
Ich für meinen Teil, und da spreche ich für viele meiner Generation, habe vom Staat viel bekommen und bin daher auch bereit viel zu geben. Ich habe z.B. fast 20 Semester kostenlos studiert.
Dafür bezahle ich jetzt den Spitzensteuersatz. Beides ist in Ordnung und beides sollte auch in Zukunft noch für alle Menschen, insbesondere solche die (wie ich) aus einfachen Verhältnissen kommen noch möglich sein.

650 Euro im Monat sind nicht "unversorgt". Und auch nicht "unwürdig". Sehr viele Studenten leben von weniger als 600 Euro im Monat.
Natürlich hat man einen solchen Anspruch. Ich halte es jedoch moralisch für bedenklich, sich erst der Sozialgemeinschaft zu verweigern, dann diese aber einzufordern. Das ist aber der typische 68er Begriff vom Staat. Selbst nichts dafür tun wollen, ihn aber bei jeder Gelegenheit rufen. Hedonismus pur.

Ich habe auch nie von einer direkten "Anspruchsgrundlage" gesprochen, sondern von einem "Recht" darauf, daß der Staat eine solche schafft.
Dieses Recht, also das Recht verschuldensunabhängig(!) vom Staat eine soziale Grundsicherung zu erhalten, könnte jeder Bürger beim Verfassungsgericht einklagen, falls der gesetzgeber es versäumen sollte eine solche Anspruchsgrundlage in einfache Gesetze zu giessen.
Jemand der keine eigene Vorsorge in Deutschland betreibt, z.B. weil er sein ganzes Geld verprasst hat trotzdem(!) das Recht von der Gemeinschaft versorgt zu werden, so steht es im Grundgesetz.
Oder glauben sie es wäre mit dem GG zu vereinbaren jemanden unversorgt zu lassen nur weil er, warum auch immer, es versäumt hat für sich selber zu sorgen ?

Die gesetlichen Krankenkassen haben Verwaltungsaufwendungen von ca. 160 Euro pro Jahr und Mitglied. Unter dem Strich: ca. 5.6% Verwaltungkosten. Bei den privaten lag der Durchschnitt nur bei 2,9%.
Das ist auch relativ einfach zu erklären: private haben nicht in jedem Kaff irgendeine Geschäftsstelle. Kein Personal, dass hauptsächlich mit der Gängelug von Patienten und Aerzten beschäftigt ist etc..

Vielleicht greifen Sie zunächst einmal zu einem Kommentar zum GG, bevor Sie Ihr juristisches Halbwissen verbreiten. Das GG an sich stellt zunächst einmal keine Anspruchsgrundlage dar. Es ist -im weiten Sinne- lediglich eine Auslegungshilfe für das staatliche Selbstverstädnis der Bundesrepublik. Sozialstaatliche Ansprüche, können Sie aus einem Gesetz, insbesondere dem SGB herleiten. Aber nicht unmittelbar aus dem GG. Der normale Richter greift bei seiner Urteilsfindung auch nicht auf das GG zurück; das bleibt Aufgabe der Verfassungsrichter.
Ich fordere im übrigen nicht, dass wirklich bedürftige, keine staatliche Unterstützung erhalten sollen. Zunächst einmal ist aber jeder selbst gefragt, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. In Deutschland ist Selbstverantwortung aber inzwischen ein Fremdwort. Staat hier, Staat da. Warum lassen Sie sich eigentlich nicht an die Leine von Beck legen?
Ganz nebenbei: die hier angeführte Rentnerin hat oft keine oder nur reduzierte Rentenbeiträge bezahlt. Sie hat sich damit der Solidargemeinschaft verweigert, die sie jetzt einfordert. Lächerlicher geht es nicht mehr.
Jedes Jahr verlassen 10.000 hochqualifizierte Fachkräfte D., weil sie dieses populistische Gehabe nicht mehr ertragen.

Da liegt wohl ein Missverständnis vor.
Ich habe nie behauptet, daß unser GG eine bestimmte Form oder Organisation von sozialer Absicherung vorschreibt. Selbstverständlich könnte man alle Zwangsversicherungen abschaffen.
Aber im Gegensatz zu den USA hat ein Bürger in Deutschland der an einer schweren Krankheit leidet (z.B. eine Nierenerkrankung) das grundgesetzlich geschützte Recht, daß der Staat im eine umfassende Gesundheitsversorgung zur Verfügung stellt.
Dieses Recht hat er in Deutschland IMMER(!) egal ob er selber dafür verantwortlich ist, daß er keine eigene Vorsorge getroffen hat oder nicht.
Denn Artikel 20 unterscheidet nicht ob ein Mensch 'schuld' an seiner Bedürftigkeit trägt, er legt einfach fest, daß JEDER(!) Anspruch auf Solidarität hat.

