Die Moderatorin und der kalte Krieger aus Moskau: Maybrit Illner und Igor Maximytschew

Thema Kaukasus bei Maybrit Illner

Mit dem Rückzug ist es vorbei

Die Talkshow von Maybrit Illner im ZDF am Donnerstagabend war eine Sensation. Denn sie bot politisches Fernsehen in Reinkultur. Ein Zyniker würde sagen, dass es erst irgendwo Krieg geben muss, bevor so etwas passiert. Und zwar einen, von dem sich auch die Deutschen betroffen fühlen. Von Michael Hanfeld

Lesermeinungen zum Beitrag

30. August 2008 11:37

@Herrn Hain

Robert Miller (Dr_Rob)

Lieber Herr Hain, Sie schrieben:"..Man muß natürlich erkennen, nicht nur Amerikaner haben Interessen. Sie schicken Freiheit und Demokratie in die vorderste Front und die Russen..." Ich würde vorschlagen, dass Sie sich sofort auf den Weg machen, um diese frohe Kunde den Menschen in Vietnam, Korea, Panama, Irak, Afganistan,Serbien, Abchasien und Süd-Ossetien zu überbringen. Denn sie dort so dumm und lassen sich einfach nicht "beglücken". PS: Ich habe mit Sicherheit nicht mal ein Drittel der möglichen "Reiseziele" genannt. MfG Robert Miller

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29. August 2008 19:12

@ Annegret Mueller (AnnegretMueller)

Sönke Peters (soenkepeters)

Sehr geehrte Frau Müller, es mag ja sein, dass Sie Scholl-Latour kennen und schätzen. Und das ist auch gut so. … Diesen Ex-Fremdenlegionär, von Antiamerikanismus so zerfressen, wie von Alterstarsinn gezeichnet, sollte man aber überhaupt nicht mehr in Diskussionsrunden auftreten lassen. Sein selbstverliebtes Gequatsche geht sicherlich nicht nur mir auf den Wecker. Mit freundlichen Grüßen Sönke Peters

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29. August 2008 17:42

Peter Scholl-Latour

Annegret Mueller (AnnegretMueller)

Evtl. bekam dieser tiefsinnige hochgebildete Mann nicht genug Redezeit? Er ist immer auch im Hier und Jetzt. Fast niemand kann etw. im Bereich Politik so gut erklären, den Kontext darstelle. Er bringt sowohl Zusammenfassungen und Analysen sehr gut zusammen. Warum wurde meine vorherigen Bemerkungen zum Verfasser des Artikels nicht veröffentlicht? Weil meine Familie Herrn Scholl-Latour kennt und schätz?

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29. August 2008 17:30

Paesse

Thomas Kutzli (hibouh)

Wer erinnert sich noch, dass die Franzosen in ihren nordafrikanischen Kolonien französische Paesse - aber net an Franzosen - verteilt haben?

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29. August 2008 14:35

RE: Alexander Berg

Robert Klemme (rklemme)

Der Westen stellt nicht die territoriale Integrität Georgiens über die Separationsbestrebungen der beiden Teilrepubliken. Es geht darum, wie diese verfolgt werden und welche Rolle Russland bei der ganzen Sache spielt. Es liegt auf der Hand, dass Russland die beiden Teilrepubliken lediglich zu eigenen Zwecken benutzt, wobei ich mir nicht anmaße, zu wissen, welche Ziele dabei im Vordergrund stehen (Innenpolitik, den Westen ärgern, Zugriff auf Energiewege sichern).

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29. August 2008 13:54

UN!

Dieter Zuleger (watzman)

Maxymitschew hat in der Sendung gesagt, Russland hätte am 8.8. die UN angerufen. Das wurde aber abgeblockt. Hier wird darüber nichts geschrieben. Stimmt das?

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29. August 2008 13:35

Lob für wen?

Sabine Hüttche (Schreibfix)

Interessanter Artikel, eine positive Kritik für eine ZDF-Sendung ist bei der F.A.Z inzwischen Mangelware. Leider ist mir nicht ganz klar, wem das Lob von Michael Hanfeld gilt. Maybritt Illner ja wohl nicht, der Redaktion für die Auswahl der Gesprächspartner? - Schade, dass es für Scholl-Latour keinen ähnlich versierten, aber jüngeren Ersatz gibt. Gibt sich das ZDF keine Mühe neue Gesichter/Experten auf den Bildschirm zu bringen? Der Kriminalexperte Pfefifer ist ein ähnlicher Fall.

