Eine nachrichtenlose Zeit bricht an bei Sat. 1 und Pro Sieben

Ran an die Rendite

Das Ende des privaten Fernsehens

Der Beschluss der Investoren, die Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 von Programminhalten zu befreien, markiert das Ende einer Ära. Privatfernsehen verkommt zum reinen Kommerz. ARD und ZDF können sich freuen.

Lesermeinungen zum Beitrag

25. Juli 2007 22:10

An die Letzten

Thomas Frieling (TFrieling)

Damit auch die Letzten mit ihrer stereotypen Kritik an privaten TV-Anbietern Ihren zur Schau gestellten kritischen Geist auch auf die TV-Landschaft in Deutschland ausdehnen können, hier nochmals der Hinweis:

Private TV-Anbieter in Deutschland sind durch das ÖR-System gezwungen, sich auf die Billigheimersparte zu beschränken - kaum ein Verbraucher mag zwei Abos (zwei Zeitungen, zwei Dauerkarten im Fußball) bezahlen, wo er doch nur eines ausnutzen kann. Und das ÖR-Programm muß jeder Fernseher kaufen, bevor er zur Programmwahl schreitet.

Und was dem einen seine kapitalistischen Randbedingungen sind, sind dem anderen seine politischen Randbedingungen.

TF

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
25. Juli 2007 10:15

Sat 1 - Volksverdummung

Jürgen Lummerich (TeufelNett)

Alle privaten, besonders unter dem Vergriff Heuschrecken, stehen unter dem Druck des Kapitalismus. Unter dem Begriff Kapitalismus steht eine ganze bestimmte Ideologie die mit aller Gewalt umgesetzt wird. Diese geht zu Lasten unser Kultur, Informationsfreiheit und Selbstständigkeit. Mit primitiven Sendungen soll die Masse auf ein niedriges Niveau eingestimmt, eingelullt und verdummt werden.

Wie man mit Erfolg sieht, es klappt sogar.

Konsequenzen die ich daraus gezogen habe: Tageszeiten lese ich keine mehr, Fernseher bleibt ausgeschaltet, Informationen aus dem Internet. Seitdem bin ich kritischer und weltoffener geworden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Juli 2007 15:12

sat1

Klaus Gnostadt (stiftung10)

Hallo Herr Hanfeld

Jahrelang hat die FAZ +ber die öffentlich-rechtlichen und die sogenannte Grundversorgung (gegen Geld, ja gegen Geld!!) hergezogen und darauf gehofft, es gäbe nur noch der Typ der Privaten.

Jetzt kommt das peinliche Erwachen: Die Privaten wollen Profite!!! Und das war offensichtlich vorher nicht erkennbar?

Es wäre schön, wenn hier einige im Büserhemd zu ARD/ZDF laufen würden und zufrieden darüber sind.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. Juli 2007 00:27

Theorie zur echten Situation

Thomas Frieling (TFrieling)

Es ist aber wirklich so einfach, Herr Michalski.

Niemand zahlt freiwillig doppelt. Das muß aber heute jeder tun, der neben dem Zwangsabonnement der ÖR auch noch ein anderes Progammpaket abonnieren möchte.

Ersetzen Sie zum Vergleich das Produkt "Fernsehen" durch "Zeitung": jeder, der überhaupt eine Zeitung abonnieren wollte, müßte zunächst die teure und damit fürstlich ausgestattete Staatszeitung abonnieren. Wenn sie "einigermaßen respektable" Qualität abliefert, bleibt kein Platz für andere ambitionierte Zeiungen, sondern nur für Werbeblättchen.

Die öffentlich-rechtliche Wirklichkeit ist sogar noch absurder. Da berets ein Internetanschluß genügt, um sich als Gebührenzahler zu qualifizieren, genügte bei meinem Zeitungsbeispiel bereits das Vorhandensein eines Briefschlitzes, um reif für die Abokosten zu sein.

TF

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 13:42

Grundlose Trauer

Oliver Müller (olli0901)

Ich kann dem Autor des Artikels nicht ganz folgen in seiner Argumentation.

War Sat 1 nicht immer schon niveauloses Fernsehen? Gerade die Nachrichten konnte man sich da doch immer schon getrost schenken. Und Filme? Das waren doch wirklich immer nur die einfachsten, vorhersehbaren Streifen.