1.) Das die Verwaltungskosten bei den staatlichen Rentenversicherungsträgern deutlich geringer sind als bei privaten Versicherungsträgern wird nirgends ernsthaft bestritten, auch die Privatwirtschaft gibt dies zu weil der Unterschied viel zu groß ist als daß man noch ernsthaft probieren könnte dies zu bestreiten.
Sie verwechseln 'individuelle Erträge' mit 'Kosten pro Versicherten'. Bei den Kosten liegt der Staat klar vorne, schließlich benötigt dieser keine Werbung, keinen Vertrieb und muss keine Kapitaleigentümer befriedigen.
Die individuellen ERTRÄGE sind, soweit es nicht mal wieder zu einem Crash kommt, bei kapitalgedeckten Renten trotz der hohen Verwaltungskosten oft (formal)höher.
Woher kommt das ?
1.) Weil es sich oft um spekulative rein virtuelle Werte handelt deren virtueller Wert, zumindest zeitweise, oft viel stärker steigt als die Durchschnittssteigerung des Sozialproduktes. Da am Ende aber jeder Rentner REALE Werte konsumieren will gilt dies nicht für jeden, typischer Kettenbrief-spiel-Effekt. Den letzten beissen die Hunde...
2.) Weil die gesetzliche Rente sehr wohl eine Menge Umverteilung kennt, denken sie nur an Witwenrenten, Waisenrenten, Renten für Ostdeutsche, Berufsunfähigkeitsrente, Mütterjahre etc. etc.

Sehr geehrter Herr, ich respektiere ihr abweichende Meinung zu diesem Thema. Dennoch reden sie m. E. absoluten Unfug. Zur Klarstellung:
Mit dem Bekenntnis zum Sozialstaat (Art. 20 I) formuliert das GG eine allgememeine Beschreibung eines Staatszieles, einen Sollzustand also, ohn sich dabei auf eine bestimmte Sozialordnung festzulegen oder diese gar im Einzelnen zu einem Wunsch katalog unerfüllbarer Versprechungen auszuformen. Nach der Rechtsprechung des BVerfG bestimmt Art. 20 I GG nur das "Was", lässt aber für das "Wie" alle Wege offen (BVerfG 22, 180).
Jeder mündige Bürger hat das Recht, selbst zu bestimmen, ob er sich auf die "solidarsische Gemeinschaft" verlässt oder ob er in Eigenverantwortung wieauchimmergeartete Vorsorge betreibt.
Zwangsversicherungen führen zu Freiheit von Verantwortung. Unser GG will jedoch, dass jeder Mensch sein Leben in Würde, Freiheit und Selbstbestimmung führt, ein Leben in Freiheit zur Verantwortung!
Nur für diejenigen, die mangels Bildung und materieller Voraussetzungen nicht in der Lage sind, eigenverantwortlich zu handeln, für diese Menschen soll die Gemeinschaft aller Bürger einstehen und zwar über Steuern und nicht über Beiträge wie in einer Zwangsbürgerversicherung!

in der Rentenversicherung gibt es (im Gegensatz zur steuerlichen Umverteilung von Einkommen und Vermögen) nicht !
Es sei denn,Sie meinen eine generationenbedingte Umverteilung,die von der Demographie abhängt und dazu führt,daß ,je weniger Betragszahler existieren,diese eben umso mehr einzahlen müssen.
Dies kann aber wohl nicht die Umverteilung sein,die in diesem Land immer so iedologisch korrekt als gerechte,gewollte Umverteilung propagiert wird.
Eine rentenbezogene Umverteilung müßte ja dahin gehen,daß die sog. "Wohlstandsrentner und -pensionäre" einen gewissen Teil ihrer (guten) Rente zur Verfügung stellen,um niedrigere Renten aufzubessern.Dies genau geschieht aber eben nicht.
Und die Verwaltungskosten sind beim "Staat" in keinsterweise geringer!
Dies erscheint Ihnen nur so,weil Sie die indirekten Verwaltungskosten ja über generelle Steuern begleichen !
Es ist zu befürchten,Sie hängen dem linksgerichteten Trugbild des Staatsbegriffs vom "allumfassenden Eingriffs- und Steuerungsstaat" nach und verwechseln dies (wie Ihr -zwischenzeitlich von vielen gern und überall als Popanz gebrauchter-Hinweis auf die USA ,der aber inhaltlich auch falsch ist,zeigt) mit Demokratie und Sozialstaat !

