
In der Tat sind die Äußerungen von Hassan Nasrallah besorgniserregend. Was ist aber von den Sprüchen radikaler israelischer Politiker oder Siedler zu halten? Ich vermute, dass diese hier nicht zitierfähig sind. In Nahost haben sich die Menschen aber immer wieder erstaunlich wandeln können, denken sie nur an Jitzchak Rabin oder Jassir Arafat.
Gehen wir einmal davon aus, es stimme, dass die IRA und die ETA nicht mit der Zerstörung GBs und Spaniens gedroht haben. Dass von diesen Organisationen verheerende Anschläge ausgingen, lässt sich nicht bezweifeln. Da die Konflikte also Gemeinsamkeiten aufweisen, lohnt es sich, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Es ist richtig, ich wohne weit weg vom Konflikt, aber nicht in Europa und nicht unbedingt in einer Friedenszone.
Meine Ausführungen stammen auch aus unmittelbarer Anschauung. Im Jahre 1985 arbeitete ich einige Monate in einem Kibbuz und konnte danach das Land vier Wochen bereisen. Ich möchte diese Zeit nicht missen. Bereits damals legte sich die Invasion Libanons, die etwa 20.000 Tote forderte, wie ein Schatten auf Israel.

Moralische Belehrungen helfen nicht weiter, aber effektive Konfliktlösungsstrategien. Nach 9/11 ist der Krieg leider wieder bei vielen Menschen hoffähig geworden.
Ein einfaches Rezept für diese Krise habe ich nicht. Ich glaube sagen zu können, was nicht wirkt, etwa: eine Guerillaarmee recht wahllos mit der Luftwaffe zu bekämpfen. Meines Erachtens kommt es jetzt darauf an, international auf beide Parteien Druck für einen sofortigen, bedingungslosen Waffenstillstand auszuüben. Am Ende kann immer nur eine Verhandlungslösung stehen.
Langfristig (Stichworte): Die „Roadmap“ ist durch sträfliche Gleichgültigkeit der USA nur noch eine Worthülse. Daher müssen sich die Europäer mehr mit eigenen Konzepten im Nahen-Osten engagieren. Sie müssen Klartext sprechen und politischen und wirtschaftlichen Druck ausüben.
1. Die UN-Resolutionen sind von allen Staaten zu befolgen. Die UN, die von der Bush-Regierung als „irrelevant“ bezeichnet wurde, darf nicht zum unilateralen Instrument verkommen.
2. Stärkung demokratischer Institutionen: in den arabischen Staaten, in den Autonomiegebieten und auch in Israel! Ende der Apartheidspolitik und der Militärdominanz, viele Menschen perzipieren Israel nur noch als Militärbasis der USA.

Es macht sicher keinen Sinn, hier gegensätzliche Positionen ewig hin und her zu diskutieren.Das Israel sich aber aus den genannten Gebieten zurück gezogen hat, um so ein positives Signal zu setzen stimmt nicht.Der Auslöser für den Rückzug waren die unverhältnimäßig hohen Kosten zur Absicherung. Es macht mich ungeheuer wütend, wenn manche Zeitgenossen einseitig zugunsten Israel Partei beziehen, es gibt in diesem Konflikt kein Gut und kein Böse, sowohl die Hisbollah als auch die Israelis haben schon mehr als genug Blut unschuldiger Menschen an den Händen.Die Verantwortung für die unschuldigen Opfer im Libanon müßen die Israelis schon selbst tragen, denn die Strategie der Hisbollah Kämpfer ist schon lange bekannt.

Warum sich Israel aus dem Südlibanon zurückgezogen hat spielt doch überhaupt keine Rolle.
Fakt ist, Sie haben sich zurückgezogen, Stichwort "Land für Frieden". Was Israel dafür bekam, kann man aktuell ganz gut beobachten.
Desweiteren sollten Sie noch in Erwägung ziehen warum Israel in den 80ern den Libanon überhaupt erst besetzen musste.
Stichwort: friedliebende Nachbarn.
Aber natürlich möchte man hierzulande immer nur Israel als Aggressor sehen.
Gruß
Dr. Elisabeth Müller

Die Rückzugspolitik der Israelis insbesondere aus besetzten
palästinensischen Gebieten erfolgte aufgrund der Politik:
"Land für Frieden"!
In der Zwischenzeit hat es sich jedoch für die Israelis gezeigt,
daß die Politik,sich zurückzuziehen,um zu einer friedlichen
Koexistenz zu kommen,offensichtlich gescheitert ist.
Aus diesem Grund erklärt sich auch das derzeitige massive
Vorgehen gegen die Hizbollah im Libanon.
Auch hier hatte der Rückzug der israelischen Armee nie
den erhofften Stillstand des Beschußes durch die Hizbollah erreicht.

