Aufmerksamkeit haben die keinesfalls verdient. Und warum wird TV-Kritik eigentlich nur zur richtigen TV-Kritik, wenn man solche langweiligen Formate der öffentlich-rechtlichen Schnarchnasen aufs Korn nimmt, die völlig belanglos sind?

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25. Juni 2008 10:26

er hat doch beckmann und kerner aufs Korn genommen!

Dominic Ressel (Smartinatore)

also ich kann mich noch gut daran erinnern wie er einmal Beckmann (zusammen mit Udo Lindenberg) verarscht hat, und auch das "Trauerspiel" von Frau Feldbusch/Pooth bei Kerner kam bei ihm unter die Räder. Ich hab auch gehört dass er einmal die "Elefantenrunde" nach der letzten Bundestagswahl nachgespielt hat, wobei ich die selbst (leider!!) noch nicht gesehen habe.

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25. Juni 2008 10:00

Privatfernsehen

Nathalie Neumann (NathiNeu)

Zum einen kann Kalkofe schon deshalb nicht oder kaum Sendungen wie Kerner, Will und Beckmann auf's Korn nehmen (auch wenn die es bitter nötig hätten), weil der Durchschnittszuschauer von Pro7 sie gar nicht kennt, sondern sich eben nur im Bermuda-Dreieck zwischen Neun Live, MTV und den sozusagen soliden Privaten bewegt. Zum anderen muß Kalkofe ohnehin unten anfangen, und da ist eben so viel Schrott, daß es seine Zeit dauert, bis er den abgearbeitet hat. Gleichwohl ist die Zeit gekommen, da sich Kalkofe selbst wiederholt. Eine Weiterentwicklung wäre ein Wechsel der Sendeanstalt, einhergehend mit einer anderen Formatzusammenstellung. Aber die Zielgruppe von Kalkofe war schon immer der Trash-Zuschauer, und der will bedient werden.

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