In letzter Zeit scheint es notwendig zu sein daruf hinzuweisen, daß es zwischen den USA und Deutschland wichtige Unterschiede gibt.
Zum Beispiel den Artikel 20 Abs 1
Zitat
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
Verhältnisse wie in den USA wo viele Menschen aus einer neoliberalen 'jeder sorgt für sich selbst' Ideologie heraus ohne Krankenversicherung an behandelbaren Krankheiten sterben oder unter menschenunwürdigen Verhältnissen leben weil sie zu arm sind, sind in Deutschland schlicht und einfach verfassungswidrig.
Wer hier also verfassungswidrige Handlungen fordert sollte sich nicht darüber wundern wenn ihm dann mit ebenfalls verfassungswidrigen Forderungen (z.B. Diebstahl ) begegnet wird.

Viele Apologeten einer kapitalgedeckten Rente verstehen nicht, daß diese sich aus exact den selben Quellen speist wie eine staatliche Rente nämlich aus der volkswirtschaftlichen Gesamtproduktion (das Sozialprodukt) welche zum Zeitpunkt des Rentenbezuges vorhanden ist.
Der Unerschied sind jediglich die ZusatzKosten welche dadurch entstehen, daß man die Ansprüche an das Sozialprodukt (egal ob sie das jetzt "Rente" oder "Kapitalertrag" nenen) organisieren muss und diese Organisation einen Teil der Erträge auffrisst.
Man muss für einen fairen Vergleich also die Verwaltungskosten von den gesetzlichen Rentenversicherungsträgern mit denen von privaten Banken und Versicherungen vergleichen.
Der Vergleich ist eindeutig: die Kosten von Banken sind um ein vielfaches höher, weil diese viel zusätzliches Geld für Marketing und Vertrieb ausgeben.
Das die Rendite für Versicherte trotzdem höher sein kann als bei der gesetzlichen Rente liegt einfach darin, daß bei der gesetzlichen Rente immer auch eine (demokratisch gewollte) Umverteilung stattfindet.
Diese Umverteilung ist aber kein Beweis für die Ineffizients staatlicher Rente sondern von der Gesellschaft bewusst gewollt.
Ohe Umverteilung wäre auch die gesetzliche Rente viel höher !

Herr Wolf, ich stimme Ihnen da -aus deutscher Sicht- ja zu. Dennoch halte ich -mein Wunsch- eine Renten- bzw. Krankenversicherung für eine private Konsum- bzw. Investitionsentscheidung. Ich plädiere also durchaus für Selbstverantwortung, also freiwillige Renten- bzw. Krankenversicherungen.
Die von Leser Rabe angeführten Armen in den USA sind nur leider solche, die mehr in den Tag hinein gelebt haben. Ich denke, man sollte diese hedonistische Lebensweise in keiner Form unterstützen.
Der Staat hat nur die Aufgaben zu übernehmen, die das Individuum nicht schaffen kann. Oder frei nach Kant: Sire, sorgen sie für sichere Strassen und hartes Geld. Vorsorge kann das Individuum sicher besser treffen als irgendeine zentrale Planstelle in Berlin. Die BfA hat 27.000 Mitarbeiter. Allein die Umverteilungkosten dafür sind ganz gewaltig.

Da Sie -was man aus Ihren Kommentaren in der Zwischenzeit ja schließen kann-ein Verfechter des "totalen" Staates,der überall und ständig eingreifen soll-sind bitte ich Sie :
Erklären Sie bitte den Unterschied zwischen dem angeblichen (!) Totalverlust einer Privatrente und dem (quasi-)Total-Verlust einer staatlichen Rente,die mangels "Vermögen" schon gegenwärtig und in der Zukunft sowieso lediglich Renten in der Höhe von 350,00 Euro zu zahlen bereit ist ,obwohl die Einzahlungssumme oftmals viel höher war .
Ein wirklicher Unterschied ist da nicht zu erkennen,außer daß beim zweiten Fall ein staatlicher Herr Oberamtsrat über mein Geld bestimmt .
Die Staatsgläubigkeit ist in Deutschland nach wie vor eines der höchsten Güter !