Selbst wenn der neue Besitzer noch weniger Wert auf journalistische Arbeit legen sollte, ich halte einen gravierenden weiteren Abfall bei Sat 1, Pro 7 oder den kleineren Sendern nicht für möglich, da sie schon ganz unten angekommen sind mit dem Niveau.

Und ich muss an dieser Stelle auch einmal eine Lanze für die öffentlich Rechtlichen brechen: es stimmt, sie sind die einzigen die neutrale, ansehbare Nachrichten und Hintergründe liefern. Da zahle ich die Gebühren liebend gern dafür.

Grüsse,

Oliver Müller

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 12:45

Polemik und Elitedenken

Etienne Rheindahlen (Etienne_Rheindahlen)

Beim Studium der hier geposteten Meinungen fällt mir doch unangenehm auf, daß sich offenbar einige Zeitgenossen auf einem leicht überhöhten (Bildungs?-)Sockel wähnen.
Es stimmt, daß der überwiegende Teil der nicht-öffentlich-rechtlichen Sender sich vorwiegend an Gesellschaftsschichten wendet, die weder akademisch noch anderweitig explizit (aus-)gebildet sind. Allerdings bestimmt das "Primat der Quote" längst auch die Kern-Programme der ÖRs. Massenmedien kommen aber aufgrund ihrer Ausrichtung gar nicht umhin, einen thematisch wie qualitativ gewagten Spagat zu produzieren. Sich dabei fast ausschliesslich auf Anspruch bzw. auf Trash zu konzentrieren kann mittelfristig weder publizistisch noch ökonomisch erfolgreich sein.

Im Fall Sat.1 ist dem Autor beizupflichten und etlichen Kommentatoren zu widersprechen: ich denke an Formate wie Erich Böhmes "Talk im Turm" oder das frühe "Frühstücksfernsehen der Anfangs-90er" (75% tagesaktuelle Berichterstattung). Das einstige Verleger-TV hat sich sehr wohl immer wieder als Alternative zu den einstigen Proporz-Sendern des ÖRR versucht. Daß unter der Ägide des einstigen Kohl-Intimus Kirch zunehmend Bilanzarithmetik das Programm diktierte: auch ein Versagen der sogenannten Medienpolitik.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 12:08

Richtig @Herr Frieling

Bernhard Sporkmann (bsfaz)

Sie haben vollkommen recht. Die massive Marktverzerrung ist der Grund für die öde deutsche Fernsehlandschaft. Wer das Programm der öffentliich-rechtlichen Sender hier in den HImmel lobt, soll mal sagen, zu welcher Schicht er sich eigentlich selbst rechnet, wenn SAT-1 für die Unterschicht da ist. Die Möchtegern-Bildungsbürger-Schicht, die nicht merkt, wie sie manipuliert und abgezogen wird? Oder die Schicht der Staatsgläubigen und der Funktionäre, für die jede Freiheit eine Bedrohung ist?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 11:56

Verfall des Fernsehens - Was gegen Volksverdummung- Was gegen Volksverdummung?

Max Krüger (MaxKrueger)

Ich besitze seit 4 Jahren keinen Fernseher mehr und habe nach sporadischen Begegnungen mit dem Fernsehprogramm als quasi außenstehender Betrachter einen kontinuierlichen massiven Qualitätsverlust festgestellt.

Zwar hebt sich das öffentliche Fernsehen deutlich vom privaten Angebot ab, doch darf man bei allem Lob nicht vergessen, daß der Intendant der ARD den Anteil der Informations- und Dokumentationssendungen, zugunsten der Spielfilme verringert hat. Inklusive anscheinend immer öfteren Tatortwiederholungen.

Die immer rasanter zunehmende Volksverdummung beunruhigt mich ebenfalls zutiefst. Man erinnere sich nur an die Straßenumfragen bei der letzten Bundestagswahl, wo die erschlagende Mehrheit der Jugendlichen außer Schröder die Kandidaten den Parteien nicht zuordnen konnten. Die entscheidende Frage ist, was wir konkret unternehmen müssen um der Volksverdummung entgegenzuwirken? Gezwungene politische Bildung mit der Gefahr der antiliberalen Indoktrination?

Von all den katastrophalen Möglichkeiten in dem das Nichteinschreiten gegen die Volksverdummung enden wird, ist eine Aristokratie der intelligenten Elite noch die beste!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 11:34

Nachruf auf Sat.1

Ernst-Markfried Kraatz (ErnstKraatz)

Spät - aber leider auch zu spät - hat die F.A.Z. ihr Engagement für das so dringend notwendige Privatfernsehen entdeckt. In der Programmübersicht findet man merkwürdigerweise auch heute noch die subventionierten Nischensender arte und 3sat vor RTL und Sat.1.
Die öffentlich/rechtlichen Gebührenbarone können sich ins Fäustchen lachen, wie ihre hilfswilligen Adepten Kartellamt und KEK die Sache des Großdeutschen Rundfunks, auch bekannt unter ARD und ZDF, besorgt haben. Die Übernahme durch Axel Springer erfolgreich verhindert, können sie ihre Monopol-Meinungsmache um so ungestörter fortsetzen.
Ernst-Markfried Kraatz

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 10:28

Erst einmal danke ...

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

... für diesen in meinen Augen exzellenten Artikel.

Über "Heuschrecken" zu diskutieren ist häufig schwierig, weil man lagerübergreifend argumentieren muss. Wer "Heuschrecken" kritisiert wird ja schnell vorgeworfen, wirtschaftsfeindlich zu argumentieren. Es muss vielen endlich mal klar werden, dass es aber gerade diese "Heuschrecken" sind, die wirtschaftsfeindlich sind: Werte, die über Jahre in der Wirtschaft erarbeitet und aufgebaut werden werden über Nacht demontiert und verscherbelt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 09:39

Nostalgie

Udo Blankenburger (UdoBlankenburger)

Wen interessiert es wirklich, wer der erste deutsche Privatsender war? Niemanden.

Diese Entwicklung ist in Wirklichkeit gut für uns alle:

Deutsche Eigenproduktionen sind durch die Bank furchtbar.

Ich erinnere an "Die Ratten", "Die Wolke", die wöchentlichen "romantic comedies" und viele andere Filme und Serien, die vom intellektuellen Niveau Big Brother locker unterbieten.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 07:38

Konsequent sein

Karl Weiß (alterkarl)

Habe alle Kanäle des "Heuschreckenfersehens" von meiner Settopbox gelöscht! Basta!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 05:14

So ist es richtig, alles kaputt machen

Peter Slater (Wales-Rhondda)

Das was passierte, diese Selbstzerstorungswut, dieses Beispiel finden wir jeden Tag in Grossbritannien wieder. Sat1 hatte gute Qualitaten und wenn ich mich an den unsinnigen Sender Vox erinnere, so verstand ich nie, warum Ruprecht Eser der Heute Journali moderierte, ein Mann mit Qualitat, dorthin ging. So wie die Amerikaner mit Geld alles aufkaufen, so zerstoren sie die guten Wirtschaften anderer Lander. Die Bundesregierung hatte hier eingreifen mussen, denn Sat1 war nicht irgendein Sender, sondern dieser Sender wurde von vielen vielen Millionen Menschen gesehen. RTL darf sich freuen, denn sie stehen jetzt ohne Konkurenz da. Sat1 war der Gegenpol. Das war wieder ein Superbeispiel, wie man ein respektablen starken Wirtschaftszweig in der medialen Welt zerstort. Ich kenne sowas aus GB, alles was wirklich gut lauft und funktioniert, wird kaputtgemacht, damit man dann sagt, es lief ja sowieso nicht gut.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 04:28

Volksverdummung

Frank Geiser (geiser123)

Ich halte den Oeffentliche zugute das es hier wenigstens noch einen Anschein der Aufklaerung gibt. TV ala USA kann man auf jeden Fall vergessen. Was dabei herumkommt hat man ja gesehen. Nicht nur eine Volksverdummung, sondern ein gezieltes Steuern der Schafe durch Misinformation, Null-information und Angst in die groesste Misere seit 20 Jahren.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 03:20

Privat - Oeffentliche

Vlad Twer (twervlad)

Das oeffentlichrechtliche Fernsehen kann nicht hoch genug bewertet werden. Aber, wenn es zu viele private Sender zusaetzlich in dem Medienmix sind, geht das Oeffentlichrechtliche unter, und erfuellt nicht den gesellschaftlich notwendigen Auftrag - aufklaeren, informieren, lehren. Bedenkt man den m.e. richtigen Satz:"Der Abstand zwischen Demokratie und Diktatur betraegt immer nur eine Generation", so ergibt sich daraus eine STAENDIGE Aufgabe der Bildung und politischer Aufklaerung. Aber auch Bildung auf anderen wichtigen Gebieten sollte unterstuetzt werden. Jede, auch so kleine richtige Entscheidung einer jeden Person macht ein Land staerker und lebenswerter, und daher, nur duerch Bildung kann Frieden und Wohlstand erhalten werden. Gruss aus den USA.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 01:30

Erstaunliche Einsichten in der FAZ-Redaktion!

Manfred Koch (MKochBS)

Der Verfasser, Herr Michael Hanfeld, wird hoffentlich nicht der einzige Redakteur in der FAZ sein, der zu solchen kritischen Einsichten über unseren Turbo-Kapitalismus gekommen ist.

Dass die Ideologie des Neoliberalismus ein fundamentaler und gefährlicher Irrtum ist, zeigt auch dieses Beispiel.

Große Teile der Substanz (hier Personalkapazität) einfach so zu vernichten, um dann mit weniger Kosten arbeiten zu können, ist betriebswirtschaftlich kurzsichtig. Nur mit genügend qualifiziertem Personal, das auch gute Arbeit vollbringt, kann man Nachfrage (hier Quote) schaffen und die wirtschaftliche Basis verbessern.

Es gibt so etliche bornierte politische Köpfe (und Wirtschafts-“Fachleute“), die noch viele - darunter auch lebenswichtige - Gemeinschafts-Einrichtungen wie die Wasserversorgung oder Verkehrsinfrastruktur, privatisieren wollen - das heißt, den Launen der Raffkes überlassen.

Es ist fahrlässiger Leichtsinn an die absolute Lauterkeit aller Unternehmer und/oder Investoren zu glauben!
Gibt es denn noch immer nicht genügend viele warnende Beispiele (auch in anderen Ländern)? Der Grad der Betonköpfigkeit etlicher Leute hat Ausmaße angenommen wie im Stalinismus, da hat der Minister Gabriel gar nicht Unrecht!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 01:25

Heuschrecken? Was verlieren wir denn?

Michael Schlottke (sloede)

An dieser Stelle möchte ich mich einem meiner Vorredner anschließen: Wenn Sat.1 wirklich erfolgreich gewesen wäre, wäre es nicht so still und einfach möglich gewesen, die Sendergruppe aufzukaufen und umzubauen.

Aber machen wir uns mit der Bedeutung des Privatfernsehens nicht generell etwas vor? Es mag zwar das Ende einer 20-jährigen Ära einleiten, aber vielleicht ist es auch schon viel weiter gedacht. Die meisten Inhalte der Sender sind heute im Internet schneller, günstiger und in besserer Qualität verfügbar. Den Videorecorder, einst in jedem Wohnzimmer zu finden, wurde mittlerweile auch ersetzt - und wer weiß, vielleicht steht die nächste Generation der Massenunterhaltungsmedien schon kurz vor dem Durchbruch?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 00:56

Aufstand ist notwendig

Ladislav Minarik (minarik)

KAPITAL gehört unter gesellschaftliche demokratische Kontrolle. Wir brauchen einen Staat, der seine Verfassung nicht regelmäßig bricht, sondern sie achtet und gegen mächtige Finanzinteressen durchsetzt, der die Entwicklung der Gesellschaft steuert nach den wünschen seiner Bürger. Dafür brauchen wir einen neuen Politikbegriff, der wieder Politiker schafft, die nicht nur mächtige Interessengruppen, sondern ohnmächtige Bürger vertreten, die die „Wissensgesellschaft" gegen die „Börsenesoterik" der Sparschweine durchsetzt. Die gegenwärtige abstoßend degenerierte Politik braucht immer mehr Schutz und Zäune, um die Meinungen ihrer Bürger nicht erfahren zu müssen. Der Graben wächst bedenklich. Zum KAPITAL fällt mir zur Zeit nichts anständiges ein, falls aber die selbsternannten „Eliten“ ihr Weg nicht ändern, könnte Karl Marx wieder zu viel gelesenen Autoren gehören.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 00:53

@ Thomas Frieling - ÖR schuld am Qualitätsmangel der Privaten?

gisbert heimes (gisbert4)

Es ist genau umgekehrt. ÖR hat bei den Privaten manchen Mist abgekupfert.

