Sie sehen sich bald wieder: Reich-Ranicki und Gottschalk

„Aus gegebenem Anlass“

Reich-Ranicki-Sendung am 17. Oktober

Schon am 17. Oktober wird Marcel Reich-Ranicki mit Thomas Gottschalk im ZDF seine Sondersendung über Qualität im Fernsehen bestreiten, die beide beim Deutschen Fernsehpreis vereinbart hatten. Verdrängt wird dadurch ausgerechnet eine Kultursendung.

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Oktober 2008 00:37

Deutsches (öffentlich-rechtliches) Fernsehen und Niveau

Sönke Peters (soenkepeters)

Zwar bin ich direkt nicht betroffen, aber ich möchte anmerken, dass es zu (guten alten) Zeiten in Deutschland oftmals Sendepausen im Fernsehen gab, während derer lediglich ein „Senderkennungssignal“ ausgestrahlt wurde. Die Untermalung dessen mit klassischer Musik war und wäre bestimmt wesentlich sehenswerter als durch GEZ-finanzierte Sendungen à la „Marienhof“ und andere niveaulose Produktionen in Form von dargereichten Kochkünsten, die man im öffentlich-rechtlichen Staats-TV in Deutschland fast rund um die Uhr wohl so geboten kriegt. Zudem ist so ein „Senderkennungssignal“ in Punkto Kosten auch wesentlich günstiger als das Füllmaterial in Form der neuen deutschen „Komödiens“ wie ein Herr Atze Schröder und andere Publikumslieblinge, über die man besser den Mantel des Verschweigens breiten sollte. Solche „Persönlichkeiten“ teutonischer Tiefgründigkeit haben aber offensichtlich einen begründeten Raum im deutschen TV ... allerdings würde ich dafür bestimmt keine Gebühren bezahlen wollen ... für das „Philosophische Quartett“ mit dem quälend ... äh... äh... stotternden Soterdieck allerdings auch nicht.

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13. Oktober 2008 16:04

Genervter RR, hervorragender Gottschalk

Andreas Hübbe (AndreasHuebbe)

RR mag ein ausgesprochen eitler Mensch sein, ihn aber in Kenntnis seines hohen Alters und seiner scharfen Zunge vier uninspirierte Stunden lang in dieser eher belanglosen Show auf dem Sitz zu grillen... Also, was folgte war vorhersehbar. Wärend den Celebrities die Gescichtszüge entglitten, bewies Thomas Gottschalk Präsenz, improvisatorisches Geschick und Fingerspitzengefühl. Es kam dann auch nicht von ungefähr, dass RR ihn in einem finalen Knalleffekt das "Du" anbot. Insgesamt: Fernsehgeschichte. Preisvorschlag: Die goldene Kamera für beide!!! Andreas Hübbe, Hamburg

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13. Oktober 2008 15:29

Danke auf ewig!

Christoph Severin (omnigon)

Die Totalverblödung und Volksverdummung durch die Medien ist nicht aufzuhalten. Diese ist in einer sich selbst dynamisierenden Abwärtsspirale befindlich, aus der es für die Allermeisten in unserer Gesellschaft kein Entrinnen gibt. Daß uns einer nocheinmal im allerletzten Moment ein starkes ´Stopp!´zuruft, ist natürlich ebenso vergeblich wie es alle anderen, viel leiseren, Hilferufe sind. Auch wir, die kleine, eingeschworene Gemeinschaft von F.A.Z. Lesern, fallen nicht ins Gewicht. Selbstverständlich bewahren uns auch GEZ-Gebühren nicht vor all den dämlichen Moderatoren, narzistischen Kochtopfrührern und selbstgefälligen Intendantenbeamten. Das wußten wir schon lange. Selber schuld, wer die bezahlt. Aber! Obwohl Buchbesprechungen mit Frau Heidenreich für mich ebenfalls gänzlich verzichtbar sind, ist es eine Freude, ihren Artikel in der F.A.Z. zu MRRs Auftritt zu lesen. Sie war dabei und sie stellt echte, journalistische Fähigkeiten unter Beweis. Prima! Ihre ehrlichen Gefühle und Gedanken machen das Geschriebene in unvergleichlicher Weise authentisch. Danke! Die mir persönlich wichtigen Menschen in meinem Umfeld werden alle eine Kopie davon erhalten.

