Neues von der ARD

Plog bleibt - die Programmreform stockt

Von Michael Hanfeld

Die ARD ordnet sich neu: langsam

Die ARD ordnet sich neu: langsam

27. November 2006 Die Branche hat ein Gerücht weniger: Der Intendant des Norddeutschen Rundfunks, Jobst Plog, wird seine Amtszeit nicht verkürzen und wird nicht schon im nächsten Sommer aufhören, sondern bis zum 15. Januar 2009 bleiben. Das verdeutlichte Plog vergangene Woche in Gesprächen mit dem Verwaltungsrat seines Senders. Mutmaßungen über ein vorzeitiges Ausscheiden Plogs entbehrten jeder Grundlage, teilte der Sender offiziell mit, auch mit Blick auf den stellvertretenden Intendanten Joachim Lampe, dessen Amtszeit im Sommer 2007 regelgerecht abläuft.

Plog hatte den Gremien des Senders zwischenzeitlich signalisiert, daß man über eine Neubesetzung beider NDR-Spitzenposten im Jahr 2007 eventuell nachdenken könne. Doch da sich im Laufe der Zeit abzeichnete, daß dies zu den handelsüblichen politischen Rochaden führte - nach dem Motto: der neue Intendant ist eher konservativ, sein Stellvertreter dafür eher etwas sozialdemokratisch - zog Plog die Reißleine. Nun kann der NDR also - ohne politisch gefärbte Lagerbildung - allein über Plogs Stellvertreter befinden, Plog wiederum kann in Ruhe einen Vorschlag für die Nachfolge des Hörfunkdirektors Gernot Romann unterbreiten, der Ende nächsten Jahres in Ruhestand geht.

Kein Abschied von den „Großen Drei“

Damit sind die Gerüchte vom Tisch, die davon handelten, daß sich die ARD binnen eines Jahres von den „Großen Drei“ verabschiede, nämlich den Intendanten Fritz Pleitgen (WDR), Peter Voß (SWR) und eben Plog. Pleitgens Nachfolge tritt im Juli 2007 die eben gewählte Monika Piel an, um die Nachfolge von Peter Voß bewerben sich an diesem Freitag, 1. Dezember, SWR-Verwaltungsdirektor Peter Boudgoust, Fernsehdirektor Bernhard Nellessen und Landessenderchef Willi Steul.

Vom Tisch ist dem Vernehmen auch ein Teil der kleinen Programmreform im Ersten: Harald Schmidt soll weiter zweimal pro Woche eine halbe Stunde lang senden, nicht nur mittwochs eine Stunde lang. Die Idee des Programmdirektors Günter Struve ist bei den Intendanten bei einem Gespräch am Montag nicht auf Gegenliebe gestoßen. Verlängert werden soll Schmidts Vertrag aber auf jeden Fall - zu den jetzigen Konditionen. Befassen werden sich die Intendanten auf ihrem Treffen heute auch mit den Eckpunkten des Vertrags von Günther Jauch. Er soll als Nachfolger von Sabine Christiansen für drei Jahre an die ARD gebunden werden, darf seine Sendung selbst produziere und soll sie in eigener Regie vermarkten können. Was seine Werbeauftritte angeht, will er sich allein darauf verpflichten, über diese zu informieren und sie im Zweifelsfall - wenn man bei der ARD einen Konflikt mit seiner Rolle des politischen Moderators sieht - zu diskutieren. Eine vertragliche Verbotsverpflichtung im Vorhinein lehnt Jauch dem Vernehmen nach ab. Kritik daran kommt vor allem aus dem WDR und dem MDR.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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