Hallo Frau Müller, die Israelis haben sich zwar im Jahr 2000 aus dem Südlibanon, und vor nicht allzulanger Zeit aus dem Gazastreifen zurückgezogen, aber nicht aus Nächstenliebe, oder einer feinen Geste heraus, sondern ganz einfach weil die Kosten für die militärische Sicherung in keinerlei Verhältnis zum Nutzen standen.

Ihre Argumentation entspricht der typisch deutschen Gutmenschenhaltung, die es sich erlaubt sich weit entfernt vom Geschehen und in Frieden und Sicherheit moralische Belehrungen zu erteilen.
Sie lehnen den Krieg ab. Na schön, aber wer tut dies nicht ?
Aber was sollte Israel denn Ihrer Meinung nach tun ?
Berücksichtigen Sie hierbei bitte auch die Tatsache, daß sich Israel schon im Jahr 2000 aus dem Südlibanon zurückgezogen hatte, es UN-Resolutionen (Diplomatie) gab und eine UN-"Beobachter"gruppe im Land stationiert war.
Desweiteren glaube ich nicht, daß man die Lage in Nordirland und dem Baskenland mit der Situation in Nahost vergleichen kann.
Weder ETA noch IRA hatten jemals mit der völligen Vernichtung Großbritanniens oder Spaniens gedroht.
Gruß
Dr. Elisabeth Müller

Niemand lässt sich gerne beschießen. Das gilt für die Israelis, die im Norden des Landes im Bunker ausharren, für die Menschen im Libanon, Tausende von ihnen Palästinenser, und für diejenigen in den Autonomiegebieten.
Aber was folgt daraus? Eine militärische Aktion oder ein Krieg folgt niemals wie ein Naturgesetz auf ein wahrgenommenes Unrecht. Die Europäer haben das nach einer Jahrhunderte langen blutigen Geschichte begriffen. Heute lösen sie ihre Streitigkeiten durch Verhandlungen und Diplomatie. Selbst in den Gebieten, deren Autonomie militante Aktivisten herbeibomben woll(t)en (Nordirland, Baskenland), erfolgten keine großen Militäroffensiven. „Der Vorschlag, dass die Briten die IRA durch Bombardierungen oder die Besetzung der irischen Republik hätten ausschalten, oder auch nur entwaffnen können, ist geradezu grotesk“ schreibt Anatol Lieven (IHT 10.8). Die IRA schlug schließlich einen demokratischen Weg ein. Keime dieser Entwicklung zeig(t)en sich heute auch in den Autonomiegebieten.
Herrn A. Rodi Nohrs ernstzunehmender Analyse (17:44) kann ich nur beistimmen. Dieser Krieg ist beschämend, die derzeit praktizierte Strategie des Dauerbombardements und der Besetzung ist menschenverachtend und gescheitert.

Sie schreiben:
"Neutral und von Außen betrachtet, ist dieser Krieg durch die mutmaßliche Entführung von zwei israelischen Soldaten ausgelöst worden.
Israel führt hier einen Krieg gegen ein Land, das nicht einmal über eine Luftwaffe verfügt, um sich zu verteidigen."
Hören Sie doch bitte auf die Dinge so entsetzlich zu verniedlichen und zu verharmlosen bzw. Tatsachen zu verdrehen.
Erstens: die Entführung der beiden Soldaten war eine Aktion, die das Fass zum Überlaufen brachte.
Oder sollte sich Israel noch jahrelang unverteidigt mit Raketen der Hizbollah beschiessen lassen oder vielleicht noch besser geduldig darauf warten bis diese sich noch weitreichendere Waffen besorgt hätten ??
Würden Sie ernsthaft, wenn Sie an der Grenze zum Libanon leben müssten, ungerührt zusehen wie man Sie beschiesst? Lächerlich.
Zweitens:
Israel führt Krieg gegen einen Land, welches nicht mehr bzw. noch nie in der Lage war die Hizbollah, die das Land in ein Piratennest verwandelt hat, zu kontrollieren, während die UN dieses Geschehen jahrelang nur "beobachtet".
Tatsache ist, daß UN und Diplomatie kläglich versagt haben und jetzt nicht so heuchlerisch getan werden sollte als sei Israel der Agressor..
Gruß
Dr. Elisabeth Müller

