Margot Wallström: Die Berichterstattung über die EU muss gefördert werden

Medien

Die EU kauft Berichterstattung ein

Man staunt und glaubt es kaum: Die Europäische Union zahlt für genehme Berichte. Propaganda sei das nicht, heißt es in Brüssel auf die Frage nach der seit Jahren geübten Praxis. Doch was ist es dann? Von Hajo Friedrich und Martin Wittmann

Lesermeinungen zum Beitrag

01. Oktober 2008 06:47

"Wes Brot ich freß, des Lied ich sing."

Alexander Nowak (Ploy)

Ist doch wohl klar, daß die EU sich positive Berichterstattung (und das bedeutet auch nützliches Beschweigen unbequemer Sachverhalte) erkauft. Sonst noch Fragen?

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30. September 2008 18:17

Information statt Propaganda

Harry LeRoy (Cimon)

Wenn es der EU gefällt, so kann sie ihre eigenen Herolde und Verkündigungsorgane schaffen, um sich den Völkern der verschiedenen Mitgliedsstaaten kundzutun. Doch ist es unanständig und fragwürdig diese Gelder privaten Medien für Berichterstattung zu geben. Dass richt nämlich geradezu nach gekauften Berichten und bestelltem Jubel; solche Jubelperser wie sie die Bertelmannstiftung in ihren Sold hat, um dem Volk die Welt im Sinne der Wirtschaft zu verklären.

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30. September 2008 14:32

Die EU soll und muß informieren ...

Bernd Helfert (Helfert)

... das darf auch Geld kosten, das tut jede Broschüre. Unser Alltagswissen über die EU ist ja tatsächlich begrenzt und unsere Vorstellungen nähren sich vor allem durch Berichte zu Skandalen, Mißbrauch und Subventionen. Gegen bezahlte Informationen, ist im Grunde wenig einzuwenden - schließlich sind in unserem System TV-Programme Teil eines Marktes. Die Frage ist doch, ob Informationen als neutrale, externe, unabhängige Berichterstattung oder als Information von Körperschaften der EU ettiketiert werden.

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30. September 2008 13:43

Kritische Auseinandersetzung mit der EU

Steve Lutzmann (TomderAffe)

Mir scheint es eher, als hätte die EU ein "Schweigegeld" in der Phase der Abstimmungen über die EU-Verfassung gezahlt. Wir erinnern uns: die Vorwahlen in irgendeinem kleinen US-Bundesstaat erregten mehr Aufmerksamkeit in der Presse als die Abstimmung im Bundestag. Immerhin handelte es sich dabei um einen der staatsrechtl. bedeutensten Akte in der Geschichte der Bundesrepublik. Wo war die Werbekampagne der EU für die neue Verfassung? Wo hat man effektiv für diese Verfassung geworben? Wo den Bürger mit ins Boot geholt? Nichts von dem war der Fall! Brüssel u. alle europ. Regierungen waren darum bemüht, dieses Thema möglichst leise zu verabschieden. Propaganda scheint hier das einzig richtige Wort. Verkauft wird uns offiziell mehr Freiheit. In Wahrheit erleben wir eine ständige Einschränkung unserer Freiheiten. Ein Grossteil der Verbote stammt aus Brüssels Amtsstuben. Der Bundestag ist nur noch Durchlauferhitzer zur Durchsetzung von Entscheidungen eines demokratisch nicht legitimierten Systems. Die wenigsten haben wohl ein Problem mit der Idee Europa. Die Art u. Weise der Umsetzung lässt aber Erinnerungen an die ein oder andere "gute" Sache wach werden. Wer Freiheit u. bürgl. Engagement will, der muss auch Raum dafür lassen.

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30. September 2008 13:08

Bei so vielen Anti-EU Kampagnen kein Wunder...

Andreas Breuer (IUSTINUS)

Das Nein der Iren zur EU-Verfassung wurde mit einem irrsinnigen Werbebudget (finanziert von Irischen Gemeinden aus den USA) erst möglich. Englische Zeitungen zetteln täglich Hetzattacken gegen die EU an. Und selbst wenn die EU nicht polemisiert werden würde, ist es nicht legitim für das Ziel eines vereinten Europas auch in Öffentlichkeitsarbeit oder eigene Beiträge zu investieren?

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30. September 2008 11:55

Das,

Markus Teuber (arathorn)

was jeder Mitarbeiter der Werbebranche als erste Weisheit lernt : Wenn schon die Prdukte den potentiellen Käufer nicht vom Hocker reißen werden ,(oder anders ausgedrückt :Schrott sind) dann muß die Werbekampagne für diese Produkte umso professioneller,aufwendiger ,grandioser und ausgefuchster sein,um diese Schrottprodukte an den Mann zu bringen ! Oder anders ausgedrückt : Ein gutes Produkt verkauft sich fast von allein,andere müßen beworben werden !

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30. September 2008 11:51

Was soll daran anstoessig sein?

Peter Szameitat (MAKSAS)

Wenn ein Milliadaer aus Irland, Declan Ganley, seit Jahren mit US-Militaers, Neocons und dem Ex-Chef des US-Geheimdienstes CIA James Woolsey, jetzt in einem Buero in London, die alle gegen ein Erstarken der EU sind, Anti-Europa-Campagnen ueberall in der EU durchfuehrt, muss gegengesteuert werden. Es wird aber zu vorsichtig und zoegerlich gehandelt, da die Spaltpilze in der EU, Polens und Tschechiens Praesidenten nach den Anweisungen, nicht Weisungen, aus den USA, vornehmlich den neokonservativen Intellektuellen in Washington, handeln. Damit stiften sie in den Gremien der EU, vor allem bei ihrer aber auch EU-Bevoelkerung, grosse Verwirrung. Die fehlgeschlagenen Referenden sind ein Beispiel dafuer. Vermisst wird in den neuen EU-Staaten des ehemaligen Ostblocks mehr plakative Informationen. Schriftliche Informationen der EU werden selten in die Landessprache dieser Laender uebersetzt und die in englischer Sprache mit Argusaugen bewacht. Man erhaelt ein klares NEIN auf die Frage ob diese Infos der EU bekannt sind, auch wo sie zu haben waeren. Im Gegensatz zu den Gegnern der EU, die bei ihren Aktionen auf allen belebten Plaetzen stehen und ihre Pamphlete verteilen. Die Kurzinfo ist das Kriterium und zeigt Erfolge. MAKSAS

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30. September 2008 11:34

Herr Tosenberger

Stephan Weber (YtFirestorm)

Wenn sie es für so Unwahrscheinlich halten dass dort Missbrauch getrieben wird dann gehören sie doch sicherlich auch zu der Fraktion die einen RFID Chip wie er derzeit getestet wird (ich würde ihnen den Link von Spiegel.de einfügen wenn diese hier nicht entfernt würden) für eine tolle Sache halten. Oder unsere EU "Verfassung" (der begriff is beschämend wenn man sich den ursprünglichen Sinn einer Verfassung ansieht) ,die ja nur zum besten für alle Europäer ist begrüßen. Und ja es ist beschämend dass hier in den Medien soviel über Obama und die EU geredet wird aber wenn ich mir die Lobeshymnen und den ständig wiederholten Spruch "wir sind Europa, wir brauchen ein gemeinsames Europa, wir brauchen europäische Entscheiden" in fast allen Medien hier in Dt. anhöre dann bezweifle ich dass die Berichterstattungen erst in Zukunft gekauft werden. Wie wäre es denn mal mit Medien die vollkommen neutral über THEMEN und FAKTEN und nicht über Meinungen und Stimmungen berichten. Halt Moment dann müsste man ja selbst seine Schlüsse ziehen und könnte nicht mehr andere (Bundesregierung,EU) für sich denken lassen, welch schreckliches Schicksal....

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30. September 2008 11:32

Die EU wird sich ihre Berichte schon schneidern

jutta starke (grabbi)

EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner vor Pressevertretern: "...Weiterhin glauben wir nicht, dass die Medien von aussen zensiert werden sollten, sondern vielmehr, dass sie Methoden finden, sich selbst zu zensieren. Da wir nun von Selbstzensur reden, werde ich Sie auch bitten, den Bedarf der Überwachung innerhalb ihrer eigenen professionellen Reihen zu erwägen." Na, das hat ja auch geklappt, und nun bekommen EU-Bürger noch genehmere Berichte aus der eigenen EU-Anstalt. Den (Zu)Schneide-Propaganda-Raum wird wohl kein Demokrat/Journalist aufrecht verlassen.

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30. September 2008 11:31

Unverständliches Herumgeunke

B. Keim (bkeim)

in meinen Augen ist es sogar zu begrüßen, dass die EU Geld für PR ausgeben möchte. Auf den Einwohner gerechnet handelt es sich hierbei um Cent-Beträge, die sinnvoller nicht angelegt sein könnten. Jede Regierung hat ihren Apparat an Berichterstattern. Warum sollte die EU kein Geld zur Kommunikation und Stärkung ihrer Idee bekommen?

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30. September 2008 11:14

Ja, die Qualität der Berichterstattung...

Benoit Gindele (benoit)

Ja, sicher sinnvoll, die Unabhängigkeit und Qualität der Berichterstattung angesichts der Subventionen unter die Lupe zu nehmen. Sollte meinen, dass das eine Herausforderung für einen Journalisten sein könnte. Aber leider äußern Herr Friedrich und Herr Wittmann hier lediglich einen Generalverdacht, und setzen die Subventionierung von vornherein mit Einflussnahme gleich. In meinen Augen käme es - was die Qualität der eigenen Berichterstattung betrifft - gerade darauf an, die folgenden, unbelegten Behauptungen in der Sache nachzuweisen: "auf dass die Bürger mit rosigen, durch Steuergelder finanzierten EU-Berichten versorgt werden." "Zu sehen bekamen die Zuschauer in der Folge unkritische Beiträge über EU-Subventionen oder distanzlose Beiträge über die Arbeitsweise von EU-Institutionen." Auf einen materialen, sachhaltigen, wahrhaft kritischen Journalismus ;-)

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30. September 2008 11:14

Die Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel

Horst Zohsel (Horstazohsel)

Ich kann nur alle Journalisten bitten: Wehret (abermals) den Anfängen, sonst geht die ganze Glaubwürdigkeit der Berichterstattung verloren! ... und was die EU angeht: Die soll doch lieber häufiger mit vernünftigen Entscheidungen aufwarten, dann klappt das auch mit dem Tranport der Informationen in unsere Gehirne!

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30. September 2008 11:13

Schonmal was von PR gehört?

Carsten Deppermann (dasistdercarsten)

Ich glaube die EU hat noch nie etwas von PR gehört - oder sie ist einfach zu Faul den Umweg über gute Pressearbeit zu gehen - sie kauft lieber direkt Journalisten. Schöne heile EU-Welt!

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30. September 2008 11:07

Gesteuerte Informationen

Edgar Gärtner (Edsches)

Als Mann vom Fach mit vielen praktischen Erfahrungen mit EU-Direktionen in Brüssel und EU-Agenturen in anderen Mitgliedsstaaten habe ich mich daran gewöhnen müssen, auf Interviewfragen so gut wie nie direkte Antworten zu bekommen. Präsentieren sich EU-Kommissare oder deren Direktoren einmal der Presse, sorgen sie dafür, dass die brennendsten Fragen von vornherein ausgeklammert werden. Man wird auf schriftliche Antworten vertröstet, dien allerdings in der Regel zu spät oder nie eintreffen.

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30. September 2008 10:13

Es ist grundsätzlich zu begrüßen,..

Marc Tosenberger (Maruku)

dass die EU nun versucht ihre Arbeit verstärkt in der Öffentlichkeit bekannt zu geben. Denn es ist auch beschämend, dass wir hier in Deutschland mehr über einen Barack Obama, dessen politische Ziele, Lebenslauf und Schuhgröße bescheid wissen als über die Dinge, die gerade in Brüssel so ablaufen. Ich meine die meisten Leute wissen doch noch nicht einmal wie sich die politischen Fraktionen im europäischen Parlament gegenwärtig zusammensetzen. Dass hier bewusst Missbrauch betrieben, gezielt Informationen vorenthalten oder gefälscht werden sollen, also Propaganda ganz im Sinne der Alltagsdefinition stattfindet, ist schwer vorstellbar. Dafür ist das Lager der EU-Skeptiker auch viel zu groß, die zum Einen nur darauf warten dass Brüssel sich die Blöße gibt, und zum Anderen ihrerseits mit teilweise sehr kritischen Äußerungen über Sinn, Zweck und Handeln der EU und seiner Organe mehr als nur eine ausgleichende Balance schafft.

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