Ich weiß zwar, wie Sie denken, aber wie man zu dieser spezifischen Wahrnehmung kommen kann, ist mir rätselhaft. Manchmal ist Markt oder mehr Markt oder nur Markt ganz gut. In diesem Fall würde er ganz gewiß dazu führen, daß die sieben Milliarden GEZ-Gebühren von den Konsumenten erstens anstandslos freiwillig an die Privaten abgeführt würden und zweitens diese dann die sieben Milliarden unverzüglich und ausnahmslos zur Steigerung ihrer Programmqualität verwendeten? LOL.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
21. Juli 2007 00:37

Privatfernsehen verkommt ....

Joachim Kühn (jokuehn)

... die Beiträge der privaten Sender kann man wohl kaum als positiv bewerten. Was sie geschafft haben ist das Volk weiter zu verdummen und somit haben sie einen Anteil an der Schaffung der sogenannten (geistigen) Unterschicht (siehe Begriff Unterschichten-TV).

RTL kann sich zeitweise von diesem Niveau abheben. Aber wie schon ein Vorredner sagte die Privatisierung von ö.r. Versorgern ist doch fast überall schief gelaufen (siehe Wasser, Strom, etc.).

Leider hat sich diese Erkenntnis zu spät durchgesetzt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 22:59

Traurig aber wahr

Peter Becker (sidewinderpeter)

Die größte Unverschämtheit an der Sache ist, dass die Einsparungen wirklich nur eine Marginalität darstellen. Und die Quoten waren doch trotzdem da. Es war ja schon schlimm genug, dass in letzter Zeit ständig nachtsüber die "Rufen sie an, jeder Anrufer gewinnt garantiert"-Shows liefen. Dass jetzt aber auch noch das Tagesprogramm entsprechend runtergefahren wird, ist bodenlos.
So stellt sich schön langsam wirklich die Frage, ob das Fernsehen mittelfristig noch ein konkurrenzfähiges Medium sein wird. Die interaktiven Alternativen sind sowieso auf dem Vormarsch; und wenn man jetzt das Personal abbaut, das gegen diesen Trend was unternehmen könnte, indem man neue konkurrenzfähige Formate entwickelt, wird man eben nicht mehr "in die Röhre gucken", sondern auf die Alternativen im Internet, oder aus dem ostasiatischen Entertainmentmarkt zurückgreifen.
Bleibt zu hoffen, dass dies eine Modeerscheinung auf dem zwar größten, aber nicht innovativsten europäischen Fernsehmarkt bleibt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 22:57

der deutsche fernsehmarkt

Karsten-Hinrich Festge (Festge)

Ich verstehe die Aufregung nicht. Weder die öffentlich-rechtlichen noch die privaten Sendeanstalten waren je sonderlich informativ-alle verkauften uns doch nur einen "Einheitsbrei", wie hier jemand zu Recht schrieb.-
Ich sehe deshalb inzwischen vornehmlich AL Dschazira, einen in den Vereinigten Arabischen Emiraten produzierten Sender.Der sendet nicht den "Einheitsbrei", sondern wirklich "breaking news"in Kings-English.
FESTGE

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 22:23

Wer braucht denn eigentlich noch das Fernsehen

thomas schulz (peanutbutter)

Alle Informationen, die man je braucht, sind im Internet kostenlos zu erhalten. Insofern ist die Entscheidung von SAT1 völlig irrelevant. Die einzige Ausnahme für mich persönlich ist Phoenix, das aber als ein sehr spezieller Spartenkanal nicht den Auftrag hat, umfassend zu informieren/unterhalten.

Dem TV wird es letzendlich genauso ergehen wie dem Hörfunk.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 22:04

@ Leser Frieling: Quatschtheorie

Bernd Michalski (michalski2)

Muss man das jetzt verstehen?
"Unterhaltungsetat" der Zuschauer?
Der, weil zu den Öffentlich-Rechtlichen abgezogen, für die Bezahlung der Privaten fehlt?

