15. Mai 2007 Nun ist es amtlich: Die Hauptredaktionen von Bild und Bild am Sonntag werden von Hamburg nach Berlin umziehen. Der Vorstand des Axel-Springer-Verlages habe dies beschlossen, teilte der Verlag am Dienstag mit. Den Standortwechsel hatte der Chefredakteur Kai Diekmann im Interview mit der F.A.Z. mitgeteilt. Details, wie etwa ein Zeitplan oder mit der Verlegung verbundene Kosten, wurden zunächst nicht bekannt.
Von dem Umzug sind bis zu 700 Mitarbeiter betroffen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hatte in einem offenen Brief an Friede Springer appelliert, den Umzug nicht in Angriff zu nehmen. Die Verlegung der Redaktionen nach Berlin wäre keine im Sinne des verstorbenen Verlegers Axel Cäsar Springer, meinte der DJV interpretieren zu können. Die Hamburger Landesregierung hatte den Verlag dazu aufgerufen, die Umzugspläne zu überdenken, der Schaden für den Pressestandort Hamburg solle so gering wie möglich gehalten werden.
Unverständnis bei den Mitarbeitern
Die Geschäftsführung sei sich darüber im Klaren, dass der Umzug, der aus unternehmenspolitischen und publizistischen Erwägungen heraus erfolge, bei den Mitarbeitern teilweise Unverständnis auslöse, schrieb Springer Vorstandschef Mathias Döpfner in einer E-Mail an die Bild-Mitarbeiter. Er versichere aber, dass bei der Umsetzung von der sozialen Tradition des Springer-Verlages nicht abgewichen werde und großzügige Angebote für die Realisierung der privaten Umzüge der Mitarbeiter ausgearbeitet würden. Mit den Betriebsräten würden nun Zeitplan und Einzelheiten beraten.
Am Mittag hatten etwa 400 Mitarbeiter der Bild in Hamburg gegen die Umzugspläne protestiert. Nicht betroffen von dem Umzug ist die Lokalredaktion der Ausgabe Bild-Hamburg, die nach Verlagsangaben von 60 bis 70 Mitarbeiten erstellt wird. Auch die Redaktionen der Zeitschriften der Bild-Gruppe, etwa die Sport Bild oder Computer Bild sollen in Hamburg bleiben. Sie könnten in die dann frei werdenden Räumen der Bild-Redaktion in Hamburg ziehen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp