
So gut es geht, habe ich mir nochmals einige Kritiken inbes. über Autoren angetan, die er selber auch zu Lebzeiten kaum kannte. Lebensstil und Werk kann er nicht immer sachlich trennen, leider! Über Elke Heidenreich schreibt er:"eder Literaturkritiker hat seine starken und seine schwachen Seiten. Die Analyse eines Romans oder eines Erzählungsbandes gehört nicht zu den starken Seiten ihrer ungewöhnlichen Begabung. Damit mag es zusammenhängen, dass sie der Analyse literarischer Texte in der Regel nur wenig Zeit widmet, ja sie bisweilen einfach ignoriert!" Analyse ist auch nicht die Stärke von RR, weil er Biografie (bes. wenn jene mal politisch daneben lagen) und Werk nicht trennen kann. In seinem damaligen Quartett fiel mir auf, wie sehr er sich in die Psychoanalyse versteigt. Die Art, wie er Erotik sieht und bewertet ist für abenteuerlustige Männer (und einige Ehemänner) sicherlich nett. Es soll ja Frauen geben, die ein Betrogensein nicht sehr unterhaltsam finden. Sicherlich ist mir klar, dass es auch Frauen gibt, die neben, vor, oder nach der 2 und 4 Ehe auch so leben. Endlich habe ich "Tod eines Kritikers" auf dem Lesetisch und bin Herrn Walser sehr dankbar

Gut, das ZDF ist eh nicht mehr zu retten und hat für hirnloses Nebenbei-TV Kultur und Bildung Richtung 3Sat und Arte verschoben. Reich-Ranitzki hätte nicht nur wissen müssen, dass er auf diesem Fersehpreis nichts verloren hat, er hätte ebenso wissen müssen, dass sein Aufruhr in dieser Form ihm letztlich nur einen kleinen Funken Aufmerksamkeit gebracht hat, der nun verloschen ist. Ein kurzes Aufbäumen, und nun: business as usual. Kaum jemand hat das ernstgenommen, aber gut, es liegt nicht mehr an ihm, solche Kriege zu führen. Der größere Skandal ist daher, dass die von Elke Heidenreich so vortrefflich als "Bürokarrieristen" bezeichneten Intendanten, denen man glatt Eine scheuern möchte, sie nun nach berechtigter und wohltuend harter Kritik einfach aus dem Programm nehmen - als Zeichen der Macht, die diese impotenten, untalentierten Programmschlachtmeister über sie und das "Kulturprogramm" haben. Und was nun? Muss ich mir jetzt eine Leseshow mit diesem unerträglichen Dieter Mohr antun? Kocht der Schleimpilz Markus Lanz nun die Spiegel-Bestsellerliste in Olivenöl und Lauch? Ich wünschte, man könnte dies alles mit kalter Ignoranz abstrafen.

Oftmals wird die Wichtigkeit der eigenen Person überschätzt. Oder der eigenen Aufgabe. Hat sich jetzt EH überschätzt oder die ZDF-Bosse? Beide lösen sich in ihren Fehlern auf, werden unsichtbar, unbe- und unangreifbar für die Zuschauer. Sie stehen über allem, vor allem über denen, die ihren Beruf erst möglich machen, den Zuschauern. Dieser Kampf wird auf unseren Schultern ausgetragen. Die Personen sind für uns gar nicht so interessant, aber ihre Werke. Und da haben wohl beide schwer daneben gehauen! Schade, dass sie das wahrscheinlich nicht so sehen werden, wenn sie auf ihr Konto schauen.

... dann wären die Verhältnisse allerdings klar. Nicht so offenbar bei einigen (wenigen), wenn das ein deutscher Staatsprogrammchef bzw. Fernsehintendant tut. "Deutschland sucht den Superstar", "Atze Schröder" etc. als Preisträger des Jahres - ja was soll man denn um Himmels willen sonst noch schlucken, bevor man ganz schlicht von Blödsinn oder Verdummung oder Oberflächlichkeit sprechen darf? Wer wäre denn in der Lage, sich ein noch seichteres Programm auszudenken (O.K., Berlusconi und Co können's immer noch einen Tick besser - und der scheint auch sonst ein echtes Vorbild zu sein: Hat längst auch alle kritischen "Intellektuellen" in populistische Anführungzeichen gesetzt sowie all jene entlassen, zu denen sein Staatsfernsehen "kein Vertrauen" hat...) Im Ernst: wer als unmittelbar Programmverantwortlicher eines öffentlichen, mit Gebühren bezahlten Senders wegen solcher Sendungen angegriffen wird (ob persönlich oder nicht), der hat endlich Rede und Antwort zu stehen - und nicht die Kritikerin zu entlassen - wo leben wir denn?

Nur eine Frage: Wie bekomme ich bei meinem Kabelanbieter die Spartenkanäle und wo finde ich dann vor 23.00 Uhr einen Beitrag wie "Lesen"? Ach ja und noch eine Frage: Wann haben die nicht " Privaten" zum letzten Mal das Fernsehvolk gefragt was es sehen möchte?

Sie kann's nicht lassen und geht inzwischen selbst dem von ihr verehrten Brummbär Ranicki auf den Geist. Wie in viele Leserstimmen auf faz.net wärmt man mit gnadenloser Penetranz wieder und wieder auf, was so nicht stimmt und und keinem seriösen Vergleich stand hält. Ich sage es zum dritten Mal: Noch nie (!) war das Angebot anspruchsvoller Inhalte so umfassend bei ARD und ZDF wie seit der Einführung des digitalen Fernsehens. - Ja, liebe "Intellektuelle", man muss nun heute dazu auf spezielle Spartenkanale wechseln; Brecht und Goethe kann es nicht um 19.30 Uhr im ZDF geben, dort will ein breites Publikum angesprochen werden. Und: Was lamentiert Heidenreich hier über 22.45 Uhr? Ihr Sendung lief auf ZDF-info um ... 20.05 Uhr!!!!! Die Frage ist: Was wollt Ihr denn eigentlich? Wollt Ihr Anspruchsvolles sehen, dann steht doch Jedermann der Weg offen in die vielen erwähnten Programmangebote. Oder - oder wollt Ihr Publikum "erziehen", belehren, bekehren und einer breiten Massen vorschreiben, wann es was und in welcher Qualität sehen darf oder nicht? Wenn das die "Funken" sind, die Heidenreich meint, dann läuft es mir eiskalt den Rücken herunter.

Nun hat sich ausgerechnet ein Organ zur Sicherung der Meinungsfreiheit von der Meinungsfreiheit verabschiedet. Das liegt zwar durchaus im Trend - wenn man Politiker sieht, die von Bankern zur Verdeckung ihrer Webfehler unterwürfige Dankbarkeit verlangen. Aber bei einer Rundfunkanstalt, die mit teuren Zwangsbeiträgen die Meinungsfreiheit sicherstellen soll und dann lieber die stromlinienförmige Nonkultur verbreitet, ist das Einfordern des Ja-Sager-Opportunismus besonders ärgerlich. Irgendwann führt der Zwangsopportunismus in diesem Lande dazu, dass jeder für den Bereich, in dem er sich gut auskennt, einen Maulkorb verpasst bekommt. Dann darf der Kulturschaffende nur noch den Banker kritisieren, der Gärtner die Finanzpolitiker und der Maler die Kultur. Und die Kritisierten können sich verschlafen zurücklehnen "Der Kritiker versteht ja nichts davon". Aber jedenfalls wissen wir jetzt, dass das ZDF für die Meinungsfreiheit fast so nützlich ist wie "Deutschland sucht ein Topmodell".

Da sagen Menschen was Sie denken und denken was Sie sagen! Das nenne ich Zivilcourage. Sollte man öfters hören und sehen, dann würde ich auch wieder öffentlich-rechtliches Fernsehen anschauen. Was die privaten Sender machen ist mir egal, tangiert mich nicht. Wenn es jedoch um ARD und ZDF geht so haben Sie doch einen anderen Auftrag als dem "Mainstream" und der Quote zu folgen! Hier haben Sie sich schuldig gemacht. In vielen Fernsehsendungen geht es um das Ego oder den Voyeurismus, jedoch weniger um über eine Sache zu informieren, ja einen zu Bilden und im Denken herauszufordern. Abstumpfung und Langeweile sind die Folge und die Gesamtanzahl der Zuschauer schrumpft kontinuierlich. Ausser man fördert noch mehr niedere visuelle Reize oder etwa doch die Geistigen? Niveauvolles Fernsehen ist mehr als Stimulation der Gehör- und Sehnervenzellen. Wenn ich Schrott anschauen möchte gehe ich in die Videothek und suche es gezielt aus. Dazu brauche ich kein Bezahl-Fernsehen. Doch wenn ich im Fernsehen bekomme was ich nicht erwarte, dann sage ich AUFTRAG VERFEHLT! SETZEN! Und gebe MRR und EH in Ihrer Aussage recht.

Was ich nicht verstehe - und man möge mir das als ungebildetem Liebhaber von echtem, geilem Trash im Fernsehen nachsehen: Was möchten die Gegner der Quote denn an deren Stelle setzen? Wollen sie die Erhebungen unter einem repräsentativen Schnitt der TV-Konsumenten ersetzen durch eine Diktatur MRRscher Ausprägung? Oder bei der Programmplanung immer zuerst das "Placet" von Frau Heidenreich einholen? Ein öffentlicher Sender ist für die Öffentlichkeit da und soll alle Bedürfnisse, die es in der Öffentlichkeit gibt, befriedigen - die superintellektuellen und die superdoofen Bedürfnisse gleichermassen. Übrigens: Wer findet, Mehrheiten zählen nicht, man müsse die Minderheit er Elite entscheiden lassen, muss sich die Frage stellen, ob das dann nicht konsequenterweise auch in der Politik so sein müsste. Im Stil von "Was kümmerts uns, was die doofe Mehrheit gewählt hat, wir übergehen das, denn WIR wissen, was richtig ist..."

Die beste Möglichkeit, die Kritik am öffentlich-rechtlichen Fernsehen auszudrücken, ist die Abmeldung des Geräts und der konsequente Verzicht auf die Verdummung durch jegliches Fernsehprogramm. Frau Heidenreich könnte ihre Fähigkeiten besser wieder auf ihr eigentliches Fach - das Schreiben - verwenden, anstatt gegen Windmühlen zu kämpfen. Man sollte sich wirklich wieder darauf konzentrieren, wo Kultur stattfindet, anstatt Pseudodiskussionen um ein Medium zu führen, das sich längst selbst diskreditiert hat. Wie hieß es schon so schön vor Jahren in einem Artikel der ZEIT: Kultur im Fernsehen ist wie die Badinerie auf dem Handy.

Passt vielleicht nicht ganz so hierher: MRR und auch EH haben sicherlich schon viel Schrott in ihrem literaturkritischen Leben erdulden müssen. Dafür haben sie mein Beileid. Und sicherlich ist die Anzahl von literarischen perlen oder gar Kunstwerken auf ein paar Dutzend im Jahr wenn überhaupt begrenzt. Man muss sie nur (er)kennen und sich informieren. Und trotzdem die beiden soviel leid auf sich nehmen hat wohl niemand von ihnen je daran gedacht ihre Preise die sie in Zusammenhang mit der Literatur bekommen haben mögen zurückzugeben ja nicht mal anzunehmen (Begründung: was ich diese woche alles lesen musste dafür schäme ich mich, ich schäme mich für den Schrott und schäme mich für die Literatur). Aber dazu müsste man wahrscheinlich konsequent sein...

Elke Heidenreich präsentiert „Literatur” und dabei eigentlich nur sich selber („Dieses Buch hat ein schönes Cover” - „Houellebecq ist ohnehin keine Literatur und schlecht”). Elke Heidenreich gilt als Intellektuelle. Dies dokumentiert doch ausreichend, wie das Fernsehen uns verdummt hat.

Ich sehe im TV genau zwei Sendungen regelmäßig: "Lesen" und "Druckfrisch". Beides sind gut gemachte Sendungen zum Thema Literatur, betreffen also eines meiner Hobbys. Nach eingehendem Studium der TV Zeitung, die wir derzeit als Gratislieferung für 6 Ausgaben erhalten, sind auch keine weiteren Sendungen hinzugekommen. Möglicherweise wird aus der Knoop-Doku "Die Deutschen", die demnächst anfängt, ein fixer Termin, aber CSI in allen Varianten oder Kochen, Backen, Braten und Bauern verheiraten sind nicht so mein Ding. Ist ja auch nicht so wichtig, wie viele vor mir schon schrieben. Bin ich halt etwas besonderes, das ist ja auch erstrebenswert, nicht Mainstream zu sein. Wenn ich mich unterhalten will oder beim Bügeln, sehe ich Star Trek auf DVD, da hat man dann auch den Werbemüll nicht. Liebe Frau Heidenreich: Auf jeden Fall wäre es für mich schön, wenn die "Lesen" Sendung weitergeht, wenn nicht, schreiben Sie doch einfach Ihre Buchtipps auf, lassen Sie sie in der FAZ oder in der Vanity Fair drucken, notfalls auch in Brigitte. Sie müssen wissen, Ihre Fans können "LESEN"!!!, wir müssen nicht fernsehen.

Der schärfer werdende Ton im Diskurs um sogenannte Qualität im deutschen Fernsehen erschreckt mich!- 'Sogenannt' weil das Empfinden der Qualität ein rein subjektiver ist. Hier wurde folgegehend richtig gefragt, wer denn hier bestimmen darf, was 'gut' ist und was nicht! Letzlich ist es müßig, sich über die Qualitätsvorstellungen anderer Leute den Kopf zu zerbrechen. Leider müssen wir hier feststellen, dass die Klientel der faz.net offensichtlich nicht den Durchschnitt der Fernsehkonsumenten darstellt. Die Pisa-Tests, Wahlergebnisse ;) und Live-Interviewes sogenannter Prominenter sprechen doch eine deutliche Sprache. Eine eingeholte Quote ist aber auch eine Forderung an die Sender. Völlig jenseits der Diskussion stehen m.E. aber die ÖRR-Sender, die staatlich verordneten Bildungsauftrag auf ihren Fahnen stehen haben, um die total überzogenen Zwangsgebühren zu kassieren. Ich möchte mich nicht nur an politischen Problemdiskussionen am Abend ergötzen :( -machmal möchte ich auch nur unterhalten werden. Dass das mit den Hansi Hinterseer nicht gelingt, liegt an meinen persönlichen Vorlieben. Auch Pilcher hilft da nicht weiter. Nur möge mir KEINER sagen, was ich gut zu finden habe und was nicht. Das können zur Zeit die Islamisten besser :(

Haben Sie schon mal überlegt, dass eine frühere Sendezeit Ihrer Sendung nicht viel mehr bringen wird? Einerseits steht sie dann in Konkurrenz mit massenattraktiven Unterhaltungssendungen, andererseits stellen Sie vornehmlich Neuerscheinungen in gebundener Form vor, die sich der Normalbürger doch eher selten leistet bzw. leisten kann. Ich lese seit ich es gelernt habe und lese viel. Ich kann es mir aber nicht leisten, Neuerscheinungen in gebundener Form zu kaufen. Dazu ist mein Lesekonsum zu hoch, mein Budget und meine Regalwand zu klein. Noch dazu wäre es hilfreich, wenn Sie ab und an auch mal etwas leichtere Literatur vorstellen würden. Dann würde die Sendung rund, das Angebot vielfältig und damit auch mehr Menschen angesprochen. Und da sind wir genau wieder beim Fernsehprogramm, DAS kann sich nämlich nicht so einschränken wie Sie (oder auch Denis Scheck). Wenn Sie Menschen zum Lesen bringen wollen, dann sollten Sie das auch mal berücksichtigen. Ein Buch wie "Geschnitten oder am Stück?" würden Sie heute dort nie vorstellen. Dabei haben Sie selbst sowas doch vor Jahren geschrieben....

Ich kann es wirklich nicht mehr lesen. Frau Heidenreich ist derart stur und verrannt in Ihre Kritik. Sie glaubt offenbar, sie sei die alle Erlösende, in dem sie endlich mal Kritik ausspricht. Mit Verlaub: Schwachsinn! Kritik am Fernsehen gibt es seit es das Fernsehen gibt und warum? Nicht weil es grundsätzlich schlecht ist, sondern weil Millionen von Menschen nun mal andere Vorlieben und Ansprüche haben. Was den einen unterhält, langweilt den Nächste, was Reich-Ranicki sein Brecht, das dem nächsten sein DSDS. Ich finde es arrogant, anderen vorzuschreiben, was gut und anspruchsvoll und was Schund ist. Es gibt keine allgemein gültige Messlatte für "gute" Fernsehprogramme und schlechte. Sonst wäre Programmplanung weit einfacher! Was wir brauchen - und auch haben - ist eine breite Vielfalt an ganz unterschiedlichen Angeboten. Dazu gehört der Musikantenstadl aber ebenso wie Kulturzeit. Was wollen eigntlich alle? arte und 3sat bieten Kulturangebote 24 Stunden rund um die Uhr. Zwei Spartenkanäle! Davon können andere Genres wahrlich träumen. Wenn alle so versessen auf BILDENDE Sendungen wären, warum werden solche Sendungen eigentlich so wenig geschaut. Bei 70% Haushalten mit Videorekordern kanns an der Sendezeit echt nicht liegen!

Liebe Frau Heidenreich, ein vorweg: Ich schätze Sie - und ich schätze Ihre Sendung "Lesen!" sehr (naja, mit Ausnahme der grauenvollen Titelmusik, aber das ist ja Geschmacksache). Was ich nicht schätze, ist Ihre Replik in der FAZ zum Auftritt Marcel Reich-Ranickis beim Deutschen Fernsehpreis. Dieser - so paradox es klingen mag - war nämlich der niveauloseste von allen. Wie kann er überhaupt zu einer Veranstaltung, die er nicht mag, überhaupt hingehen? Wie kann er so undankbar sein, eine eigens für ihn wunderbar niveau- und liebevoll gestaltete MAZ dermaßen herabzuwürdigen, indem er einen EHRENpreis ablehnt? Und richtig erschüttert bin ich zudem über seine Telekom-Werbung fürs DigitalTV. Kein Thema und keine Frage, dass man das Niveau des derzeitigen TV-Programms beklagen kann. Grundsätzlich gilt aber: Diese Kritik kann und muss sich in erster Linie an die öffentlich-rechtlichen Sender wenden. Wenn von Bildungsauftrag gesprochen und gebührenfinanziert produziert wird, kann man ein höheres Niveau fordern, klar. Aber bei werbefinanzierten Programmen ist es geradezu eine Verpflichtung, Quote zu machen, um wirtschaftlich zu überleben. Würde nur Qualität Quote bringen, wären die Privaten ganz vorne mit niveauvollem TV ohne Ende!!!

MRR urteilt über das Fernsehen und räumt im gleichen Satz ein, dass er selbst kein Fernsehen schaut. Ich maße mir nicht an, ein kulturelles Schwergewicht wie ihn zu kommentieren. Auf den Widerspruch möchte ich trotzdem hinweisen. Was bekommen wir denn heute für unsere Gebühren geboten? In der Primetime - nur mal so, als Beispiel: ARD: Die Anwälte (hochgelobte Serie), danach: Duell im Weißen Haus (Doku über den Wahlkampf in USA) ZDF: TV-Drama Arte: eine Französische Tragikkomödie 3Sat: Doku über den Trigema-Chef WDR: Doku über die konkreten Auswirkungen der Finanzkrise Oder Morgen? ZDF: Eine Nacht im November (Doku über den November '89) 3Sat: Mein Vater (Preisgekrönter TV-Film über das Thema Alzheimer) Arte: American Paradox (Franz. Doku über die amerikanische Jugend) usw. Es ist leicht, in den Chor der Gebildeten einzustimmen, und den ÖRR pauschal ab zu urteilen. Es ist aber genau so leicht, sich eine Fernsehzeitung zu kaufen , um sich objektiv zu informieren.

Noch etwas zum Thema "Ich bleibe drin": Nicht nur schlechte Arbeit ist ein Grund, eine Beschäftigung nicht fortzusetzen. Grobe Untreue gegenüber dem Arbeitgeber ist (nach meinem laienhaften Rechtsempfinden und ohne juristische Ausbildung) ebenfalls ein Kündigungsgrund. Jeder, der nur über einen Funken Verstand verfügt und Ihre Artikel der letzten Tage verfolgt hat, wird bei jedweden Konsequenzen nicht an Rache oder Inkompetenz des ZDF denken, sondern Verständnis haben. Ich kenne das ZDF nunmehr durch 25 Jahre Mitarbeiterschaft. Davor aus Erzählungen meines pensionierten Vaters und seiner Kollegen seit den Anfängen 1963. Noch niemals habe ich von jemandem, der vor der Kamera für das ZDF arbeitete, ein derart unprofessionelles, verletztendes und unsachliches Verhalten erlebt Ihre Enttäuschung vom ZDF kann nicht so groß sein wie meine von Ihnen. Nein: Ich argumentiere hier nicht nach dem Motto "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing". Es ist meine tiefe Überzeugung: Sie haben mit ihren Worten und Ihrem Verhalten zutiefst Unrecht.

...das Fernsehen, dass es verdient. Aber was haben wir getan, um so bestraft zu werden (nein, das Dritte Reich hat in dieser Diskussion nichts zu suchen!). Döner-Buden Reportagen, Schmidt und Pocher, gewisse Gäste von Anne Will und Frau Illgner, Johannes B. Kerner immer und überall , gepimpte Mittelmässigkeit, die sich dann Promi nennt und nicht aufhören kann "belanglos" täglich neu zu definieren. Ich beschreibe nur die Spitze des Eisbergs. Dass endlich ein paar Leuten öffentlich der Kragen platzt, ob all dem Schrott ist begrüssenswert, aber nachdenklich stimmt mich dabei die Tatsache, dass sie nur als besserwisserische und nestbeschmutzende Büchergeeks wahrgenommen werden. Wenn Sie auf ihrem Kreuzzug noch Mitstreiter brauchen, Frau Heidenreich, Herr Reich-Ranicki, ich bin dabei mit meiner Fernbedienung.

Eine notwendige und sachliche Diskussion auf die unterste Beziehungsebene zu ziehen sollte für einen stolzen Mitarbeiter(in) des ZDF eigentlich ausgeschlossen sein. Hier geht es um Inhalte und nicht um Äußerlichkeiten. Frau Heidenreich steht mit ihrem Anliegen nicht alleine und es wird Zeit, dass sich auch das ZDF an der allgemeinen Bildungsdiskussion beteiligt.

In jedem Unternehmen würde jemand der sich solcherart über seinen Arbeitgeber äussert fristlos gekündigt werden. Punkt. Das typische an der ganzen Diskussion, wenn man diesen Austausch von Befindlichkeiten überhaupt noch so bezeichnen kann, ist das man etwas diskutiert das man verpönt ergo also gar nicht guckt. Ähnlich der Bildzeitung- niemand liesst's aber alle regen sich über bestimmte Artikel auf. Vielleicht sollte man auch mal überlegen: wie komme ich an qualitativ hochwertige fernsehkost. Klar- ein Sender der sich selbst tragen muss kann diesen Anspruch nur mit Abstrichen erfüllen. Vox hat einmal so angefangen zB. Canale Grande mit dem unvergleichlichen Dieter Mohr. Aber das wusste natürlich die Intelligenz nicht denn die Quoten waren nicht berauschend, so dass das Qualitätsfernsehen stellenweise eingestellt wurde. Nur wenn viele zusehen kann man viel an Werbung einnehmen. Das problem betrifft auch ARD und ZDF: losgelöst von Quoten und Werbezwängen kann auch hier nicht nur für EH und MRR gesendet werden. Der Bürger sagt: hier wird an mir vorbei gesendet wozu zahl ich GEZ. Aber es gibt ja noch PayTV. wenn man sich informiert findet, man auch TV für den Kopf. Das kostet natürlich extra, aber das tun Bücher,Kino,Theater auch

Ich arbeite beim ZDF und bin sehr stolz darauf. Wenn diese Gestalt so niveaulos und frech ihren Brötchengeber kritisiert, dann soll sie für jemand anders arbeiten. Gefällt ihr der Sender nicht? RTL, Sat 1 und PRO 7 warten schon auf sie mit bester Sendezeit (ich habe gehört, es soll schon 20:15 Uhr sein; sorry Heidi (Klum), deine Sendung kommt erst nach der von Frau Heidenreich...). Was hält diese Person denn von sich? Frau Heidenreich, der Intendant legt Ihnen nahe, mit der Büchersendung aufzuhören. Ich - stolze Mitarbeiterin von ZDF - fordere Sie auf: hören Sie bitte auf! Am besten sofort! Eine (derart) falsche Schlange braucht das Haus wirklich nicht!

Zitat: „Doch wie jede Auseinandersetzung bräuchte diese jetzt kluge Wortführer, die nicht ihr Ego in den Vordergrund stellen, die sich nicht hinter dem Publikum verschanzen und nicht beleidigt auf gute Sendungen verweisen, die es ja gibt. Es geht um Haltung. Etwas, das auf allen Seiten nur noch schwer zu finden ist." Zitatende Tatsache? Das ist mir aber wurscht, das mit der Haltung. Wenn jetzt noch eine Debatte anfängt, wer sich und wenn ja in welcher Haltung mit dem Thema befasst, dann ist das eine Ablenkungs-Verlade. Die meisten Leute in dieser Medienbranche – außer dem geschätzten, bescheidenen und objektiven Autor – haben nun mal ein ziemliches Ego. Daran würde ich mich nicht festhalten. Leute mit „Haltung“, was immer das sein mag, haben sich bis dato in der Debatte kaum zu Wort gemeldet. Und – es bleibet dabei, dass das öffentliche-rechtliche Fernsehen in manchen Formaten schon so lange, so grottenschlecht ist, dass genug Leute mit Haltung – auch der geschätzte Autor – Zeit und Courage genug gefunden haben müssten, um das mal aufzugreifen. Es ist nun mal so in diesem Medienzirkus. Man braucht ein Superego und reichlich Mut, möglichst eine geringe Abhängigkeitsquote, um auszusprechen, was überall beklagt wird.

Aaaaha: Wenn es also nach Dezember nicht weitergeht, dann scheitert es an Inkompetenz und Rachsucht der Verantwortlichen, wie sie schreiben, Frau Heidenreich?Wissen Sie was: Sie haben aus meiner ganz persönlichen Sicht, jegliches vermeintliches Recht auf Vertragsverlängerung verwirkt. Und zwar mit diesen letzten vor Arroganz strotzenden Artikeln, die sie verfasst haben. Bis dahin war es noch eine schmerzende, aber mit viel gutem Willen halbwegs verzeihliche Entgleisung. Sie verletzen den, der Sie füttert und Ihnen eine Plattform bietet, bisher geschätzte Frau Heidenreich. Ihr Wille ist nicht der Nabel der Welt, um den sich alles - der Elke Heidenreich-Kosmos - dreht. Sie haben die Bodenhaftung und jegliches Augenmaß verloren. Zum Fremdschämen, das. Ich fasse es nicht.

Danke für die gelungene Heidenreich-Satire in der FAS. Besonders gut war der Seitenhieb auf Schreinemakers. Einfach köstlich. Mehr davon in den nächsten Wochen! Auf keinen Fall versäumen werde ich Frau Heidenreichs Dauerwerbesendung mit dem Qualitätssänger Campino.

Ich bin es leid mit den sog. Intelektuellen wie Ranicki, Heidenreich + Co! Warum denken sie, sie können Menschen in 'gescheit oder eben nicht gescheit' einordnen? Zwischen den Zeilen ihres Kommentares ist deutlich zu lesen, dass sie sich in die gescheite Rubrik einordnet, was ich auch bestätigen könnte, wenn sie nicht automatisch die nicht lesende Menschengruppe in die andere Kategorie abstempeln würde. Ich selbst habe ihr mal einen langen Brief geschrieben, den sie leider nicht beantwortet hat. Ich hatte sie etwas kritisiert, weil es mir suspekt erschien, als Beweis für Bildung fast ausschließlich die Lektüre der Schriftsteller aus vergangenen Zeiten als Muss anzusehen. Ich denke, dass es ein viel größeres Spektrum für Bildung gibt, das sie nicht automatisch ausfüllt, nur weil sie eine 'Lesende' ist!

Eine 3/4 Stunde zu recht guter Sendezeit mit Paul Kersten. Wöchentlich im Wechsel mit Arena im NDR, einmal monatlich in der ARD. Beiträge für diese und andere Kultursendungen habe ich regelmäßig geschnitten. Zuerst wurde das Bücherjournal mit Arena zum Kulturjournal zusammengefasst. Dann wurden die Beiträge immer kürzer. 1993 war ein Kulturbeitrag im NDR ca. 8-10 Minuten lang, in zwei Tagen fertig zu stellen. (Ältere Cutterinnen erzählten mir von glorreichen Zeiten mit 15-Minuten-Beiträgen) Das reicht gerade um inhaltlich und gestalterisch ordentlich zu arbeiten. Bis 2006 sind Kulturbeiträge auf maximal 4,30 Minuten geschrumpft. Wenn ein Buch verfilmt wird, muss das Buch, der Autor, der Film und sein Regisseur in 4 Minuten abgehakt werden. Eine Minute Kinotrailer, je eine Minute O-Töne von Autor und Regisseur, eine Minute "um was geht es überhaupt?". Für Bücher gab es nur noch clippige Kurzbeiträge mit Paul, welche zwar ganz lustig waren, aber ich glaube nicht, dass davon bei den Zuschauern etwas hängen geblieben ist. Gut funktionierende Teams wurden auseinander gerissen, weil eine kritische, filmisch denkende Cutterinnen nicht "kundenfreundlich" genug ist. Wer sind meine Kunden? Zuschauer? Autoren? Abteilungsleiter? Intendanz?

Elke Heidenreich ist eine faszinierende Frau. Wer sich ein Bild von ihrer Haltung zu den jüngsten Ereignissen machen möchte und etwas mehr über ihre ganz persönliche Qualität und ihre Qualitäten erfahren möchte sollte nicht versäumen heute im 3. des SWR die Verleihung des Mediapreises an sie anzuschauen. Hier erzählt sie nicht nur interessantes, sie tut auch selbiges. Bemerkenswert.

ist doch der gerade von ihnen postulierte Qualitätsanspruch, den sie nur noch graduell erfüllen. Natürlich läuft in SAT1, RTL und ProSieben im Bereich der "eigenproduzierten" Sendungen weitgehend grober Müll (nach meiner Einschätzung), aber diese Sender sind wirtschaftlich gezwungen, den Mainstream zu bedienen. Und wenn die Mehrheit andere Ansprüche hat als ich, habe ich bei diesen Sendern natürlich verloren... Wenn ich dann aber zu den aufgrund erheblicher Gebühreneinnahmen höchstrichterlich durchfinanzierten Sendern wechsele, stelle ich eine immer stärkere (Qualitäts-) Angleichung fest. In der ARD wird rund um die Uhr getalkt (Kerner, Will, Maischberger, Illner etc.) mit eingesprenkelter Volksmusik, das ZDF ist zu einem Krimispartenkanal verkümmert (mit eingesprenkeltem "Wetten, dass"). Traurig!

Von Frau Heidenreich bin ich begeistert! Wer traut sich denn schon gegen diesen Moloch Fernsehen anzureden - wenn nicht eine Frau. Sie könnte den aktuellen ZDF-Indentaten glattweg ersetzen. Genügend Substanz hat sie ja. Wo, wenn nicht im Fernsehen gibts diese hierarchischen, bürokratischen Funktionärsgebirge die so wirkungsvoll zu bekämpfen wären. Indentanten, Direktoren, Redakteure und Chefredakteure. Wer Nachrichten lesen kann ist schon mit 10.000 € pro Monat dabei. Hat ein Moderator eine Talkshow zu moderieren, dann muß er schon seine eigene Produktionsfirma vorweisen können. Aber jetzt scheint es besser zu werden: Nikolaus Bender, Chefredakteur von allem, hat sich im Windschatten der ARD zu der Vermutung geäußert, daß auf die Tour-Berichterstattung verzichtet werden könne, so die ARD aus der Tourberichterstattung auch ausstiege (Konjunktivitis in reinster Form). Sollte das tatsächlich eintreffen, dann gibts ja wieder Freiraum für Sendeplätze. Ich könnte mir auch gut vorstellen, daß dieser Vorberichterstattungswahn bei Fußballspielen abgeschafft würde - schon hätte man 30 Minuten "Primetime" gewonnen. Man könnte auch die Übertragungen zu Fußballspielen um 20:15 starten lassen. Leider ist der Platz zuende.

Alle Kritik am deutschen Fernsehen, soweit es sich um den von der GEZ finanzierten Bereich handelt, ist unnütz. Genauso gut könnte ich mich über das Finanzamt beschweren, welches meine Steuern einzieht, über deren Verwendung ich nicht mitbestimmen kann. In ARD und ZDF sitzen Leute, unkündbar und fernab vom Bürger, die pflegen ihre Klüngel. Quasibeamtete Schauspieler nerven uns mit Tatort, Frikadellenzubereitung oder Dudelmusik, jedoch zur hellen Freude von Dementen, denn die zumindest können mitklatschen beim LaLaLa, wenn´s nicht zu schnell ist. So wie man aus der Kirche austreten kann, kann man auch aus der GEZ austreten, indem man auf das DummDummProgramm von ARD+ZDF verzichtet und sich für´s Geld ´ne anständige Zeitung kauft. Wer GEZ bezahlt, bezahlt eine Idiotensteuer ähnlich der, die täglich Millionen zahlen, wenn sie ihre Lottoscheine ausfüllen. Das sollte man als Fernsehzuschauer wissen und sich nicht beklagen.

Noch mehr als über die niveaulose Fernsehlandschaft ärgere ich mich über Personen wie Frau Heidenreich oder Herrn Reich-Ranicki, die meinen, die Mehrheit der Fernsehzuschauer beleidigen zu können, nur weil diese ein anderes Kulturverständnis hat. Es ist anmaßend, wenn eine Minderheit, die sich als intellektuelle Elite sieht, der Mehrheit diktieren will, welche Art von Fernsehunterhaltung und Literatur konsumiert werden soll. Auch in der Literatur sind es nicht die von den Literaturkritikern gepriesenen Werke, die die Bestsellerlisten anführen. Auch hier sind unterhaltene Bücher erfolgreicher. Frau Heidenreich und Herr Reich-Ranicki übersehen, dass viele sich in Ihrer Freizeit gerne unterhalten lassen. Anspruchsvolle Fernsehsendungen und Literatur eignen sich nicht immer zur Entspannung. Auch wenn ich mich als Bildungsbürger sehen einem Samstagabend sehe ich mir mit meiner Familie zur Prime Time lieber "Schlag den Raab" als eine Brecht-Verfilmung an, da ich hier mit meinem 8-jährigen Sohn zusammen lachen kann. Unerträglich ist nicht das schlechte Fernsehprogramm sondern die Arroganz der Kritiker.

Leute, was ist das Problem hier? Ich sehe keins. Es ist nur Fernsehen, mehr nicht. Klar, es geht auch um Gebührengelder. Aber wenn ich den "Kommentar" von EH lese, werde ich den Verdacht nicht los, dass es ihr nur um sie selbst geht. Mehr als einen Absatz verschwendet sie auf die Diskussion um den ihrer Meinung richtigen Sendeplatz für ihre Büchersendung. Ich mag auch keine Koch-Shows, keine Heimatfilme, keine Volksmusik-Shows, "Wetten, dass..." etc. Aber wenn es mal nichts anderes gibt, bleibt die Glotze aus und beschäftige mich mit was anderem. Sollten die so genannten Moralapostel mal auch machen.

Schon meine erste Bewerbung als Kriminaler im September 1997 -als Ersatz für Derrick- gab mir das ZDF einen Korb. Genauso meine zweite Bewerbung als Intendantennachfolger aus 2002. Mitten in das Gehaue und Gezanke um den begehrenswerten Posten des Intendanten platzte meine Bewerbungen an den Fernsehrat, dort an Anke Fuchs, Maria Böhmer, Hans Koschnick und Konrad Kraske. Abgelehnt. Hätte der Fernsehrat damals mich gewählt, würde Elke Heidenreich und eine handvoll anderer von ihrem Kaliber, heute zur „Prime Time“ auf Sendung sein, um somit einen Hauch niveauvolles Programm über die Flimmerkisten an den Mann zu bringen. Ja, es sollen Sportsendungen ihren Platz haben, ja, Ratesendungen gehören dazu, ja, auch Kochshows liegen im Trend der Zeit und Gottschalk soll seine Mätzchen weiterhin blödeln dürfen. Aber muss deshalb etwas anspruchsvolleres und herausforderndes noch mehr abgeschoben werden? Herr Schächter, reißen Sie sich einmal zusammen, zeigen Sie Mut und vor allen Dingen, wer der Herr im Hause ist. Lassen Sie Ihren Herrn Programmdirektor Bellut mal stramm stehen. Ein Fingerzeig mehr an „Keinklamauk“ stände Ihnen und dem ZDF gut zu Gesicht. Und lassen Sie die intellektuelle Quasselstrippe in Ihrem/unserem Sender.

sondern einfach um die Frage, ob man Deppen denn Deppen nennen darf. Da werden wir uns alle schwer tun, denn bürokratisierte öff.rech. Sendeanstalten produzieren ja für dieselbe Klientel wie die gescholtenen "Kommerziellen". Das wird auch so bleiben, denn geistig minderbemittelte TV-Konsumenten müssen was zu futtern haben, neben ihren Kartoffelchips. MRR's erfrischender Wutausbruch sollte ja nur - so hab ich ihn verstanden - zeigen, daß derart unflätiger Mist (auch in weisser Admiralsuniform) sich nicht mit Persönlichkeiten paaren darf, deren IQ höher ist als die Zimmertemperatur. Der Gummibärchenverkäufer mit seiner nach allen Seiten offenen "Ach ich verstehe euch ja alle"-Mentalität ist da am Ende quotenorientiert einfach überfordert, so eloquent er auch den Spagat versucht.

was wollen sie damit bezwecken frau heidenreich? für mrr hatte es wohl großteils publicity gründe sich derart bei einer zugegeben grausamen veranstaltung daneben zu benehmen und immerhin hats ja anscheinend auch gut funktioniert. sie waren also grad auf der buchmesse? da soll das niveau soviel besser sein? die erfolgreichen bücher werden von "raketenwissenschaftlern" wie bushido, bohlen,kahn,kerkeling oder roche geschrieben - ich sehe da keinen unterschied zum fernsehen! und ihre sendung soll bildungsfernsehen erster güte sein? wer ist ihr gast in der nächsten sendung? ein campino von den toten hosen, hm, ich kenne nicht einen intelektuellen menschen, bzw jemanden der sich für dafür hält, den interessieren würde was dieser mann gerne liest ! (aber intelligenz ist ja bekanntlich das einzige gut was gerecht auf der welt verteilt ist - jeder meint er hätte genug davon) natürlich kommen die wirklich guten sachen so gut wie nie zu ordentlichen sendezeiten bei den großen sendern, aber wenn man wirklich sucht, findet sich ähnlich wie auf dem buchmarkt gutes bei zb phoenix,arte,den 3en, discovery channel etc - und aprospos wozu gibts das internet, jeder ist seines glückes schmied und kann sich aussuchen was er wo und wie konsumiert...

Zunächst möchte ich Ihnen, für Ihre Fernsehbeiträge, denen ich als niederländischer Zuschauer mit so viel Interesse zuschauen durfte, aufrecht danken. Allein schon die begeisternde,humorvolle, einfühlungsvolle únd einsichtsvolle Art und und Weise, wie Sie in so kurzer Zeitspanne die Bücher besprechen, zeigt wie mit viel Liebe und Einsatz Sie Ihr Metier betreiben; die von Ihnen mit viel Sachkenntnissen dargebotenen, inhaltlichen Einblicke sind eine wirkliche Anregung zum Lesen, womit Sie dem Zweck Ihres Programms durchaus gerecht werden. Ihre Kampfansage tut not und ich hoffe, dass viele Mitstreiter Ihnen Beifalll leisten, denn in dieser materialistischen Zeit, wo auch bei den Fernsehanstalten so oft nur die kommerziellen Gesichtspunkte zählen, sehnt mancher sich nach geistiger Inspiration als Gegenwehr gegen die zunehmende Verblödung, Verflachung, Verrohung. Die zwei niederländischen, öffentlich-rechtlichen Sendungen mussten schon inhaltlich-programmatisch weitgehend der banalen, geisttötenden Kommerzialisierung , von der so viele Privatsendungen geprägt und gesättigt sind, weichen. Geistig bedürftige Zuschauer müssen schon ihre Zuflucht zu ausländischen Sendungen nehmen.Ich danke Ihnen für Ihren fast "waghalsigen" Mut.

Liebe Frau Heidenreich, darf ich Sie so ansprechen? Denn ich liebe Ihre Verve und Ihr Engagement für Bildung und Kultur im allgemeinen und Literatur im besonderen. Weiter so! Nicht nachlassen, auch wenn es eine Sysiphusarbeit bleibt, den Pudding an die Wand zu nageln. Der Pudding, das sind die Quotengläubigen, denen der Unterschied zwischen Wert und Menge nicht klar ist oder nichts bedeutet: "Millionen Fliegen können nicht irren, wenn sie um die Kuhfladen schwirren." Nur, Unterhaltung ist das nicht, sondern Befriedigung nach der Art der Labormaus, der eine Sonde im Lustzentrum eingesetzt wurde, so dass sie sich hemmungslos und bis zur Erschöpfung Stromreize morst. Wenn die Intendanten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens aus ihrem Experiment mit dem Fernsehpublikum Erkenntnis zögen, müsste ihnen schon klar geworden sein, dass der Wert der Unterhaltung nicht identisch ist mit dem kleinsten gemeinsamen Vielfachen (KGV) des billigen Wohlgefühls. Das Kerner-Syndrom des ZDF ist dafür ein herausragendes Beispiel. Deshalb noch einmal: Weiter so! Raus aus der "selbstverschuldeten Unmündigkeit"! Herzliche Grüße Dr Hanno Dreger, Solingen

Sie der Umgang mit Zusagen, und ich finde diesen Umgang auch nicht in Ordnung. Ich registriere auch , dass Sie öffentlich (verzweifelt, bitter und moralisch) so lange die Welt in "Gut" und "Böse" , in "Niveau" und "Niveaulose" einteilen, bis jeder verstanden hat, dass Sie auf der Seite der "Guten" und "Niveauvollen" zu finden sind. Im Rahmen Ihres "Kreuzzuges" zur Auseinandersetzung mit eigener Identität, mit "Heimat" und der Tatsache, dass "Leben" und TV andere "Werte" betonen, als jene, die "früher" galten, verhalten Sie sich letztlich ähnlich, wie jene, die Sie kritisieren. Mein Vorschlag: Relaunchen Sie Ihre Beiträge im ZDF. Gestalten Sie Ihre Sendung moderner, lebendiger und nicht aus der elitären Position der Gestrigen heraus, der man übel mitgespielt hat. Verlassen Sie ihren moralisch elitären Elfenbeinturm und bewegen Sie lieber junge Zuschauer vor die Glotze, indem Sie sie "packen". Halten Sie anderen nicht öffentlich vor, wie schlecht Sie behandelt werden und orientieren Sie sich nicht an den "Einschränkungen, die Ihr Leben so bietet". Das nämlich ist erstens als Strategie nachdenkenswert und zweitens langweilig. All diese Fragen regelt keine Sendezeit der Welt für Sie - das müssten Sie schon selbst leisten.

Der Einzige, der hier mit Gewalt Fernsehgeschichte schreiben will, ist TG. Wieso merkt DAS eigentlich niemand? Er spottet über Herrn Marcel Reich-Ranicki. Er echauffiert sich über das Verhalten der Frau Heidenreich. Seelbstverständlich mit etwas, das ER Charme nennt. Nein, das ist KEINE liebenswürdig, gewinnende Wesensart - DAS ist aalglatt, dreist und berechnend! Redaktionen und Produktionen (und deren Familien) warten normalerweise Ewigkeiten auf Entscheidungen. Das ist kein Spaß. Für TG strickt man mal eben eine unsinnige Sondersendung. Vorbei die Zeit, in der seine Art als 'Hofnarr' anerkennen konnte. WOHER kommt eigentlich die MACHT, sich 60 MIN Sendezeit zu NEHMEN? (ok, er bekam 30 min) aber DAS hätte mal ein Anderer versuchen sollen. TG stellt die oberste Riege öffentlich mit dem Rücken an die Wand und diese gehen da mit. WARUM? DAS frage ich mich wirklich. Nein, liebe Frau Heidenreich, wegen schlechter Arbeit kann man Sie nicht entlassen! Wenn man verbrannt wird, weil man seine Meinung sagt, dann habe ich ANGST. Bitte bleiben Sie unbequem und stemmen sich weiterhin gegen eine sich mehr und mehr verbreitende, gefährliche Untertanenmentalität. DANKE! Ps: ... ich bin weder Medienschaffende noch Klofrau...

... es ist schon unglaublich, was man in Ihrem Artikel lesen kann, lesen muss. Es passt doch aber gneau in das Bild, welches so viele von uns von den Sendern und ihren Letungen haben. Muffige Stuben die ihrem eigentlich Auftrag auch nicht mehr im Ansatz nachkommen. Im Gegenteil. Leider habe ich, wie auch mein gesamter Bekanntenkreis, die Hoffnung aufgegeben, dass es eine Abkehr vom Limboniveau (egal wie niedrig die Niveualatte liegt, einer kommt immer drunter durch) im TV geben wird. Wir trösten uns mit Lesungen in Buchhandlungen, Kabarett, Theater, Sport etc. Das Problem, welches ich aber aktuell sehe, und da darf man gleich richtig über mich herfallen, ist, dass die Betroffenen bzw. eine großer Teil der Bevölkerung uns Niveaueinforderer nicht mehr folgen können. Schauen wir doch einfach einmal an einem Samstagmorgen in eine normal Fußgängerzone. Glaubt hier tatsächlich jemand, dass diese Masse belehrbar ist? Die Politik wird nicht helfen. Das schlimmste was der aktuellen Politik passieren kann, ist intelligentes Stimmvieh.

Es wurde Zeit, dass endlich die Sendungen des deutschen Fernsehens kritisiert werden. man kann nur noch von Vulgärfernsehen- und/oder Primitivfernsehen sprechen. Ob ARD/ZDF, die privaten Sender, außer Arte und Phönix gibt es nichts mehr, auch 3sat hat erheblich nachgelassen. Aber wehe, es sagt jemand deutlich! Eine Sendung wie "Deutschland sucht den Superstar" als gute Unterhaltungssendung zu bezeichnen zeigt den ganzen Wahnsinn der sogenannten Unterhaltungsbranche. Wenn es nicht so traurig wäre müßte man pausenlos lachen.

...der Vorredner, der das moderne Fernsehen als Kaminfeuer celebriert hat vollkommen recht. Jemand, der das Fernsehen zu etwas Höherem stilisiert hat das Medium von Grund auf nicht verstanden und trauert einer Zeit nach, die es noch nie gab - und auch nicht geben wird. Aber am Allerlangweiligsten sind wohl Buchbesprechungen von MRR oder Heidenreich. Da hört sogar das Knistern des Kaminfeuers auf....

Letztlich war doch auch der Auftritt von MRR ein Akt der Selbstdarstellung, wie man dies von ihm gewohnt ist. Dieses Mal aber mit der Chance auf einen sehr positiven Effekt. Denn was hätte alles geschehen können nach dem Wutausbruch. Es hätte eine ernsthafte Diskussion um das Niveau des Fernsehens entstehen können, insbesondere des gebührenfinanziertens. Vielleicht gar eine Selbskritik bei den Programmverantwortlichen? Davon sieht man nichts. Frau Heidenreich nörgelt gegen ihren Sender, der grantelt zurück. Um das Niveau des Fernsehens an sich geht es dabei kaum noch, vielmehr um die Verbitterung von Frau Heidenreich über ihre sinkenden Quoten und deren Gefühl, hierfür sei allein der Sendeplatz verantwortlich. Womit sie es sich auch recht einfach macht und überdies zu wichtig nimmt. Als könne man das Niveau des TV alleine dadurch retten, dass diese kleine Lesesendung einen besseren Platz bekommt (was ich mir im Übrigen gleichwohl wünschen würde). Und Gottschalk quasselt mit MRR, der kaum eine Sendung kennt, die er kritisiert, und kartet beim Spiegel gegen Elke Heidenreich nach. Was eine sinnvolle Diskussion hätte werden können verkommt zu einen nutzlosen gegrantel von Selbstdarstellern wegen gekränkter Eitelkeiten.

ich fürchte nur, dass sich der ZDF-Intendant an KLinsmann und Löw orientiert, die bei Kritik aus den eigenen Reihen sofort mit Rauswurf reagieren, weil sonst die Disziplin flöten geht. Schließlich wird der öffentlich-rechtliche Meinungsbrei auch bei Kerner (ob hier oder da) gebildet. Das ist nämlich der Punkt, die Herren glauben, öffentliche Meinung ist, was die Bild schreibt...oder gesendet wird und nicht, was das Volk tatsächlich denkt. Von Verschwörunstheorien seitens der Politik, die Leut möglichst dumm und damit lenk- und berechenbar zu halten mal ganz abgesehen. Ilse bleib standhaft! Wir legen Dir auch ein Kissen unter.

Ich habe seit vielen Jahren nicht mehr ferngesehen, und ich weiß nicht, wie schlimm es ist. Aber ich verstehe nicht, warum Menschen wie Frau Heidenreich, die mit ihrer Meinung über das öffentlich-rechtliche Fernsehen sicher bis zu einem gewissen Grade recht haben, überhaupt noch auf Fernsehen angewiesen sind. Warum findet sich kein privater Produzent (z.B. ein großes Verlagshaus), und man bringt die Sendung im Internet heraus? Wenn das Publikum für die Sendung so groß ist, wird man auch dort Erfolg haben, und dann kann man sich den Ärger und die Diskussionen sparen. Wenn alle Qualitätssendungen das täten, würde sich das öffentlich-rechtliche und auch sonstige Fernsehen von selbst erledigen. Auch die GEZ-Diskussion würde sich dann in Wohlgefallen auflösen.

Gut so, dass endlich was für ein besseres TV-Niveau unternommen wird und doch bin ich manchmal recht froh über das miserable Programm: So komm ich doch mehr zum Lesen, zu kreativer Tätigkeit und zum vergnügten Ausgehen, ohne zuvor das TV-Programm durchstöbern zu müssen, ob ich evtl was verpasse! Trotzdem: Elke muss bleiben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Liebe Frau Heidenreich, es ist schön und notwendig, dass Sie nun zur Revolution rufen! Es wird Zeit für eine Verbesserung des Fernsehens - zumindest im öffentlich-rechtlichen Sektor, wo es noch erlaubt sein muss, die Dominanz der Quote in Frage zu stellen. Jedoch sollten Sie aufhören, sich bei Ihrem anvisierten Feldzug gegen das "Doof-TV" (Bild) auf Herrn Reich-Ranicki zu berufen. Dieser hat beim Fernsehpreis zwar einen kouragierten und unterhaltsamen Auftritt geliefert, wie wir ihn heutzutage im Fernsehen kaum mehr erleben können. Jedoch hat er sich im Gespräch mit Gottschalk nach allen Regeln der Kunst als glaubhafter Beobachter des deutschen Fernsehens disqualifiziert! Auch um das "Gespür" eines MRR ist es offensichtlich sehr schlecht bestellt, wenn dieser die Herren "Atze Schröder" und Helge Schneider in einen Topf wirft. Letzterer ist derzeit noch der einzige fernsehprominente Humorist, der es in Sachen Geistreichtum und beobachtendem Witz mit einem Loriot (nach welchem im Artikel geschrieen wird) aufnehmen kann.

frau heidenreich gehört einer leider immer noch sehr zahlreichen generation von bildungsspießern an, die für sich selbstgerecht in anspruch nimmt, die weisheit mit dem löffel gefressen zu haben. werfen wir mal einen blick in die europäische tv-serienszene: gähnende leere, mit ausnahme einiger englischer produktionen wie dr. who, torchwood, oder dem französischen 'vénus et apollon'. vor allem im deutschen sprachraum genießt die kunstform der tv serie immer noch das ansehen des schmuddelromans, und das nicht zuletzt dank der erzkonservativen und urspießigen definition dessen was 'kultur' gefälligst zu sein habe von elementen wie heidenreich und co. in den usa läuft zur zeit die serie 'it's always sunny in philadelphia'. in einer folge glauben dee und charly, 2 der hauptprotagonisten, dass sie menschenfleisch gegessen haben, sind sich aber nicht sicher. um sicherzugehen beschließen sie in eine leichenhalle zu gehen und dort eine kostprobe zu nehmen. nachdem sie schließlich drin sind, und dort ein schwarzer und ein weißer mann aufgebahrt sind, stellt sich ihnen die frage ob es rassistisch wäre, lieber ein stück des weißen manns essen zu wollen. DAS ist kultur und nicht retardierte schinken von walser & co ! zeit für die rente ;)

"Sie hungern uns aus" - Heidenreich vs. ZDF. Keiner dieser Menschen mit dem Status Intendant wird in ein soziales Elend verfrachtet wenn die Einschaltquote im Orkus versinkt. Auch Herr Ackermann lacht wenn er den DAX anguckt. Die Idee, Frau Heidenreich möge die Sendung nicht mehr betreiben, ist schlicht erbärmlich. Einfach nur Mut und ein Rückgrat mit Muskeln hat diese Elite offensichtlich verloren.

...ist es für mich, trotz sachlicher Berechtigungen, von so einer gebildeten Frau, wie Elke Heidenreich, einen solch enthemmten Hass zu lesen, gepaart mit persönlichen Beleidigungen. - Ja, es stimmt. Es gibt im deutschen TV geschmacklose, niveaulose und peinliche Sendungen. Ich nenne nur das Stichwort "Dschungelcamp..."! Wenn allerings ein Kritiker jegliches Mass verliert und seinem zügellosen und pauschalen Abscheu Ausdruck verleiht, dann ist er/sie im Unrecht und schiesst sich selbst ins Knie... Das TV bietet ein breites Angebot in jede Richtung. Wer sich bilden will und auch auf gehobenem Niveau unterhalten werden möchte, der hat dazu die Gelegenheit. Ein "kulturvoller" Mensch, wofür sich Frau Heidenreich offenbar hält, macht sich unglaubwürdig mit Begriffen wie "Scheisse" und undifferenzierten Rundumschlägen. - Frau Heidenreich, sie wären ohne das von ihnen gehasste TV ein Nichts, völlig unbekannt und bedeutungslos. Ist ihnen das klar? Dass sie einen über Jahre hinweg, auch von Reich Ranicki, anerkannten Moderator wie Thomas Gottschalk, als unintelligent und witzlos bezeichnen, ist höchst peinlich - allerdings für sie. Ihre hemmungslose Eitelkeit ist unfassbar. Seien sie mal konsequent. Verlassen sie das Fernsehen.

Mich kotzt der Kram, den ich im TV zu sehen kriege, auch an. Ich schalte im Grunde nur noch für Sport und Nachrichten ein, ansonsten nutze ich die freie Zeit für andere Dinge. Die ganze Diskussion richtet sich an die falschen Stellen. Die Zuschauer müssten von Haus aus kritisch sein und in überhaupt in der Lage sein, Schrott von Qualität zu unterscheiden. Das bedeutet auch, dass die Eltern ihre Kinder eben auch dazu erziehen müssen, diese Unterschiede zu erkennen und nicht darauf warten sollen, bis die Lehrer diese Aufgabe miterledigen. Das Fernsehen bedient die Nachfrage, allerdings wäre zu klären, ob die Erhebungen auch wirklich zuverlässig sind. Die Leute, die es am nötigsten hätten, werden Heidenreichs Sendung ohnehin nicht sehen. Da nützen auch zehn davon nichts. Die Schuld aufs Fernsehen zu schieben ist meines Erachtens zu einfach. Kurz und gut: das Ganze ist ein soziologisches Problem. Das TV-Programm ist nur ein Symptom.

Elke Heidenreich hat völlig recht. Fernsehen ist nicht gut, und wird es auch nie sein. Das Problem ist das Medium selbst, weniger das was es vermittelt. Elke Heidenreich offenbart auch gleich warum das Fernsehen schlecht ist: Ihr Hang zur Selbstdarstellung scheint besonders ausgeprägt. Ihre Kritik vermittelt nicht eine Perspektive, nicht einen Ansatzpunkt, stattdessen nur sich selbst. "Der Alte" geht, Elke will kommen. Das ist antstantsloser als jede Kochshow.

Als Nichtfernsehteilnehmer kann man nur feixen. Warum finanzieren die Gebührenzahler Programme, in denen sie nur selten finden, was sie wollen, und das meist zur Unzeit? Wer kein Sport-Fan ist, kommt gut ohne Glotze aus. Wenn die Öffentlich-Rechtlichen ihren Grundversorgungsauftrag ernst nähmen und nur das machten, was die Privaten nicht so gut hinkriegen, dann kämen wir bundesweit locker mit zwei Kanälen für Information und Kultur aus. Das könnte man bequem über Steuern finanzieren, weil dann manche kostenträchtige Sendung bei den Privaten liefe. Wieso gehören teure Sport-life-Übertragungen zur Grundversorgung? Oder dümmliche Quiz-Sendungen? Und über die Usancen der GEZ hat die FAZ ja schon nette Stories veröffentlicht. Dieses Inkassobüro gehört abgeschafft.

Eine fundierte und kritische Auseinandersetzung mit der Verblödungsmaschinerie Fernsehen ist längst überfällig. Nun hoffe ich so ganz im Stillen, daß Elke Heidenreich genau so kritisch agiert hätte, wenn Sie die Laudatio auf M2R hätte halten dürfen. Wie dem auch sei - von mir kommt ein herzliches "Dankeschön und Weiterso" und beste Grüße Erich Grantzau

Frau Heidenreich, ich hatte nie eine Meineung von Ihnen, doch jetzt liebe ich Sie!

Ähnlich wie Willibald und Felix weiter unten fand ich Heidenreichs Kritik vor einer Woche reichlich hysterisch und schrecklich moralinsauer. Außerdem - jemand, der sich angeblich so fürchterlich schämt für seinen Arbeitgeber (Wofür eigentlich? Warum meint sie, dass ihre literarischen Empfehlungen sehenswerter seien als irgendwelche Shows oder Kochsendungen? Warum tut sie so, als wäre sie völlig ahnungslos im Hinblick auf das, was das Fernsehen an geistiger Umweltverschmutzung in die Welt setzt und anschließend folgerichtig prämiert?), sollte wirklich die Konsequenzen ziehen, seinen Hut nehmen und gehen und mit seinen geistigen Höhenflügen künftig ausschließlich Brigitte-Leserinnen beglücken. Ich lese übrigens weder Brigitte, noch schalte ich den Fernseher öfter ein als zwei-, dreimal im Jahr. Und von Elke Heidenreich empfohlene Bücher würde ich schon gar nicht in die Hand nehmen - was soll mir schon jemand raten können, der mit seiner Einschätzung der Realität derart neben der Kappe ist?

... willkommen in Nordkorea! Soviel Pressefreiheit gibt es ja nichtmal in Rußland. Mal abgesehen davon, daß die dort wissen, wie man eine schmissige Gala veranstaltet.

Öffentlich-rechtliche Einrichtungen sind leider nur noch ein Spielball für die Interessen der Politik. Dabei sollte diese den 'Öffentlichen' doch eigentlich den Fokus vorgeben. Denn ohne klaren Fokus auf ihre originären Aufgaben scheinen die Ö. wie von selbst in ungeahnte Richtungen zu wuchern. Ähnlichkeiten mit den Landesbanken sind da sicherlich nicht ganz zufällig. Dort hat allerdings der Finanzmarkt als Regulativ zuletzt dann doch gewirkt und ihnen für Ihre Ausflüge in die Hochfinanz ordentlich auf die Finger gegeben. Doch was reguliert den Fokus des öffentlich-rechtlichen Fernsehens? Die Quote sicherlich nicht und der Rundfunkrat auch nicht.

So einen tollen Essay habe ich ja seit Jahren nicht gelesen.Mit der Frechheit, der Beharrlichkeit, dem Finger in die Wunden legen, offen sagen was ist hat Elke Heidenreich sogar MRR weit hinter sich gelassen. Danke Elke-

Vor 2 Tagen hatte ich mich in meinem Kommentar gefragt, wie wohl das ZDF auf Heidenreichs Brandbrief reagieren würde. Es darf vermutet werden , daß der Intendant des ZDF nach einer mehrtägigen Schockstarre in der nun einsetzenden Diskussion demnächst tatsächlich den Säbel ziehen wird. Die Situation mit den eloquenten Gegnern MRR und Heidenreich wird ihn und seine Mitarbeiter schlicht überfordern. Was ihn vor weiterer Blamage dann nur noch bleibt , ist eben der Rausschmiß von Frau Heidenreich.Sehr schade , aber zu befürchten .Andererseits könnte mir sehr gut vorstellen, daß z.B.ein Intendant Pleitgen mit Sicherheit souverän und gelassen in eine ernsthafte Diskussion über Qualitätsfragen einsteigen würde. Aber der ist in Pension und war beim WDR.Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben und so wünschte ich mir eine dauernde ernsthafte Qualitätsdiskussion alle Fernsehbereiche betreffend , an der möglichst viele ,gesellschaftlich relevante Gruppen dauernd teilnehmen. Viele , anspruchsvolle Sendungen sollten die Zuschauer mitnehmen und weiterbilden .Aber das ist dann wieder zu viel verlangt?Und die Sender richten sich die Qualität betreffend nach den Letzten.Begründung "The last wheel roars most."

Völlig ungeachtet dessen, dass Frau H. mit dem reinen Inhalt ihrer Kritik Recht hat, ist sie zu entlassen bzw. ihre Sendung einzustellen. Wer sich seinem Arbeitgeber dermaßen illoyal verhält und diesen öffentlich schmäht, darf nicht auf dessen Toleranz hoffen. Jeder gewöhnliche Arbeitnehmer würde fristlos gekündigt, korrekterweise. Außerdem hat der fragwürdige ex-post-Charakter einen schalen Geschmack: Die Dominette als mentalsuppositorielles Subsidium für MRR, die Teile der politischen Korrektheitsdividende für sich vereinnahmen will. Na ja, je weiter sie sich von Frau Stratmann, der Metzgersgattin, entfernt, desto kritischer ist ihre Glaubwürdigkeit zu sehen.

Als jemand, der gerade seinen Fernseher abgemeldet hat, befinde ich mich in ähnlicher Postion wie MRR- ich dürfte ja gar nicht mitreden...doch die Gründe waren exakt dieselben, die er angeführt hat: Fernsehen ist heute Volksverdummung pur! Und als Künstler, der morgens ab 7.00 seinen Existenzkampf beginnen muss, habe ich einfach keine Zeit, bis um Mitternacht aufzubleiben, um auf anspruchsvolle Sendungen zu warten- Also weg mit der Glotze! Gottseidank gibt es ja DVDs, wie z.B. Der "Seewolf" und anderes aus glorreichen deutschen Fernseh-Zeiten- Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Kraft für das Geplänkel mit den Partei-Proporz-Funktionären! Und einen besseren Sendeplatz! Tschaka! Frank Klaffke

Manche meiner Freunde und ich kaufen und lesen seit einiger Zeit kein Buch mehr, daß von Heidenreich empfohlen wurde. Viel mehr als den durchnittlichen Fernsehblödsinn bekommt man in diesen von ihr empfohlenen Büchern auch nicht zu lesen. Es gibt keinen Grund für Heidenreich, sich so aufzublasen. Sie gehört doch zu denen, die Fernsehen machen das MRR mit Recht so kritisiert.

Unsere Beamtenversorgungsanstalt mit Namen "Fernsehen" hat mal mit 300 Menschen und einem Mini-Etat begonnen und war für die damalige Zeit Anfang der 60er Jahre informativer als heute. Laut dem Lagebericht 2001/02, der mir vorliegt, gab es bereits 2001 eine Zahl von 14 Ö.R. Rundfunkanstalten mit 29.648 Erwerbstätigen (Tab. 0.1). Die Gebühreneinnahmen entwickelten sich in der Zwischenzeit mit plus 5% pro Jahr wie folgt in Mrd. Euro: 1996: 4,73, 2000: 5,92, 2004: 6,85, 2005: 7,12 u.s.w.... Das sind die 10-fachen Kosten gegenüber den gesamten USA! Wenn man zusätzlich noch die enormen Rationalisierungsmöglichkeiten in der Medientechnik einbezieht, sollte die Überlegung erlaubt sein, ob da nicht eine Behörde nach dem Orwell'schen Prinzip geschaffen wurde, deren größte Leistung darin besteht, sich selbst zu vermehren und zu verwalten und vielen Parteimitgliedern auf dem Papier zu einem Einkommen zu verhelfen, das sie über die Mitgliedsbeiträge ihrer Parteien niemals erhalten würden. Wer mit dem Rest der Welt verglichen für soviel Steuern so viel dürftigen Live- und Konserven-Output erzeugt, der gehört genauso schnell saniert, wie die soeben erzeugte Finanzmarktstabilisierungsbehörde aufgebaut wurde, nämlich innerhalb einer Woche.

Ich glaube, Elke Heidenreich führt hier einen Stellvertreterkrieg, einen den sie auf das Gebiet der Literatur (der Kultur und Kunst etc.) verlegt – da kennt sie sich halt aus -, aber der eigentlich auf politischem Feld ausgetragen gehört. Durch diese Verschiebung kommt das nicht so richtig an, was sie sagt und was sie will. Der Zustand in der Kulturwelt ist doch nicht ein selbständiger, und ansonsten ist alles in Ordnung!? Was bedeuten Globalisierung, Finanzkapital, Konsumordnung, „Verwertung des Werts“, und damit: Big Brother, Kochsendungen und Talkshows? Es gibt dafür schon lange den Begriff des „Socialtainments“ - dem modernen Zirkus Maximus. Kann man mit einer solchen "Kulturwelt" noch leben oder muss man Antikultur betreiben, heißt auch: Ist man noch im Zirkus oder schon außerhalb? Reich-Ranicki hat das plötzlich schmerzlich verspürt – seine Ambivalenz –, und auch Gottschalk begriff das. Denn kann man mit dieser Politik, in dieser Gesellschaft noch leben, oder muss man sie grundsätzlich bekämpfen – Antipolitik betreiben, für eine andere Gesellschaft? Will man Literatur der breiten Massen oder Literatur für die Massen? Will man Konsum- oder Bedürfnisbefriedigung? Und hat man den Mut dazu?

Frau Heidenreich geht es in erster Linie um sich! Nach der vollkommen überzogenen Kritik von letzter Woche nun das Zurückrudern "mit Freude dabei" zur Sicherung des Arbeitsplatzes (siehe schon unten Wilibald). Weiter die gekränkte Eitelkeit, dass nicht sie die Laudatio halten durfte. Wie sich am Artikel zeigte eine mehr als kluge Entscheidung der ZDF-Verantwortlichen Auch die Bemerkungen im Sinne von "ich habe viel Zustimmung auf der Buchmesse getankt" zeugen von der Selbstbezogenheit ihres "Kampfes". Das ZDF kann sie nach diesen Äußerungen m.E. gar nicht weiter beschäftigen und sollte die Sendung dann mit einer anderen Person besetzen.

...liegt weniger an dem teilweisen Stumpfsinn welcher auf den Privaten läuft, sondern in der Tatsache daß die öffentlich-rechtlichen auch noch probieren schlechte Kopien davon darzustellen. Nur zwingen mich die Privaten nicht ihren Mist anzugucken und damit zu unterstützen, während die öffentlich rechtlichen ja im Grunde nichts anderes als ein Zwangs-Pay-TV sind. Seine (höchst zweifelhafte) Daseinsberechtigung bezieht das öffentlich-rechtliche aus dem Anspruch qualitativ besseres Fernsehen zu produzieren. Wird man diesem Anspruch nicht gerecht untergräbt man damit automatisch seine Legitimation...

Es gibt tatsächlich anspruchsvolle Sendungen im örR, auch zur Literatur. Konkretes Beispiel: das monatliche „Studio LCB“ im DLF mit einem starken Konzept: 120 Minuten allein für genau einen Autor und genau ein Buch) .... Auch die Namen Thea Dorn und Iris Radisch stehen für attraktive Literatur-Formate .... Ich will mich als Elke-Heidenreich-Fan bekennen, aber ihre Sendung „Lesen!“ überzeugt mich nicht: 10 Bücher in 30 Minuten? So sieht Qualität nicht aus! .... Ein Argument verstehe ich garnicht: Warum muß „Aspekte“ im ZDF-Hauptprogramm laufen? .... Den Mut zu elitärer Qualität erwarte ich im Deutschlandfunk, im Deutschlandradio, in BR-Alpha, auf Phoenix und im 3sat -- soll doch auf allen anderen Kanälen ganztägig Kindergeburtstag gefeiert werden. So, wie ein gemeines Eichhörnchen die verborgenen Nüsse findet, genauso wird der mündige Bürger regelmäßig zielgerichtet „Aspekte“ entdecken, selbst wenn es auf Phoenix versteckt ist ....

Gut gebrüllt, Löwin.Bitte, bleiben Sie weiterhin Sie selbst - Vielleicht, hoffentlich bewegen Sie etwas, unter anderem Frank Schwerin, München

Liebe Frau Heidenreich, ich möchte Ihnen herzlich danken für Ihren Mut, für Ihren Versuch endlich den Stein ins Rollen zu bringen, der das Marginalfernsehen zerschmettern muss! Es ist klar, dass es dieser Debatte nicht im hochgeistige Formate geht, die für eine Minderheit im Elfenbeinturm gemacht ist, nein, es geht um Formate, die ein normaler, kultur- und politikinteressierter Bürger ohne Scham konsumieren kann. Jeder Zuschauer beklagt das mangelnde Niveau des Fernsehens. Es gibt schlicht keine gehobene Unterhaltung im Fernsehen! Aber die Öffentlich-Rechtlichen, die sich es erlauben könnten, auch mal zu experimentieren, entziehen sich ihrer Verantwortung, und richten sich streng nach einer obskur erhobenen Quote. Diesbezüglich möchte ich auch auf Hans Weingartner verweisen, der die aktuelle Debatte in seinem exzellenten Film "Free Rainer" vorgedacht hat.

Ein Intendant, der sich öffentlich wie eine beleidigte Leberwurst aufführt, das ist doch einigermaßen peinlich; Souveränität sieht anders aus. --- Was würde wohl das Heute-Journal kommentieren, wenn die CDU-Kanzlerin einem niederen Mandatsträger coram publico den Parteiaustritt nahelegen würde, weil der es wagt, Aspekte der Regierungsarbeit zu kritisieren? "Wenn Ihnen die Arbeit der von mir geführten Regierung nicht gefällt, dann werde ich Sie bestimmt nicht zu überzeugen versuchen, weiter für unser gemeinsames Programm zu arbeiten!" ??? Himmel.

Liebe Elke Heidenreich, Ihnen und der FAZ sei Dank. Dank, dass Sie am Thema Fernsehen und Qualität dran bleiben, dass Sie den Ring nicht verlassen. Schon seit vielen, vielen Jahren ärgere ich mich über das Niveau des deutschen Fernsehens, ärgere mich darüber, dass - wenn überhaupt anspruchsvolle Sendungen gezeigt werden - diese frühesten 23.00 Uhr beginnen. Ärgere mich darüber, dass ich Fernsehgebühren für unsägliche Quizshows, nie-enden-wollende Seifenopern, fünf mal die Woche Kerner und dann noch Maischberger und Anne Will etc. Ich muss für etwas bezahlen, was ich mir nicht ansehen will, nur um die Möglichkeit zu haben, die eine Sendung, die vielleicht ein gewisses Niveau hat, wie die Büchersendung mit Denis Scheck oder Ihnen oder vielleicht einmal ein interessante Dokumentation auf Phoenix oder im Bayrischen Fernsehen zu sehen. Ich hoffe, die jetzige Diskussion verläuft nicht im Sande. Apropos Diskussion: das Gespräch von T. Gottschalk und M. Reich-Ranicki gestern Abend fand ich "indiskutabel". Das lag aber nicht an Marcel Reich-Ranicki. Bettina Henkelmann

Frau Heidenreichs Bemerkungen zum von mir sehr verehrten Marcel Reich-Ranicki, der endlich einmal grundlegende Wahrheiten ausgesprochen hat, zu denen ansonsten keiner mehr den Mut hat, sprechen mir aus dem Herzen. Die geballte Dummheit und Primitivität, die einem aus der "Glotze" (und mehr als dieses vulgäre Wort hat das Fernsehen - leider nicht nur in den privaten, sondern mittlerweile auch in den öffentlich-rechtlichen Sendungen - kaum noch noch verdient) entgegenschlägt, ist kaum noch erträglich. Die Einschätzung der Intelligenz ihrer Zuschauer durch die Sender betrachte ich schlicht als Beleidigung und verweigere seit geraumer Zeit weitestgehend den Konsum dieses armseligen Mediums, zumal die Qualität der Sendungen reziprok proportional zur Höhe der Gebühren ist. Frau Heidenreich ist in ihrem Anliegen uneingeschränkt zu unterstützen, und ich hoffe auf eine wachsende Anzahl denkender Menschen, die sich für ihre Gebühren mehr als nur Quassel-Shows, "Soap-Operas" und ähnliche Clownerien wünschen.

Ich gratuliere Frau Heidenreich zu ihrem Mut, zur Gradlinigkeit Ihres Vorgehens und zur Konseqenz in der Sache. Bleiben Sie so, lassen Sie sich durch die Quotenverantwortlichen der " Öffentlich Rechtlichen " nicht verbiegen. Leider kannte MRR die Programmstruktur zu wenig, sonst hätte er dem beredten Entertainer schon entgegenhalten können, dass Kultur in der Regel erst ab 22.15 stattfindet, also gar kein Interesse besteht einen größeren Personenkreis zu erreichen, obwohl dazu der durch Gebühren bezahlte Auftrag besteht. Wolfram Bernasch,Swisttal

Ich bin kein Heidenreich-Fan. Das vorab. Aber was sie mit Mut und Verve schildert, bezeugt am Beispiel "Lesen!" eine Misere des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, das so fraglos qualifizierte Sendungen in die Nacht hineinverschiebt, in der sonst am Wochenende das hochstilisierte Fallobst beinahe schon pervers propagierte Ringschlachten auf Kosten der Gebührenzahler austragen. Das ist ein anderes Thema - spricht aber für die Doppelmoral in den inneren Zirkeln. Jetzt sind sie gefragt: Prüfstein "Lesen!", nicht Elke Heidenreich, sondern eine ausgezeichnete Sendung von ganzen 30 Minuten, also gerade - wenn ich dies richtig gerechnet habe - null komma nullnulldrei Prozent (in Zahlen 0,003 %) der Sendezeit in zwei Monaten! Vielleicht ist 24 Uhr eine noch bessere Lösung beim Blick auf die Quoten?? Oder herrscht auf dem Lerchenberg mehr als Dr. Murkes gesammeltes Schweigen - immerhin vom hörfunkerfahrenen Böll? Ich bin gespannt, aber da scheint mir die Hoffnung vorab abhandengekommen zu sein.

...bitte nicht nachlassen, weiter so "to the point" argumentieren und wenigstens versuchen eine tragende Diskussion in Gang zu bringen. Und bitte, ganz schnell den Gummibären vergessen!

In der SZ war es wohl, wo der selbstgefällige Programmdirektor recht pauschal über E. Heidenreich hergezogen ist. Es ist ja schon ein Ding, dass man solche Kritik nicht mehr äussern darf - denn darauf liefe ja alles hinaus, wenn die Sendung von Frau Heidenreich abgesetzt wird. Der gute Mann kann und soll durchaus der Heidenreich antworten, aber doch nicht so. Woher nimmt er eigentlich die Berechtigung, zu solch autoritärem Gehabe - letztlich verwaltet er doch nur zwangsweise eingezogenes Geld der Bürger + zugegeben Werbemittel. Ich fand den M.R.R. herzerfrischend, auch am Freitag-Abend. Ein weiterer Skandal, dass man den T.Gottschalk einfach alleine liess gegen den M.R.R. - aber das sagt auch eine ganze Menge über die offensichtlich verknöcherten Strukturen beim öffentlich rechtlichem Fernsehen aus. Herausfordern müssen wir diese Damen und Herren - und wenn sie sich nicht stellen: auswechseln. So wie das Herr Löw zur Zeit beim Fussball macht.

Dem Lesen haftet natürlich immer so ein Nimbus des Intellektuellen an. Ich wage zu behaupten, dass die meisten Bestseller dasselbe sind wie die meisten Sendungen im Fernsehen: leichte Kost. Und warum auch nicht? Es gibt ein paar Hunderttausend oder einige wenige Millionen Menschen in Deutschland, die sich viele kluge Gedanken über viele interessante Themen machen, unter anderem über spannende und kluge Bücher über interessante Themen. Und dann gibt es viele Millionen Menschen die tun das nicht, und die wollen das auch nicht. Die wollen, wenn sie lesen, was zum Lachen oder Weinen, nicht zum Denken. Und wenn sie fernsehen, wollen sie auch nicht über komplizierte Themen sinnieren. Und warum auch? Dieser intellektuelle Volkserziehungsvorsatz erscheint mir so völlig sinnfrei. Mit welchem Selbstverständnis muss man gesegnet sein, um zu glauben, man habe mehr Recht darauf, andere Menschen im Fernsehen mit den Segnungen der großen Literatur zu verwöhnen als andere Leute ein Recht darauf haben, Menschen mit den Segnungen der Volksmusik zu verwöhnen, oder mit Kochsendungen? Ich habe übrigens gar keinen Fernseher, da läuft nämlich nur Mist (pardon).

Heidenreich zum ersten: "Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten." Heidenreich zum zweiten; "Ich bin vergnügt an Bord!". Alles klar? '' Wahre Helden/Heldinnen der öffentlichen Meinungsbildung.

Man kann Elke Heidenreich nur gratulieren. Wenn man denn Fernsehen schauen möchte, dann sollte es tatsächlich mehr mehr gute Filme zu einer guten Zeit geben. MRR hat vollkommen recht, daß gute Unterhaltung von Haus aus Bildung und Kultur darstellt. Warum sieht man im ersten die guten Filme erst Sonntagsabends ab 23.30 Uhr ? Selbst Roman Herzog hat dies bereits vor Jahren beklagt. warum gibt es statt "beckmann" nicht einen Sendeplatz für ein "junges Forum" Montagsabends ? es leigt meines Erachtens nicht am Geld, dürfte im Gegenteil eine Vielzahl von preiswerten Filmen geben, die gezeigt werden können. Aber vielleicht hat ja MRR und Elke Heidenreich Recht. man sollte den Fernseher öfters ausmachen und vielleicht einfach mehr lesen .....

Ich bin kein grosser "Fernseher" mehr seit das Internet weitreichende Möglichkeiten bietet sich aus vielen verschiedenen Quellen mit aktuellen Informationen zu versorgen. Aber wenn ich mich mal traue den Fernseher einzuschalten, bereuhe ich oft schon nach wenigen Minuten. Ob es die von Ihnen heißgeliebten Kochsendungen sind oder "wie richte ich meine Wohnung auf Kosten des Senders neu ein" oder die stille Treppe sind. Es juckt mich im Pelz ganz schnell zu verschwinden. Ein schönes neues Wort dafür, wie ich finde, ist fremdschämen. Ich will nicht verhehlen, dass mich der eine oder andere moralinsaure Arte-Beitrag schon abgestoßen hat. Nichts desto weniger. Hier versuchen immerhin Leute Dinge zu vermitteln, die über blidzweitunmsniveAU! hinaus gehen. Das die privaten Sender ihr Geld verdienen müssen kann man ja noch nachvollziehen, aber ein öffentlich-rechtlich geführter (und damit auch von meinen Beiträgen bezahlter) Sender muß sich nicht zwangsläufig an diesen orientieren. Man hat mir mal beigebracht, sich nicht an den Schlechteren zu messen um meine Leistungen zu beurteilen. In diesem Sinne: Weiter so Frau Heidenreich!

Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Willen in den Boxring zu treten! Ganz recht, es sind wirklich viele (die Mehrheit behaupte ich), denen die Programmgestaltung der Öffentlich-Rechtlichen auf den Sack geht - jedenfalls solange man dafür eine an sich völlig richtige Zwangskultursteuer namens GEZ entrichten muss. Ich möchte nicht, dass in ein paar Jahren der Widerwillen so gross wird, dass auf Druck der Bevölkerung die GEZ verschwindet, weil sich das Programm so weitab entfernt von dem was im Gesetzestext verankert ist. Nur eine große, ernstgemeinte und wichtige Bitte von mir: machen Sie nicht den Fehler, die Stossrichtung zu wählen 'Literaten und Intellektuelle gegen des Rest der Welt', wie es momentan von Ihnen und MRR vermittelt wird. Wie sie sagten, es sind viele, nicht nur Eierköpfe, und es geht um Loriot. Bereits im Gottschalk-Interview konnten Sie sehen, dass als Gegenstrategie das Etikett '70-jährige Oberstudienräte erklären wie Unterhaltung wirklich geht (nämlich nix ausser Brecht und Shakespeare), und dass früher eh besser war'. Schon Loriot hat erkannt, dass Leute die zu oft 'Früher war besser' sagen nicht so ganz ernst zu nehmen sind. Herzliche Grüße und viel Erfolg!

Klasse!!! ....einfach Klasse und standhaft bleiben.

Bleiben Sie stark Frau Heidenreich, denn Sie haben völlig recht. Das was man im Fernsehen angeboten bekommt (gemeint sind aktuell ARD u. ZDF, bei den Privaten war es schon immer so) beleidigt jeden durchschnittlich intelligenten Menschen. Und wer kann schon bis tief in die Nacht aufbleiben, nur um etwas mit einem gewissen Anspruch sehen zu können - die wenigsten, denn die müssen am nächsten Tag arbeiten. Frau Heidenreich, ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Hier kämpft die Edle und Gute wohl den gerechten Kampf gegen alles Böse, Schlechte und Dumme. Nur zu möchte man rufen. Daß im Fernsehen sehr viel weit unter der Gürtellinie gesendet wird, ist wohl bekannt. Die Literatur ist da aber ganz bestimmt nicht die Heilige, als die sie jetzt teilweise hingestellt wird. Wieviel Müll da auf gutes Papier gedruckt wird kann man gar nicht ermessen. Und dann wird es von bestimmten Kritikern hochgelobt, alle plappern es nach und finden sich gebildet. Immer mal schön auf dem Teppich bleiben, Frau Heidenreich!