Nun ja, man muss die ÖR ja nicht dauernd lieben, aber einigermaßen respektables Vollprogramm machen sie nun doch. Dass im Privatfernsehen soviel unsäglicher Mist kommt, liegt wohl doch mehr - ja, an was wohl - vielleicht einfach am Privatfernsehen?
Verschwörungstheorien sind eben doch meistens Unfug.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 22:03

Privatfernsehen

manuel vaid (mvaid)

Sie sollten Ihren Lesern bitte nicht vorenthalten, dass dieselben Verleger, die Sat.1 1984 eilig an den Start brachten, in den Jahren zuvor durch massive Lobbyarbeit Privatfernsehen erfolgreich verhindert haben. Erst als sich Helmut Thoma daran machte, aus dem Nichts (Jahresetat: 25 Millionen D-Mark; Sat.1 startete mit 100 Mio. Mark) das deutsche Privatfernsehen zu erschaffen, änderte sich die Meinung von Verlagen wie Springer und WAZ (die in Ihrem Artikel ja als wahre Gönner des privaten TV dargestellt werden) und Sat.1 musste um jeden Preis an den Start gebracht werden.

Um jeden Preis heißt dabei, dass Sat.1 sage und schreibe 20 Jahre lang rote Zahle geschrieben hat. Entschuldet wurde der Sender im Rahmen eben des von Ihnen als zu billig beschriebenen Verkaufs an Saban.

Selbst, wenn man all dies vergessen wollte, ist eines unfassbar grotesk - im Zusammenhang mit Sat.1 von Qualität der Inhalte zu sprechen!

In Ihren sonstigen Kommentaren beschreiben Sie das Problem meist treffend: Wo öffentlich-rectliche Sender über EUR 7 Mrd an Budget zur Verfügung haben, ist kein Wettbewerb um Qualität mehr möglich.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 21:54

Kein tragischer Wendepunkt sondern eine Beschleunigung seines Niederganges!

Mat Manfried (mat.manfried)

Wer einmal vier Wochen ohne Fernsehen gelebt hat fängt an zu verstehen, welcher Belastung man sich damit eigentlich aussetzt.

Ich sehe mittlerweile seit über 5 Jahren höchstens ein bis zweimal im Monat auf fremden Geräten fern.
Und selbst dann macht es mich sofort nervös und ungehalten, mit welchen geistigen Fäkalien man dabei überschüttet wird.

Daher vernehme ich solche Nachrichten sehr froh gestimmt, weil ich die große Hoffnung habe, dass, je stärker die Qualität sinkt, desto mehr Mitbürgerinnen und Mitbürger "abschalten" - im sprichwörtlichen wie übertragenen Sinne!

Es wird immer eine große Bandbreite an "Informations"-Angeboten hohen und niedrigen Niveaus in allen Medien geben, doch die Zukunft liegt eindeutig im Internet.

Das Fernsehen wird in seiner gegenwärtigen Form definitiv aussterben, das erscheint mir so sicher wie sonst keine gesellschaftliche Entwicklung unserer Zeit und wird durch solche Entwicklungen höchstens positiv beschleunigt!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 21:38

Ein Rundfunkmarkt existiert nicht. Das ÖR-System ist der Grund.

Thomas Frieling (TFrieling)

Es bleibt dabei:

Die Qualität der Privaten ist genau deshalb fragwürdig, weil die momentane Gesetzeslage den Konsumenten ihren Unterhaltungsetat direkt abknöpft und an einen Moloch - genannt Öffentlich-Rechtliche-Rundfunkanstalten zufließen läßt. Für andere bleibt nichts übrig.

Den Privaten bleibt nur, besonders billig oder besonders exklusiv zu sein. Ein Rundfunkmarkt existiert nicht. Das ÖR-System ist der Grund.

Und wer jetzt noch die teilweise erkennbare Qualität der ÖR und die gelegendlich mangelnde Qualität der Privaten gegeneinanderhält, ist den Selbstversorgungsanstalten auf den Leim gegangen.

TF

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 21:35

Naja, sonderlich informativ waren die Sendungen von Pro7 + Dat1 nie...

Stephen Lindholm (StephenLindholm)

Das gleiche gilt für RTL u. a..

Aber auch die öffentlich rechtlichen (ARD + ZDF) haben nicht sonderlich viel zu bieten. Kriitische Dokumentationen, welche sich z. B. mit Außenpolitik beschäftigen und Fakten aufzeigen, werden dort gerne nach 22:00 besser 23:00 Uhr gesendet.

Die Menschen in Deutschland bekommen im Fernsehen i. d. R. einen "Einheitsbrei" vorgesetzt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 21:29

Das Ende ...