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29. August 2008 12:58

Brillant!

Gabor von Zoltan (Putinras)

Zeigt uns wirklich auf, wo das Problem bei uns liegt. Bei den Wirtschaftsvertretern (wozu wir Steinmeier getrost mitrechnen dürfen), die offenbar die Denke der russischen Untertanen übernommen haben: Willkür... Naja. Kann vorkommen (wie etwa bei West"partnern" auf dem Energiesektor, denen nach der Jukoszerschlagung unmissverständlich klar gemacht wurde, wo der Hammer hängt). Trifft aber hoffentlich immer nur die Anderen (und ansonsten gibt´s ja staatliche Absicherungen durch die Bundesbürger). Die Aussichten auf Gewinn trüben Wahrnehmung, Vorstellungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein.

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29. August 2008 12:08

Stalins Geschenke an seine Heimat will Saakashvili geniessen...Als Erbschaft.

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Josef Wisarionowich Dshougashvili hat nun einen Erben : Saakashvili... Gibt es auch in diesem Fall eine Erbschaftsteuer ? An wen muss das Saakashvili zahlen? (Falls jemand es nicht wüsste:Stalin hat diese Regionen an Georgien angeschlossen...So wie Chruschtschow manche Gebiete am Schwarzen Meer an Unkraine angeschlossen hat.Aber da dachte der noch,dass die Sowjetunion ewig bestehen würde...Ein Gorbatschow war da noch nicht am Horizont zu entdecken...)

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29. August 2008 12:03

Noch ein Zitat

Alexander Berg (AlexanderBerg)

"...auf die Freiheitsrechte der Länder in Osteuropa hinwies, die es sich gefälligst selbst aussuchen können sollen, von wem sie wie regiert werden und in welches Bündnis sie eintreten wollen." (Volker Rühe) Genau dieser Satz trifft die Kernfrage, haben nur Länder, also Georgien, das Recht der Wahl, oder haben dies auch Teilgebiete eben jener Länder? Mit welcher Begründung stellt man die territoriale Integrität Georgiens über die separatistischen Wünsche Südossetiens und Abchasiens? Sind diese Gründe rein buchstabengetreu juristisch oder kann man auch andere Maßstäbe der Beurteilung mit Berechtigung heranziehen? Rußland wirft nicht ganz umsonst dem Westen hier eine Doppelmoral vor. Man sollte darüber nachdenken, wie das mittelfristig funktionieren kann mit völlig zerstrittenen Bevölkerungsgruppen in einem Staat (siehe Kurden/Türken). Vor allem aber sollte man sich nicht von der heillosen Panikmache westlicher Politiker und Medien, die oft ein rein schwarz-weißes Bild zeichnen mit einem Bösewicht Rußland, anstecken lassen.

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29. August 2008 11:32

"Eine in ihrem Selbstwertgefühl verletzte Großmacht"

David Weinmann (Terratex)

Besonders eindrücklich waren wirklich die Aussagen unseres russischen Freundes in der Runde: Erst russische Pässe an Bürger anderer Nationen zu verteilen um dann auf das Problem hinzuweisen: "Wir haben 80 Millionen russische Bürger ausserhalb unserer Grenzen!", das erfordert schon eine gigantische Dreistigkeit und legt das russische Großmachtdenken mit einem Schlag wieder offen. Was positiv stimmte waren dann wenigstens die Aussagen der "Vetreter des Westens" die auf Deeskalation setzten, anstatt auf schwachsinnige Sanktionen.

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29. August 2008 10:59

Nachbarländer mit achtzig Millionen „Auslandsrussen“

Hans Oppen (HansOppen)

vielleicht sollte, nach dem Motto "wie erkläre ich es meinem Kinde" es am Beispiel Malles (Mallorca) dargestellt werden, welch böser Geist hinter solchen Aussagen steckt. Noch schlimmer ist, dass man diese Aussagen im öffentlich rechlichen Fernsehen unwidersprochen treffen kann. Weiterhin viel Spass mit diesen Fernsehmachern.

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29. August 2008 10:53

Die Russen konnten nicht wissen, mit wem sie es zu tun bekommen

Konstantin Schneider (bundesboy)

Russland handelte so wie Israel, wenn seine Soldaten getötet werden und hatte auch keine Ahnung, welche Staaten Georgien bei seinem Angriff unterstützen würden. Deshalb unternahm Russland alles, um Georgien militärisch schachmatt zu setzen und dem Westen zu bedeuten, dass Eingreifen keinen Sinn mache. Dass man das nicht unbedingt verstehn muss, dass Russland so handelte steht auf einem anderen Blatt aber es passt zu der Aussage, das es mit dem Rückzug vorbei sei, also mit dem Zurückweichen bei militärischen Provokationen. Genau dies wusste man schon länger und hat herausfinden wollen, wie weit Russland wirklich geht. Fakt ist jedenfalls, das irgendwer gern Krieg will und man baucht gar nicht lange zu raten, wer dies wohl sein könnte.

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29. August 2008 10:45

Etwas naiv und grobschlächtig

Stephan Heidenhain (karlbaedeker)

Es stimmt, dass die Talkshow gestern bei Maybrit Illner eine war, die sehenswert war. Präsident Saakschwili war zwar zugeschaltet, ein amtierender Präsident eines teilbesetzten Landes ist sicher eine Seltenheit in einer Talkshow, aber er war wirklich nicht überzeugend, denn er hat geredet wie ein Wasserfall, ist auf die Fragen von Frau Illner gar nicht eingegangen, die auch teilweise etwas naiv und grobschlächtig waren, und er hat eines überhaupt nicht gesagt: warum er in Südossetien einmarschiert war, wie er sich das vorstellte im Falle eines Sieges oder einer Niederlage. Eine Selbstkritik hatte er vor ein paar Tagen in der französischen Zeitung Libération geäußert, für das deutsche Talkshow-Publikum hielt er sich diesbezüglich zurück. Leider hat Frau Illner da auch nicht nachgehakt. Auch ist es wirklich nicht ganz richtig, wenn Sie Herrn Maximytschew einen „kalten Krieger“ nennen; dieser ex-Diplomat war eher ein Vertreter der alten Perestrojka-Glasnost-Schule, die jetzt ob der Rhetorik im Kreml ziemlich ratlos ist.

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29. August 2008 10:37

Russen wollen nach Russland ? Warum auch nicht ?

Paul Rabe (heidelpaul)

Warum sollte man Russen, welche in anderen Ländern leben, verwehren sich Russland anzuschließen ? Die heutigen Grenzen sind mehr oder weniger willkürlich gezogen worden und waren nie das Ergebnis demokratischer Prozesse. Es ist absurd wenn man im Westen glaubt man könne das Selbstbestimmungsrecht von Tibetern, Taiwanesen oder Kosovo Albanern einfordern aber das von Russen, egal ob in Georgien, der Ukraine oder Estland, solle nicht gelten. Wichtig ist, daß solche Selbstbestimmungs-Prozesse demokratisch, friedlich und zivil ablaufen. Darauf sollte der Westen drängen, aber nicht scheinheilig immer dann auf das 'Völkerrecht' und die UN verweisen, wenn es grade der eigenen Einflußspäre zu Gute kommt.

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29. August 2008 10:29

Zeiten der Wahrheit

Markus Teuber (arathorn)

Am meisten verwundert doch,daß Moskau's Kalte Krieger so viel Verständnis gerade in Deutschland ernten können.Offenbar haben die wenigsten Deutschen begriffen,mit wem sie es tun haben.Hier handelt die 3. Generation der Sowjets,die die alte Glorie des Sowjet-Russischen Großreichs mit aller Macht wiederherstellen wollen und -mangels Gegenwehr- auch werden.Es ist eben nicht so -wie es propagandistisch publikumswirksam aufbereitet dargestellt wird- daß Rußland mit dem Rücken an der Wand stünde.Rußland ist dabei,den Weten ein weiters Mal an die Wand zu drücken.Da,wo er des Kremels Meinung nach auch hingehört ! Als kleines ,aber formidables Beispiel läßt sich doch die geplante US-Raketenabwehr anführen.Jeder,der von der Materie ein Ahnung hat -und die Russen allen voran- weiß doch,das russische Raketen -würden sie in die USA abgeschossen,ihren Weg über den Pazifik nehmen .Das war schon bei den Sowjets so und ist auch heute noch so.Die Raketenabwehr in Polen daher als "gegen Russland gerichtet" anzusehen,ist vom Fach aus betrahtet ,einfach lächerlich.Auch das wissen die Russen. Aber was offenbar nur die Russen wissen : Sie sind Meister in den Künsten der Propaganda und Maskirvoska !

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29. August 2008 10:23

Insgesamt enttäuschend

Thorsten Lieb (thlieb)

Liebe Redaktion, leider ging die Diskussion fast völlig daran vorbei, was nun in der betroffenen Region konkret passieren soll. Man wird grundsätzlich - auch vor dem Hintergrund der Entwicklung des Kosovo - der Bevölkerung von Südossetien und Abchasien in gleicher Weise das Recht zubilligen müssen, über ihre völkerrechtliche Zugehörigkeit bzw. Unabhängigkeit zu entscheiden. Diese Entscheidung kann jedoch nur von den Menschen getroffen werden, deren Heimat die beiden Regionen sind. Meiner Meinung nach kann die Konsequenz in der derzeitigen Situation zunächst nur sein: Vollständiger Rückzug aller russischen Truppen aus Georgien und zwar einschließlich Südossetien und Abchasien. Ebenso vollständiger Rückzug sämtlicher georgischer Verbände aus Südossetien und Abchasien. Weiter: Vollständige Entwaffnung von südossetischen und abchasischen Verbänden und damit Entmilitarisierung der beiden Gebiete. In die beiden Gebieten sollte eine Sicherheitstruppe unter der Obhut der UN einrücken; weder russische noch georgische und am besten auch keine NATO-Truppen sollten dieser angehören. Nach Rückkehr der Flüchtlinge sollten die beiden Gebiete dann endgültig über ihre staatliche Zukunft in einer Volksabstimmung entscheiden. Thorsten Lieb

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29. August 2008 10:06

"Wir werden sehen, in welche Länder die russische Führung ihre Truppen als...

Stephan Jansen (StephanJan)

...nächstes zum Rückzug befiehlt." Naja, zumindest in Deutschland haben die Herren Oligarchen in Person des 'GasPromGerd' ja schon mal einen angesehenen Präfekten als Schläfer installiert.

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29. August 2008 10:00

Die sog. Russland-Kenner

Jochen Mueller (jochenhmueller)

Die Blicke von Herrn Maxymytschew, als Herr Mangold, unser großer Russland-Kenner, eindringlich auf die von russischen Abnehmern abhängigen Arbeitsplätze hinwies, sprachen Bände - eine Art zufriedenes, um nicht zu sagen triumphales Wohlwollen. Will heißen - wir wissen, wie schon immer, dass ihr sowieso nicht in der Lage seid, etwas zu unternehmen, gleich, was wir tun. Wie kann man als Mensch in einer solchen Funktion so ungeschickt argumentieren? Was mögen diese -von wem eigentlich ausgewiesenen- jeweiligen Kenner schon alles angerichtet haben, das wir später auslöffeln dürfen...... Russland ist seit Jahrhunderten eine von Zeit zu Zeit gedemütigte Hegemonialmacht. Die Opferrolle liegt ihnen gut und lässt die eigentlichen Absichten schon mal in den Hintergrund treten. Dazu kommt die über Jahrzehnte geimpfte Dialektik und, das ist das Wichtigste, eine von gewisser Verachtung geprägte Haltung gegenüber dem Unterwürfigen, Wohlwollen heischenden. Wohlgemerkt - ich schreibe über die Nomenklatura und ihre nur hegemonial vorstellbare Welt - nicht über die russischen Menschen an sich, die auch schon ausreichend für diese Zwecke missbraucht wurden, zudem noch entsetzlich im 2. Weltkrieg unter deutscher Kriegführung gelitten haben.

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29. August 2008 09:48

Mit dem Rückzug ist es vorbei...

Hans-Dieter Zorn (hdzorn)

...so aktuell das Thema und die Zusammensetzung der Runde war, es zeigte sich wieder einmal die Schwäche solcher Diskussionsrunden. Jeder macht "Propaganda" für seinen Standpunkt, eine sachliche Diskussion kommt so gut nicht zu Stande. Die Talkshow (Gesprächsrunde) von Maybrett Illner gehört meiner Meinung nach zu der besseren Sorte, und ihr Experiment am Donnerstagabend war an sich interessant, hat aber zur Information und Aufklärung wenig beitragen können...Behauptungen, Schuldzuweisungen und Nebensächlichkeiten waren leider Schwerpunkt... aber vielleicht darf man von einer solchen "Gesprächs-oder Diskussionsrunde nicht zu viel verlangen...

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29. August 2008 09:42

Politisches Fernsehen......

wolf haupricht (emilgilels)

Frau Illner hatte sich viel vorgenommen, aber nur bedingt schultern können. Ihre letzte Frage an den Präsidenten, wie und wann er es akzeptiere, dass es keine Georgier in den abtrünnigen Gebieten mehr gebe, zeigte ihre völlige Unsensibilität mit diesem Thema. Im Übrigen war nichts Neues zu erfahren, außer dass dieses Thema zu Unterhaltungszwecken degradiert wird und ein ehemaliger russischer Diplomat aus der "DDR"-Ära seine altbekannten Sprüche und Provokationen los lies. Da steht er dem derzeitigen russischen Außenminister in nichts nach. Da halte ich es eher mit China und den asiatischen Nachbarstaaten RU, die Russland nicht unterstützen, sondern verlangen, dass i.R. der UN und OSZE oder direkt der Konflikt beigelegt wird. Aber bei einem krankhaft ehrgeizigen und verbissen auftretenden Putin treten nunmehr die Charakterzüge auf, die ihn zum Oberst im Geheimdienst der SU befähigten und der nicht konsensfähig ist.

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29. August 2008 09:29

Nur Geplapper oder doch ein ernstes Problem?

arthur hund (arturhund)

Thema für die bunte Seite oder ein ernsten Problem? "Promi"-News sind bei Frau Illner genausogut aufgehoben wie wo anders. Vielleicht ist es aber ein ernstes Problem, dann wäre es vielleicht doch besser, nicht oberflächliches Gequassel mit politisch relevanten Aussagen von Entscheidungsträgern durcheinander zu bringen. Zur Sache: EU und Russland treten mit ungleichen Waffen an. Wenn in Fragen der Öllieferungen die EU sich an Verträge halten muss, weil sie den russischen Partnern die Möglichkeit gibt, ihre Rechte einzuklagen, umgekehrt aber keine Rechtssicherheit besteht, dann bleibt nur das Instrument Machtpolitik. Das wäre in der Tat ein neuer kalter Krieg mit wirtschaftlichen Mitteln. "Kränkung einer Grossmacht" erklärt nichts. Das wichtigste Machtmittel der Verbraucher ist, die Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten drastisch zu reduzieren. Energielieferung als Machtinstrument ist desto wirksamer, je einfacher es ist, weh zu tun. Kritisch wird es, wenn die Politik Lösungen für plötzlich versiegende Energieversorgung finden muss.

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29. August 2008 09:20

erbaermlich

Thomas Kutzli (hibouh)

"Hafen von Gori"?? Nicht nur dieser Schnitzer macht den Artikel erbaermlich schlecht, durchgehend herrscht sowieso wieder die typisch deutsche Russophobie vor. Bald sagen wir wieder "der Russe", gell? Immerhin interessant, wie sich die Positionen der Grünen versus deutsche Wirtschaft auf den Kopf stellten. Sakaschwili: der grösste Dummschwaetzer von allen...... Im Übrigen: wenn wir so gegen Zerstückelung integraler Staatengebilde (und so eines ist Georgien seit Stalins willkürlicher Gebietseinteilung) sind: warum unterstützen wir dann die Seibstaendigkeit der baltischen Staaten??

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29. August 2008 09:14

Auch ich war blauäugig

Harry Hain (zx10)

als ich nach dem russ. Einmarsch (ja, nach dem georgischen Angriff - auf die eigene Provinz!) den Kalten Krieg in spätestens 10 Jahren prognostizierte. Spätestens seit gestern abend bin ich mir sicher. Wir sind schon mitten drin. Die Rhethorik bedient sich bereits der alten Instrumente. Der russ. Gast in der Show war die personifizierte Inkarnation dessen, was viele - blauäugig - glaubten überwunden zu haben. Man muß natürlich erkennen, nicht nur Amerikaner haben Interessen. Sie schicken Freiheit und Demokratie in die vorderste Front und die Russen jetzt ihre im Ausland 80 Mio. "bedrohten" Russen?

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29. August 2008 09:04

Der berühmte Hafen von Gori

Marc Friedrich (ThermoDynamiker)

So so, den Hafen von Gori zerstört... Hier handelt es sich um einen sachlichen Fehler, der nur ein Beispiel von vielen ist, die man tagtäglich über sich ergehen lassen muss. In einer Zeitung mit Anspruch sollte das nicht passieren. Wo bleibt die Gewissenhaftigkeit des Journalismus? Man könnte meinen, es wäre ganz egal, was zerstört wurde, Hauptsache es wurde etwas zerstört. Wir sind nah dran am Niveau einer BILD-Zeitung. Schlamperei zeichnet den deutschen Journalismus mehr und mehr aus, mal abgesehen von der inhaltlichen, für meinen Geschmack viel zu deutlichen, Parteinahme in der Berichterstattung zur Georgienkrise.

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29. August 2008 09:01

Bravo, liebe FAZ!

Robert Miller (Dr_Rob)

Sie haben meine Erwartungen wieder mal übertroffen. Denn wenn man nach Ihrer Berichterstattung der letzten Wochen denken könnte, dass diese nicht mehr an Einseitigkeit und Parteiligkeit zu überbitten sei, so haben Sie es mit diesem Artikel doch erneut geschafft.

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29. August 2008 08:59

Falsche und z.T. alberne Fragen von der Moderatorin Frau Illner

Rudolf Jansche (Jansche)

Die Besetzung bot dem interessierten Zuschauer mal etwas anderes als nur vorgestanzte Wortmodule. Von einer Sensation zu sprechen, scheint mir abwegig. Der Wahrheit kam man nur insofern näher, daß sie sich uns und den Politikern als Dickicht offenbarte. Man ahnt die Ratlosigkeit und bleibt mit einem mulmigen Gefühl zurück. Die Fragen von Frau Illner waren z.T. schlecht und gingen häufig am Kern des Problems vorbei. "Das ist eine falsch gestellte Frage" bescheinigten ihr der Georgier und der Russe mehrfach. Und die Frage "wen sie denn lieber als Präsidenten hätten, Obama oder McCain war schlichtweg albern und reine Zeitverschwendung. Interessant war, daß der Georgier sich vor einer Europafahne präsentierte. Georgien in der EU oder gar in der NATO - da sei Gott vor. Rudolf Jansche

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29. August 2008 08:41

Eine peinliche Propagandashow

Edda Sörensen (Edda2)

Es war, meiner Ansicht nach eine der erbärmlichsten Shows und bezeichnend dafür, dass das ZDF zu dieser Art Fernsehen verkommen ist, welches man immer den Russen vorwirft: Die weitaus meiste Zeit der Sendung kam ausgerechnet der aus Georgien zugeschaltete S-Willi zu Wort, um die neueste seiner diversen Versionen über den Hergang der Geschehnisse zu verbreiten und eine unsägliche, geifernde "Grüne", die an Schillern: "da werden Weiber zu Hyänen" erschreckend erinnerte und doch glatt unwidersprochen verkünden durfte, mit dem polnischen Abwehrschild würden eventuelle iranische Raketen gegen Israel abgefangen..., der Rest? Ein kaum mehr seiner Worte mächtige Scholl Latour, dem die Grüne obendrein andauernd in die Parade fuhr. Ja eine Sensation an Offenbarung, wie hier versucht wird den Zuschauern eine Gehirnwäsche zu verpassen. Um Klassen besser, war da Sandra Maischbergers Sendung, in der die kluge, aufrichtige Gabriele Krone-Schmalz zu Wort kam, der immer noch wache Genscher und in der versucht wurde ein ausgewogenes Bild der Lage zu zeigen. Mein Kommentar: Einfach nur Schande über diese billige Propaganda -Show.

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29. August 2008 08:22

Ähem,

Holger Göbber (mangalore)

"würde man nur einen Moment über die wahnsinnige Konsequenz der gegenseitigen atomaren Bedrohung nachdenken, mit der vor allem die sowjetische Militärführung seinerzeit kühl kalkulierte, verginge einem am Ende ja doch nur Hören und Sehen." Die Sowjets haben erst in den 80ern eine nukleare Überlegenheit erreicht. Was bis dahin kühl kalkuliert war, war der große Bluff, dass hoffentlich die Amis nicht mitkriegen wie wenige Atomwaffen sie wirklich haben. Ansonsten finde ich es verwunderlich wie überrascht jeder ist, dass Russland strategisch denkt und es eben nicht als "freundliche" Geste versteht, wenn ein bis in die 90er als feindlich eingestuftes Militärbündnis trotz damals anders gemachter Garantien nun von allen Seiten an ihre Landesgrenzen heranrückt und fleißig Militärabkommen bricht oder erst gar nicht ratifiziert, die vitale Sicherheitsinteressen Russlands betreffen. Der Aufschrei war groß als Russland den KSE-Vertrag aussetzte, dabei waren sie bis dahin die Einzigen, die ihn ratifiziert hatten. Georgien fühlt sich von Russland bedroht, Russland fühlt sich von NATO bedroht, alle fühlen sich von China bedroht.... das kann ja heiter werden.

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29. August 2008 08:09

Sichtweisen

Georg Zyrus (geoz)

Es will einem nicht in den Kopf, dass der Sinn des Ganzen immer noch nicht begriffen wurde. Bush brauchte vor Ende seiner Amtszeit den Raketen-Vertrag mit Polen und das Radar in Tschechien. Was lag da näher, als einen kleinen Vasallenstaat wie Georgien, mal eben Krieg spielen zu lassen um die anderen Nachbarn Russlands schnellstens zur Unterschrift zu bewegen. Saakaschwili hat doch in seiner Amtszeit zur Genüge bewiesen, dass das eigene Volk ihn am Wenigsten interessiert. Oder war es Langeweile, dass Saakaschwili mal eben während der Olympischen Spiele den Osseten und Abchasen zeigen wollte wer Herr im Hause ist? So dumm kann ein Staatspräsident doch gar nicht sein. Und das Gerede von der Unveränderlichkeit der Staatsgrenzen, wen hat das im Konflikt Serbien versus Kosovo interessiert? Wer mit dem Feuer spielt lebt in der Gefahr sich zu verbrennen! Aber Amerika ist weit, Europa doch so nah.....

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29. August 2008 08:06

Saaka-Show

Art Vogel (mojtra)

Was man gestern Abend erlebt hat, war die Comdey-Show der allererster Klasse, vor allem wegen "Lehrerin" Beck, "Psycho" Saaka & "Iceman" Maximytschev... Zuerst gab es 30 Minuten Stand Up-Comedy von Saakashvilli, dann spielten Beck & Maxi eine Parodie der Talkshow. Über Saaka-Show muss man nicht viel sagen, er versucht immer noch überzeugen, dass nicht er Krieg begonnen hat. Das tut er so automatenhaft, dass man zu denken beginnt, dass er die Informationen gut einstudiert hat und wohl schon vielen mitgeteilt hat... Propaganda pur. Besonders Beck mit ihren grünen Lehreralluren war unerträglich, sie weißt alles besser und da sie alles besser wisse, darf alles was der andere sagt, nicht wahr sein. Ignoranz pur. Maximytschev hat nicht oft gesprochen, aber das was er gesagt hat, reichte völlig in einer Show der Ignoranz. Illner, Mangold, Sholl-Latour & Ruhe waren nur Randfiguren an einem lustigen Abend. Wurde jemanden klar, welches Thema diese Sendung hatte? Wie es treffend Saaka gesagt hat - "Das ist die falsche Frage!". Comedy halt.

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