Sie haben Recht, daß Steuern sich prinzipiell auch auf Preise auswirken.
Allerdings ist dieser Effekt nur zu einem geringen Teil von inländischen Steuern abhängig, einfach deshalb weil der Preis des typischen Warenkorbs eines Konsumenten immer auch stark von den Preisen von Importwaren abhängt.
Denn wieso sollte ein Konsument durch inländische Lohn-Steuern (angeblich) verteuerte deutsche Waren kaufen, wenn er stattdessen ein günstigeres Importprodukt erwerben könnte? In dem Fall würde also nicht der Preis sondern die Rendite des Anbieters sinken.
Der Niedrigverdiener wird also auf dem Markt von erhöhten Steuern anderer Bürger nicht viel merken.
Er würde aber geringere Steuern (bzw. geringere Einnahmen des Staates) sehr schnell und sehr direkt merken wenn diese Mindereinnahmen dazu führen sollten, daß der Staat ihm Leistungen streicht.

@ Steve Lutzmann:
Herr Lutzmann, mit Ihrem Kommentar bin ich d`accord. Jedoch ist die Meinung, dass vom Einkommen nur noch 30 % von Steuern und Abgaben verschont sind, nicht zutreffend. Hierbei ist berücksichtigt, dass Rentenbeiträge und Krankenkassenbeiträge nicht zu den verlorenen Abgaben zählen, da es sich hier um Beiträge zur Zukunftsvorsorge (Rente) und fast kostenlose Leistungen im Krankheitsfall handelt. Denn schließlich wollen Sie nicht in ein finanzielles Loch fallen. Gäbe es diese staatlichen Pflichtangebote nicht, würden Sie sicherlich privat vorsorgen und diese Beiräge als selbstverständlich ansehen.
Auch sollten Sie berücksichtigen, dass für die Miete keine MwSt anfällt und Lebensmittel mit 7 % versteuert sind.
Problematisch sind dagegen die hohen Inflationsraten, die diese Vorsorge unsicher und teuer machen. Der Preisstabilität müssen EZB und die Regierungen mehr Aufmerksamkeiten widmen.
mfg

Eine ältere und nicht mehr arbeitsfähige Generation wird IMMER(!) von der aktuell jüngeren und noch arbeitsfähigen Generation versorgt werden müssen, daran führt kein Weg vorbei.
Sie können nämlich nicht in jungen Jahren Brötchen backen um sie erst als alter Mensch essen, solange halten Brötchen nunmal nicht.
Angespartes "Geld" ist erstmal gar nichts wert (höchtens um es zu verbrennen), als alter Mensch bekommen sie dafür nur etwas wenn es Junge gibt die bereit sind ihnen für 'Papier' werthaltige Waren auszuhändigen, es also Vertrauen darin gibt.
Egal ob man Rente also "privat" oder "staatlich" organisiert es ist IMMER(!) ein Generationenvertrag zur Versorgung von Älteren der auf Vertrauen basiert.
Die "private" Versorgung hat in den USA zu Millionen von bettelarmen Rentnern geführt deren Renteneinlagen und Fonds sich bei der Internetkrise oder auch bei der jüngsten Bankenkrise in 'Nichts' aufgelöst haben.
Denn was glauben Sie wessen Milliarden da grade verpufft sind ? Das war die Altersvorsorge von vielen US Rentnern !
Das kann deutschen, staatlichen Rentnern nicht passieren. Der deutsche Staat kann zwar auch nicht garantieren, daß die Rente stabil bleibt aber zumindest schützt er vor einem Totalverlust.

Oder,was glauben Sie,Herr Rabe, aus was sich der Preis eines Gutes/Dienstleistung aufbaut ?
Im Endpreis eines Gutes/einer Dienstleistung sind all jene Steuern (anteilig natürlich) enthalten,die bei der Entstehung des Gutes anfallen - von der Lohn-/Einkommenssteuer des Fließbandarbeiters und des entwickilnden Ingenieurs über die Energiesteuer,die für die Produktionsmaschine zu zahlen ist,die kommulaen Abgaben,die die Stadt verlangt,in der der Betrieb ansässig ist ,die Mineralölsteuer,die beim Transport des Gutes entsteht ..... bis hin zur Versicherungsstuer,die der Betrieb für Gelände und Angestellte zu entrichten hat !
Und am Schluß kommt auf diesen ,sich daraus ergebenden Verkaufspreis die Umsatzsteuer oben drauf,um die bereits entrichtete Gesamtheit der Steuern nochmals zu versteuern !
Und da auch ein Mensch,der nur 5, Euro pro Stunde verdient ,ebenso konsumieren MUß,zahlt auch dieser Steuern .
Und jede weitere Steuer- und Abgabenerhöhung trifft diesen sogar stärker als den sog. Besserverdiener !