Torsten Klier (TorstenKlier)

Seit Jahren bereits, stehen die öffentlich rechtilchen Sender bei mir auf dem Index. Grund: Volksverdummung.
Torsten Klier

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 21:14

Heuschrecken? Aasgeier trifft die Eigenart dieser Typen besser.

Hartmut Schliefkowitz (Kapau2007)

Aber auch Aasgeier haben in der Natur eine wichtige Funktion. Hier zerlegen und zerschlagen diese Aasgeier Firmengeflechte und beseitigen sie. Das kann am Ende auch positive Wirkung haben. Sie durchforsten damit Ihren Markt nach schwachen Gebilden, die sie dann übernehmen und zerstören. Das sie dabei Gewinn machen ist auch okay, wie es auch in Ordnung ist, dass sich der Aasgeier vom Aas ernährt. Sie beschleunigen quasie den Zerfallprozeß, mehr nicht. An wirklich gesunde Unternehmen kommen sie gar nicht erst heran und wenn doch, dann erhalten sie die auch. Für die Betroffenen mag das erschreckend sein, dass ist es auch für das entkräftete Tier, das den Geier schon vor sich sitzen sieht und doch nichts dagegen unternehmen kann, aber der Markt reinigt sich auf diese Art und Weise selbst.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 20:57

Das Ende...

Eberhard Ottlinger (Ottlinger)

Seit Jahren bereits, stehen die pivaten Sender bei mir auf dem Index. Grund: Volksverdummung.
Eberhard Ottlinger

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 20:36

ein Hoch auf die ÖR

Gerhard Finsterbusch (bahlsen)

denn wenn die Gesellschaft auf eins Stolz sein sollte, dann auf die jedermann zugänglichen Werte kurz Gemeingut genannt. Besonders wenn dieses auch von der Allgemeinheit aufgebaut und finanziert wurde.

Was ein und das selbe Unternehmen in unterschiedlichen Händen ausmacht zeigt ja regelmäßig der Verkauf von Stadtwerken, Krankenhäusern und irgendwann bestimmt auch den Autobahnen um nur ein paar zur Debatte stehende zu nennen.

Gerade die Entwicklung von SAT 1 zeigt, das in der privaten Wirtschaft andere Prioritäten herrschen und Gemeingut immernoch die beste Grundabsicherung für Alle darstellt.

Auch für jene, welche an der Aushöhlung der Verhältnisse arbeiten.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 19:58

Sat 1 Qualität?

Tim Wilberg (Wilmo)

Also bitte, Sat 1 hat zwar keine Dschungelshows gemacht, aber was war denn bitte mit Girls Camp? Oder was ist mit den zahlreichen schlechten Talkshows/Gerichtsshows? Akte 23/07 etc.? Wo kann man denn da von Qualität sprechen? Von Pro7 mit Popstars, Germanys Next Top Model usw. mal ganz zu schweigen.

Dass Sat 1 sicherlich Informatives anzubieten hatte (24h Reportagen, Nachrichten, die nicht nur Klatsch enthielten), aber Sat 1 jetz superior zu RTL bzw Bertelsmann zu stellen ist höchst fraglich.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
20. Juli 2007 18:35

Heuschrecken

Jo Silva (chimero)

Hervorragender Artikel. Man mag das Programm von Sat1 (aber auch von ARD und ZDF) nicht als ideal bezeichnen, dazu muesste schon TV on Demand verfuegbar sein, aber zumindest hatte es eine Vorreiterrolle und war heutzutage noch ein Beispiel, dass am Standort Deutschland es noch moeglich ist Serien zu produzieren.
Leider sieht man zunehmend in allen Sparten der Wirtschaft das einzig nur noch der Profit zaehlt. Sogenannte Investoren Kaufen Unternehmen auf, um sie zu zerlegen und Kapital daraus zu schlagen. Renomiert Unternehmen, die durch jahrelanger harter Arbeit und Erfindungsgeist zu einem guten Ruf gekommen sind, werden aufgekauft und dazu verdonnert minderwertige Produkte unter dem Deckmantel des guten Namens und der historischen Qualitaet, auf den Markt zu werfen.
Diese Form von Invetsment fuehrt nicht zu einer allgemeinen Wertsteigerung sondern lediglich zu einem Raubbau an der Wirtschaft auf Kosten aller Konsumenten.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 34 Lesermeinungen
1 | 2 | 3 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche