Mascolo und Müller von Blumencron

Der „Spiegel“ bekommt zwei neue Chefs

Von Michael Hanfeld

Aust-Nachfolge beim “Spiegel“ scheint festzustehen

Aust-Nachfolge beim "Spiegel" scheint festzustehen

17. Januar 2008 Als Gerücht waberte es seit Tagen, jetzt scheint es sich zu bestätigen: Der „Spiegel“ erhält einen neuen Chefredakteur, oder besser gesagt, zwei neue Chefredakteure. Nach Informationen aus Verlagskreisen sollen Mathias Müller von Blumencron, der Chef von „Spiegel Online“, und Georg Mascolo, der Leiter des Hauptstadtbüros des „Spiegel“, die Nachfolge von Stefan Aust antreten.

Diesen Beschluss hat der Hauptgesellschafter des „Spiegel“-Verlags, die Mitarbeiter KG, angeblich gefasst und dem zweitgrößten Gesellschafter, dem Verlag Gruner + Jahr, am Mittwoch mitgeteilt. Dem Vernehmen nach sollen die beiden neuen Chefredakteure ihre Posten schon zum 1. Februar beziehen.

Interne Lösung galt als einzig mögliche

Der Chef von “Spiegel Online“ Mathias Müller von Blumencron soll dem Vernehme...

Der Chef von "Spiegel Online" Mathias Müller von Blumencron soll dem Vernehmen nach einen der nun zwei Posten in der Chefredaktion übernehmen

Mathias Müller von Blumencron galt schon seit einigen Wochen als heißester Anwärter auf die „Spiegel“-Spitze. Spätestens seit der ZDF-Nachrichtenmoderator Claus Kleber, dem die Chefredaktion angetragen worden war, kurz vor Weihnachten in Hamburg abgesagt hatte, galt eine interne Nachfolgelösung als die einzig mögliche, zu viele externe Kandidaten waren in den Wochen zuvor gewogen und dann doch von dem einen oder anderen für zu leicht befunden worden, oder hatten ihrerseits - wie eben Kleber - zurückgezogen.

Die Doppelspitze mit Müller von Blumencron und Mascolo vermag jedoch zu überraschen, zumal der als Paraderechercheur bekannte Mascolo seine erste Anstellung im Spiegel-Verlag vor Zeiten bei der Fernsehtochter Spiegel TV von dem jetzigen Chefredakteur Stefan Aust bekam. Dessen Vertrag bekanntlich auf Betreiben der Mitarbeiter KG zum 31. Dezember 2008 nicht, wie eigentlich vorgesehen, um zwei weitere Jahre verlängert worden ist - was den Beginn der seit Wochen währenden Chefredakteurssuche markierte. Mit Mathias Müller von Blumencron würde nun jemand die Chefredaktion des Magazins übernehmen, der den Online-Auftritt zum Marktführer gemacht hat - in dieser Personalie könnte man dann also auch so etwas wie einen Paradigmenwechsel sehen, wenn man wollte.

Konditionen für Austs Abgang noch unklar

Das „Hamburger Abenblatt“, dass heute berichtet, worüber der „Focus“ am Montag schon spekuliert hatte, meldet ergänzend, dass noch unklar sei, ob der jetzige stellvertretende Chefredakteur Martin Doerry den „Spiegel“ verlasse oder - von Mascolo - die Leitung des Berliner Büros übernehme. Ganz sicher wird mit Stefan Aust jedoch der stellvertretende Chefredakteur Joachim Preuß das Magazin verlassen, das hatte er vor Wochen schon angekündigt.

Bestätigten sich die Personalien Müller von Blumencron und Mascolo und auch deren baldiger Antrittstermin, müssten sich die Gesellschafter des „Spiegel“ aber auch schnell mit dem jetzigen Chefredakteur Aust über die Konditionen seines Abgangs ins Benehmen setzen. Einen möglichen Termin vor dem Arbeitsgericht soll es für Anfang Februar schon geben.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

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