Inflation, von den Banken angeheizt ?
Das ist so -fürchte ich - nicht ganz richtig !
Inflation ist eine Entwertung von Geld oder akademischer ausgedrückt : ein ständiger,sich merklich auswirkender ANstieg des Preisnivaus !
Und dieser Anstieg wird hauptsächlich bedingt durch :
Steuern und Abgaben (ganz weit oben auf dieser Liste! )
Lohn(gesamt)kosten (hier zählen wiederum Lohnsteuern und Beiträge eine erhebliche Rolle!)
Stoffkosten und Produktionskosten für Güter (hierzu zählen auch Energiekosten (Öl,Strom)!)
Leistungskosten für Dienstleistungen
Verteilungskosten (Transportkosten,die zB durch höhere Energie mitbedingt sind)
usw undsofort !
Die im Umlauf befindliche Geldmenge hat auf die Inflation einen nur ganz geringen Effekt,dh wenn eine erhöhte Steigerung der Nachfrage infolge gut und günstig vorhandenen Geldes eintritt.
Dieser Effekt tritt aber nur ein,wenn ein knappes (!) Gut erhöht nachgefragt wird und dann auch immer NUR für DIESES eine Gut !
Die linke ,rosarote Brille eignet sich eben nicht so gut,wenn man den Blick auf eine marktwirtschaftliche Volkswirtschaft wagen will!

Die Klagen über geringe Renten aus dem maroden Schneeballsystem nerven irgendwann.
Man hat in den 50ern beschlossen, die Rente von kapitalgedeckt auf umlagefinanziert umzustellen, schon damals wissend, daß dieser "Generationenvertrag" gerade die benachteiligt, die ihn erfüllen und Kinder großziehen, und schon deshalb seine eigene Grundlage zerstört. Kinder werden die Leute immer haben und das Wirtschaftswachstum wird grenzenlos sein, und außerdem nach uns die Sintflut, so war die Mentalität. In den 70ern hat man sozialliberal die massive Staatsverschuldung zur kurzfristigen Beschäftigungspolitik eingeführt und für die Kosmetik der Arbeitslosenstatistik den öffentlichen Dienst sinnlos aufgebläht, ohne irgendwelche Rücklagen für die Pensionsansprüche zu bilden. Nach uns die Sintflut, wenn in 30 Jahren die Folgen unserer heutigen Wohltaten mehr bezahlbar sein werden, sind wir längst nicht mehr verantwortlich, so war die Mentalität.
Wer hat das mitgetragen und die damaligen Entscheider gewählt? Das waren diejenigen, die heute den bösen Kapitalismus für ihre magere Rente verantwortlich machen. Die Früchte hat man gerne auf Kosten der künftigen Generationen genossen, die unvermeidbaren Folgen sollen andere tragen.

Herr Konranzki,
sie haben Recht, daß Rentner ganz besonders unter Inflation leiden.
Aber nicht der Staat sondern die privaten Banken haben die Geldmenge durch eine spekulative Kreditvergabe in unvernünftige Höhen getrieben und damit die Inflation angeheizt.
Der deutsche Staat hat auf die Geldmenge (bzw. die Inflation) gar keinen Einfluss weil er die EZB und deren Leitzinsen kaum beeinflussen kann und gar keinen Einfluß darauf hat ob private Banken die Geldmenge durch Kreditvergabe erhöhen.

Es gibt sie aber,Herr Koranzki !
Es gibt die sog. Wohlstands-Rentner und Mallorca-Pensionäre und nicht zu knapp!
Daneben gibt es eine steigende Anzahl von sehr armen Rentern und in großer Zahl Rentnerinnen !
Und hier liegt genau eine entscheidende Frage zur Lösung eines Teile des Rentenproblems,die aber von der Politik absichtlich (!) nicht angegangen wird,obwohl sie sonst ständig und allenthalben gepredigt wird :
Die Umverteilung !
Es geht um die dringend notwendige Umverteilung innerhalb des Rentensystems !
Es darf auch hier keinen Bestandsschutz mehr geben - denn den gibt es außerhalb des Rentensystems schon lange nicht mehr,da die jetzigen Beitragszahler ja auch in einer Höhe einzahlen ,die sie Selbst in keinster Weise mehr erwarten dürfen.
Es führt kein Weg daran vorbei,der nicht geringen Anzahl von Wohlstandrentern auch einen gewissen Beitrag zur Erhöhung der unteren Renten abzuverlangen.
Und daß ein Freiberufler im selben Maße in eine ständische Rentenversicherung einzahlen muß,und somit eigentlich gar kein richtiger "Freberufler" mehr ist,das hat man vor 40 Jahren den Leuten auch noch nicht mit dem nötigen Nachdruck klar gemacht !

