Bei Ashley Alexandra Dupré hat sich Spitzer bislang nicht entschuldigt

Der Gouverneur, die junge Frau und das Internet

Mein Raum gehört mir

Was ist hier eigentlich der Skandal? Der amerikanische Gouverneur Eliot Spitzer hatte Sex mit einer Prostituierten. Und weil es sich so schön inszenieren lässt, wird die junge Frau nun in die Öffentlichkeit gerissen, ihr Lebensinhalt zweckentfremdet. Von Tobias Rüther

Lesermeinungen zum Beitrag

14. März 2008 15:11

Warum ist das überhaupt öffentlich geworden?

Bruno Müller (bruga)

Ich will micht nicht über den gekauften Sex äussern. Das ist ein Kapitel für sich.

Aber weswegen ist das überhaupt bekannt geworden ist? Da kontrolliert Big Brother doch kleinere Zahlungen. Und das in einem sogenannt "Freien Land"
Mir friert da die Spucke ein.
Der Skandal ist doch das, und nicht die Verlustierung.

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14. März 2008 14:03

Wer mit dem Finger zeigt.....

Peter Lehnen (plehnen68)

..sollte wissen, dass drei auf ihn zurück zeigen. Deshalb finde ich die Kritik des Vorredners berechtigt, dass man den durchaus sinnvollen und notwendigen Artikel nicht mit diesen Details hätte spicken müssen, dass wiederum andere, wie der Vorredner meines Vorredners natürlich mit noch mehr Details prahlen müssen. Sollte das eine Bewerbung als Journalist sein, wenn man über Prostituierten-Tarife referiert? Ich frage mich wo wir leben? Dieser "Skandal" ist so interessant wie der berühmte Sack Reis in China. Ein Politiker ist über eine moralische Verfehlung gestolpert und hat die richtigen Konsequenzen gezogen. Punkt, Ende! Und hier wird diskutiert wer, wann, welches Bikini-Photo veröffentlicht hat, oder wo gestöhnt wird. Genau dieser Voyeurismus, oder besser Spannerei, denn das ist es, ist das eigentlich skandalöse. Da hat die F.A.Z. eindeutig Recht. Demnächst aber die Kritik so formulieren, dass auch wirklich der Fokus auf dem Kern des Problems bleibt und nicht, wo man sich die Bikini-Photos anschauen kann.

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14. März 2008 13:08

Prostitution der Seele - nur ohne Bezahlung

Jörg Gondermann (joeyyy)

Das Dokumentieren des eigenen "Selbst" (Bilder, Tagebuch, Lieder, Freunde, etc.) via Facebook, SchülerVZ, etc. ist doch nichts anderes als das öffentliche Anbieten der Gedanken, der Seele und der Vergangenheit. Nur, dass dafür niemand zahlt und dass man das als Anbieter auch nicht erwartet.

Jedem, der dort schreibt und sein Innerstes nach außen kehrt, ist doch klar, dass das Milliarden Menschen lesen können. Also soll ich jetzt Mitleid mit einem einzelnen Mitglied haben? Soll ich den Medien vorwerfen, dass sie das nutzen, was alle nutzen können?

Ich kann nicht nachvollziehen, dass hier angeprangert wird, was allen möglich ist - und dessen Duldung doch durch die "Exhibitionisten" vorausgesetzt werden kann.

Vielmehr sollte dieses Beispiel verdeutlichen, dass das, was Millionen von jungen Leuten magisch anzieht, eben auch ungeahnte Konsequenzen haben kann. Das z.B. mache ich meinen Kindern klar.

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13. März 2008 23:56

Scheinheilig, auch Sie

Kurt Steuble (Thinkabout)

Ihr Artikel ist sehr schön geschrieben, und er zeigt auch die Scheinheiligkeit der seriösen Medien auf. Um so weniger ist es zu verstehen, dass auch Sie sich daran beteiligen, indem Sie ohne journalistische Notwendigkeit
a) die (Deck-)Namen der Frau ebenfalls veröffentlichen und
b) sagen, wo sie unter welchem dieser Namen im Netz zu finden ist.

Die allfällige Begründung, nichts Unbekanntes mehr auszuplaudern, griffe dann ins Leere. Weil Sie journalistisch nicht weniger glaubwürdig blieben, sie würden auf diese Information verzichten. Im Gegenteil, bei diesem Inhalt ihrer eigentlichen Botschaft. Ich habe noch selten so wenig verstanden, wie Schreibe und Verhalten so weit auseinander klaffen können!

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13. März 2008 21:42

Pro statuere

Thelonious Bonk (Mondaugen)

Einige Anmerkungen:

Die Frau heißt Ashley Rae Maika DiPietro (Künstlername „Kristin“ bzw. „Ashley Alexandra Dupré“). Ihr Bikinifoto hat sie anscheinend selbst veröffentlicht. Sofern sie niemand zur Prostitution gezwungen hat, verstehe ich nicht, weshalb Herr Rüther sie zum Opfer stilisieren will. Das Bikinifoto hilft durchaus bei der Beantwortung der Frage, warum jemand in einer Position wie Spitzer solch ein irrationales Risiko eingeht.

Der Stundenlohn der Kurtisane belief sich den Berichten zufolge auf ca. 650 €, der durchschnittliche Preis einer Übernachtung im Mayflower-Hotel in Washington auf ca. 300 €. Herr Spitzer soll über einen Zeitraum von 10 Jahren $80.000 (51.500 €) für Liebesdienste aufgewendet haben. Das wäre weniger als ein Bums alle 6 Wochen. Jack Kennedy würde sich darüber schlapp lachen (JFK bevorzugte zwei Frauen gleichzeitig, und vorzugsweise täglich, wenn man Seymour Hershs Darstellung Glauben schenkt).

Geht die amerikanische Bundespolizei gegen andere Kunden der Prostituiertenagentur „Emperor’s Club“ vor? Befinden sich darunter Personen des öffentlichen Lebens? Welche?

Bei den gezielten Indiskretionen des FBI hinsichtlich laufender Ermittlungen handelt es sich selbst um ein strafbares Delikt.

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13. März 2008 19:18

Sehr schoen geschrieben

Falk Hammer (FalkHammer)

Vielen dank an den autor dieses Artikels. Respektvoller Umgang mit persoenlichen Daten sit seit der Bildzeitung ja keine selbstverstaendlichkeit mehr in D.

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