
Die Aussagen von Herrn Hoeneß sind doch insgesamt merkwürdig. Insbesondere diese: "...Wir müssen das Pay-TV, und damit Premiere, wie noch nie pushen“. Daraus ergeben sich, für mich, Fragen: 1. Warum spricht Herr Hoeneß ausdrücklich von Premiere? Ich dachte durch das neue Vermarktungskonzept (Sirius und DFL produzieren für das Pay-TV) möchte man mehr Wettbewerb erreichen, indem man nun um Kabelnetzbetreiber als Pay-TV-Rechtekunden wirbt...offensichtlich, es war abzusehen, kommt wohl nur noch Premiere als Kunde in Frage. 2. Wenn man den Kundenkreis so gut kennt wie die DFL, warum benötigt man noch einen Zwischenhändler? Noch dazu einen, mit dem man schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat. Warum verkauft man die Rechte nicht selbst? Damit hätte sich die Liga eine Menge ersparen können, da man eine Interessengruppe weniger zu berücksichtigen hätte und so flexibler (bspw. ggü. dem Kartellamt) reagieren können... Als warnendes Beispiel sollte Frankreich genügen. Dort schwimmt man, dank der Pay-TV Millionen (rd. 600 Mio. € pro Jahr) zwar im Geld, tut dies jedoch in der Bedeutungslosigkeit...

Das Kartellamt hat diese Entscheidung zum Vorteil der Free-TV-Zuschauer gefällt, damit diese nicht dazu gezwungen werden, zu einem Pay-TV Anbieter wechseln zu müssen, um auch weiterhin Bundesligaspiele im Fernsehen mitverfolgen zu können. Es muss aber nicht zwangsläufig die ARD damit gemeint sein. Es könnte jeder in Deutschland frei empfangbare Sender eine Zusammenfassung der Bundesligaspiele senden, also auch private Sender. Auch hier könnte die DFL an den Meistbietenden verkaufen. Wer an einem Spitzenspiel pro Samstag interessiert ist, wird auch weiterhin ein Pay-TV Abo abschließen oder jedes Mal eine Gaststätte besuchen. Es ist nicht gesagt, dass in der Zusammenfassung auch das Spitzenspiel eines Tages noch ausführlich gezeigt werden müsse oder die Rechte nur an einen einzigen Sender verkauft werden dürfen. Je mehr Zuseher es aber gibt, desto höhere Einnahmen wird es auch von Sponsoren geben. Außerdem ist es Werbung für den Fussball. Deshalb erwächst der DFL durch den Kartellamtsbescheid kein offensichtlicher Nachteil.

Ich habe es schon immer als unerträglich empfunden, die Sportindustrie auch noch durch Rundfunkgebühren zu subventionieren; ich begrüsse den Tag, an dem dieses Theater von Öffentlich-Rechtlichen Sendern verschwinden wird und anstatt dessen die breite Vielzahl unterschiedlichster Sportarten präsentiert wird. Vielleicht wird sich dann endlich der eine oder andere Sportfan dazu aufraffen Fussball mal beim heimischen Dorfverein live erleben zu wollen.

Eigentlich müsste das Kartellamt gegen den Staatsrundfunk vorgehen, denn das ist wirklich ein Kartell!!!

Ich bin weiß Gott niemand, der allzu oft Kritik an den Bayern übt, schon gar kein Bayern-Hasser. Hoeneß und die Bayern haben viel für den Fußball, insbesondere auch für die professionelle Vermarktung getan. Hier aber verrennt Herr Hoeneß sich. Bei einer mißliebigen Entscheidung böse Mächte im Spiel zu wähnen, ist schon Unsinn genug, dem Kartellamt aber Beeinflußbarkeit durch die ARD zu unterstellen, ist völlig absurd. Taktisch unklug ist es sowieso, brüskiert es doch das Kartellamt, das sich solche Vorwürfe nun wirklich nicht bieten lassen wollen kann. Im übrigen mag die DFL ja das Bezahlfernsehen "pushen" wie noch nie; dann wird der Zuschauer zeigen, wieviel Geld er bereit ist, für die Bundesliga zu zahlen. Was macht Herrn Hoeneß so sicher, daß das mehr ist, als sich jetzt erlösen läßt? Außerdem: Verdient die ARD mit der Bundesliga Geld? Wenn ja, erübrigt sich jeder Kommentar um verschleuderte Rundfunkgebühren; wenn nein, müßte die ARD froh sein, das Groschengrab zügig loszuwerden.

Ich kann es nicht mehr hören. Frei empfangbar ARD? Was ist mit der Zwangsrundfunkgebühr? Frei empfangbar RTL, SAT 1 ....? Auch hier sind die Kosten in unsere Alltagsprodukte gepackt auch hier Zahlen wir das Programm selber, wenn auch je nach Zielgrupenzugehörigkeit unterschiedlich stark. Auch ich habe keine sonderliche Lust für Fußball extra zu zahlen. Aber mit der Begrifflichkeit frei empfangbar bin ich nicht einerstanden. Es sollte schon-bezahlt-fernsehen heißen. Was für den Zuschauer oder die DFL besser ist mag auf einem anderen Blatt stehen

Was werden sich da wohl die Sponsoren denken, wenn die Trikotwerbung bald nicht mehr von Millionen bei der ARD sondern nur noch von wenigen bei Premiere wahrgenommen wird ? Und was, wenn der gewöhnliche Bürger ohne Premiere-Anschluß dann eben von der Bundesliga zu Stefan Raab zappt ? So manches Bundesligaspiel ist auch schon im Umsonst-Fernsehen der 'Woog-WM' zum Opfer gefallen, wohl erst recht wenn es viel kosten soll. Und wenn Fußball erstmal an Popularität einbüsst kann das ganz schnell eine Spirale nach unten geben. Wenn Kollegen, und Freunde Fußball nicht mehr schauen, weil sie es nicht können, dann gibt es schnell andere Themen am Stammtisch und das Interesse ist selbst für Premiere Inhaber schnell weg. Denn wozu noch Fußball schauen, wenn das gar kein Thema mehr ist ? Formel 1, Boxen, Deutschland sucht den Superstar / Supermodell, Big Brother, James Bond, Brad Pitt, Handball, Hockey, Poker, YouTube...alles Konkurrenten die nur darauf warten dem Fußball seinen Marktanteil in der Unterhaltungsindustrie streitig zu machen....