Die gestrige Sendung von Plasberg bestätigt zunehmend meinen Eindruck, wonach sachliche Diskussionen in der Öffentlichkeit anscheinend nicht mehr möglich sind. Statt den Verstand einzuschalten, werden Emotionen geschürt.
Da zeigt man Ruheständler, die vier Monate in der Südsee oder ein halbes Jahr auf Fuerteventura im Urlaub verbracht haben und dem Zuschauer wird suggeriert, so schlecht scheint es den Rentnern finanziell ja dann doch nicht zu gehen.
Auf der anderern Seite lädt man eine Rentnerin ein, die von 640 Euro Rente im Monat leben muss und suggeriert dem Zuschauer zunächst, der Staat zahle so geringe Renten. Dass die gute Frau aber nur 27 Jahr lang in die Rentenkasse eingezahlt hat und schon deshalb nicht eine Rente auf dem Niveau eines Erwerbstätigen erwarten kann, der 45 Jahre lang Rentenbeiträge gezahlt hat, wird - so jedenfalls mein Eindruck - mal so nebenbei erwähnt.
Dass die von staatlicher Seite künstlich in die Höhe getriebene Inflation die verfügbaren Nettoeinkommen der Rentner schmälern, wird ebenso kaschiert, wie die Tatsache dass ein Parlamentarier nach 8 Jahren Mitgliedschaft eine lebenslange Pension erwirbt, von den so mancher Renter nach 45 Beitragsjahren nur träumen kann.

Dem Kommentar, der reichlich und zutreffend Kritik übt, kann ich vollends zustimmen. Ich komme mir vor, wie in einer Backstube: Man nehme dieses und jenes, mische es kräftig, knetet, gibt hie und da noch was dazu und wartet darauf, was dabei was herauskommt. In der Backstube ist das Ergebnis meistens beachtlich.
Ob das in dieser "One man show" auch gelingt, wage ich zu bezweifeln.
Wenn jeder seinen Lebenslauf offen legt und diese sehr unterschiedlich bis exotisch sind, kann doch keine allgemein verbindliche Aussage daraus abgeleitet werden.
Wenn jemand, obwohl er berufstätig einschl. freiberuflich selbständig ist, fürs Alter nicht vorsorgt oder von 3.500,00 € nicht leben kann, ist sein Anspruch auf Glaubwürdigkeit nicht besonders groß.
Diese Sendung ist populistisch angelegt, wird stupide, vergeudet somit Sendezeit und ladet zum Abschalten ein.
Dass übrigens Politiker und Ehemalige sich dafür hergeben, spricht für sich

Man muss die Sendung gesehen haben, um zu wissen, dass in der "Das ist unwürdig" Szene, Fr. Engelen Kefer und die ehemalige Buchhändlerin gemeinsam den Politiker der FDP durch mehrfaches Wiederholen des Satzes niederbrüllten. Das konnte man durchaus unterhaltend finden, ebenso wie man die Sendung von American Wrestling unterhaltend finden kann.
Thematisch unverständlich bleibt mir aber, warum seitens der Macher der Sendung die ehemalig langjährig selbständige Buchhändlerin als Beispiel für das Versagen des Rentensystems gewählt wurde. Es ist doch bekannt, dass Selbständige nicht in die Rentenkassen einzahlen. Man kann hier also nur die vom Staat dem Bürger überlassene Selbstverantwortung kritisieren.
Ändert man das System und weitet die Bemessungsgrundlage aus, erhöhen sich auch die zukünftigen Ansprüche, zudem wird der Rentenbeitrag eine Steuer, was Fragen der Steuergerechtigkeit aufwirft. D.h. entweder es ist nach einer entsprechenden Änderung nicht mehr da als vorher, oder die überdurchschnittlichen Einkommensbezieher erleben eine Beitragspflicht, die wie eine Steuer wirkt, die aber nicht entsprechende Ansprüche mit sich bringt, also Umverteilung von den Gutverdienern zu den Schlechtverdienern.