Als Erstes stirbt im Krieg die Wahrheit. Jede Partei, die heute in einem Krieg beteiligt ist, betreibt Propaganda. Doch der aufgeklärte Leser will keine Propaganda, sondern Fakten. Die Pflicht des Journalisten ist daher, aus den vielen sich widerprechenden Informationen die plausibelsten herauszufiltern, und auch das zu berücksichtigen, was seinen Meinungen widerspricht.
Die FAZ hält sich, im Gegensatz zu anderen deutschen Zeitungen, erfreulicherweise noch an die alte Regel, Berichte und Kommentare zu trennen.
Ich möchte hier noch ein Mal auf die unabhängige Menschenrechtsorganisation Human-Rights-Watch hinweisen. Sie hat - im Gegensatz zu vielen ad hoc Recherchen mancher Journalisten - den Krieg in Nahost relativ gut methodisch untersucht.
HRW weist darauf hin, dass der Angriff auf unbeteiligte Zivilisten ein Kriegsverbrechen darstelle. So etwa, wenn die Hisbollah „blind Raketen in Wohngebiete“ abfeuert.
Israel behauptet, die hohe Zahl toter Zivilisten gehe darauf zurück, dass diese als Schutzschilde missbraucht würden. Israels Behauptung sei falsch, so Kenneth Roth, der Vorsitzende von HRW. In den vielen Fällen die HRW untersuchte, seien keine Hisbollah Kämpfer in der Nähe der getöteten Zivilisten gewesen.

Es ist schon interesant wie über diesen Krieg berichtet wird und woher diese Quellen kommen. Ein recht hübsches Beispiel ist hierfür das Vorgehen der Hisbolla: Diese haben ihre Raketen auf LKWs, die Sie vor den Israelis in den Kellern von Wohnhäusern verstecken. Und in diesen Wohnhäusern sind aber auch immer Familien mit Kindern. Wenn dann die isrealische Armee diese LKWs per Luftaufnahme verfolgt und dann mittles Raketen versucht zu zerstören, sterben natürlich unschuldige Zivilisten. Was aber noch interessaner ist, dass dann direkt danach Kameras (von der Hisbolla natürlich oder hat jemand direkt danach mal jemand in den Nachrichten eine Kamera von CNN oder ZDF gesehen) die Zerstörung filmen mit Hauptaugenmerk auf tote Kinder und Verletzte. Diese doch sehr emotionalen Bilder werden danach um die Welt geschickt, um Israel an den Pranger zu stellen.
Ich will damit nicht sagen, dass Israel für den Angriff keine Verantwortung hat (Schuld ist immer so ein kompliziertes Wort) und ich will auch keine toten Kinde schön reden; aber die perfekte PR Maschinerie der Hisbolla hat dazu geführt, dass doch ein recht grosser Teil der Medien auf Seiten einer Terrororganistion stehen. In den Medien hat Israel den Krieg schon verloren.

