Tabloid

„Frankfurter Rundschau“ stellt Format um

Macht bald kleinere Zeitungen: FR-Chef Uwe Vorkötter

Macht bald kleinere Zeitungen: FR-Chef Uwe Vorkötter

12. Januar 2007 Die „Frankfurter Runschau“ setzt auf ein neues Format. Man stelle als erste überregionale Tageszeitung auf das handliche Tabloidformat um, teilte der Verlag am Freitagabend mit. Die „neue“ Frankfurter Rundschau werde im Sommer vorgestellt. Ein von dem Chefredakteur Uwe Vorkötter geleitetes Team habe ein Produkt entwickelt, das in umfangreichen Marktforschungsuntersuchungen von bisherigen und potenziellen Lesern der Rundschau als „zukunftsweisend“ eingestuft worden sei.

Die linksliberale Haltung des Blattes bleibe von der Veränderung des äußeren Formats unberührt. Die Herausgeber der Rundschau seien davon überzeugt, dass die Formatumstellung die Leser enger an das Blatt binde und neue Lesergruppen erschließe. Die Formatumstellung ist Teil eines „Offensive 08“ geheißenen Innovationsplans. Bislang war unter den überregionalen Zeitungen im Tabloid-Format nur die neu gegründete „Welt kompakt“ im Springer-Verlag erscheinen.

Stellenabbau nicht vom Tisch

Beraten worden war über die Veränderung der „Frankfurter Rundschau“ seit dem vergangenen Herbst, kurz vor Weihnachten war die Entscheidung verschoben worden, doch waren sich die Gesellschafter der „Rundschau“ schon damals mehr oder weniger einig. Mehrheitsgesellschafter der Zeitung mit 50 Prozent und einer Stimme ist der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg, 40 Prozent der Anteile hält die SPD-Medienholding DDVG, knapp zehn Prozent liegen bei der Karl-Gerold-Stiftung.

Entschieden werden muss in den nächsten Tagen jedoch noch über den Stellenabbau, den die Geschäftsführung im vergangenen Jahr beschlossen hat. Zweihundert von rund 720 Stellen in Verlag und Redaktion sollen wegfallen, Mitte Dezember hatte Mitarbeiter in einem Warnstreik gegen diesen Schritt protestiert. Dem Vernehmen nach ist die Geschäftsführung von ihrer Forderung, zweihundert Stellen abzubauen, nicht abgerückt. Doch wird darum gerungen, dass dies nicht mit rund hundert betriebsbedingten Kündigungen verbunden ist. Durch so genannte „Fluktuationsanreize“ für Mitarbeiter, die aus dem Verlag ausscheiden oder in vorzeitigen Ruhestand gehen, soll die Zahl der Kündigungen reduziert werden, dafür ist bis Ende Januar Zeit. Eingerichtet werden soll für die Dauer eines Jahres eine Transfergesellschaft, die gekündigte Mitarbeiter übernimmt. In der Redaktion der „Frankfurter Rundschau“ sollen in Regionalbüros fünfzehn Redakteursstellen gestrichen werden, im Augenblick beschäftigt die „Rundschau“ 160 Redakteure.

Text: miha.
Bildmaterial: Wonge Bergmann

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