Contergan-Film im Gespräch

Bettina Eistel: Ich bin niemandes Opfer

Bettina Eistel ist Psychologin, Autorin und Moderatorin. Als Dressurreiterin gewann sie 2004 in Athen bei den Paralympics Medaillen. Weil ihre Mutter in der Schwangerschaft eine Contergan-Tablette nahm, wurde Bettina Eistel ohne Arme geboren. Wir fragen sie, was sie über den Film „Contergan“ denkt.

Lesermeinungen zum Beitrag

08. November 2007 11:33

Forschung ohne Tierversuche

Antonietta Tumminello (astra1971)

Einige Tierversuchsbefürworter behaupteten, Contergan wäre nicht ausreichend im Tierversuch getestet worden. Diese Behauptung ist falsch und mehrfach widerlegt: Nachdem Contergan Anfang der 60er Jahre vom Markt genommen wurde, sind im nachhinein weitere zahlreiche Tierversuche mit diesem Mittel durchgeführt worden. Bei über 95% der Versuchstiere traten keine Missbildungen auf. Trotz weiterer Tierversuche wäre Contergan also auf den Markt gekommen. Bereits ab Mai 1961 vermutete der Australier Dr. McBridge den Zusammenhang zwischen Contergan und Missbildungen bei Neugeborenen. Er verabreichte in den nachfolgenden Monaten Mäusen, Meerschweinchen und Ratten Contergan, ohne dass Missbildungen bei deren Geburten auftraten. Wichtige Monate vergingen mit Tierversuchen, ohne dass das Mittel vom Markt genommen wurde. Erst als in der Praxis von Dr. McBridge im September 1961 weitere Missbildungen bei Neugeborenen auftraten, deren Mütter Contergan eingenommen hatten, publizierte er seine Befürchtungen und das Mittel wurde vom Markt genommen, ohne dass bis dahin Missbildungen im Tierversuch nachgewiesen werden konnten.

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