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13. Oktober 2008 15:23

Alles was er ist und dabei auch scheint

Herold Binsack (Devin08)

Was in der Sendung weggeschnitten war, war die freche Bemerkung Gottschalks, „jetzt ist er weg, jetzt können wir so weitermachen“ (sinngemäß nach Elke Heidenreich, hier in der FAZ). Ich denke, dass hier der gute Mann vera…. wird. Die Frage ist nur, warum? Ist er ein Hindernis oder nur ein Ärgernis. Sein Auftritt war stark, wenn auch ich mir dabei denke, dass ein Gutteil der Wut, durch die 4 Stunden gekommen ist, die er da hat sitzen müssen, dieser alte Mann; und es war ihm nicht vergönnt, zwischendurch mal in anderen Sendern zu zappen. Die Sendung war ein Spektakel, nicht weniger, aber auch nicht mehr als eine Oscarverleihung. Ich hätte Herrn R-R gerne gefragt, worüber er sich eigentlich aufregt, über Spektakel an sich, oder über dieses Spektakel. Sind wir uns doch im Klaren: die Schönen und die Reichen, die Herrschenden, lieben solche Selbstbefeierungen. Will er sagen, dass er nicht dazu gehört, dazu gehören will? Die Literatur, Beiwerk, Schmuck für all diese Reichen und Schönen - denn für sie wird gelten, wer liest, lebt nicht - , ist für ihn alles, sein Leben, und dabei auch nicht weniger schmuckvoll, alles was er ist und dabei auch scheint.

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13. Oktober 2008 14:58

Respekt für RR

Bernd Bublitz (BublitzB)

Es ist sicher nicht zu bestreiten, dass sich die Diva RR nicht standesgemäß behandelt fühlte, sich langweilte und etwas überreagierte. Dafür hat er in seiner emotionalen Überraktion aber das ausgesprochen, was Vielen auf der Seele brennt. Die Niveaulosigkeit von Deutschem Fernsehen und Radio, und da braucht es keine Unterscheidung zwischen öffentlich-rechtlich und privat, ist doch kaum noch zu überbieten. Dabei gibt es gute Produktionen, die u.a. auch einen Deutschen Filmpreis erhalten haben. Doch die laufen nicht zu den besten Sendezeiten. Statt dessen gibt es Trivialunterhaltung, an der sich auch Herr Gottschalk gerne ein goldenes Näschen verdient. Da nun aber eine Diva gesprochen hat, kommt hoffentlich eine Diskussion über die Qualität der Programme und den Anspruch des Publikums in Gang. Wenn das gelingt und in die Unterhaltung durch Funk und Fernsehen wieder etwas Niveau Einzug hält, dann vielen Dank an die Diva und unseren Respekt.

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13. Oktober 2008 14:34

Gottschalk und Qualität

Marvin Parsons (mapar)

Wer sich zum Gottschalk-Basher berufen fühlt, weil der ja seit 30 Jahren erfolgreich ist und die Verachtung dieses Mannes so hip ist, sollte gegen ihn erstmal einen Wettstreit in deutscher Grammatik oder Konjugation unregelmäßiger lateinischer Verben versuchen. Gottschalk, übrigens ursprünglich Lehrer, gehört wie Harald Schmidt und Günter Jauch zu den mit klassischer Bildung Aufgewachsenen aus einer Zeit, als es das Abitur nicht für funktionelle Analphabeten mit den Leistungskursen Sport und Sozialkunde gab. Es mag gebildetere und intelligentere Menschen als Gottschalk geben, aber kaum im Fernsehen, und schon gar nicht welche deren lockere Sprüche Generationen von Zuschauern begeistert haben.

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13. Oktober 2008 14:29

Das ist aber auch nicht die Lösung.

Thomas Berger (tberger)

Wir wissen doch alle, worauf diese Sendung hinauslaufen wird: Marcel Reich-Ranicki wird über Marcel Reich-Ranicki sprechen. Genauso wie in seiner Kolumne in der F.A.S., in der mittlerweile jede zweite Antwort die mürrische Bemerkung ist, daß er nicht vorhabe, dieses oder jenes Buch zu lesen. Ist das lehrreich, kurzweilig, erhebend, kurz: sehenswert? Ich vermute, daß es das nicht sein wird, genauso wie ich die Kolumne auch mittlerweile nicht mehr lesenswert finde. Aber gut, mich zwingt keiner, mir die Veranstaltung anzusehen, und ich wünsche jedem, den sie interessiert, viel Vergnügen dabei. Allerdings wünsche ich mir auch, tief im Inneren, jemanden, der Herrn Reich-Ranicki so den Spiegel vorhält, wie er ihn der unsäglichen Fernsehpreisveranstaltung vorgehalten hat. PS: Daß ich mir lieber Reich-Ranicki anschauen würde als Atze Schröder, tut dabei nichts zur Sache.

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13. Oktober 2008 12:44

Ich kann RR auch nicht mehr aushalten.Er ist Sonnenschirm nach Sonnenuntergang.

Daniel Kleiner (Kleinermann1)

Geben sie ihm den Nobel-Preis fuer Kritik,dann gibt er endlich Ruhe. Der Mann ist so wichtig fuer die deutsche Literatur,wie wie ein Sonnenschirm nach Sonnenuntergang. Aber wer ihn mag,bitte sehr...Jedem das seine...

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13. Oktober 2008 12:20

Ausgerechnet Gottschalk und Qualität?

Claus Behrens (chipin)

Was kommt als Nächstes? Hugh Hefner bekommt eine eigene Sendung mit den Themen "Ewige Treue" und "Kein vorehelicher Geschlechtsverkehr"?

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