Zumindest ein oft gehörtes Argument läßt sich sehr einfach entkräften, nämlich, daß (angeblich) der Staat daran schuld sei, wenn Geringverdiener nicht mehr von ihrer Arbeit leben können.
Wer nur 5 Euro die Stunde verdient der zahlt 0% Steuern und seine Sozialabgaben sind so gering, daß er dafür auf einem privaten Markt nirgends auf der Welt eine Kranklenversicherung abschließen könnte oder gar noch Rente bekommen könnte.
Leider kam das so deutlich nicht heraus.
Die Ursache für die Misere liegt im Kapitalismus selber, der sich systemimmanent nicht darum kümmert ob ein Mensch von seinem Gehalt auch leben kann. Im Gegenteil, um richtig zu 'funktionieren' geht der Kapitalismus eigentlich davon aus, daß 'Grenzanbieter' als nicht 'wettbewerbsfähig' aus dem Markt ausscheiden.
Ein radikaler Marktwirtschaftler müsste also fordern, daß Menschen verhungern damit dann ein geringeres Angebot an Arbeitskräften zu einer Erhöhung des Preises für Arbeit, also Lohnerhöhungen führt.

Verstehe ich richtig? Eine Buchhändlerin echuaffiert sich darüber, dass ihre Rente nicht ausreicht; gibt aber gleichzeitig an, nicht allzu viel in die Rentenkasse eingezahlt zu haben bzw. darauf "verzichtet zu haben"? Nun, ich frage mich manchmal, wer hier eigentlich ein Problem mit der "Verantwortung" hat! Sind es die bösen, bösen Manager, die keine Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen wollen, oder ist es das Individuum (in casu die Renterin), die nicht einmal in der Lage ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
Und ganz recht: wir debattieren heute mehr über die Millionengehälter von wenigen hundert Topverdienern (nicht einmal ein Promille der Gesellschaft); lassen aber ganz ausser acht, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer 40-60% seines Einkommens an "Vater Staat" abgeben muss. Unter Berücksichtigung von Konumssteuern sind es gut 70%.
Die Politik macht in der Tat einen einzigen Generalfehler! Sie versucht partout glaubhaft zu machen, sich um "alles" kümmern zu können. Sie entmündigt damit. Nur mündige Bürger sind auch freie Bürger. Und zur Mündigkeit gehört zwangsläufig auch: die Verantwortung für sich selbst zu tragen. Die Staatsgläubigkeit und Kollektivierung der Gesellschaft nimmt inzwischen deutliche Züger von Sozialismen ein.

Wenn man eine Familie mit Kindern und ohne Kindern gegenueberstellt, zeigt sich, dass seit 1999 die Familie mit Kindern deutlich benachteiligt wurde. Der Kinderfreibetrag ist seit 1999 nur um ca. 3% angestiegen waehrend der Grundfreibetrag in der gleichen Zeit um fast 15% stieg. Ausserdem übersteigt der steuerliche Freibetrag bei Erwachsenen das Existenzminimum, bei Kindern wird seit 2005 nur noch das Existenzminimum geleistet wird.
Dann wurde auch noch beim Existenzminimum von Kindern "getrickst". Dieses stieg für Erwachsene auch nach 2003 noch weiter an. Bei Kindern blieb es aber seit 2003 nahezu konstant. Ausgaben fuer Kinder sind aber genauso teuerer geworden sind.
So langsam glaube ich auch zu verstehen warum das so sein soll. Erstens würde durch den Anstieg des Kinderfreibetrages noch mehr Kinder vom Freibetrag nutzen und das darf in den Augen mancher Parteien so nicht sein. Deshalb wird lieber in Kauf genommen verfassungswidrig allen Kindern mehr zu nehmen und Familien mit Kindern gegenüber ohne Kindern schlechter zu stellen.

Ausgerechnet eine Selbstständige einzuladen ist ja wirklich Unsinn. Selbstständige haben viel weniger Lohnabzüge und sind deshalb gehalten eigenverantwortlich für ihre Rente anzusparen, das ist ein sehr faires System, zumal eine Bankanlage mehr Rendite bringt als die staatliche Rentenversicherung. Wenn die gezeigte Buchhhändlerin diese Vorsorge vergisst, ist es nicht angebracht, sie als Beispiel für ein unwürdiges Rentensystem zu präsentieren.
Die jüngeren und die "mittelalten" Angestellten ohne Karriere sind die wirklichen Verlierer dieses Systems, letzten Endes werden sie fast gleichgestellt mit jenen, die ein Leben lang nur von Hartz IV lebten, auch in der Rente ist der Unterschied marginal.
Beispielsweise habe ich im hessischen Landesdienst mit Berufsausbildung (Chemielaborant) mit 1300 nette im Jahr 2001 angefangen (seitdem hat sich da auch nicht soviel getan), natürlich blutet man mit diesem Gehalt in Frankfurt aus und kann nicht für das Alter vorsorgen. Und ich bezahle mit meinen Lohnabzügen ja noch kräftig ein, ohne einen relevanten Mehrwert zu erhalten im Vergleich zu jenen die nicht einbezahlen. Genannte Buchhändlerin bezahlte ja auch nicht ein, finde echt absurd, wie sich diese Fau präsentierte.

Gleichverteilung. Kein Neid mehr. Die Sozialpolitik (moderne Wirtschaftspolitik ist nichts anderes) sorgt für eine gerechte Verteilung der Güter. Allen soll es gleich (schlecht) ergehen. Wenn man dabei die Faust nicht nur zum Himmel streckt! ;-)

Ich habe diese Sendung bewusst nicht gesehen - weil ich es für unerträglich halte, davon auszugehen, das in solchen Runden -mit immer den "gleichen Typen und Gesichtern" irgendeine produktive Problemlösung herauskommen könnte. Ich empfehle den enttäuschten TV-Sehern deshalb, die Zeit zu nutzen um Bücher zu lesen, z.B. "Bedingungsloses Grundeinkommen" von einem erfolgreichen Unternehmer, Götz Werner, Chef der DM-Drogeriemarktkette. Dann ist es klar, das wir um gesellschaftliche und politische Umwälzungen nicht umhinkommen. Wir wollen keinen Bürgerkrieg - allerdings sollten unsere Bürger sich ernsthaft und aktiv darum kümmern, das es nicht wahr sein kann, was wahr ist: "ARM DUCH ARBEIT". Also Menschen, aufgewacht und mitgedacht!

Diese Sendung beweist, wie aufgeheizt die Stimmung in Deutschland hinsichtlich des mittlerweile pervertierten Begriff "sozialer Gerechtigkeit" ist.
Gerade die Generation, die sich nach dem Wirtschaftswunder wissentlich einen unbezahlbaren Luxus an sozialer Sicherheit geleistet hat, bekommt heute die Rechnung serviert. Zahlen werde sie die Jungen!
Politiker und Wähler haben den Staat soweit auswuchern lassen, dass die Übernahme aller Aufgaben finanziell nicht mehr zu tragen ist. Der Staat muss dem Bürger deshalb viel zu tief in die Tasche greifen. Den kommenden Generationen noch viel tiefer!
Wir müssen die Sicherheit ab 35, die sich diese Generation z.B. mit einer Verriegelung des Arbeitsmarktes (siehe Boom der Zeitarbeitsfirmen und Arbeitslosigkeit ab 50) geleistet hat, eintauschen gegen eine Sicherung ab 65.
Es ist nicht sozial gerecht ist nicht, den Langzeitarbeitlosen mit Hartz IV die Daumenschrauben anzulegen, wenn nicht gleichzeitig das Risiko der Arbeitslosigkeit auf mehrere Schultern verteilt und der Arbeitsmarkt endlich dereguliert wird.
Es ist nicht sozial gerecht, dass unser Bildungs- und Schulsystem zu viele auf der Strecke lässt, die dann für Mindestlöhne arbeiten müssen.
Erkennt das eigentlich niemand?

Nun, seit Jahren proklamiert Politik (auf nun eigener Basis von über 10.000€ Monatseinkünften) die eigene Selbstverantwortung nicht ganz zu Unrecht, denn an den Zahlen der Relation ältere Menschen zu jungen Berufstätigen + Kindern kommt niemand vorbei. (??)
Doch da ist Manches nicht durchdacht: so würde ich gerne mit-Riestern...aber das Gesetz ist so gestrickt, daß Bundesbürger, die später als Rentner mit einen nicht-deutschen Ehepartner dann in dessen Heimatland seßhaft werden möchten, NICHTS von Riester haben, sondern alles zurückzahlen müssten. Das ist Europa- / Weltpolitik.
Oder die Fixierung auf die Relation Rentner:Arbeitnehmer. Seit dem Abbau der (oft gesundheitsschädlichen) Arbeit in handwerklicher Massenbeschäftigung über Kohle bis Straßenbau in den 70er Jahren hat kein Politiker wirklich vorausgedacht. Nun werden auch geistig anspruchsvolle Tätigkeiten "mondialisiert" und Arbeitsplätze abgebaut. Trotzdem wird Gewinn erwirtschaftet - durch GELD. Also, warum denkt niemand über ein Rentensystem, das Gewinne aus Geld seit Jahrzehnten in den Rententopf einzahlt statt an reiche Aktionäre oder Vorstände ??
Mit den dicken Rentenansprüchen aus Parlamentsarbeit muß man ja nicht unbedingt auch noch an die Bürger denken....