Schleichwerbung

ZDF und MDR geben Andrea Kiewel den Laufpass

Kein ZDF-Gesicht mehr: Andrea Kiewel

Kein ZDF-Gesicht mehr: Andrea Kiewel

21. Dezember 2007 Das ZDF und der MDR haben sich von ihrer Moderatorin Andrea Kiewel getrennt. „Schleichwerbung in Sendungen des ZDF ist nicht akzeptabel“, sagte ZDF-Intendant Markus Schächter am Freitag in Mainz. Wolfgang Vietze, Fernsehdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), formulierte es gut eine halbe Stunde später fast genauso. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut sagte: „Jeder Moderator und jede Moderatorin im ZDF weiß, dass Schleichwerbung verboten ist.“

Schächter fuhr fort: „Die Auftritte von Andrea Kiewel in mehreren Sendungen in Verbindung mit den jetzt bekannt geworden Details ihres PR-Vertrages mit der Organisation Weight Watchers haben die Vertrauensbasis zwischen uns zerstört.“ Die 42-Jährige moderierte für das ZDF den „Fernsehgarten“ und „Kult am Sonntag“ sowie für den MDR den Talk „Riverboat“.

„Natürlich nicht“

Kiewels PR-Vertrag mit Weight Watchers lief bis Ende Februar. In einer Ausgabe von Johannes B. Kerners ZDF-Talkshow im Januar hatte sie mehrfach den Begriff Weight Watchers erwähnt, auch im MDR-„Riverboat“ im Februar. In der Kerner-Sendung hatte Kiewel auf die Frage des Talkmasters, ob es zwischen ihr und Weight Watchers eine Beziehung gebe, gesagt: „Natürlich nicht“. Am Donnerstag ließ sie mitteilen: „Das war ein Fehler, für den ich mich ausdrücklich bei den Zuschauern und den Kollegen vom ZDF entschuldigen möchte.“

Eine Extra-Honorierung für die Erwähnung der Firma bei Kerner habe es nicht gegeben, unterstrich Kiewel, vom „Riverboat“ war da noch nicht die Rede. Das hatten am Donnerstagabend erst die beiden ARD-Komiker Harald Schmidt und Oliver Pocher herausgesucht. Sie zeigten mehrfach Ausschnitte aus dem MDR-Talk. Jedes Mal, wenn das Wort Weight Watchers fiel, klingelte bei Schmidt und Pocher eine Kasse.

Das ZDF wird sechs bereits produzierte Sendungen mit Kiewel dennoch wie geplant ausstrahlen, sie seien nicht zu beanstanden. Das sind „Advent in den Bergen“ (23. Dezember), „Mein allerschönstes Weihnachtslied“ (24. Dezember), „Die ZDF-Hitparty“ (31. Dezember) und drei Folgen aus der Reihe „Kult am Sonntag“. Programmdirektor Bellut bedauerte den Weggang einer beliebten Moderatorin, kündigte aber die Suche nach einer Nachfolgerin an. Kiewels Management Kick in Köln teilte auf Anfrage mit, dass mit einer Stellungnahme der Moderatorin zur Entscheidung von MDR und ZDF vor Weihnachten nicht mehr zu rechnen sei. Sie sei noch auf Reisen. In der vergangenen Woche ließ Kiewel außerdem über ihr Management mitteilen, dass sie sich im Herbst von ihrem Ehemann, dem Regisseur Theo Naumann, getrennt habe.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: ddp

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