Neutral und von Außen betrachtet, ist dieser Krieg durch die mutmaßliche Entführung von zwei israelischen Soldaten ausgelöst worden.
Israel führt hier einen Krieg gegen ein Land, das nicht einmal über eine Luftwaffe verfügt, um sich zu verteidigen.
Es kann auch nicht abgestritten werden, dass die Grundversorgung der Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen wird und nicht jedes Opfer direkt nach einem Bombenangriff zu Tode kommt, sondern erst später den Verletzungen erliegt, weil gerade die medizinische Versorgung blockiert wird. (Das Aufwiegen der Opferzahlen ist lächerlich).
Dieser Krieg ist beschämend und gleichzeitig der traurige Beweis dafür, dass Israel sich nur auf diplomatische Fähigkeiten besinnt, wenn ein Anrainer mit der gleichen militärischen Kraft ausgerüstet ist. Diese traurige Tatsache läßt das Gesetz der Steinzeit immer noch gelten - "das Recht des Stärken".
Die Weltöffentlichkeit beruhigt ihr Gewissen mit finanziellen Hilfen im Libanon, welche dieses Land beschämen und die Rechtmäßigkeit des israelischen Handelns hervorheben.
Würde Israel maßgeblich am finanziellen Wiederaufbau (ähnlich Marshallplan) des Libanon beteiligt, könnte die israelische Verantwortung in der Region sensibilisiert werden.

Ihre Aussagen erscheinen mir angesichts der tatsächlichen Ursachen, milde formuliert, extrem undifferenziert:
1. Nicht Israel bedroht ständig seine Nachbarn, sondern umgekehrt. In der gesamten arabisch-islamischen Welt wird ständig von der Vernichtung Israels gesprochen bzw. Israel das Existenzrecht aberkannt.
Zuletzt geschehen als der iranische Präsident von der "Tilgung Israels von der Landkarte" sprach, während das Regime gleichzeitig nach der Atomwaffe strebt.
Was mir auch noch in guter Erinnerung ist, sind die Ausführungen eines gewissen Rafsandschani aus dem Jahre 2001 (vor 9/11!).
Stichwort: "eine einzige Atomwaffe genügt, um Israel zu vernichten"
In diesem Kontext ist der Kampf gegen die Hizbullah, welche wiederum vom Iran unterstützt wird, zu sehen und sonst gar nichts.
2. Wenn hier ständig von Völkermord und tausenden von Toten gesprochen wird, handelt es sich um Propaganda der übelsten Machart.
Mittlerweile kommt ja Schritt für Schritt raus inwieweit die Bilder dieses Krieges von Hizbullah&Co manipuliert werden. Ein heulender Ministerpräsident d. Libanon spricht von 40 Toten im Süden, die sich im nachhinein als 1 Toter entpuppen etc.
Die Vernichtung Israels wäre dagegen tatsächlich ein Völkermord.

Sollte wirklich jemand glauben,daß die Hizbollah keinen Propagandakrieg führt und die Journalisten nicht ebenso beeinflußt,benutzt und nur das sehen läßt,was den Zielen der Hizbollah nutzt ?
Gerade gestern mußte der libanesische Präsident Siniora zugeben,daß die von ihm in Bezug auf den israelischen Angriff auf die Stadt Hula behaupteten hohen Opferzahlen völlig aus der Luft gegriffen waren.Statt wie behauptet mehr als 40 Opfern gab es "lediglich" einen Toten (der zu viel ist).Wie oft
mögen Opferzahlen "irrtümlich" in die Höhe getrieben worden sein ? Schließlich ist die Hizbollah Teil der libanesischen Regierung .Sollte also alles der Wahrheit entsprechen,was in Beirut verkündet wird ?
Auffallend ist auch,wie in den meisten Presseorganen in der
Hauptsache über die Opfer und die Zerstörung im Libanon berichtet wird,von den Opfern und der Zerstörung in Israel aber kaum etwas zu hören ist.

Seit Peter Sloterdijks "Kritik der zynischen Vernunft" ist die Unterstellung, hier würde "vernünftig" gehandelt, nur noch eingeschränkt gültig.
Leider ist Israel als "Frontstaat" sozusagen eine völkerrechtlich institutionalisierte Vernunftfalle, in die wir alle hineintappen, wenn wir aufgerufen werden, uns dazu zu verhalten.

Auch ich trage Ihre Meinung.Für Massenmorde sollte es keine Entschuldigung geben.Mehr als Soldaten, werden Kinder getötet.Und Kinder sollte man nicht für Fehler der Politik bezahlen lassen.Mord an Kindern und unschuldigen Zivilisten darf nie unter Begründungen für andere Tatsachen oder Lügen begründet werden.Auch Libanesische,Palästinensicher und natürlich auch Israelische Kinder haben auch ein Recht auf ein normales Leben.