Blogosphäre

Robert bloggt hier nicht mehr

Von Thomas Thiel

Sein unermüdlicher Kommunikationsdrang brachte ihn an die Spitze der deutschen Blogs

Sein unermüdlicher Kommunikationsdrang brachte ihn an die Spitze der deutschen Blogs

07. Januar 2009 Das Bloggen ist, wenn überhaupt, dann höchstens für einen kleinen Zirkel von Elitebloggern ein profitables Geschäft. Robert Basic, Deutschlands meistzitierter Blogger, gehörte mit seinem Blog „basicthinking.de“ zu diesem Kreis. Sein unermüdlicher Mitteilungsdrang brachte ihm den Beinamen Kugelblitz unter den deutschen Bloggern und einen Verdienst ein, der eigenen Angaben zufolge bei einigen tausend Euro monatlich lag. Ein Betrag, der in Bloggerkreisen mit ehrfurchtsvollem Raunen genannt wurde. Mit seinem Plan, Werbeflächen in seinem Blog über seine Leser zu verkaufen, kam Basic jedoch seit dem vergangenen Jahr nicht voran.

Der gebürtige Kroate schrieb auf basicthinking.de in lockerem, unpolitisiertem Ton über alles, was ihm vor die Flinte lief, viel über das, was im Internet geschieht und die dazugehörige Technik, zwischendrin streute er private Betrachtungen und Videoschnipsel ein. Das Ergebnis war ein Gute-Laune-Blog für eine technikaffine Klientel. Robert Basic war hier mit der Welt per Du.

Aus dem Bauch heraus

Damit soll es ein Ende haben. Als erster aus der oberen Etage der deutschen Blogger will Basic, wie er auf seiner Homepage ankündigt, seinen Blog am Donnerstag bei Ebay zum Verkauf anbieten. Er rechnet mit einem Ergebnis 10.000 bis 100.000 Euro. Wer soll so viel Geld für einen Blog zu zahlen bereit sein, das vor allem vom persönlichen Stil seines Betreibers abhängig ist, das bunt vermischt über private und technische Dinge berichtete?

Basic nennt es mit gewohnter Nonchalance eine Mir-nix-dir-nix-Entscheidung, ihm gefalle der Gedanke, alle zwei Jahre etwas Neues zu machen. In einem weiteren Kontext betrachtet, spiegelt sich in der Bauchentscheidung jedoch eine allgemeine Tendenz: Kommerziell bleiben deutsche Blogs trotz aller Vermarktungsversuche bedeutungslos. Seit gut einem Jahr stagnieren die Besucherzahlen, auch die gegenseitigen Verlinkungen gehen zurück. Wer attraktiv für Werbekunden sein will, für den ist das Bloggen ein aufreibendes, hochfrequentes Geschäft.

Bildmaterial: Christian Thiel

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