In der Schlusssequenz auf Fremdschämniveau angelangt: Günter Wallraff

„Bei Anruf Abzocke“

Das kauft man ihm ab!

Günter Wallraff ist wieder zurück auf der großen Bühne. Grund genug für das ZDF, ihm eine Dreiviertelstunde Sendezeit zu schenken. Am Dienstagabend durfte er in dem Beitrag „Bei Anruf Abzocke“ den Zuschauern den Call-Center-Skandal vorführen. Am Ende ging dann Wallraffs Obsession mit ihm durch. Von Oliver Jungen

Lesermeinungen zum Beitrag

12. Dezember 2007 14:19

Bitte mal eine seriöse Annäherung!

Stefan Finke (hamburg01966)

Der inzwischen x-te Beitrag im ZDF, wo Herr Wallraff seine beiden Undercovertätigkeiten als Call Center-Alltag verkauft. Solche Beiträge über sogenannte "Schwarze Schafe" ließen sich für jede Branche in Deutschland erstellen: Versicherungen, Autohäuser, Banken, Elektronikmärkte. Schön wäre mal eine seriöse Annäherung. Den so unseriösen hemdsärmleligen Call Center Betreiber als Kronzeugen für die Unseriösität der Branche zu nutzen (weil es gerade paßt) ist eher peinlich. Und eine S-Klasse habe ich schon häufiger gesehen, da wurde es richtig plump.
Klar ist, dass es windige Anbieter gibt, denen bereits nach geltendem Recht über einstweilige Verfügungen etc. der Spaß zu nehmen ist. Des weiteren müssen die Widerspruchsrechte des Verbrauchers erweitert werden.
Ansonsten bleibt bei Wallraff ein fader Nachgeschmack, schlampig recherchiert, billig zusammengeschustert - bitte liebes ZDF macht's mal ne gescheite Doku, wenn Ihr schon so einen Sendeplatz vergebt!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 12:28

Wallraff goe home

holger hoeffgen (holgerhoeffgen)

es ist doch erschreckend was für eine entwicklung wir deutschen in den letzen jahren mitgemacht haben. was uns früher erschrocken hat lässt uns heute kalt. wir zucken mal kurz mit den achseln erwachen kurz aus unserer letagie und schlafen danach auch gleich wieder ein. das was wallraff zeigt scheint gesellschaftlich längst etabliert zu sein. und das ist erschreckend es schockt uns nicht mehr. wallraff ist noch da aber wir sind schon weitergezogen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 12:18

Arbeitsamt erzwingt Arbeit als Telefonagent

Lars Kuntermann (Leserlein)

Das Arbeitsamt betrachtet die Arbeit als Telefonagent grundsätzlich als zumutbar. Wenn ein Telefonagent seine Arbeit kündigt, weil von ihm unkoscheres Verhalten verlangt wird (und er sowieso nur auf Hartz IV-Niveau kommt), kürzt ihm das Arbeitsamt die Beihilfen.
Erst wenn (nach Jahren) per Gerichtsurteil bewiesen wurde, dass das Call Center gegen Gesetzte verstösst, kann ein Telefonagent derartige Tätigkeiten aufgeben ohne Kürzungen befürchten zu müssen.
Mit diesem Verhalten erweist das Arbeitsamt der Gesellschaft einen Bärendienst. Telefonagenten sehen sich einem enormen Druck ausgesetzt unlautere Tätigkeiten anzunehmen. (Zu solchen Sachverhalten gab es übrigens bereits einige Reportagen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 11:59

Der Skandal ist Zypriess

Sebastian Olbrich (Basti1976)

Eigentlich war Wallraffs Beitrag so überraschend ja nicht. Ich denke das Problem der Kaltanrufe ist erkannt und auch bekannt. Der eigentliche Skandal ist doch, dass unsere Justizministerin - sonst immer schnell mit einem Gesetz zur Hand - sich diesmal weigert die Verbracuher zu schützen. Interessant wäre für mich zu wissen welche Lobby dahinter steckt!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 11:59

Telefon-Abzocke ist wichtig!

Serkan Sapmaz (SerkanSapmaz)

Wieso soll dieses Thema, von der doch so viele Menschen betroffen sind (würde Internet-Abzocke dazuergänzen!) so unwichtig sein, daß sich ein investigativer Journalist lieber nicht damit befassen sollte?!
Finde es auf jeden Fall richtig, daß Wallraf sich des Themas annimmt. Man kann natürlich über seine Art diskutieren, aber prinzipiell sollte den Telefon-Abzockern endlich das Handwerk gelegt werden. Die schriftliche Bestätigung des Vertrages durch eine Unterschrift erscheint mir da eminent wichtig, wie es auch die Verbraucherschützer bestätigen.
Daß Frau Zypries und der Autor dieses Artikels sich gar nicht dieser Problematik bewußt sind, ist für die Verbraucher, besonders für die unbeholfenen (wie alte Leute und Ausländer) erschreckend und enttäuschend.
Da muß sich dringend was ändern und Wallraf hat dies eindeutig mit seiner Recherche aufgezeigt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 10:48

jaja...

