
Goetz ist vor allem eines: vollkommen überschätzt. Und das hat er den Medienvertretern zu verdanken, über die er jetzt so herzieht, weil die ihn zu einer Kunstfigur erhoben haben, die bei näherem Hinschauen (bzw. Lesen) nur dumpfe Gleichgültigkeit hinterlässt. Hinter der Bleiwüste seines Geschriebenen ist nichts als dumpfe Leere. Goetz ist ein oberflächlicher, ein potemkinscher Schriftsteller; ein grottenschlechter Thomas-Bernhard-Imitator, der zwanghaft versucht, mit Skandälchen seinen erbärmlichen Konvoluten Leben einzuhauchen.

Unzählige Funken Goetz' zartester Dichtkunst findet man in 'Klage'. Es war sehr angenehm über ein Jahr lang zwei oder drei Mal pro Woche auf Vanity rein zu klicken um ein paar frische Goetz Worte oder Wortfragmente mit zu nehmen. Sehr schöner Begleitschutz über ein Jahr lang, für mich persönlich.

Wie wird man den Ekel los (also nicht das Ekel). Und den Überdruß. Es hilft nichts, am Ende müssen sich beide wieder beruhigen, Rainald Goetz und Nils Minkmar. Das geht uns doch allen so :-).