FAZ.NET-Fernsehkritik

Latex-Gabi trifft Knut

Ob es uns wirklich wieder gutgeht? Nach Christiansens Runde zum Thema bleiben Zweifel. Eine Landrätin und der Leibarzt eines Eisbären konnten es nicht klären. Und dann war der kunterbunte Abend zu Ende, als es gerade interessant wurde. Die FAZ.NET-Fernsehkritik von Michael Hanfeld. Von Michael Hanfeld

Lesermeinungen zum Beitrag

02. April 2007 18:17

Die Tunten-Darsteller im ZDF sind auch nicht viel besser!

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Gottschalk als Tunte - prima, ruft Gutmensch aus. Außerdem: Die Bildzeitung hat am Montag eine Super-Schlagzeile und der notorische Frauen-Anfasser Gottschalk weiß endlich auch, wie es sich unter einem - wenn auch dem eigenen - Kleid anfühlt.

Friede, Freude, Eierkuchen, könnte man meinen.

Aber der normale Zuschauer wendet sich angewidert ab und freut sich ob des Un-Niveaus der öffentlich rechtlichen Sender am Wochenende über die fast schon reflexartig ausgeliehenen seriösen Bücher und DVDs.

Ob das BVerfG bei seinen grundlegenden Entscheidungen zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk solche Akteure wie Latex-Damen und Tunten-Moderatoren im Blick hatte, als es um die verfassungsrechtliche Stellung der Rundfunkanstalten ging?

Ich glaube es fast nicht. Denn die Entscheidungen stammen aus einer Epoache, in der man den Bildungsanspruch der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten noch ernst nahm und Latex und Tunten in diesem Zusammenhang zu Recht eine absolut untergeordnete Rolle spielten.

Aber die Zeiten ändern sich...

Wieso müssen wir eigentlich noch Rundfunkgebühren zahlen? Latex-Fetischisten und Tunten-Liebhaber könnten bei einem solchen Programm doch aus Fun-Gründen den normalen Gebührenzahler entlasten. ;-)

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02. April 2007 18:03

Fernsehen ist die Ablenkung von der Tatsache,

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)


daß einem selbst nichts anderes mehr zum Ausfüllen der Zeit, die stets knapper wird, einfällt.

Es ist die voreilige Kapitulation vor noch nicht gestellte Anforderungen an sich selbst.

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02. April 2007 17:10

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wird immer niveauloser

Oliver Steinkamp (OliverSteinkamp)

Ihrem Rezensenten kann man nur beipflichten. Diese Christiansen-Sendung näherte sich Bildzeitungsniveau. Interessante, sachliche und differenzierte Ausführungen wie diejenigen von Herrn Steingart wurden einfach abgebrochen. Generell versäumte es die Leiterin der Runde, wichtigen Fragen einmal vertieft und in geordneter Weise nachzugehen. Stattdessen reden alle durcheinander und aneinander vorbei. Was qualifizierte eigentlich Frau Pauli für diese Gesprächsrunde und warum muß das blödsinnige Thema "Knut" nun auch hier noch ausgewalzt werden? Wieso wird eine solche Gestaltungs-Leistung der "Talk-Masterin" auf Kosten des Zwangsgebührenzahlers mit Millionenhonoraren vergolten? Macht das niemand billiger und besser? Warum müssen wir eigenlich unverschämte Gebühren für dieses öffentlich-rechtliche Fernsehen entrichten, wenn das Niveau der Sendungen über weite Strecken nicht über demjenigen der privaten Sender liegt. Gottschalks "Wetten Daß", das von mal zu mal geschmack-und niveauloser wird, ist ein weiteres Beispiel für diese Entwicklung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Es wird Zeit, daß der Gebührenhahn nicht mehr so üppig sprudelt, damit die Öffentlich-Rechtlichen lernen, wie man mit weniger Geld besseres Fernsehen machen kann.

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02. April 2007 16:34

Danke für den Beitrag ...

roger mafli (mafli)

Man hört z.B. immer wieder, dass Frauen mindestens doppelt soviel leisten müssen um gleichermassen Anerkennung zu bekommen ... falls damit Ausrutscher oder peinliche Auftritte gemeint sind kann ich dieser Aussage ganz klar zustimmen. Es würde mich diesbezüglich interessieren, durch welche Leistungen ein solches Wesen in einen Landrat kommt und mit welcher Begründung Frau Christiansen noch immer diese Sendung Leiten darf.

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02. April 2007 12:44

Erleuchtung

Dirk Sternberg (crescendo)

"Wenn die Sonne der Kultur (welcher auch immer, geschätzte Schreiberlinge von den gehobenen Weltversteher-Medien) tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten." K. Kraus musste kein Visinär sein um zu erkennen, dass Beliebigkeit, Austauschbarkeit in diesen großkoalierten Zeiten nicht Folge sondern Bestandteil einer sich selbstdarstellenden Politik ist, die fern eines Problembewusstseins und einer Tagesrealität sich amüsiert an den Merkwürdigkeiten eines Medien(wahl)volkes, das im Vollrausch geballter Blödheiten nach Halt in ihrem Alltagsgrau sucht. Während Latex-Gabi mit Knut kuschelt, übt sich Ibm Ali Kurt in Weltmännerpose, ein durchgeknallter Heilsbringer aus Absurdistan, der mal eben die angelsächsische Kühle aufmischt. War da noch was? Ach ja, Wladimir aus dem garnicht so fernem Russenreich, der sich verschmitzt die Nase reibt ob dem mitteleuropäischen Erweckungsfirlefanz, mag da nun Manchester oder Washington drauf stehen. Abschalten.

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02. April 2007 11:41

Überflüssige Christiansen

Andreas Baustein (ABaustein)

Wenn es noch eines Beispiels für eine absolut überflüssige Fernsehsendung im vom Gebührenzahler bezahlten Öffentlich-rechtlichen gab, dann das von gestern Abend.
Wer befiehlt eigentlich, dass wir diese grausamen Talkfuzzis, Kerner, Beckmann, Illner und Christiansen eigentlich gut finden müssen ????? Weg damit und schafft wieder Michel Friedmann bei. Der hat so weh getan, dass die Unerträglichkeit richtig erträglich war !!!!

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02. April 2007 10:54

St. Pauli-Lady

Günter Jäger (rohrbacher)

Frau Pauli scheint ihr politisches Gespür verloren zu haben oder wieso kann sie hoffen, mit solchen Fotos ein höheres Parteiamt in der CSU zu erreichen.

Vielleicht kann sie Sprecherin für leichte Damen in und ausserhalb von St. Pauli werden.

Spitzenpositionen bei den Radfahrern sind ja bereits vergeben.

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02. April 2007 10:49

Es ginge schon....

gerd hodina (hodger)

....noch ein wenig verrückter:
Wenn die Pauli, statt des Eisbären in die Höhle ginge, Frau Christiansen in Latex moderieren würde und Stiegler und Peter Hahne sich für einen ständigen Parteientausch aussprechen und Frau Wagenknecht und Herr Dr. Berger das "Coming Out" über eine gemeinsame Adoption eines in Alaska geborenen Eskimokindes bekantgeben würden. Herr Steingaart übernimmt die Chefredaktion der Bild-Zeitung und das Publikum würde dennoch weiterhin diese Sendung schauen und sich freuen, welch hoher journalistischer Standard inzwischen von ihren Gebührengeldern erreicht worden ist: Glückwunsch.
Der FAZ übrigens zu Ihrem Kommentar. Der sitzt und passt.

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02. April 2007 10:48

Managergehälter

Günter Jäger (rohrbacher)

Roland Berger stellte fest, dass im Ausland viel höhere Gehälter für Spitzen-Manager gezahlt würden. So könne Kleinfeld in den USA viel mehr verdienen. Dabei "vergass" er, dass Kleinfeld für die Telekommunikation und deren Verkauf an BenQ verantwortlich war. Als Belohnung bekam er dann den Vorstandsvorsitz bei Siemens. Dort wurde er verantwortlich für einen Nachschlag an die Pleitefirma. Managementfehler bei Siemens war meines Erachtens weniger die Technik als die schlechte Benutzerführung.

Nach dem Kauf stellte BenQ ein neues Marketingkomzept vor; Trennung in einfache Handys mit wesentlichen Funktionen für Geschäftszwecke und Handys mit vielen Funktionen für Freaks. Das haben sie offensichtlich vergessen. Und Kleinfeld hat sie nicht daran erinnert.

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02. April 2007 10:30

Christiansen-Talk

Heinz-Werner Raderschatt (HEWERA)

Es bleibt dem Zuschauer überlassen,rechtzeitig den richtigen Knopf der Fernbedienung zu wählen,um sich diese hohlen Phrasen nicht anzuhören.
Auch die Moderatorin hat wohl inzwischen den Anspruch aufgegeben,kritische Fragen zuzuspitzen und dazu Kommentare/Meinungen einzufordern,statt dessen lässt sie zur Selbstdarstellung der Gäste munter vom Thema abschweifen.Schade!

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02. April 2007 09:37

Expertokratie oder Blaupausenland

U. Ziegler (laborsa)

Es ist richtig, Wagenknecht und der Spiegelmann haben die Situation richtig beschrieben.

Der Faktor Arbeit ist in Toto kein Engpass. Engpass ist hochqualifzierte Arbeit. Hinter dem Faktor Kapital verbirgt sich Know How. Geld ist genug da.

Auf diesem Hintergrund kann man die Wirklichkeit in Deutschland betrachten. Wir sind eine Expertokratie. Alt-BK Schmidt würde sagen, wir sind ein Blaupausenland.

In diesem so gearteten Land bleibt der Durchschnitt auf der Strecke. Deshalb rechne ich auch weiterhin mit einer hohen Sockelarbeitslosigkeit.

Dieser Pfarrer von der CDU war einfach nur platt.

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02. April 2007 08:58

Danke für diesen Kommentar

A. Malliki (a.malliki)


... wenn es Knut und Latex in die Christansen-Show schaffen, sind bestimmt noch weitere spannende Themen zu erwarten.

Als nächstes finden wir Henry Maske und Stefan Raab in der illustren Runde. Gemeinsam mit Yvonne Catterfeld wird das Wirtschaftswunder Nr. 2 dann endlich wahr.

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02. April 2007 08:54

Sehr gute Kritik, die den............

wolf haupricht (emilgilels)

....... Nerv trifft.
Aber was sollten die Zuschauer am 1. April auch erwarten.
Dass die Sendung vom Aufschwung erfasst wird?
Bisher habe ich Frau Pauli noch nicht über längere Zeit erleben dürfen, aber was sie bot, war für eine studierte Person erbärmlich wenig. Ich habe auch den Eindruck, dass sie in der falschen Partei ist. Und Fr. Christ..... kann so schön süffisant durch die Nase Beiträge kommentieren bzw. abwürgen. Muss man das alles noch bis zum Sommer ertragen. Dann lieber ausfallen lassen und sonst was bringen, was Niveau hat.
Ich wünsche eine gute Woche.

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