Pro Lant (ossendorf)

Pro Woche erhalte ich mindestens 2 Anrufe dieser Art. Gestern wieder ein Angebot für 4-wöchiges kostenfreies Lotto-Spielen. Auf meine Nachfrage wo da der Haken sei, wurde die Dame barsch. Am Ende erhielt ich ein Angebot für 29,90 Euro monatlich System-Lotto zu spielen, mit Gewinngarantie. Meine Zweifel an der Gewinngarantie wurden mir von der Dame mit dem Hinweis, dass Ihr Bruder mitspielen würde und bisher jeden Samstag gewonnen hätte, ganz schnell beseitigt. Ausserdem würde seine Mutter ihm den Kopf abreissen, wenn er leichtfertig sein Geld ausgeben würde. Ich habe dann aufgelegt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 10:37

Peinlicher Faz-Artikel

Ronald Reimann (rorei808)

Beim Lesen des FAZ-Artikels wird deutlich, dass der Schreiber von der Callcenter-Branche und den gängigen Praktiken offensichtlich keinen blassen Schimmer hat. Das Thema in die Lächerlichkeit zu ziehen und so zu tun, als wären die Angerufenen selber schuld, ist sicherlich nicht der Sache dienlich. Wieder einmal mehr wird hier bewusst ein ein Misstand verharmlost. Peinlich, peinlich! "Dumm gelaufen" würde ich mal sagen.

Zitat:
"...Und inzwischen dürfte auch beim letzten Zuschauer der Gedanke aufgekommen sein, dass man hier nicht nur trickreiche Verkäufer vorgeführt bekommt, sondern zugleich einem unverschämt geschickten Verkäufer aufsitzt: Die geballte Vermarktung der nicht allzu aufwendigen Undercover-Aktion dürfte sich gut ausgezahlt haben..."

Dem Leser Ihres Artikels dürften auch einige Zweifel kommen, die in die gleiche Richtung gehen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 10:34

Obsession

Dirk Sternberg (crescendo)

Dass, wenn die Sonne der Kultur tieft steht, auch Zwerge lange Schatten werfen, jeder alltagsergraute Zeitgeist sich nach ein wenig Glückseligkeit sehnt in diesen großkoalierten Zeiten, erkennt jeder Möchtegern-Soziologe auf Anhieb als Binsenweisheit, Kraus sei dank. Dass eine öffentlich-rechtliche Erweckungsindustrie nicht davor zurück scheut, im Quotendruck selbst Effekthascherei den Glanz medialer Ernsthaftigkeit zu verleihen, sollte dann doch nachdenklich stimmen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 10:20

Der Autor scheint ja bisher Glück gehabt zu haben

Ralf Schelberg (ralfsb)

Als ich den Satz "Aber mit dieser Gefahr wird die bestehende Rechtsordnung spielend fertig, da braucht es keinen Wallraff." gelesen habe, musste ich lachen. Ein ein sehr gequältes Lachen. Ich kann diese Aussage leider gar nicht nachvollziehen. In der Tat kenne ich Menschen denen durch die Tätigkeit dieser sogenannten "Call-Cetner" ein nicht unerheblicher Schaden entstanden ist. Wenn Sie wollen, Herr Jungen, sende ich Ihnen gerne mal ein paar Beispiele.

Wie immer man zu Günter Wallraff stehen mag, ich schließe mich der Meinung meiner Vorredner Frau Klemp und Herrn Hufnagl an. Die jetzige Rechtslage zu diesem Thema ist schlichtweg ein Unding.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 09:29

Lustig wird es immer

Horst Dettweiler (dettw)

wenn ein Gutmensch über einen anderen Gutmenschen herzieht. Da ist mir Herr Wallraff aber wesentlich lieber wie Herr Jungen.
Wenn unstrittig täglich Leute über den Tisch gezogen werden mit rechtswidrigen (unerlaubte Telefonwerbung) und fragwürdigen (Deckname “Michael Fischer”) Methoden, dann gibt es hier natürlich Recherchebedarf. Worüber ereifert sich Herr Jungen denn nun? Schlechte Bildqualität ? Soll Wallraff mit einer 30-kg-Sony-Cam auf der Schulter da rein marschieren? Wer soll denn was dazu sagen, wenn nicht Verbraucherschützer? Wo bleibt Jungens Kommentar zu Frau Zypries, die völlig neben der Sache argumentiert? Oder ist sein Hinweis, auf ihre “kryptische” Ausdrucksweise alles. Frau Zypries erzählt dummes Zeug, wie Wallraff danach im Auto klar anmerkt. Und was, Herr Jungen sollen denn die peinlichen Fehler? Nicht der geschniegelte Herr im dunklen Anzug und mit der S-Klasse erzählt, dass 90 % der Geschäfte "heikel" seien, sondern der kleine Call-Center-Betreiber, der hemdsärmelig in seinem Büro gezeigt wird.
Herrn Jungens Kommentar und Frau Zypries Erklärungen liegen auf der bekannten deutschen Grundlinie: der klammheimlichen Toleranz mit Rechtsbrechern steht das Desinteresse am Schutz der Bevölkerung gegenüber !

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 09:11

Wallraff

Christian Hufnagl (chufnagl)

Wallraff war eher dünn; mancher versteht eben nicht, dass er lieber in Pension gehen sollte, als sich öffentlich zu produzieren.

In der Tat wird die Sache mit den Call-Centern nicht dadurch besser, dass Deutschland täglich etwa 1,0 Mio. Anrufe erleidet. Das Thema ist durchaus ernst zu nehmen. Dass Frau Zypries darauf nicht abfährt zeigt nur, wie wenig sie sich die Situation von 1,0 Mio. Menschen pro Tag vorstellen kann; dabei gibt es mit Sicherheit sehr viele Abgezockte. Der Hinweis auf eine ausreichende Rechtslage hilft wenig.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Dezember 2007 07:36

Wallraff, der große Aufklärer,...

Thomas Berger (tberger)

...hat sich durch seine diskussionsverhindernde Abmahn- und Klagetätigkeit in den vergangenen Jahren so diskreditiert, daß diese ehrpusselige Wurstigkeit nur einen amüsanten Wurmfortsatz seines Niedergangs darstellt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 12 von 12 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche