nachdem ich die meinungen anderer faz leser zu diesem brisanten thema gelesen habe, fällt mir folgendes auf:
mit keinem wort werden "spielsüchtige" erwähnt. das müssen keine "bild"-leser sein, sondern vielleicht leute wie du und ich. wenn man so eine gewinnsendung ansieht, glaubt man schnell, eine einfache antwort auf die gestellte frage zu haben. diese heißt natürlich nicht "42". der moderator suggeriert, alles wäre ganz einfach, für einen kleinen betrag anrufen und einen grossen gewinnen.
ich habe auch lotto gespielt, als der jackpot am höchsten war - erfolglos selbstverständlich.
warum sollte der normale fernsehzuschauer nicht auch ein "las vegas" gefühl vermittelt bekommen: "heute sind sie der gewinner - nur noch einen anruf davon entfernt."
viel eher sollten warnhinweise eingeblendet werden: "chance 1 : unendlich"; "500 erfolglose anrufer vor ihnen".
aber, damit wäre das konzept absurdum geführt.
Hier ein Auszug aus dem Strafgesetzbuch:
"§ 263
Betrug
(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
[...]"
Gerade bei Werbungen für verlosungsartige Gewinnspiele, die sich an einen großen Kreis potentieller Teilnehmer richten, sollten hier strenge Maßstäbe angelegt werden. Insbesondere sollte auch das nicht-Angeben von Gewinnwahrscheinlichkeiten strafbar sein.
Dies würde dann auch praktisch jede (staatl.) Lotto/Los-Firma betreffen. Zumindest ist mir kein einziges Beispiel bekannt, wo der Gewinnerwartungswert klar und deutlich angegeben wird.
FAZ-Leser, eben die, die sich sicher nicht hinters Licht führen lassen.
Das aber sollten vielleicht "Bild-Leser" wissen, aber eben drum - die genau sollen es nicht wissen, denn mit denen ist ja der Gewinn zu machen...
Medienwächter, "Bild" und Politik...wenn man genau hinsieht, wer wo sitzt... Da ist dann alles klar....
Auch Radiosender wir RPR 1 führen die Zuhörer in die Irre. Wer bei Katies und Kunzes geheimem Wort oder ähnlichen Spielchen anruft, landet nicht etwa beim Moderator, sondern - zahlend - bei einem Computer, der dann sagt: leider keine Leitung frei e.t.c..
Da dort auch Jugendliche aufgerufen wurden und es sogar "Bürosonderrunden" gab (= Entlassung / Dienstrechtsverstoß, wenn z.B. Beamte Dienstapparate nutzen), ist das schon recht schwerwiegend und niemand kümmert sich darum.
Da übrigens die Wahrscheinlichkeit, überhaupt raten zu können sehr gering ist, halte ich das für Glücksspiel - und dafür gibt es eine Reihe von Gesetzen, z.B. zum Schutz der Jugend.
Ich frage mich schon lange, um was für Leute es sich handelt, die an Gewinnspielen, Kaffefahrten Spams im Internet Abstimmungen im Fernsehen füe 49ct und ähnlichem Unfug teilnehmen. Diese offensichtlich als Betrug angelegten Praktiken sind für einen denkenden Menschen leicht zu durchschauen. Ich habe schon meinen Kindern beigebracht: Niemand verschenkt etwas ohne Grund. Ausser vielleicht Eltern und Verwandte. Scheinbar kommen viele Menschen aus dieser Kindheitserfahrung nie heraus. Dieselben Menschen fallen immer wieder auf diese Maschen herein. Dies wäre egal, als Preis für Dummheit- wenn es nicht die gesellschaftlichen Folgen gäbe - just jene Menschen sind dann auch oft die Überschuldeten, die dan auf den Fluren der Sozialämter sitzen
Ihr Artikel ist dankenswert, aber möglicherweise im falschen Medium - Ihr Leserkreis ist wohl kaum betroffen. Es gibt aber eine Menge Medien, die nicht schlecht an den Machenschaften der Betrüger finanziell partizipieren. Vermutlich werden die betroffenen Personenkreise deshalb nicht aufgeklärt
Die Frage die sich mir stellt ist doch eher, wer hat denn vorher geglaubt, dass nicht betrogen wird, dass diese Gewinnspiele fair ablaufen?
Selbst als Kind auf der Kirmes hat man dem Losbudenverkäufer seine Aussage, "Keine Verlierer, keine Nieten, nur Gewinner!", nicht abgenommen.
Das der Betrug bestraft werden sollte und die Prüfungspraktiken fragwürdig sind ist tatsächlich kritikwürdig, die Teilnahme an den Spielen bleibt aber dumm und vor allem freiwillig...
Wenn man sich solche Sendungen auch nur kurz anschaut, muss einem doch sofort klar werden, dass man als Anrufer oder Kandidat nur zur Kasse gebeten wird.
Die Qualität solcher Gewinnspiele im TV ist so schlecht. Von den Gewinnfragen bis hin zu den Moderatoren.
Die Sender legen doch solche Gewinnspiele nicht auf weil sie Geld zu verschenken haben. Die wollen damit Geld verdienen und das nicht zu wenig. Frage mich nur warum trotzdem so viele Zuschauer darauf herreinfallen.
Allgemein ist gegen Gewinnspiele nichts einzuwenden, wenn sie fair sind und jeder die gleichen Chancen hat.
Aber Sendungen oder Sender die auschließlich auf Call-TV-Spielen basieren, gehören m.E. abgeschafft. Die dienen nur dazu die Telefonrechnung in die Höhe treiben zu lassen.
Völlig unverständlich wie die Aufsichtsbehörden hier weg schauen können. Vieleicht ist es auch als gutes Beispiel gedacht und die Zuschauer sollen auch einfach nur weg schauen.
eine gute möglickeit solchen blödsinn zu beenden, ist die den fernseher erst gar nicht einzuschalten.
Nachdem es ums Geld geht, kann man wahrscheinlich auch nur damit Antwort geben: vielleicht mit einem Gebühren-Boykott der Zuschauer?
Ich denke zwar, dass dieser zahnlose Tiger BLM etwas gegen diese Ausbetung tun sollte und nicht wie behördlich /kontinuirlich/ typisch vor sich hin schnurren sollte. Allerdings bin ich überzeugt, dass dem Bürger auch eine Art Selbstschutz obliegt, die nicht grundsätlich dem Staat übertragen werden sollte. Das allgemeine Lebensrisiko kann nicht rundum geschützt werden und wie ich finde sollte dies auch nicht versucht werden. Unsere Schar von Hartz IV-Empfängern, die Tag ein Tag aus nichts sinnvolleres im Focus hat, als quer auf der Couch liegend 9Live zu schauen und steuerlich subventionierte Transferzahlungen per Funktelefon in die Rachen der Callactive Gesellschaften und 9Live zu schleudern, sollte hinterher nicht Augen machen wie ein Kalb beim Wetterleuchten, sondern sich bewusst sein, dass alle vorher bereits wussten, dass es teuer wird. Kann man in Deutschland eigentlich alles Verbraucherschutz nennen, was man will? Gibt es nicht die Möglichkeit auch einmal dem Verbraucher selbst seine Dummheit einzuräumen, wenn er bereitwillig in der Hoffnung auf den "Hot Button" vergebens 20 Anrufe á 50 cent (10 € !!) verpulvert?
Just my 2 cents...
wer so doof ist und dort anruft ist selber Schuld!
Trotzdem kommt unser Staat, der die Aufgabe übernommen hat, uns vor besonderer Dummheit zu bewahren, hier seiner Aufgabe nicht nach. Im Gegenteil, unser Medienwesen entpuppt sich mit jeder weiteren Berichterstattung immer mehr als Sumpf von Steuergeldern für selbstgefällige Funktionäre.
radiosender sind nicht anders: antenne bayern hatte vor einem jahr ein gewinnspiel, bei dem die lösung sogar im internet stand. bei € 90.000.--, als niemanden etwas neues einfiel wurde der längst geratene begriff genommen und umgehend die angaben im internet gelöscht.
hunderttausend-euro-hits: 2 mal ist ein hörer, der in einer freien leitung war wieder rausgenommen worden zugunsten eines anderen hörers (wobei ich schon lange den Verdacht habe, dass auch diese "hörer" gar nicht existieren), anruf bei der zentrale : sie waren nicht in leitung 10! es gibt keine leitung 10. diese ist ein erfindung der "moderatoren". solche telekomgeschäfte sind in diesem land nur durch eine aktion zu unterbinden:schaut kein 9live mehr und hört antenne bayern nicht mehr.
Auch bei "Wer wird Millionär" wird fleissig die Trickkiste ausgenutzt. Man suggeriert, in "jeder" Werbepause seien per SMS 5.000 € (je nach Aktion mehr oder weniger) zu gewinnen. Das wird dadurch unterstüzt, dass jedesmal eine andere Frage gestellt wird und man sich beeilt, jedesmal durch richtige Beantwortung dabei zu sein. Dabei wird nur einmal ein Gewinnbetrag verlost.
Fernsehen schliesst sich zunehmend dem Prinzip des arebitslsosen Einkommens an.
Als die ersten Spielautomaten aufkamen, wo man nach rythmisch blinkenden Lichtern drücken konnte, um den Gewinn zu steigern, stellte man schnell fest, dass das Licht mit dem Zeitpunkt zum Drücken nichts zu tun hatte. Offensichtlich gibt es immer noch Leute, bei denen diese Erkenntnis nicht zur Überzeugung wird. Es gibt die Dinger immer noch.
Der, der die Regeln macht, gewinnt. Ob sauber oder nicht. Und der, der anruft, ist dumm. Einfach nur dumm. Was gibt es denn da zu beaufsichtigen?
Die Einschaltquoten zeigen im Vergleich doch die Tendenz. Jedes Publikum bekommt die Fernsehsendung die es verdient.
Wenn niemand diesen Abzockerschwachsinn gucken würde, wären die Kanäle lange dicht und keiner würde Gefahr laufen, sich abgelegte Moderatoren, X-Promis und dämliche Stripmoderationen anzutun.