Leider habe ich keinen Einblick in die genaueren Abläufe der Bayerischen Staatsbibliothek, allerdings finde ich es äußerst befremdlich die Nutzung einer so angesehenen Bibliothek durch Studenten als "Missbrauch" zu bezeichnen. Meiner Meinung nach ist doch genau dieses wissenschaftliche Arbeiten die Aufgabe eines jeden Studenten. Auch die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig wird zum Großteil von Studenten genutzt, weil die Universitätsbibliothek oft die gewünschte Literatur nicht oder nicht im ausreichenden Umfang zur Verfügung stellen kann. Ich halte es für absurd sich darüber so zu echauffieren.
Nebenbei bemerkt, haben Sie vielleicht wieder mehr Platz, wenn die Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek digitalisiert sind und die "parasitären" Studenten sich am heimischen PC durch die Bücher klicken und Ihnen nicht den Platz rauben...
Ist das nicht dieselbe Bibliothek, die seit Jahren erhebliche Mittelkürzungen hinnehmen muß (suche: "Bayerischer Staatshaushalt"); dieselbe Bibliothek, die nicht nur am Wochenende quasi unbenutzbar ist, da sie von den Studenten der Universität als Universitätsbibliothek mißbraucht wird und man deshalb kürzlich einen eigenen Bereich für Forscher reservieren mußte (nur nach Voranmeldung!); dieselbe Bibliothek, bei der man in der Regel länger als drei Tage auf die Bereitstellung seiner Bestellung warten muß?
Die Bindung von Kapazitäten dieser Einrichtung für ein gewinnorientiertes US-Unternehmen ist überflüssig wie ein Kropf, aber Hauptsache, das übliche dümmliche Exzellenz-Geschwätz ohne Realitätsbezug kann unters Volk gebracht werden. Die FAZ trägt durch diesen Beitrag - oder sollte man Pressemitteilung sagen - willig dazu bei.